„Wir fordern die Freiheit, aufdringlich werden zu dürfen“ – Dank an C. Deneuve und ihre vielen Mitstreiterinnen!

Es gleicht einer Sternstunde, dass sich endlich ein gestandenes Weibsbild, noch dazu eine Persönlichkeit ohne Fehl und Tadel, zu jenem Sachverhalt äußerte.
Las heute in irgendeiner Postille, dass sich die beiden Urheberinnen von #mE t00 darüber beschwerten, weil sie zum vergangenen Golden-Globes-Ringelpiez nicht eingeladen wurden, war aber schaaade!
Modele zum Abend in Hollywood noch einen Satz von Franz Werfel (Leider kennt den sowieso keine Sau mehr.) etwas um: „Das Wesen farbloser Mitläufer*Innen usw. besteht ja gerade darin, dass sie ohne jeglichen Charakter die jeweiligen Initiatorinnen spiegeln.“
Nun verrät Catherine Deneuve auch noch massenhaft ihre Geschlechtsgenossinnen, oh weiowei!
Bin ich froh, dass nicht Claudia Roth oder Petra Pau auf selbige Idee kamen. Ihr eventueller Einsatz hätte natürlich weiteren medialen Disputen lediglich den Boden vollständig entzogen! Möglicherweise haben sich beide nur deshalb aus dieser total zerredete Problematik herausgehalten, da sie aus eigener praktischer Erfahrung sowieso nicht mithalten könnten…
Was sicher nicht des Pudels Kern trifft, denn viele Politiker plaudern selbstverliebt und außergewöhnlich gern über Sachverhalte, von denen sie nur eins viel haben, nämlich wenig Ahnung!
Möchte hier kurz einige Schnurren ablassen, wie ich mit Anmachen von weiblicher Seite umging, die andere als sexistische Pöbeleien bezeichnen würden, was mir nie auffiel, im Gegenteil, von mir wurde alles entsprechend zurück gegeben und kein Deut entschärfter.
Als Eulenspiegel in allen Lebenslagen, fanden meine Retouren natürlich auf gleicher Ebene statt. Muss noch einfügen, ob es sich dabei lediglich um verbale Attacken oder des zusätzlichen körperlichen Einsatzes handelte, für beide Gegebenheiten muss auch immer die entsprechende Bereitschaft vorhanden sein, alles entweder zu akzeptieren oder sofort einen Riegel vorzuschieben und zwar hundertprozentig!
Kann mich aber nicht daran erinnern, dass es mir irgendwann mal in den Sinn kam, jemals die zweitgenannte Möglichkeit auch nur ansatzweise in Betracht zuziehen…
Für Sensibelchen waren viele Auswüchse allerdings nie etwas, solche Leute hatten dann aber auch für ewig ganz schlechte Karten.
Wenn ich mich im Nachhinein erinnere, welche beschissene Arbeit Rudel von Frauen im Dreischichtsystem erledigen mussten, z. B. Speichenfädlerinnen im MIFA-Werk oder in der Schoko, die Pralinenpackerinnen.
Da bekamen selbst primitivste sexuellen Anspielungen zwangsläufig eine zusätzlich Ventilfunktion.
Am Stausee Kelbra war es nicht anders, da gab es Regentage, wo sich während der Schicht niemand sehen ließ. Statt die biederen Hausfrauen an solchen Tagen, mit voller Bezahlung nachhause zu schicken, hockten alle die gesamte Zeit sinnlos ab. Wenn dann leicht gezecht wurde, hing auch ich als Quotenmännchen oft unter dem weiblichen Lohngesindel…
Dabei gab es für mich immer etwas zu tun, denn meine kleine Werkstatt war optimal ausgestattet. Konnte deshalb ewig Schweiß- oder Lackierarbeiten in der Schattenwirtschaft tätigen, außerdem wartete der Traktor ewig auf seinen Einsatz ebenso der kleine Vierseitenkipper.
