Archiv für den Tag: 10. März 2018

Treffen mit Kim Jong-un

Fortsetzung vom gestrigen Schrieb!

Bis zu unserem vorgesehenen Stellplatz spazierten wir auf der Tartanbahn etwa 200 Meter entlang. Bereits während der ersten Meter ins Stadion, mit über 40 000 Zuschauern gefüllt, stellte ich fest, dass ungefähr fünf Windstärken wehten, optimal quer in Richtung der längsseitigen Zuschauertribünen. Sofort ließ ich mich zurückfallen und trottete als letzter hinterdrein. Da unsere Gruppe aus einer ungeraden Anzahl bestand, ward mir dann Freiheit nach alle Seiten beschert.
Was in dem Fall hieß, den Ring für die Seifenblasenlösung lediglich in das Behältnis tauchen und ihn anschließend nur hochhalten. Optimaler können die vielen Blasen nicht erzeugt werden. Keine 10 Meter von den ersten Zuschauern entfernt huschten sämtliche schillernden Teile direkt über die Köpfe, der kurzzeitig verblüfften Leute, die Tribüne hinauf.
Eben noch saßen Männchen und Weibchen, alle in schlichtem ernstfallgrün und blau gekleidet, wie Salzsäulen herum. Dabei freuten sich sämtliche Einheimischen immer schon ungemein, wenn sie meiner Ansichtig wurden, schon wegen der Zöpfe im Bart. Nun war aber alles zu spät, nach dem jemand versucht hatte, eine Blase zu fangen. Im gleichen Augenblick sprangen ringsumher die Leute auf und taten es ihm gleich, alles verbunden mit unbeschreiblich kreischenden Zurufen, aus johlend feixenden Gesichtern untereinander. Auf der gesamten Seite kamen mehrere tausend Einheimische zusammen, die sich plötzlich wie kleine Kinder gehen ließen. Nicht zufassen, lediglich mit Seifenblasen hatte ich den angesagten Drill total aufgebrochen
Mittlerweile registrierte jeder in meiner Meute, was der eigentlich Auslöser, jenes, sich unbeschreiblich fortsetzenden Chaos war. Nur das Küken, ein 16jähriger Knabe aus Bremen, dem die Oma den Trip gesponsert hatte, grinste, wie ein Erdalfrosch, der Rest schien absolut not amused!
Die paar Gruppen, welche bereits auf der Rasenfläche standen, mit Blick in Richtung der Tribüne, drehte sich nun um und fielen in die Lacherei mit ein, ebenso die uns noch folgenden Delegationen.
Ich kam mir plötzlich vor, wie der Zauberlehrling. Dachte mir aber im gleichen Augenblick, nun hast du etwas losgetreten, was du auch beenden musst, Kopf hoch und durch!
Zumal jedem bewusst schien, nicht verordneter Frohsinn und hemmungslose, fast grundlose Freude, ist weiß Gott nicht das Ding von ideologisch vernagelten Kommunisten. Nach den 200 Metern war mein erstes Pustfix endlich leer, das zweite ließ ich geflissentlich in meinem Parka…
Irgendwie erinnerte es mich alles an La Ola, die Leute, an denen ich bereits vorbei spaziert war, johlten und klatschten abschließend noch, dann saßen sie wieder leicht versteinert herum…
Schon frappierend, wie leicht man einen männergruppenerprobten, linkslastigen Spring-ins-Feld, immer wieder raus locken konnte. Ein Bremer Drachenhändler ritt auf ähnlich dusseliger Schiene, wollten damals partout nicht akzeptieren, was unter dem Spruch:„Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber“, zu verstehen ist… Weiterlesen