{"id":16281,"date":"2012-02-05T17:26:09","date_gmt":"2012-02-05T16:26:09","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=16281"},"modified":"2018-05-07T17:48:20","modified_gmt":"2018-05-07T16:48:20","slug":"anfangs-sollten-es-nur-einige-satze-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=16281","title":{"rendered":"Anfangs sollten es nur einige S\u00e4tze werden,"},"content":{"rendered":"<p>da bestimmt nur wenige in \u201eBlumen bl\u00fchen auf Befehl\u201c die Zeitungsausschnitte lesen k\u00f6nnen, weil alle Zeitungsschnipsel in Frakturschrift vorliegen.<br \/>\n\u00c4hnliches betrifft sehr oft Dokumente in Museen und Ausstellungen.<br \/>\nImmer wieder kann jeder feststellen, dass ein Haufen Zeug pr\u00e4sentiert wird, welches neben Frakturschrift sogar in <a href=\"http:\/\/www.diaware.de\/html\/schrift.html\">S\u00fctterlin<\/a> abgefasst wurde.<br \/>\nWenn ich mit Freunden solche Sachen anschaue, stellte es f\u00fcr mich kein Problem dar die\u00a0\u00a0 \u00dcbersetzungen zuliefern. Oft habe ich aber dann zus\u00e4tzlich recht distanzloses Pack an der Backe kleben. Das Entziffern bereitet manchmal doch leichte Schwierigkeiten, wenn es sich um krakelige Schrift handelt und fremde Leute auch noch schnurrig werden, weil es ihnen zu lange dauert, dann ist aber alles zu sp\u00e4t. So geschehen vor zwei Jahren im DHM bei Hitler. Ich hackte entsprechend zur\u00fcck und ward wenigstens f\u00fcr kurze Zeit die Leute los.<\/p>\n<p>Ganz schlimm ist teilweise die eben angesprochen Situation im \u201ehochgelobten\u201c J\u00fcdischen Museum.<br \/>\nDort ist mir allerdings noch ein anderes Missgeschick widerfahren.<br \/>\n&#8211; Kurz vor Betreten des Objektes rauchte ich noch eine vorl\u00e4ufig letzte Zigarette und da fiel mir pl\u00f6tzlich ein, dass ich meine Weste h\u00e4tte zu Hause lassen sollen. Anna beruhigte mich, da es bestimmt Schr\u00e4nke g\u00e4be, wo man das Teil einschlie\u00dfen konnte &#8211; aber Anschiss.<br \/>\nVor uns mehrere Rudel von Schulklassen, vielen sah man an, dass sie keinen richtigen Bock hatten f\u00fcr einen stundenlangen Aufenthalt in den Ausstellungsr\u00e4umlichkeiten.<br \/>\nWarum bringen P\u00e4dagochen eigentlich niemals den Mut auf und befragen ihre Sch\u00fcler vorher, ob sie \u00fcberhaupt Interesse f\u00fcr solche Art von Schulausflug aufbringen w\u00fcrden?<br \/>\nGerade dort fragte ich mich mal wieder, was wird nun h\u00f6her bewertet, gruppendynamisches Verhalten gepaart mit geheucheltem Geschichtsinteresse oder der von oben verordnete\u00a0 Philosemitismus&#8230;<br \/>\nAuch diese Kids wurden hochnotpeinlich von den Sicherheitskr\u00e4ften kontrolliert.<br \/>\nEs w\u00e4re f\u00fcr uns besser gewesen, in dieser Situation beizudrehen.<br \/>\nAls wir endlich an der Reihe waren, konzentrierten sich alle auf die Weste. Wegen des Kindes unterdr\u00fcckte ich meinen anf\u00e4nglichen Groll. Kurz darauf hingen drei Security-Knechte an dem vor ihnen liegenden Corpus Delicti und die Kontrolle uferte vollkommen aus.