Nebenher konnte mein Tonband sehr lautstark westlich dekadente Mucken plärren und ich musste mich deshalb an solchen Tagen nicht ewig von irgendwelchen roten Flachzangen anmachen lassen, die dort als Badegäste umherirrten…
Ansonsten war ich ewig am Spleißen für alle möglichen Schaukelarten, die mein Schefff in viele Kinderferienlager gut honoriert vertickte.
Im Moment fiel mir gerade mein letzter Deutschlehrer ein: „Klaus, du sollst doch beim Thema bleiben! Mach ansonsten zwei oder mehrere Geschichten draus!“
Schon klar, bin wiedermal mächtig abgedriftet, verbuche deshalb mein vorangegangenes Geschreibsel unter einer nicht ganz korrekten Einleitung!

Zehn Jahre später, 1983, begann eine ganz anders gelagerte Anmache, der ich mich ganz billig hätte entziehen können! Mir ging es mächtig auf den Zünder, weil irgendwelche Deppen an der Uni mich ewig mit Genosse anredeten, wegen meines Rauschebartes. Teilte deshalb den Gesichtskanten und flocht mir zwei Zöpfe.
Nun begannen ewig irgendwelche Frauen an den Teilen ungefragt herum zu zupfen, waren die einfach nur bekloppt? Ich ging ihnen doch auch nicht ewig an ihre Titten.
Wesentlich merkwürdiger war in jenen Tagen ein Erlebnis in Marienbad, in der Kneipe am Speedway-Stadion, wo wir uns öfters mit Freunden trafen. Zu meinem bisherigen Outfit kam eine eigenen Kreation von Pelzmütze hinzu. Das obere größere Lederkäppie ward ringsherum mit Pelz besetzt und hinten hing ein Wolfsschwanz herab. Irgendjemand ließ damals ab, „jetzt siehst du aus wie einer der Kosaken auf dem Gemälde von Repin, die dem türkischen Sultan gerade einen Brief schreiben.“ (Die Jungs waren noch richtige Kerle, man studiere deshalb den Inhalt jenes Schriftstückes! Was hätte Erdoğan eigentlich veranstaltet, wenn Böhmermann ihm diesen Text als Ballade gesandt hätte?)
Am späten Nachmittag enterte ich mit einem Kumpel die Kneipe, der Wirt kannte uns bereits, allerdings keiner von den acht oder neun Tschechen in Arbeitsklamotten, die um einen größeren Tisch hockten. Alle lachten natürlich lauthals auf, als sie mich gewahrten, nach der freundlichen Begrüßung wurde am Nachbartisch Platz genommen und dort harrten wir der anderen von uns.
Es dauerte ein Weilchen, bis alle eingetrudelt waren. Währenddessen ging es mit großen Pilsen zur Sache. Von den einheimischen Zechern versuchte sich hernach einer auf meine Kosten zu profilieren, ging´s auf die Toilette, erfolgten Anmachen nebst entsprechenden Zeichengebungen betreffs meiner Bartform. Zwischendurch begann eine Diskussion, ob es sich bei mir um einen Schwulen handeln würde. Irgendwann griff der Kneipier bei seinen Leuten – alle in unserem Alter – beschwichtigend ein. Aber ein Typ wollte sich nicht einholen, bis ein älterer Mann auftauchte, allerdings gelang es ihm auch nicht ganz, dass selbiger Suffkie endlich Ruhe gab.
Mittlerweile waren meine Bekannten eingetrudelt und von den Gästen alle vollkommen korrekt als Ossis und Wessis kategorisiert worden. Plötzlich stand der neu Gast an unserem Tisch und fragte in einwandfreiem Deutsch, ob er etwas bei uns sitzen könnte. Logo, alles natürlich verbunden mit verständnisvollen Blicken der Ostseite, der Alte ist von der Stasi!
