{"id":14863,"date":"2011-10-29T23:16:42","date_gmt":"2011-10-29T22:16:42","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=14863"},"modified":"2024-05-15T09:15:17","modified_gmt":"2024-05-15T08:15:17","slug":"die-piraten-sender-in-der-nordsee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=14863","title":{"rendered":"DIE PIRATEN-sender in der Nordsee"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/medien\/piraten-1-0\/5753698.html\">High sein, frei sein, Radio muss dabei sein.<\/a><sup><span style=\"font-size: medium;\"><b>(1)<\/b><\/span><\/sup><br \/>\nAls ich mich f\u00fcr Radiotechnik zu interessieren begann, ging es n\u00e4chtens oft mit dem \u201e<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutscher_Soldatensender_935\">Deutschen Soldatensender<\/a>\u201c (23:30) los, schaltete dann um auf \u201eAFN-Frankfurt\u201c, besonder <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bA2m7KYqG5s\">Wolfman Jack<\/a> hatte es mir angetan &#8211; wegen Blues und Soul. Bei ihm h\u00f6rte ich auch erstmalig \u201e<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=71l85z2bXAs\">The Tamptations<\/a>\u201c, danach war alles zu sp\u00e4t, auf Jahre hinaus, bis in die heutigen Tage&#8230;<br \/>\nIn der Regel pennte ich mit \u201e<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=RY2IjUG8AHE&amp;feature=related\">Radio Veronica<\/a>\u201c ein. Sp\u00e4ter kam \u201e<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=yVooZKu9hx8\">Caroline<\/a>\u201c dazu, der mir wegen seiner \u201eBeatles\u201c-Lastigkeit\u201c nicht so lag. Allerdings waren die Vorab-Infos wichtig, denn jeder neue Titel lief gegen 20:45? nach dem Jingle: \u201eGeorge, John, Paul and Ringo!\u201c In der Anfangszeit der englischen und holl\u00e4ndischen Piratensender waren wir alle Platt \u00fcber deren chaotisch anmutenden Aufmachungen. Das Stakkato aller Wortbetr\u00e4ge der Moderatoren, ihrem Jaulen und Kreischen w\u00e4hrenddessen, dazu diese permanente Ger\u00e4uschkulisse aus ungewohnten T\u00f6nen, anomalen Melodien und exotischen Kl\u00e4ngen.<br \/>\nDas wars!<br \/>\n<strong>R<\/strong>adio Caroline 1964-89<br \/>\n<strong>R<\/strong>adio Scotland 1965-67<br \/>\n<strong>W<\/strong>onderful Radio London, genannt Big L 1964-67<br \/>\n<strong>R<\/strong>adio Veronica 1960-74<br \/>\n<strong>R<\/strong>adio Seagull<br \/>\nOpas Dampfradio ging dabei sang- und klanglos unter.<!--more--><\/p>\n<p>Am Besten lie\u00dfen sich diese Nordsee-Piraten-Stationen in Warnem\u00fcnde empfangen. Was allerdings auch oft von atmosph\u00e4rische Bedingungen abhing, die beste H\u00f6hrqualit\u00e4t dazu leider von ca. 22:00 bis 04:00 Uhr morgens.<br \/>\nMit\u00a0 AFN war dort oben nicht viel los, der Berliner Sender war zu schwach. Allerdings brachten die Skandinavischen Sender <sup><span style=\"font-size: medium;\"><b>(2) <\/b><\/span><\/sup>auch tolle Mucken und es gab ja noch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Radio_Free_Europe\">RFE<\/a> und man konnte immer zwischen drei Programmen w\u00e4hlen, mit ganz unterschiedlichen Mucken in polnisch, tschechisch und ungarisch. Gl\u00fccklicherweise lagen sie immer ganz dicht nebeneinander vom 16 bis zum 49m Band. Sendezeiten waren t\u00e4glich von 15:05 bis 18:00 Uhr und h\u00e4ufig wurden nur die Kurznachrichten blubbernd gest\u00f6rt. Dabei handelte es sich um einen guten Mix von total seichten Songs, bis hin zu w\u00fcstesten <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HdlfZ4213zM\">Rock \u00b4n Roll<\/a> und h\u00e4rtsten <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=1Ke8mzgex4U\">Beatkl\u00e4ngen<\/a>. 1964 kreischte Little Richard meinen damaligen Lieblingshit: <a href=\"https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-d&amp;q=bamalama+bamalu#fpstate=ive&amp;ip=1&amp;vld=cid:d608bcb6,vid:S6zseUcgw1E,st:0\">Bama Lama Bama Loo<\/a>, mindestens einmal am Nachmittag und dies geschah wochenlang. Herrlich, wenn man irgendwo abhing und manchmal mehrere Transitorwummen gleichzeitig jaulten&#8230;<br \/>\nWenn ich mir vorstelle, es konnte Anfang der 60er bereits geschehen, dass <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=AcARII3-0jk\">Little Richard<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=kkf3nk38DuE&amp;feature=related\">Chuck Berry <\/a>und <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BSvOGR3IxgI&amp;feature=related\">Elvis<\/a> zwischen den morgendlichen Werbesendungen auf \u201eHessen II\u201c \u00fcber den Sender gingen, da empfand ich den Ostschei\u00df bereits als Folter. Es gab noch eine Steigerung, wenn die Mutter meiner Schwester zu <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5e8biDyluZw\">Lutz Jahoda<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ES3I-ukHDqs\">B\u00e4rbel Wachholz<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ajBzicdPVgA\">Fred Frohberg<\/a> mitsang. Als Klavierspielerin war sie Gott sei Dank in der Lage korrekt zu tr\u00e4llern. Trotzdem&#8230;<br \/>\n&#8211; Was mich sehr