<br \/>\nAls ich \u00e4u\u00dferte, dass mir dies alles zu viel sei und die Klamotte retour haben wollte um zu gehen, r\u00fcckten sie das Teil nicht sofort wieder raus, sondern schn\u00fcffelten weiter, bis alles peinlich genau untersucht hatten.<br \/>\nMeine abschlie\u00dfende Bemerkung lie\u00df ringsherum alle verstummen.<br \/>\n\u201eDanke f\u00fcr diese Erfahrung! Mir kam gerade das Gef\u00fchl auf, dass sie mich eben wie einen Pal\u00e4stinenser behandelt haben&#8230;\u201c<!--more--><\/p>\n<p>Wie gesagt es existiert dort viele Originale in Vitrinen. Bei den Papieren sind h\u00e4ufig die gedruckten Passagen in Frakturschrift gehalten und die handschriftlichen in S\u00fctterlin. Hinzu kommt oft die merkw\u00fcrdige Pr\u00e4sentation der Dokumente in tiefen, betonierten Schauk\u00e4sten im Mauerwerk, alles verglast mit fettem Sekurit und drinnen sind viele Teile weit nach hinten ausgestellt. Um alle einigerma\u00dfen betrachten zu k\u00f6nnen, br\u00e4uchte ich zuweilen mindestens drei Brillen mit verschiedenen Sehst\u00e4rken. Hinzu kommt die sparsame Ausleuchtung der Schriftst\u00fccke, da l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich nichts ver\u00e4ndern, wegen der Gefahr des Ausbleichens aller Papiere.<br \/>\nAllerdings stellt sich mir sofort die n\u00e4chste Frage. Aus welchem Grund sind Kuratoren ewig so geil auf Originale, zumal sie doch keiner lesen kann, sei es wegen der Schriftart oder den Sehschw\u00e4chen von Besuchern? Letztlich w\u00fcrden doch gut ausgeleuchtete Replikate vollends gen\u00fcgen.<br \/>\nBei einigen gro\u00dfen Ausstellungen, im alten Westberlin, wurde mir zugetragen wie die Vorbereitungen abliefen. Damals spielte Knete noch keine entscheidende Rolle, in Konkurrenz zu Ostberlin konnte aus T\u00f6pfen ohne Boden gesch\u00f6pft werden.<br \/>\nNach tagelangem Brainstorming lag lediglich die Erkenntnis vor, wie viele Quadratmeter Ausstellungst\u00fccke vorhanden waren und die Summe der vollzupappenden Fl\u00e4che an den W\u00e4nden, abz\u00fcglich der St\u00fccke f\u00fcr Vitrinen&#8230;<br \/>\nDann weiteres Brainstorming &#8211; zum Schluss kam in der Regel etwas vollkommen chaotisch heraus ohne den ber\u00fchmten Faden.<br \/>\nEigentlich kann ich mich nur an eine gro\u00dfe und sehr gelungenen Ausstellung erinnern (<em>alle meine Bekannten ebenso<\/em>), an &#8220;Pharaonen-D\u00e4mmerung&#8221; im Sommer 1991.<br \/>\nSicher wurde sie nur deshalb ein Volltreffer, weil zwei franz\u00f6sische \u201eLaien\u201c alles in ihre H\u00e4nde nahmen&#8230;<br \/>\nKommt hinzu, beide waren bestimmt Kiffer und keine Alkis!?<br \/>\nDie Vermutung lag nahe, wegen der Ger\u00e4uschuntermalung in den R\u00e4umlichkeiten &#8211; sie benutzten dazu \u201e<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DkrVnQSwatM\">Passion<\/a>\u201c von Peter Gabriel &#8211; eine geile Mucke zum Harzen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>da bestimmt nur wenige in \u201eBlumen bl\u00fchen auf Befehl\u201c die Zeitungsausschnitte lesen k\u00f6nnen, weil alle Zeitungsschnipsel in Frakturschrift vorliegen. \u00c4hnliches betrifft sehr oft Dokumente in Museen und Ausstellungen. 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