Archiv für den Tag: 22. September 2014

Nach Raubüberfall auf Apple-Store in Berlin

Wie sich Überfälle auf Geldtransporter verhindern ließen

Anfangs dachte ich, der Artikel gehört zur “Kleinen Humorkunde“ des rotnäsigen Kaspers von der letzten Seite.

Dem war aber nicht so!

Der Artikel schien aus einer neuen Rubrik zu stammen, vielleicht unter: „Sternstunde der Dummschwätzer“.

Der Kriminalpsychologe Jan-Gerrit Keil vom LKA Brandenburg spricht, unabhängig vom Überfall auf den Apple-Laden, von “Verantwortungsdiffusion”. Eine allgemeingültige Aussage.

Psychologen sprechen von “by-stander-Problematik”

Die beiden Schreiber scheinen ähnliche Witzbolde zu sein, wie der LKM-Pücholoche. Sonst wären sie bestimmt nicht auf jenen Apfel/Birnenvergleich gekommen – das brutale Geschehen um eine hilflose Frau mit dem gleichzusetzen, wenn mehrere bewaffnete Leute einen Überfall verüben und ganz nebenher Bleispritzen als Argumente in den Händen halten. Kann ich mir richtig vorstellen, Herr Jan-Gerrit* K. neigt natürlich auf gar keinen Fall zu “Verantwortungsdiffusion”, er hätte sich wie Superman auf alle gestürzt, sie geschnappt und anschließend mit ihnen den Gehsteig sauber gewischt…

Als Westentaschenpücholoche sehe ich solche Situationen natürlich vollkommen anders! Gaffer ziehen sich gerade in den entscheidenden Momenten in ihre kleine virtuelle Welt zurück, weil schon seit Jahren das gesamte Fernsehprogramm totale Scheiße ist. Live dabei sein ist doch alles, sei es nur unter den neugierigen Augen einer Überwachungskamera. Bin mir sehr sicher, von den Schaulustigen hat bestimmt einer in die Kamera gewunken und seine Oma in Wuppertal gegrüßt…

Als schärfster Statist kann dieser erfahrener Polizist gelten, schließlich hat er mehrfach schon kopfschüttelnd Geldboten beobachtet. “Die tragen ihre Geldboxen, als würden sie ein Paket transportieren. Da muss ich mich doch anders verhalten.”

Dem weisen Herren kann ich nur Recht geben, die Geldboxen gehören auf den Kopf und in beide Hände ein Colt Kaliber 79!

Alte Western sind da wohl guter Nachhilfeunterricht. John Wayne (lieber Festus Haggan!)

beim letzten Duell auf der staubigen Dorfstraße, das ist der richtige Auftritt. “Ich jedenfalls“, sagt der Polizist, “hätte eine Hand immer an der Waffe“.

Das halte ich doch im Kopp nicht aus, jetzt brauche ich ein Bier!

*Wäre es wiedermal unseriös, wenn ich zu der Schlussfolgerung kommen, dass Jan-Gerrit auch kein richtiger Name ist, sondern mehr eine Diagnose!

Leonard Cohen vollendete gestern sein 80stes Lebensjahr

Bin gestern irgendwann nach der Geisterstunde, im Verlauf der literarischen Erkundung eingepennt und weil der kleine Transistor weiter blubberte, wurde ich zur beginnenden Tonart sofort hellwach, als der Name vom Magier der Melancholie fiel.

Während der 3-Uhr-Nachrichten zog ich dann auch endlich den Finger aus dem Arsch und nahm die letzte Stunde noch auf. Denn, ob der vielen Jahren meiner Ignoranz, kamen alle Hits doch ganz gut rüber.

Sein 1988er Konzert war, so glaube ich zumindest, das letzte was ich mir einzog, da er mir späterhin zu softig rüberkam. Wenn mich nicht alles täuscht, war es auch die letzte Mucke, die ich mir je im ICC einzog…

Schließlich durfte sich im Tagesspiegel Rüdiger Schaper noch über den wehmutsvollen Hutmann auslassen, mit einer gelungenen Betrachtung.

(Nur gut, dass man aus gegebenen Anlass nicht „Ätsch Pie D.“ ran ließ…)

Abschließend muss hier noch eine fast allgemeingültige Bemerkung fallen!

Es dauerte ein Weilchen, bis ich endlich sämtliche Hits von „Songs of Leonard Cohen“ auf der Bandmaschine besaß.

Ende der 1960er-Jahre/Anfang der 1970er galt jene Scheibe, nicht nur im 1. Deutschen Schlaraffend aller Arbeiter und Bauern, als ultimativer Dosenöffner der Szene, wobei damals über „Suzanne“ und „So Long, Marianne“ nichts ging…