Archiv für den Tag: 10. Februar 2019

Seit gestern geht Tomi Ungerer nicht mehr einkaufen

Was soll man eigentlich über jenes weltmännische Schlitzohr noch ablassen?
Hatte zu Mauerzeiten, immer wieder irgendwo in der Republik, kleine und größere Ausstellungen mit seinen ganz unterschiedlichen Darstellungsweisen eingezogen. Will in dem Zusammenhang natürlich seine vielen Buchillustrationen erwähnen! Provokativ gab es für ganz bestimmte Leute dann auch das eine oder andere Druckwerk von ihm, was so machen, besonders *INNEN usw., oftmals sehr irritierend empfanden.
– Beglückte damit besonders verklemmte Hardcore-Frauenversteher und ähnlich orientierte Mädels mit violetten Latzhosen und fettigen Haaren – vollkommen klar, der Ungerer ist halt ein chauvinistischer Schmierfink! Ende der 1980er, setzte dann Doris Lerche noch einen drauf, mit ihrer unsolidarischen Art: Ich mach´s dir Mexikanisch! – Bunte Bilder aus dem Puff. ISBN 3-8218-1897-2
Eine witzige Begebenheit fällt mir noch ein, sie geschah in einem der Stahlbeton-Kunsttempeln, glaube in Düsseldorf war es. Anlässlich einer großen Ausstellung gab es in einem Nebengelass etwas vom edlen, nun verblichenen. Es ging um die Darstellungen vom Andockungsarten zweier Kopulierender in verschiedenen Stellungen, unter dem Thema(?), irgendwie auch „Kamasutra“.
Zu solchen lustigen Betrachtungsweisen, machte ich vorher immer ein Päuschen im Café, zog aber vorher noch ein Hörnchen ein. Anschließend gab es aus den Ohrenwärmer immer eine: The Best of Pink Floyd.
Oben traf ich auf ein tuschelndes Pärchen, von zwei händchenhaltenden jungen Männern, total vertieft in ihrem Gespräch. Weil die bildliche Präsentation im ersten Moment doch etwas gewöhnungsbedürftig rüberkam. Denn die hoppelden Individuen wurden jeweils nur abgedeckt durch ein sehr feines Textielgewebe, mit Hilfe eines gigantischen Faltenwurfs dargestellt und alle schwebten noch dazu im Raum.
Da schienen also Geister in menschlichen Formen zu bumsen.
Wobei mich der Stoff prompt an Leichentücher erinnerte. Der zeichnende Schelm – Honi soit qui mal y pense – wird sicher nicht davon ausgegangen sein, dass es sich ja bei einem lustvollen Fick, weit weg von jeglichen Gedanken der Zeugung einer Leibesfrucht, nebenher ja um den millionenfachen Massenmord der ejakulierten Flippies handelt…
Zumindest wird es der oberste Himmelkomiker in Rom so sehen?
Schließlich trafen sich unsere Blicke, „sagt mal, habt ihr gerade darüber gerätselt, ob es da ein Männchen und ein Weibchen treiben oder zwei Jungs vom anderen Stern?“
Nach kurzer Verblüffung, laut lachend die Antwort von einem: „Sehr interessant die Frage, aber letztlich liegt die Antwort in der entsprechend phantasievollen Interpretation des jeweiligen Betrachters!“

ÜBER HERRN MARXENGELS zum „FURZ“