Kurz darauf kam eine Frage, ob mich interessierte, was seine Landsleute über mich redeten. Mir war es in dem Moment eigentlich egal. Dann wollte er wissen, weshalb ich solch eine Barttracht bevorzugen würde und bat darum, es anschließend ins tschechische übersetzen zu dürfen. Kein Problem, wegen seines akkuraten Sprachverständnisses kam eine recht blöde Antwort, mit einleuchtender Erklärung, ungefähr so: Leben heißt kämpfen und weil ich permanent kämpfen muss, halte ich es mit der Tradition der Wikinger. Die in solch brenzligen Situationen dann ihre Haare und Bart immer zu Zöpfen flochten.
Mittlerweile war jenes Lokal recht gut besucht, hauptsächlich von Tschechen, die alle schon längere Zeit gespannt das ziemlich lautstarke Disput zwischen den beiden Tischen interessiert verfolgten. Nach der Übersetzung und einer ganz kurzen Verblüffung erfolgte kreischendes Gelächter. Nur der Stänkerer fiel nicht so herzlich mit ein, brüllte lallend aber in das abebbenden Lachen eine Frage, auf die Totenstille erfolgte, alles verbunden mit betretenen Gesichtern. Unser Dolmetscher wollte daraufhin nicht übersetzen, er entschuldigte sich für den angetrunkenen Landsmann und meinte, die Frage wäre sehr unhöflich gewesen, deshalb seine Reaktion.
Nun hatten wir seit längerer Zeit immer wieder den Begriff homosexual vernommen, dass sich alle Deutschen zusammenreimen konnten, worauf die geäußerte Neugier hinauslief, was ich auch meinem übersetzenden Nachbarn kund tat.
Da ging mir ein Licht auf, dem Mann war die entstandene Situation total peinlich.
Nun erhob ich mich und stellte die Frage in den Raum, ob nicht jemand anders übersetzen könnte. Dies wollte wiederum der bisherige Dolmetscher nicht aufsich sitzen lassen und zischte wütend im Dialekt etwas zum Nachbartisch. Schon anhand der Körpersprache wurde klar, der Typ wollte unbedingt eine Antwort.
In meinem Kopf ratterte es, wie erteile ich dem Suffkopp die entsprechende Antwort?
Alle stierten mich an, der Blick meiner Leute sagte mir, los Alter mach was richtiges draus!
Aber was?
Nebenher hatte ich auch noch den recht schwierig auszusprechenden Vornamen des Übersetzers vergessen.

Hilflos begann er mit vielen Umschreibungen die Frage zu erklären.
Meine Beistand verunsicherte ihn schließlich total.
Also, dein Landsmann will lediglich wissen ob ich homosexuell bin, ein Arschficker?
Immer noch Stille im Raum, die Kumpels gaben sich irritiert und nun begann eine langatmige Antwort, die ich aber unterbrach, wollte stattdessen den Namen von dem Eierkopp wissen und bat um eine Simultanübersetzung. Redete meinen Widerpart persönlich an, also, du brauchst keine Angst zu haben, ich bin kein Arschficker!
Plötzlich wusste ich eine passende Antwort. War mir aber absolut nicht sicher, ob ich hinterher nicht die Fresse poliert bekomme…
Weißt du was? Du gehst jetzt nach Hause, holst deine Frau, lieferst sie bei mir ab. Dann gehe ich mit ihr gemeinsam in die Datscha und sie wird dir morgen verraten, wie ich sexuell drauf bin!
Meine Gefolgschaft schaute mich in dem Augenblick sehr betreten an.
Die kurze Übersetzung lief ohne großartige Stockungen ab, musste wohl sehr genau gewesen sein, denn die gesamte Kneipenbesatzung brach nach dem letzten Wort in kreischendes Gelächter aus. Allerdings schien der neugierige Zeitgenosse nicht richtig zufrieden mit der Antwort, hinzu kam, dass seine Zechkumpane sofort begannen zu sticheln.
Unser Sprachmittler brachte anschließend alles vollständig ins Lot, indem er drei große Schnäpse bestellte und vor dem Anstoßen sich noch als Friedenstifter betätigte…
Bullshit! Die eigentliche Sache fehlt wieder, da ich ja Anmachen von fraulicher Seite schildern wollte…

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