{"id":15909,"date":"2012-01-09T18:58:27","date_gmt":"2012-01-09T17:58:27","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=15909"},"modified":"2024-02-04T11:49:15","modified_gmt":"2024-02-04T10:49:15","slug":"freitag-6-1-%c2%b412-the-ruins-of-detroit%e2%80%9c-im-entsprechenden-ambiente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=15909","title":{"rendered":"Freitag, 6.1.\u00b412 &#8211; The Ruins of Detroit\u201c &#8211; im entsprechenden Ambiente"},"content":{"rendered":"<p>Wenn ich mich richtig erinnere, wurden im \u201e<a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/traum-vom-raum\/5871370.html\">Alten K\u00fchlhaus<\/a>\u201c fr\u00fcher mal \u201e<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Senatsreserve\">Senatsreserven<\/a>\u201c gebunkert, dann stand das Teile \u00fcber 20 Jahre einfach so herum. Nun ist man dabei diesen Klotz in einen Kulturtempel umzuwandeln, die Entkernung muss eine Heidenarbeit gewesen sein, bei der damals vorgegebenen Deckenbelastung.<a title=\"Unbenannt von zonenklaus bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/6658663525\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/farm8.staticflickr.com\/7165\/6658663525_225f422ba1_s.jpg\" alt=\"\" width=\"75\" height=\"75\" \/><\/a><br \/>\nJedenfalls korrespondieren Ausstellung und Innenraum optimal, diese Baustelle strahlt einen zus\u00e4tzlichen Charme aus. Die gro\u00dffl\u00e4chigen Photos belegen wieder einmal mehr, wie respekt- und r\u00fccksichtslos gewisse Kreise im Amiland Ressourcen und Umwelt handhaben, dies alles geschieht nur unter der Pr\u00e4misse von Kosten-Nutzenrechnungen. Wenn die Amis damals mit der gleichen Geschwindigkeit gebaut h\u00e4tten, wie es hier angesagt ist, sie w\u00e4ren niemals fertig geworden.<br \/>\nDeshalb konnten sie nebenher auch jede Menge Zeit f\u00fcr die k\u00fcnstlerische Gestaltung aufwenden.<br \/>\nIn unserem gelobten Lande schei\u00dft das Kapital oft witzlose Haufen aus verglasten Stahlbetonbunkern oder \u201emoderner\u201c Schie\u00dfschartenromanik\u201c <strong>(<\/strong><em>Etwas gr\u00f6\u00dfere Plagiate einstiger Wehrkirchen in der Altmark!<\/em><strong>)<\/strong> und 1% der Bausumme darf als \u201eKunst am Bau\u201c verplempert werden.<br \/>\nGeil kamen die Ansichten dieser einstmaligen Tempelanlagen aus fetten Dollarzeiten r\u00fcber! Sie hinterlie\u00dfen bei mir manchmal den Eindruck, als ob mit den Kameras Blicke in gigantische W\u00e4nste eingefangen wurden, von lange vergammelten Riesensaurieren, wo oft nur noch Skelette mit aasigen Hautfetzen \u00fcbriggeblieben waren.<br \/>\n<a title=\"Unbenannt von zonenklaus bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/6658663795\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/farm8.staticflickr.com\/7143\/6658663795_7403739386_s.jpg\" alt=\"\" width=\"75\" height=\"75\" \/><\/a>Ganz anders stellte sich das einzelne Piano dar, vielleicht sah es bereits am Ende einer 24-st\u00fcndigen\u00a0 Pianosession von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Fw7SBF-35Es\">Jerry Lee Lewis<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZVQV-1Fzl3w\">Little Richard<\/a> so aus&#8230;<br \/>\nAn einem Provisorischen Counter gab es so viele Kataloge, dass die Dame sie sogar verkaufen musste. Aus irgendeinem Grund erstand ich dann doch keinen, unter Umst\u00e4nden war der Preis das entscheidende Argument, 65 OI&#8230;<br \/>\nAnschlie\u00dfend endete der Abend im &#8220;Yorkschl\u00f6sschen&#8221;.