Tagesspiegel, S e x i s m u s – Es fühlte sich an, als würden wir uns auf einen Krieg vorbereiten

Was Weinsteins Sexualdelikte und Cheblis Empörung miteinander zu tun haben.
Ein Essay von Anna Sauerbrey
Beginne mit einer Episode vom 23. September, anlässlich eines Klassentreffens in Sangerhausen. Während einer Rauchpause hockte ich mit vier Mädels im Hof, der länger anhaltenden anfänglichen Cocktail-Small Talk bekam nach einem Stichwort aus der Runde, von mir eine plötzliche Wendung. Es ging darum, jemand*In machte den Einwurf, dass die Thälmann-Schule die verkommenste Schule im Ort war. Auf mein warum eigentlich? Merkwürdige Blicke und betretenes Schweigen. Kurz vorher war ich bereits durch mein phänomenales Namensgedächtnis, was Mitschüler der ersten Jahre betraf, aufgefallen. Nun kamen noch massenhaft, vollkommen vergessene Lehrer hinzu.
Ach ja, und der auch, und, und…
„Muss unbedingt noch etwas zu vielen Arschgeigen darunter ablassen, da ihr ja mit vielen der Namen nichts mehr verbinden könnt. Es ist sehr traurig, weil ihr scheinbar vergessen habt, was da teilweise für Dummköpfe, Idioten und Sadisten drunter waren. Hinzu kam, die meisten Typen waren Spiegeltrinker oder Vollblutalkis!“
Zu der entsprechenden Klassifizierung folgten von mir die entsprechenden Namen, nebst beiläufiges Nicken der Umsitzenden.
„Klaus hat noch etwas vergessen! Ihr könnt euch sicher auch nicht mehr daran erinnern, wer von den genannten Männern, bereits Ende der 7. Klasse begannen, ganz bestimmte Mädchen ewig zu betatschen?“
Es folgte wieder eine kurze Aufzählung, dann der Einwurf: „Ach, Leute, das liegt doch schon soweit zurück, irgendwann muss doch damit mal aufgehört werden!“ Logo, schließlich haben sie die ganze Scheiße bereits unvollständig verdrängt, allerdings vorher alle Erfahrungen, wie auch die ihrer Ahnen, längst an ihre Brut weitergegeben.
Nach den letzten Zügen verkrümelten sich alle und das Thema war für die verbliebene Zeit gestorben…
Wie es im Winzkreis endete, so läuft es weltweit ab.
Da wird sich auch zukünftig nichts ändern, bis auf die Tatsache, irgendwer nimmt jene Problematik mal wieder auf und die Medien bedrucken damit ihre Feigenblätter.
Nach dem Überflug Anna Sauerbrey´s Schrieb, musste ich lachen. Dann kam mir, jetzt hat Jennifer Fraczek ein neues Pseudonym! Hatte sie doch ende letzten Jahres bereits solch verklemmten Lacher unters Volk gebracht, er lautete: Schutz vor sexuellen Übergriffen: Das raten Experten
Wer solchen Eksperten über den Weg traut, der braucht zusätzlich keine Feinde zu fürchten und Frauen können Gewalttäter aller Gesellschaftsschicht seelenruhig walten lassen, denn sie sind ja ohne weitere fremde Hilfe selbst daran schuld.
Anna Sauerbrey wird bestimmt nach Worten bezahlt und ein Essay freilich noch besser entlohnt, da kann sie über ihren Verdienst bestimmt nicht meckern.
Dazu ein nicht besonders gelungenes Foto.
Einen solchen Essay unter dem Leitspruch rerum cognoscere causas finden bestimmt auch andere Leser mehr als peinlich.
Scheinbar ist dem vermeintlichen Emporkömmling eines Redakteurs überhaupt nicht bekannt, was einen Essay normalerweise ausmacht. Das Geschreibsel schrammte nicht nur an der Interpretation dieser eigentlich journalistische Darstellungsformen haarscharf vorbei, es versank irgendwo hinter dem Horizont.
Hier die brauchbare Erläuterung jenes Begriffes von WIKI.
Für mich wäre es endlich der Grund, wegen der ewigen immer seichter werdenden journalistischen Ergüsse, das verlängerte Wochenend-Abo dieser, mittlerweile zur Regierungspostille verkommenen Blattes, zu kündigen. Ich könnte vollends darauf verzichten, denn BZ und TAGESSPIEGEL werden täglich im Café überflogen und die Schefffin, um deren Abonnement es sich handelt, ersteht an den restlichen Wochentagen sowieso nur die BERLINER ZEITUNG, wegen ihres Größenformates und des kleinen dienstäglichen Fernsehprogramms…
