Archiv für den Tag: 19. Oktober 2017

Hannes Soltau, Licht aus, Hitler an – Light off, AdolFitler on

Gedenkstätten sind keine Erlebnisparks!
DOCH!
Da hat er als Lehrling Politikwissenschaft, Philosophie und Friedens- und Konfliktforschung(?!?) abgehakt, anschließend seinen interdisziplinären Meisterstudiengang unter Hallensern, Halloren und Halunken absolviert.
Stöberte mal etwas im Werbeblock der Unität herum, die Erläuterungen zu besagtem Studiengang: „Kulturen der Aufklärung“, klingt ja für ein unbedarftes Landei wirklich elephantös. Letztlich ist wohl dann alles doch weder Fisch noch Fleisch. Macht nüscht, irgendwann gibt’s dafür ein Papierchen.
Herr S. scheint es irgendwo in seiner Tasche zuhaben, deshalb darf er auch aufklärerische Texte über diverse Kulturformen in die Tasten hacken, nebenher sich über sein Leben freuen.
Über einen Sachverhalt bin ich mir allerdings sehr unschlüssig, ob man ihn zur Kategorie der moralisierenden Berufsgutmenschen zählen soll, oder zu den gutdotierten Profitraumtänzern mit vorgeblich demokratisch/humanistischem Touch? Die eifrig dafür Sorge tragen, dass sich am bestehenden System bloß nichts ändern möge. Habe mehre Texte vom Scheffchen quergelesen. Fand vieles mit einem Beigeschmack von Gefälligkeitsjournalismus behaftet.
Was seine Betrachtungsweisen angehen, passt der Mann auch gut in das Berliner Kulturrudel um Lederer, Renner, Dercon, den ganzen Humboldtforum-Heinzen, nicht zu vergessen die Frau Grütters und ihren jung-dynamischen Wadenbeißer…

Für mich besteht kein großer Unterschied zu den Darbietungen der „Berliner Unterwelten“ und vielen anderen überdimensionierten Präsentation von Dauer- nebst Sonderausstellungen, in denen krampfhaft versucht wird, dem Zeitgeist entsprechende Formen zu finden, um der breiten Masse, besonders der verblödenden jungen iPhone-Generation, gut vorgekaute kulturelle und geschichtliche Abläufe zu präsentieren. Da beziehe ich den Gropiusbau, das DHM, genauso das Jüdische Museum, mit ein.
Habe allerdings auch keinen Plan, wie man hohlen Broten auch nur ein Quäntchen Geschichtsverständnis beibringen könnte.
Dafür fehlen vielfach entsprechende Programme auf den Festplatten der letzten beiden Genrationen. Es sollte nämlich im frühesten Kindheitstagen damit begonnen werden, den Kids bleibendes Interesse zu vermitteln, was ihre unmittelbare Umgebung betrifft, damit sie auf dem langsam wachsenden Erfahrungsschatz in den nachfolgenden Jahre aufbauen können. Überdies gehört später auch ein entsprechendes Geschichtsverständnis dazu und im weiteren Verlauf sollte dann alles verknüpft werden, mit einer lebenslang anhaltenden, vernunftbegabten Umsetzung seiner persönlichen Erfahrungen innerhalb der Gesellschaft…
(Es liegt mir Lichtjahre fern, in dem Zusammenhang auch noch mit dem kategorische Imperativ von Immanuel Cunt zu nerven!)
Auf der anderen Seiten tragen weder Kulturfuzzies, Ausstellungsmacher, Künstler, noch die permanent von fast pathologischen Selbstdarstellungstrieben gegeißelten Eksperten dazu bei, dass sich an jener vertrackten Situation auch nur ansatzweise etwas ändern könnte. Im Gegenteil, man versucht immer wieder alles nachhaltig und größenwahnsinnig zu toppen, dazu werden mittlerweile Milliarden jährlich verpulvert.
Kann mir Meister Soltau mal erklären, wie sich junge Leute verhalten sollen, wenn sie diese Steinwüste erkunden, zu deren Entstehung und die entsprechenden Gründe dafür, nie einen Zugang finden werden. Da stehen massenhaft riesige eckige Hinkelsteine herum, in denen der Künstler bereits in der Modellphase ein wogendes Kornfeld erkannte. Erzähle das mal Touriekids, welche verdonnert wurden, in jener Umgebung ihre Zeit totzuschlagen, die fassen sich an den Kopf. Habe ich erlebt.
Das Motiv von Mike Wolff´s Foto finde ich toll, allerdings hätte er als Profi, technisch gesehen, da wesentlich mehr herausholen können – bestimmt auch eine gestellte Ablichtung…

Hatte im auslaufenden letzten Jahrtausend zweimal Diskussionen mit Adolf Burger erlebt. Und wer hockte in solch kleinen Runden? Fast nur Leute, denen die Abläufe im III. Reich sowieso gegenwärtig erschienen. Letztmalig begegnete ich dem Buchdrucker an seiner ehemaligen Wirkungsstätte in Sachsenhausen, am 11. Mai 2000, anlässlich einer Gedenksteineinweihung. Ministerpräsidenten Manfred Stolpe las aus diesem Anlass heftig stotternd ein Grußwort an Vaclav Havel vor, was an Peinlichkeit nicht zu überbieten war.
Einige Jahre später gab es in der Glotze einen Film, der angeblich auf den Erinnerungen Adolf Burgers in Sachsenhausen, basierte. Wer nun Adolf B., seine Biographie und sein Wirken im KZ kannte, der fand diesen vollkommen geklitterten Film nur abartig. Er heimste bei der 80. Oscarverleihung – als erster österreichischer Film überhaupt – die Auszeichnung in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film ein, nicht zufassen, wahrscheinlich wegen der vielen feschen Titten die anfangs ewig präsentiert wurden. Weiterlesen