{"id":10588,"date":"2010-12-08T20:27:31","date_gmt":"2010-12-08T19:27:31","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=10588"},"modified":"2010-12-08T20:27:31","modified_gmt":"2010-12-08T19:27:31","slug":"s-bahn-krise-hilft-der-gulle-trick-aus-hausmutterchens-rezeptbuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=10588","title":{"rendered":"S-Bahn-Krise: Hilft der G\u00fclle-Trick aus Hausm\u00fctterchens-Rezeptbuch?"},"content":{"rendered":"<p>Woll\u00fcstig bet\u00e4tige ich mich ja als jenes Kamel, das permanent Gras wegfrisst, was irgendwann \u00fcber eine Sache sprie\u00dft. Deshalb einige Anmerkungen zu diesem <a href=\"http:\/\/www.bz-berlin.de\/aktuell\/berlin\/s-bahn-krise-hilft-der-guelle-trick-article1056606.html\">Artikel<\/a>.<br \/>\nKlar ist die Tatsache, man hat die Einsparung von S-Bahnangestellten nach reinen Kosten\/Nutzenrechnungen m\u00e4chtig \u00fcbertrieben. Allerdings haben sich die Vorgehensweisen nicht ge\u00e4ndert, was den Einsatz von Menschenmaterial betrifft, da wurden lediglich die Ebenen verschoben. In vergangenen Zeiten erfolgten die Vorgaben von der Partei und die verantwortlichen lie\u00dfen sie umsetzen, heute hat diese Funktion der jung-dynamische BWL-ler \u00fcbernommen. Was deren Gef\u00fchl im Umgang mit Menschen angeht, sind solche Flachzangen \u00e4hnlich gepolt.<br \/>\nWas sich auch nicht ge\u00e4ndert hat, ist die Tatsache, dass die vier Jahreszeiten der gr\u00f6\u00dfte Feind von geregelten Abl\u00e4ufen war, manchmal wurde der Klassenfeind noch zus\u00e4tzlich herangezogen.<!--more-->L\u00e4uft heute ganz \u00e4hnlich, sie werden nun als Extremisten bezeichnet, vornweg nat\u00fcrlich die \u200f\u0627\u0644\u0642\u0627\u0639\u062f\u0629 [al\u00b4qa:\u0295\u026ada]&#8230;<br \/>\n<em>\u201eIn der DDR hat man schon vor dem Winter ordentlich vorgebeugt und geschmiert. Heute sind die Wartungsabst\u00e4nde viel zu lang. Es wird erst reagiert, wenn irgendwas bereits kaputt ist.\u201c<\/em><br \/>\nIst nat\u00fcrlich nicht ganz korrekt, schlie\u00dflich handelte es sich irgendwann um ein riesiges ABM-Programm, was im Osten ablief.<br \/>\n<em>\u201eEs gab mehr Kontrolle, mehr Werkst\u00e4tten und man hat alles getan, damit die Weichen nicht einfrieren. Sogar Schweineg\u00fclle dr\u00fcbergegossen.\u201c<\/em><br \/>\nNat\u00fcrlich, weil \u00fcberall diese Rotznasen der \u201eFDJot-Kontollposten\u201c herumschn\u00fcffelten, der Einsatz von Schweineg\u00fclle war mir nicht bekannt.<br \/>\nF\u00fcr das allerletzte Aufgebot griff die Partei stetig auf Bereitschaftspolizei und Volksarmee zur\u00fcck. Ebenso auf Myriaden von zwo-49ern und R-Fl\u00fcchtlingen aus Lagern wie Rassnitz, Black Pump, Volkstedt u.s.w., die mit Verg\u00fcnstigungen gek\u00f6dert, unter erb\u00e4rmlichen Zust\u00e4nden an Brennpunkten zum Einsatz kamen. Da ging es nicht nur um Weichen auftauen. In Sklavenarbeit wurde die angefroren Braunkohle mit Brechstangen herausgebrochen, aus den Waggons der Werksbahnen f\u00fcr Brikettbuden, den G\u00fcterwagen der Reichsbahn, so lange noch