<br \/>\n<strong><a href=\"http:\/\/www.kreuzberger-chronik.de\/chroniken\/2011\/\">Kreuzberger-Chronik<\/a><\/strong><br \/>\n<!--more-->In den letzten Jahren hatte ich mich in dem Laden etwas rar gemacht, trotzdem krallt er mich immer mal wieder, wie letztens geschehen. Recht ungew\u00f6hnlich kamen mir die Kl\u00e4nge an jenem Abend vor, es wurde in dieser Berliner Kneipe &#8211; Deutsch &#8211; gesungen. D<a title=\"Unbenannt von zonenklaus bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/6658667529\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/farm8.staticflickr.com\/7033\/6658667529_c8ae2fdeb5_s.jpg\" alt=\"\" width=\"75\" height=\"75\" \/><\/a>as <strong><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GQE-Cy0vaYY&amp;list=OLAK5uy_mjtcCVfQRbogitDSKoc6Lzz7VXNdFdwvc\">Robert Reckin Imperium<\/a> <\/strong>gab sich die Ehre, klasse Mucke! Der Gesang vom Boss l\u00e4sst sich stimmlich als gelungene Symbiose zwischen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=9KUtFnulZ4A\">Ernst Busch<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=l4XZWZ91kfc&amp;list=RDEMRmvyz97IM_zC6MC6oLoh1w&amp;index=29\">Tom Waits<\/a> ansiedeln.<br \/>\nWolf und meine Wenigkeit bekamen allerdings nicht allzu viel mit, denn wegen der Schnackerei hockten wir entweder im \u201eRaucherseparee\u201c oder in den hinteren R\u00e4umlichkeiten.<br \/>\nDie Gentrifizierung hat auch vor diesem Laden nicht halt gemacht, allerdings auf eine sehr angenehme Art &#8211; kein Wunder &#8211; bei dem Chief! Dies ist nur der jahrzehntelangen Best\u00e4ndigkeit von <a href=\"https:\/\/www.kreuzberger-chronik.de\/chroniken\/2005\/maerz\/mensch.html\"><strong>Olaf D\u00e4hmlow<\/strong> <\/a>zu verdanken!<br \/>\nSetze mal die <a href=\"https:\/\/www.yorckschloesschen.de\/livemusik\/\">Heimatseite<\/a> von der Kneipe rein, man kann ihr l\u00e4ngere Zeit st\u00f6bern. Noch etwa zu seiner<a href=\"https:\/\/www.yorckschloesschen.de\/essen-trinken\/\"> Speisekarte,<\/a> sie beinhalte keinen <em>5-Sternefra\u00df<\/em>, aber gleichbleibende, reelle Kost, wie ich sie bereits seit \u00fcber 40 Jahre sch\u00e4tze.<br \/>\nNoch etwas kommentarisches!<br \/>\nSeite 20 vermittelt nur ein ganz winzigen Eindruck der Musikszene, die sich dort bereits schaffte.<br \/>\nBei den Seiten 22 und 23 ist es \u00e4hnlich, au\u00dferdem hinkt da jemand mit der Statistik nach, es fehlen wiedermal mehrere Kreuzchen hinter einigen Namen.<br \/>\nNicht nur die die sorgf\u00e4ltig gekreuzten wecken immer wieder Erinnerungen, da k\u00f6nnte ich stundenlang dr\u00fcber erz\u00e4hlen.<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>D<\/strong>rei kurze Begebenheiten lasse ich noch einflie\u00dfen.<\/span><br \/>\n<strong>&#8211; Z<\/strong>u einer Zeit, als auf dem L\u00fctzowplatz noch die \u201eTaverne\u201c gleichen Namens stand, ein ziemlich gro\u00dffl\u00e4chiger Bretterbau, mit dem Charme einer Baubude aus Halle-Neustadt der sechziger Jahre, fanden dort ewig Rock\u00b4n Roll Mucken mit \u201e<a href=\"http:\/\/www.konzert-kalender.com\/jacky-and-his-strangers.html\">Jacky &amp; his Stragers<\/a>\u201c statt. Dort lernte ich gemeinsam mit Meggi M., irgendwann mal dieses alte Gitarrenfossil kennen, beim entsprechenden Stichwort lie\u00df er \u00f6fters einflie\u00dfen, das bei ihm die \u201eBeatles\u201c noch als Vorgruppe aufgetreten waren&#8230;<br \/>\n<strong>&#8211; N<\/strong>och etwas zu \u201eNulpen-Daggi&#8221;. Sie bewirtschafte Kneipe Nummer 2 vom Bermudadreieck f\u00fcr kiffende Alkies: <strong>Delirium, Nulpe, Yorkschl\u00f6sschen.