{"id":10575,"date":"2010-12-07T21:42:39","date_gmt":"2010-12-07T20:42:39","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=10575"},"modified":"2010-12-08T01:54:46","modified_gmt":"2010-12-08T00:54:46","slug":"eine-geste-ohne-worte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=10575","title":{"rendered":"Eine Geste ohne Worte"},"content":{"rendered":"<p>Der <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/eine-geste-ohne-worte\/3591058.html\">Artikel<\/a> von Agnieszka Hreczuk auf Seite 3, des heutigen \u201eTAGESSPITZELs\u201c, betrifft ja mehr Beobachtungen und Empfindungen eines polnischen Augenzeugen, die von Mieczyslaw Tomala, der in jenen Tagen als Dolmetscher fungierte. Wobei Willis Kniefall nie als Mittel zum Zweck verkommt.<br \/>\nSchade, dass die junge Frau an einer entscheidenden Stelle klitterte: <em>\u2026\u201cDoch w\u00e4hrend die Geste in Deutschland f\u00fcr gro\u00dfe Aufregung sorgte, <\/em>blieben die Polen zur\u00fcckhaltend&#8230;\u201c Die gleichgeschaltenen Medien in der Zone allerdings auch.<br \/>\nWenn man dieser Tage nur von einem Aufschrei seitens der CDU\/CSU spricht, wird es der damaligen Situation nicht gerecht. 25 Jahre nach der \u201ebedingungslosen Kapitulation\u201c &#8211; nicht Befreiung &#8211; waren schlie\u00dflich fast alle Regierungsmitglieder noch lebhaft von der NS-Zeit gepr\u00e4gt. Bei weitem nicht nur als kleine R\u00e4dchen des Systems, es befanden sich auch eherne Schwungr\u00e4der der Bewegung darunter. Die nun als demokratisch gepr\u00e4gte Wendeh\u00e4lse, der 1. Generation dieser Spezies im noch geteilten Restreich, gezwungener Ma\u00dfen etwas zur\u00fcckhaltender agierten, schon wegen der neuen Verb\u00fcndeten. Wohlwissend, dass bei ihnen mittlerweile auch lange die Erkenntnis einherging, mit dem Deutschen Reich ein falsches Schwein geschlachtet zuhaben.<br \/>\nAngeh\u00f6rige zahlreicher Vertriebenenverb\u00e4nde waren in dieser Situation weniger zimperlich, da flippten s\u00e4mtliche Funktion\u00e4re richtiggehend aus. Gemeinsam mit rechten Gleichgesinnten traten sie eine Schmutzkampagne los, welche in ihrer respektlosen Art grenzenlos schien. Da wurde sogar seine uneheliche Geburt mit verwurstet und jene Tatsache, das er seinen Kampfnamen aus Zeiten im Untergrund beibehalten hatte.<!--more--><br \/>\n<strong>Walter Scheel in einem heutigen Interview bei \u201e<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/politik\/article11440013\/Deutschland-konnte-stolz-sein.html\">WELTONLINE<\/a>\u201c:<\/strong><br \/>\n<em>\u201eDie Stimmung war unglaublich emotionalisiert. Was haben wir damals f\u00fcr Schl\u00e4ge einstecken m\u00fcssen. Morddrohungen, Anfeindungen und schlimmste Vorw\u00fcrfe waren pl\u00f6tzlich Normalit\u00e4t. Gut, dass wir im Nachhinein in unserer Politik best\u00e4rkt und best\u00e4tigt wurden&#8230;\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Neben<\/em>fu\u00dfnote:<br \/>\nWas das Dritte Reich auf dem Gebiet der Zone betraf, wurde uns in der Grundschule bereits vermittelt, alle Nazis haben sich im Laufe der Jahre in den Westen verkr\u00fcmelt.<br \/>\nDabei konnte fast jeder irgendwann erleben, wie \u00c4ltere zu bestimmten Anl\u00e4ssen, ab einem gewissen Alkoholpegel und den entsprechenden Stichworten, zu Nazis mutierten. Jener Wandel machte auch vor Genossen der Dreigrammbewegung nicht halt.<br \/>\nBeil\u00e4ufig bekam ich so alle textlichen Highlights aus brauner \u00c4ra mit und h\u00e4tte jederzeit einstimmen k\u00f6nnen&#8230;<br \/>\n<strong>&#8211;<\/strong> Damals war f\u00fcr einige von uns w\u00e4hrend der Luftk\u00e4mpfe am Stammtisch klar, den Willi knipsen sie ab, jetzt war er zu weit gegangen. Zumal Monate vorher in Erfurt, von ihm bereits unerf\u00fcllbare Begehrlichkeiten geweckt wurden.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>Was lie\u00df der Stahlemann mit seinem angefrorenen L\u00e4cheln heute bei \u201eBILD\u201c ab?<br \/>\n<em>\u201eIch war damals 11 Jahre, als kleiner Junge hat mich das sehr bewegt, obwohl ich die ganze Aufregung nicht verstanden habe.\u201c Sein Vater, ein Sozialdemokrat, und seine Mutter, CDU-W\u00e4hlerin, seien \u00fcber die Politik Brandts nicht einig gewesen&#8230;<\/em>&#8221;<br \/>\nVermutlich ist in den letzten 40 Jahren kein gro\u00dfer Wandel in ihm vorgegangen. Es scheinen ihn auch heute noch viele Dinge sehr zu bewegen, und bei n\u00e4herer Betrachtung versteht er \u201edie ganze Aufregung nicht.\u201c<br \/>\nWie soll ich den letzten Satz nun wieder interpretiere?<br \/>\nPapa hat die Politik von Willi Brandt nicht akzeptieren k\u00f6nnen? Dann aber Mama, deshalb trat er als folgsames Mutters\u00f6hnchen der CDU bei.<br \/>\nNebenbei finde ich es von ihm respektlos, wenn er meint Kraft seines Amtes in irgendeiner Form seinem Drang Ausdruck zu verleihen, etwas zu der Geste im Einzelnen und zu Willi im Besonderen abzulassen.<br \/>\nSo etwas Aufgesetztes brauchen wir nun wirklich nicht.<br \/>\nHier erinnere ich noch an eine <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/bundespraesident-bedenkt-kind-rechtsextremer-eltern\/3588694.html\">Situation<\/a> die ihm besser zu Gesicht steht, weil er scheinbar nicht in der Lage ist, zwischen Moral und Gesetz unmissverst\u00e4ndlich zu unterscheiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Artikel von Agnieszka Hreczuk auf Seite 3, des heutigen \u201eTAGESSPITZELs\u201c, betrifft ja mehr Beobachtungen und Empfindungen eines polnischen Augenzeugen, die von Mieczyslaw Tomala, der in jenen Tagen als Dolmetscher fungierte. 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