Binnenschifffahrt m\u00f6glich ebenso aus den K\u00e4hnen und anschlie\u00dfend mit Vorschlagh\u00e4mmern zerkleinert&#8230;<br \/>\n<em>\u201eFr\u00fcher hat man vieles durch Handarbeit erledigt. Es gab mehr Hausm\u00fctterchen-Rezepte, als Elektronik. Je mehr Technik es gibt, umso mehr Pannen passieren auch&#8230;\u201c<\/em><br \/>\nGegen Rezepte aus Omas Trickkiste ist nicht einzuwenden. Das mit der Elektronik erledigte sich in der Zone von selbst, schlie\u00dflich besa\u00dfen sie die gr\u00f6\u00dften Microchips der Welt&#8230;<br \/>\n<em>\u201eDamals hatten wir mehr Personal, in jeder S-Bahn gab\u2019s einen Schaffner und f\u00fcr den Winterdienst wurden extra Leute eingestellt. Die heutige S-Bahn spart nur an allen Ecken.\u201c<\/em><br \/>\nDas mit dem Schaffner halte ich f\u00fcr ein Ger\u00fccht. Zu Beginn der Ulbricht-\u00c4ra mag dies zutreffend gewesen sein. Da er ja viele Genossen abschoss, die sich anschlie\u00dfend in der Produktion bew\u00e4hren musste, wenn sie nicht vorher stiften gingen. Klar, es gab die \u201eVolkskontrolleure\u201c (ich wei\u00df nicht mehr, wie sie genau hie\u00dfen), scheintote Rentner, die sofort br\u00fcllend mit einem DIN-A5 Wisch in Klarsichtfolie herum wedelten. Mehrfach hochgezogen in S- und U-Bahn konnte ich durch Mithilfe anderer Passagiere immer fl\u00fcchten.<br \/>\nNat\u00fcrlich wurden Saisonkr\u00e4fte eingestellt, die meistens nach vier Wochen k\u00fcndigten, wenn sie ihre Miete f\u00fcr die n\u00e4chsten drei Monate drin hatten, bei 12 oder 15 Mark f\u00fcr eine kleine Zweizimmerwohnung im Prenzelgebirge, z. B. in der \u201eDunckerstrasse\u201c.<br \/>\n<em>\u201eDie Mitarbeiter haben damals einfach angepackt, wo Arbeit war. Ohne lange nachzudenken. Jetzt streitet man sich um die Zust\u00e4ndigkeiten bis Sommer ist.\u201c<\/em><br \/>\nLotti (86) lie\u00df das ab. In diesem Alter darf sie sich auf biologisch bedingte Vergesslichkeit berufen. Wie sehe es aber aus, wenn ihr jemand auf die Spr\u00fcnge helfen w\u00fcrde. Mit dem Anpacken lief es oft auf freiwilligen Zwang hinaus, mussten doch mehrheitlich die S-Bahnangestellten ideologisch gesehen, dunkelrot daherkommen, ohne Westverwandtschaft und ARD-Fernsehen nur, wenn am Fenster vor den Gardinen eine Leuchtstoffr\u00f6hre flackerte.<br \/>\nStreit um Zust\u00e4ndigkeiten gab es relativ selten, weil die Vorgaben immer eindeutig aus dem Politb\u00fcro kamen und wer wollte damals schon in die \u201e<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/print-welt\/article706627\/Mondaene_Luxuswohnungen_im_denkmalgeschuetzten_Rummelsburger_Knast.html\">Rummeline<\/a>\u201c?<br \/>\nPS. <span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Heute m\u00f6chte ich dort auch nicht eingesperrt sein, wegen der vielen Neureichen im Knast<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Woll\u00fcstig bet\u00e4tige ich mich ja als jenes Kamel, das permanent Gras wegfrisst, was irgendwann \u00fcber eine Sache sprie\u00dft. Deshalb einige Anmerkungen zu diesem Artikel. 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