wundert, sogar im Netz ist fast nichts \u00fcber \u201e<a href=\"http:\/\/radioseagull.com\/#home.html\">Radio Seagull<\/a>\u201c zu finden. Hier nur eine kleine Einspielung, mit einer Qualit\u00e4t, wie man ihn nie empfangen konnte&#8230;<\/p>\n<p><sup><span style=\"font-size: medium;\"><b>(1)<\/b><\/span><\/sup>\u00a0Der im Artikel erw\u00e4hnte Film: \u201e<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_sbr2iduTyQ\">Piratensender Powerplay<\/a>\u201c, war nocht nicht mal ansatzweise f\u00fcr mich stoned zu ertragen&#8230;<\/p>\n<p><sup><span style=\"font-size: medium;\"><b>(2)<\/b><\/span><\/sup><span style=\"font-size: medium;\">Im Warnem\u00fcnder Lehrlingswohnheim stand ich ewig unter besonderer Beobachtung. War ich doch der einzige Stift un\u00adseres Jahrgangs, als Nichtmitglied der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Freie_Deutsche_Jugend\">FDJ<\/a>. Weigerte mich standhaft in den Ju\u00adgendver\u00adband einzutreten, lehnte ebenso die Mitgliedschaft in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gesellschaft_f%C3%BCr_Deutsch-Sowjetische_Freundschaft\">DSF<\/a> ab und dies als Ableger eines dummroten Funktion\u00e4rstussie. Im Heim arbeitet auch noch ein widerliches Erzieherweibst\u00fcck, Frau Niemann kontrollierte in den Stuben oftmals die Radios, wo die Zeiger auf der Skala standen. Provokativ hatte ich auf meiner kleinen Kurz- und Mittelwellenm\u00f6hre einen kleinen Br\u00f6sel aus dem Lo\u00adcher angeklebt, wo sich <i>Radio Kopenhagen<\/i> befand. Hinzu kam, obwohl sogar im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nd\">ND<\/a>, dass Pro\u00adgramm von <i>Radio Stock\u00adholm<\/i> abgedruckt wurde, dieser Sender verboten ward. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Da half auch etwas sp\u00e4ter, zu meiner Zeit als Bereitschaftsbulle, keine Beschwerde im Stab. Im Ge\u00adgenteil, da kam dann sogar hinzu, dass <i>Radio Warschau<\/i> verboten wurde, weil man am Wochenende dort die amerikanische Hitparade lau\u00adschen konnte. Au\u00dferdem durfte der Radioempf\u00e4nger im Klub\u00adraum, nur von auserw\u00e4hlten Parteimitgliedern unter den Soldaten bedient werden, gleiches galt f\u00fcr die Glotze!\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"_mcePaste\" style=\"position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Als ich begann, mich f\u00fcr Radiotechnik zu interessieren, ging es n\u00e4chtens immer mit dem \u201eDeutschen Soldatensender\u201c (23:30) los, schaltete dann um auf \u201eAFN-Frankfurt\u201c &#8211; wegen Blues und Soul \u2013 in der Regel pennte ich mit \u201eRadio Veronica\u201c ein. Sp\u00e4ter kam \u201eCaroline\u201c dazu, der mir wegen seiner \u201eBeatles\u201c-Lastigkeit\u201c nicht so lag. Allerdings waren die Vorab-Infos wichtig, den jeder neue Titel lief gegen 20:45? nach dem Jingle: \u201eGeorge, John, Paul and Ringo!\u201c In der Anfangszeit der englischen und holl\u00e4ndischen Piratensender waren wir alle Platt \u00fcber deren chaotisch anmutenden Aufmachungen. Das Stakkato aller Wortbetr\u00e4ge der Moderatoren, ihrem Jaulen und Kreischen w\u00e4hrenddessen, dazu diese permanente Ger\u00e4uschkulisse aus ungewohnten T\u00f6nen, anomalen Melodien und exotischen Kl\u00e4ngen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Das wars!<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Radio Caroline 1964-89<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Radio Scotland 1965-67<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Wonderful Radio London, genannt Big L 1964-67<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Radio Veronica 1960-74<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Radio Seagull<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Opas Dampfradio ging dabei sang- und klanglos unter.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Wenn ich mir vorstelle, es konnte Anfang der 60er bereits geschehen, dass Little Richard, Chuck Berry und Elvis zwischen den morgendlichen Werbesendungen auf \u201eHessen II\u201c \u00fcber den Sender gingen, da empfand ich den Ostschei\u00df bereits als Folter. Es gab noch eine Steigerung, wenn die Mutter meiner Schwester zu Lutz Jahoda, B\u00e4rbel Wachholz oder Fred Frohberg mitsang. Als Klavierspielerin war sie Gott sei Dank in der Lage korrekt zu tr\u00e4llern. Trotzdem&#8230;<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">&#8211; Was mich sehr wundert, sogar im Netz ist fast nichts \u00fcber \u201eRadio Seagull\u201c zu finden. Hier nur eine kleine Einspielung, mit einer Qualit\u00e4t, wie man ihn nie empfangen konnte&#8230;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>High sein, frei sein, Radio muss dabei sein.(1) Als ich mich f\u00fcr Radiotechnik zu interessieren begann, ging es n\u00e4chtens oft mit dem \u201eDeutschen Soldatensender\u201c (23:30) los, schaltete dann um auf \u201eAFN-Frankfurt\u201c, besonder Wolfman Jack hatte es mir angetan &#8211; wegen Blues und Soul. 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