{"id":14634,"date":"2011-10-18T22:53:14","date_gmt":"2011-10-18T21:53:14","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=14634"},"modified":"2022-06-09T16:32:56","modified_gmt":"2022-06-09T15:32:56","slug":"charles-edward-anderson-berry-18-oktober-1926-in-st-louis-missouri","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=14634","title":{"rendered":"Charles Edward Anderson Berry, * 18. Oktober 1926 in St. Louis, Missouri;"},"content":{"rendered":"<p>Montags ist meistens<strong> M\u00e4nnergruppe<\/strong>!<br \/>\nWir sind schon langen keine 100%ige mehr, denn seit vielen Jahren h\u00e4ngt auch eine Quotentante in unserer Runde herum.<br \/>\nAn jenem Tag wird gesoffen und gezockt &#8211; Doppelkopf &#8211; Andrews und ich sind seit September \u00b477 dabei.<br \/>\nEinige tauchten nach dem Mauerfall in den Weiten der Republik unter, mehrere haben sich unwiderruflich verkr\u00fcmelt&#8230;<br \/>\nAnfangs spielten wir jahrelang freitags ab 19 Uhr, bis es Schwierigkeiten bereitete, die Karten zuhalten&#8230;<br \/>\nObwohl ich damals an der Unit\u00e4t stupidierte, reichte es mir irgendwann, weil ewig die Wochenenden in Gefahr waren, denn am Samstag lagen immer irgendwelche Feten oder andere Vergn\u00fcgungen an.<br \/>\nSo kam es zu den Montagsspielen, was der Gesundheit auch etwas zu Gute kam&#8230;<\/p>\n<p><strong>&#8211; K<\/strong>urz vor der Geisterstunde gab ich mich gestern bereits inneren Betrachtungen hin, besa\u00df daf\u00fcr eigentlich auch die richtige Bettschwere. Sollte man meinen, nach anderthalb Flaschen Vino und einigen Klaren vorher.<br \/>\n10 vor sechs war die Nachtruhe schlagartig vorbei, nicht wegen geschlechtsspezifischer Malaisen, der Harndrang war mehr auf die Sauferei zur\u00fcckzuf\u00fchren. Au\u00dferdem reichen mir 5 bis 6 Stunden Schlaf. Vielleicht kommt langsam doch etwas &#8220;pr\u00e4senile Bettfl\u00fcchtigkeit\u201c hinzu&#8230;<br \/>\nNach dem Gang zum Einzylinder, hellwach, schaltete ich meinen winzigen Transistor ein, nahm mir den restlichen TAGESPITZEL vom Sonntag vor, l\u00f6ste anschlie\u00dfend beide Sudokus und pennte wieder ein.<br \/>\nEin schmerzhafter Traum lie\u00df mich kurz nach halb 8 wieder wach werden.<!--more--><br \/>\nAlle Filmsequenzen f\u00fchrten in die 50er Jahre &#8211; nach \u201e<a href=\"http:\/\/www.templin-info.de\/templin_ortsteile\/ahrensdorf\/ahrensdorf_feriensiedlung.htm\">Neu Afrika<\/a>\u201c &#8211; einem Kinderferienlager bei Templin, in Ahrensdorf. <em>(50\/60er, von der \u201eDeutschen Post\u201c sp\u00e4ter \u201eLeuna\u201c, ich war viermal dort.)<\/em><br \/>\nAm vorletzten Tag gab es immer ein riesiges Abschiedsfest mit entsprechenden Verkleidungen, Tanz und Gesellschaftsspielen, also richtiger Ringelpiez mit anfassen.<br \/>\nEs muss \u00b459 gewesen sein.<br \/>\nDas Fest fand im dortigen Palaverhaus statt, was sich entsprechend pr\u00e4sentierte, mit afrikanischem Interieur und ausgestopften K\u00f6pfen von Wildtieren, pers\u00f6nlich gekillt vom Gr\u00fcnder jener Anlage. Am grimmigsten sah der Nashornsch\u00e4del aus&#8230;<br \/>\nEhe unsere Verkleidung begann, musste gegabelt werden, dass vor der Nachtruhe alle Farbe wieder runter kam.