Mich erinnerte Anna´s abgeliefertes Ergebnis allerdings an einen Schulaufsatz mit freier Themenwahl, um das schönste Wochenenderlebnis – Imposante Wanderung durch ein Medienjammertal
Bereits der erste Abschnitt lässt sehr tief blicken, um was für ein schreibendes Menschenkind es sich dabei handelt und welche Programme auf ihrer Festplatte fehlen. Beide Schilderungen mit 12 und 14 Jahren lasse ich gerade noch so durchgehen, mehr aber nicht!
Statt sich zu wehren, was sie natürlich niemals vermittelt bekam, immer die Schuld bei anderen suchen, ist folglich in solchen Fällen zwangsläufig und damit wird nichts geändert, am wenigsten bei den Leuten selbst, weil sie jenes Steckenpferdchen seit Kindheitstagen schon reiten. Allerdings befindet sich Madame in sehr, sehr guter Gesellschaft, denn wer sich nie wehrt, der lebt verkehrt!
Bin ich froh, die Prägung meiner Großeltern verinnerlicht zu haben. Wenn es nach den Vorstellungen ihrer Tochter gegangen wäre, aus mir hätte diese Frau auch so einen Krüppel gebogen. Zeit meines Lebens habe ich mich wie Eulenspiegel verhalten, wer mir vernünftig gegenübertrat, demjenigen gegenüber verhielt ich mich auch identisch, aber…
Meine Bedürfnisse wurden immer schon im Vorfeld angekündigt, das war die Chance für meine Umgebung, wenn sie es verstehen konnten.
Deshalb kam es recht selten dazu, dass etwas anbrannte, versuchte Erniedrigungen wurden prompt gekontert. Deshalb prügelte ich mich mit Lehrern, sogar mit dem Direktor der theoretischen Ausbildung während der Lehrzeit, gleichermaßen erhielten Vorgesetzte bei der Truppe physische Grenzen von mir gesetzt. Nach meiner Armeezeit wuchs aber die Erkenntnis, bei Auseinandersetzungen besonders mit dem roten Pack, kommt es viel besser, wenn man die Verachtung verbal ausdrückt. Mir waren in sämtlichen Fällen anschließende Konsequenzen meistens egal, weil die innere Befreiung mehr zählte.
Will nicht retour zu den gedruckten Sprechblasen, über die ich auch nicht mehr lachen will.
Habe seit meinem 15ten Lebensjahr die Erfahrung gemacht, da ging ich im Eingang unserer Platte dem Parteisekretär im ersten Stock an die Binde, weil ewig Hasenjagden mit Frau und Kindern veranstaltete und es mir total auf den Sack ging, wegen des Versorgungsschachtes im Haus. Denn es kam mir oft vor, als ob die Familie ihre Prügel in unserer Wohnung bezog. Fast alle Mitbewohner im Eingang waren damals gegen mich, sie begründeten es mit dem Hausfrieden, den ich stören würde…
Kann frisch, frei und fröhlich beteuern, jeglicher konträrer Einsatz meinerseits, wenn Gewalt in irgendeiner Form gegen Frauen stattfand, war es grundsätzlich die holde Weiblichkeit, die immer wieder beschönigend dagegen anging.
Kurz nach dem Mauerfall ließ ein guter Bekannter seine besondere Form von Erkenntnis mir gegenüber ab: „Das nächste mal heirate ich auf jeden Fall eine slawische Frau, die haben gegenüber unseren Weiber eine wesentlich höhere Leidensschwelle…“
Abschließend der Spruch des Tages: Ob Hure oder Königin, einer Frau begegnet man mit Respekt!

Hier noch ein Link, wegen eines so ähnlich bescheuerten Textes, allerdings vom Ende letzten Jahres: Köln´s OB(in) gab Pressekonferenz

 

Ein Gedanke zu „Tagesspiegel, S e x i s m u s – Es fühlte sich an, als würden wir uns auf einen Krieg vorbereiten

  1. Pingback: Nun hat es auch Dieter Wedel erwischt – egal was passierte, er hockt doch lediglich auf der Spitze eines Eisberges | Blogwart Zonenkl@u$

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.