Archiv für den Tag: 20. Mai 2018

Wir brauchen eine Kultur der Zivilcourage

Der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein kritisiert eine sinkende Hemmschwelle bei Angriffen auf Juden und fordert beherztes Eingreifen.
Hatte letztens irgendwie registriert, dass ab sofort dergleichen wichtiger Posten in der Republik existieren soll. Heute gab es nun im TAGESSPIEGEL die erste Offenbarung vom taufrischen Eksperten auf einem Viertel der Titelseite und ganzseitig auf dem übernächsten Blatt.
Begann gelassen mit seinen recht netten Ausführungen, kurz darauf nur noch querlesend. Nach dem Umblättern wurde alles einfach überflogen, mir kam nämlich die Eingebung, es handele sich wieder um Gefälligkeitsjournalismus. Währenddessen überfiel mich ein ketzerischer Gedanke, wahrscheinlich stammte der gesamte Text vom Herrn Klein und die teilweise merkwürdigen Fragen beider Interviewer, wurden hinterher lediglich hineinmontiert…
Für mich stellt er genau den Scheff-Ober-Beauftragten dar, der zwar als eloquenter Troubadix mit einem Feigeblattkränzchen auf seinem Haupt, voll ins hilflose Gefüge jener vertrackten Situation passt, Hauptsache nett und politisch korrekt.
Was ist das überhaupt für eine Nase, der sich in seiner Selbstverliebtheit auf jenen Schleudersitz platzieren lässt? Bestimmt jemand, der seine Kontakte mit Ausländern, bei erlesenen Speisen und Getränken, nur in Luxusrestaurants pflegt, ansonsten die Basis zeitlebens nur aus irgendwelchen Elfenbeintürmchen mit einem umgedrehten Fernglas begutachtete.
Also das Netz bemüht, und musste feststellen, Herr Klein passt fach- und sachgerecht in meine Vorurteilsschublade. Nebenher war zu erfahren, das er promoviert wurde mit dem prickelnden Thema: „Eheschließung und Ehescheidung in Kamerun“ an der Universität St. Gallen. Mich interessiert allerdings nicht, ob damit die staatliche Sanktionierung von Zweierbeziehungen oder deren anschließende Trennungen währende der kurze Kolonialzeit des Deutschen Reiches gemeint waren…
(Hat VroniPlag seine Doktorarbeit eigentlich schon untersucht?)
Beneide ihn ja um die Kenntnisse in Französisch, Englisch, Italienisch und Spanisch. Nach dem Zeitungsartikel frage ich mich allerdings, wer soll davon eigentlich Nutznießer sein, wenn jemand zwar ohne Punkt und Komma gewählt redet, aber dabei nichts sagt?
Irgendwo meint WIKI: Seit März 2014 war Klein Sonderbeauftragter für Beziehungen zu jüdischen Organisationen und Antisemitismusfragen (Dies ist wieder typisch, zwar ewig Fragen stellen können, aber nie passende Antworten für dringende Probleme parat haben.) im Auswärtigen Amt. Im April 2017 kamen Experten und Politiker zu dem Schluss, dass es der Bevölkerung an Einsicht in das Problem des Antisemitismus fehle.(1) Als im Januar 2018 die Einführung der Position eines Antisemitismus-Beauftragten verabschiedet wurde, schlug der Zentralrat der Juden Klein vor. Sein Amt ist im Bundesinnenministerium angesiedelt. Klein will dazu beitragen, dass die Probleme des Antisemitismus deutlich sichtbarer werden(2). Er ist seit Mai 2018 im Amt.
(1) Wenn erst 72 Jahre nach Beendigung der industriemäßigen Vernichtung von Millionen Juden, Eksperten und Politiker zu jenem Schluss kamen – ich nun diesen ungemein kurzen Erkenntnisprozess mit der zweiten kosmischen Geschwindigkeit gleichsetze – kann sich jeder statistisch interessierte Zeitgenosse ausrechnen, dazu genügen sogar die Grundrechenarten, wie viel hunderte Generationen dazu bewegt werden müssen, um endlich mal das entsprechende Licht am Horizont zu erblicken…
(2) Herr Klein wird sich dazu bestimmt nicht auf einen nostalgischen Trip begeben, wie weiland Diogenes und im gleißenden Sonnenschein, mit einer blakenden Fackel in der Hand, die Probleme des Antisemitismus deutlich sichtbarer machen wollen. Heutzutage eignen sich als zusätzliche Lichtquelle eher Maglite-Mini-Flakscheinwerfer mit mehreren hundert Lumen Lichtausbeute! Weiterlesen