Ein Stück Berliner Geschichte ist zurück

Ehe man solchen Kokolores veranstaltet, sollt man den „Interessenten“ vorweg erklären, weshalb gelbe, grüne, rote und schwarze Kleingeister alles so schnell wie möglich platt machen wollten und warum irgendwann sogar die Neobolschewisten auf den Zug aufsprangen! Immer vornweg Scharfmacher Landowsky mit seiner regierenden Marionette, die ich heute nur noch mit eingezogenem Kopf und hängenden Schultern, öfters im 1-EURO-Shop verschwinden sehe…

…Die einen erinnern sich an ihre wilde Studentenzeit in Kreuzberg, andere an ihre Angst vor „den Russen„. Das Mauerpanorama-Bild von Yadegar Asisi am Checkpoint Charlie ist eröffnet – und bewegt die Zuschauer – logisch, schließlich latschen Politspanner und Langweiler dort vorbei und ehemalige Ossis können endlich mal live erleben, wie schön diese lotrechten Autobahnteile auf unserer Seite aussahen. Sind diese Teile nun für alle wieder zum Taggen freigegeben? Darf die kommende „Mauerspechtgeneration“ bereits ihre Schnäbel wetzen?
Nach Claudia Kellers ländlicher Boulevard-Presse-Euphorie zu urteilen, verklickern in der Gegend findige Geschäftemacher auch schon Betroffenheitslarven…
Warum nun ausgerechnet David Ensikat in die gleiche Kerbe haut und sogar noch einen drauf gibt, das verstehe, wer will. Zumindest drück er nicht so auf die Tränendrüsen.
Bereits seit Monaten versuchen europäische Volksvertreter ohne Rücksicht auf Verluste, mit Steuergelder ihrer Untertanen den Aufbau wirtschaftlicher Wälle zu verhindern, in dem sie Banken mit immenser finanzieller Unterstützung am Leben halten und hier darf Yadegar Asisi solch ein bonbonfarbiges Nostalgiebauwerk aufstellen – sicher aus Styropor oder Rigips, vielleicht sogar mit Lauf- und Flackerlichtern versehen, nebst aller möglichen Werbebannern…
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Einmal lassen die Deppen alles abreißen, nun bauen sie es wieder auf, wie soll man das verstehen?
Handelt es sich bei dieser Aktion etwa um ein multikulturelles ABM-Programm?
Herr Namini scheint sich auf Plagiate spezialisiert zu haben, es begann mit seinen Panometern in Leipzig und Dresden. Gewaltige Panoramen sind eine alte Geschichte, aber in Ostdeutschen Gefilden begann damit Genosse Tübke, dessen Knechten den Innenraum, des extra dafür errichteten „Elephantenscheißhauses“, in der Nähe von Bad Frankenhausen bemalten.
Erinnert mich alles irgendwie an Zonenzeiten, damals existierte eine ungeschriebene Direktive: „Wir bauen auf, wir reißen nieder, erst schmeiß ´mers weg, dann such ´mers wieder – das schafft Arbeit immer wieder.“
Bildet sich nun ebenfalls eine Initiative, die für den Wiederaufbau vom „Ballast der Republik“ eintritt? Dann mal los, vielleicht wäre dieses Gebäude eher fertig als die Stahlbeton-Pyramide des Wilhelm von Humboldt-Boddien oder der neue Feldflughafen in Schönefeld…
Schmoren eigentlich schon irgendwo Pläne für den Wiederaufbau der Reichskanzlei?

Fußnote:
Mich wunderte in der Vergangenheit immer, dass niemals jemand auf die Idee kam und von den fast 100 englischen Landmeilen Grenze, die 40 Kilometer innerstädtischer „Mauer,  the Wall, la Mur“ in der Heiligen Schrift für streitsüchtigen Alkies verewigen zu lassen.
Wäre ich ein Mauerfetischist, würde ich an die Mexikanische Grenze oder nach Jerusalem düsen, in dem Nest könnte ich sogar Mauern von verschiedener Machart und unterschiedlichster Inanspruchnahme begutachten…

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