<br \/>\nWir Bl\u00f6dmaxen haben uns dann penibel mit Ru\u00df geschw\u00e4rzt, sogar die Augenlider und Ohren. Unsere Erzieherin schminkte dazu riesige, knallrote Lippen, zu unser Ausr\u00fcstung geh\u00f6rten Speere aus Haselnussgerten, an denen h\u00f6lzerne Spitzen angebracht waren und selbst gefertigte R\u00f6ckchen aus Farnkraut.<br \/>\nZur Maskerade hie\u00df es auch, sich beim Tanzen entsprechend zu bewegen.<br \/>\nW\u00e4hrend eines Liedes, es lief an jenem Nachmittag mehrmals, flippten wir immer total aus, zur Gaudi aller Anwesenden, die um uns herum, jedes mal einen gro\u00dfen Kreis bildeten. Deren rhythmisches Klatschen, sowie deren Bewegungen taten das Ihrige.<br \/>\nDie Musik stammte auch von einem sehr schwarzen Zeitgenossen, einem Ami &#8211; es handelte sich um Chuck Berrys \u201e<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=T38v3-SSGcM\">Johnny B, Good<\/a>\u201c&#8230;<br \/>\nIn unserem Trance registrierte wir erst kurz vor Toressschluss, dass uns das Farnkraut die Schenkel nicht nur zerkratzt, sondern auch Schnittwunden zugef\u00fcgt hatte&#8230;<br \/>\nMein Freund Axel und ich bekamen sogar einen Preis f\u00fcr unsere Maskerade.<\/p>\n<p><strong>&#8211; D<\/strong>ieser gigantische <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johnny_B._Goode\">Hit<\/a> weckte mich kurz nach halb acht. Anschlie\u00dfend erfolgte noch der Hinweis, dass der Scheff heute seinen 85sten Geburtstag begeht.<br \/>\nWas hat mir seine Musik f\u00fcr einen \u00c4rger eingebracht, von diesem Stalinistenpack in der Zone.<br \/>\nIch bin sehr froh, dass ihn im Westen dann live erleben durfte.<br \/>\nHier beende ich meine Betrachtungen.<br \/>\nMir fielen zwischendurch noch mehrere Begebenheiten zu ihm ein, Situationskomik darunter, die einem sowieso keiner glaubt.<br \/>\nChuck!<br \/>\nHalte deine L\u00f6ffel steif!<br \/>\nZu seinem \u201eJ.B.G.\u201c, fand ich in der Tube einen Schnippel, sehr bezeichnend f\u00fcr die Zeit.<br \/>\nKein Wunder, dass jede bigotte Redneck-Mutti im Bible Belt ausflippte.<br \/>\nOlle Chuck tat mit seiner Klampfe und K\u00f6rpersprache genau das, was Vati mit Bestimmtheit nie tat &#8211; sich mal gehen lassen beim V\u00f6geln&#8230;<br \/>\nDie schnieken Jungs im Hintergrund <em>(1958)<\/em> erinnern mich an eine Situation in Halle <em>(1970)<\/em>.<br \/>\nVielleicht erinnert sich Nebel noch daran, wir gingen mit Mischa <em>(Er hatte es organisiert.)<\/em> zu einem Konzert von \u201eRenft\u201c.<br \/>\nSatt Anzug und Kulturstrick, wie die jungen Amis dort im Studio, hockte im Audimax dr\u00f6ge dreinschauendes Publikum in Blauhemden herum.<br \/>\nBei Chuck bewegen sich im Hintergrund wenigstens einige Leute zaghaft, in Halle kauerten nur verbl\u00f6dete Salzs\u00e4ulen herum&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montags ist meistens M\u00e4nnergruppe! Wir sind schon langen keine 100%ige mehr, denn seit vielen Jahren h\u00e4ngt auch eine Quotentante in unserer Runde herum. An jenem Tag wird gesoffen und gezockt &#8211; Doppelkopf &#8211; Andrews und ich sind seit September \u00b477 dabei. 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