<\/strong> Wobei man bei den beiden letztgenannten Destillen nur \u00fcber den Damm musste&#8230;<br \/>\nAnfang der neunziger hatte Daggi beschlossen ihr Leben freiwillig zur\u00fcckzugeben. Sie regelte vorher wirklich alles, bevor sie die Dienste von des Seilers Tochter in Anspruch nahm, sie dachte sogar an den Umtrunk zu ihrer Beerdigung, zehn Flaschen<em> Fernet Branca <\/em>f\u00fcr die anwesende Gemeinde, unter der Bedingung, dass ein Trompeter \u201e<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=zseV93TVIR0\">Ich hatt\u00b4einen Kameraden<\/a>\u201c tr\u00f6tete, alles sollte sehr lustig ablaufen. Sie hatte oben auf ihrer Wolke bestimmt Tr\u00e4nen gelacht.<br \/>\nAn ihrer Beisetzung nahm ich Weichei leider nicht teil, denn es sch\u00fcttete an jenem Morgen wirklich stundenlang Mistgabel.<br \/>\nIrgendwann wurden einige Leute recht \u00fcberm\u00fctig, als pl\u00f6tzlich die L\u00e4ngskante der Grube wegbrach und mehrere Trauende sich pl\u00f6tzlich im Grab wiederfanden und dies bei str\u00f6menden Regen und infernalischen Matsch&#8230;<br \/>\n<strong>&#8211; E<\/strong>in Bekannter hatte zu einer Mittwochsession im <em>Yorkschl\u00f6sschen<\/em> ein halbst\u00fcndiges Video <strong>(<\/strong><em>es existiert noch verm\u00fcllt bei mir, genauso wie stundenlange Mittschnitte<\/em><strong>)<\/strong> verzapft. An jenem Abend war dort die H\u00f6lle los, unser Truppe hockte auf dem ollen Kanapee ansonsten konnte in der Kneipe niemand umfallen. Bewundernswert waren nebenbei immer die Auftritte der Kellnerinnen, die mit vollgeladenen Tabletts sich den Weg bahnten mit lautem Trillergepfeife. Auch an dem Abend brachte <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=csTED87qIOk&amp;feature=related\">Ben \\&#8221;King\u201c Perkoff<\/a> den Laden wieder zum \u00fcberkochen, indem er mit dem Saxophon \u00fcber mehrere Tischen t\u00e4nzelte, um sich schlie\u00dflich auf unserem Tisch fast zuverausgaben&#8230;<br \/>\nEin paar Wochen sp\u00e4ter&#8230;<br \/>\nBen hielt sich wiedermal zu Hause auf und Decker sollte ihm dieses Vijo in San Francisco \u00fcbergeben. Was auch klappte. Irgendwann \u00e4u\u00dferte der Bote den Wunsch eine Zigarette einzupfeifen &#8211; nat\u00fcrlich au\u00dferhalb! Ben begab sich noch kurzfristig auf Toilette und folgte ihm und bekam vor der T\u00fcr einen m\u00e4chtigen Schreck, als Decker dort stehen sah. In der einen Hand das Bier, in der anderen der Glimmer. \u201eMann, Klaus! Du musst zwar drau\u00dfen rauchen, du darfst aber auf keinen Fall dein Bier mit raus nehmen, da kann der Wirt seine Konzession auf Jahre loswerden!\u201c<br \/>\nDiese Segnung werden wir auch bald haben&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich mich richtig erinnere, wurden im \u201eAlten K\u00fchlhaus\u201c fr\u00fcher mal \u201eSenatsreserven\u201c gebunkert, dann stand das Teile \u00fcber 20 Jahre einfach so herum. Nun ist man dabei diesen Klotz in einen Kulturtempel umzuwandeln, die Entkernung muss eine Heidenarbeit gewesen sein, bei der damals vorgegebenen Deckenbelastung. 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