{"id":18585,"date":"2012-08-27T22:46:52","date_gmt":"2012-08-27T21:46:52","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=18585"},"modified":"2024-11-07T09:50:56","modified_gmt":"2024-11-07T08:50:56","slug":"pro-patria-sozi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=18585","title":{"rendered":"Pro Patria Sozi"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich auf Grund des heutigen<a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/pro-patria-sozi\/7057006.html\"> Artikels \u00fcber Fichter\/L\u00f6nnendonker<\/a> nur ganz kurz etwas ablassen, dann fiel mir aber noch eine Kleinigkeit ein, sie betraf einen Text von Nils Heinrich letztens vorgetragen, am 16. August, in der kalten Heimat.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Nils-1-\u00e4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-18591\" src=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Nils-1-\u00e4-150x69.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"69\" srcset=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Nils-1-\u00e4-150x69.jpg 150w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Nils-1-\u00e4-300x138.jpg 300w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Nils-1-\u00e4.jpg 616w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Leider verga\u00df ich, ihm noch an diesem Abend zu stecken, dass mir \u00e4hnliches widerfuhr, lediglich mehrere Jahrzehnte vorher im Pionierlager &#8211; \u201eSoja Kosmodemjanskaja\u201c &#8211; auf dem Hainfeld, bei Stolberg im Harz. Allerdings ward diese junge <em><a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/vor-50-jahren-gruendung-der-deutschen-kommunistischen-100.html\">DKP<\/a>isten-Brut<\/em> nie so lustig in Erinnerung geblieben, wie bei meinem j\u00fcngerer Landsmann. Was waren da f\u00fcr hirnamputierte Proletenablger darunter, mich interessierte jene Leute recht wenig. Zumal keiner richtig Skilaufen konnte und ich auch keinen Trieb versp\u00fcrte, es ihnen beizubringen&#8230;<br \/>\nSelbige Rattengesichter bestachen aber die dusseligen Ostler, zu allenm\u00f6glichen Anl\u00e4ssen, ewig mit <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Wrigley%27s_Spearmint\">Wrigley&#8217;s Spearmint chewing gum<\/a>.<br \/>\nZwei Jahre sp\u00e4ter hatte ich eine weitere Begegnung mit politisch geschulten Au\u00dferirdischen von der anderen Seite des Zauns und der Mauer, zu Pfingsten 1964, als 15-j\u00e4hriger auf dem damaligen <a href=\"https:\/\/www.jugendopposition.de\/node\/149966\"><em>FDJ-Vermehrungstreffen<\/em><\/a> in Ostberlin.<br \/>\nNach einen leichten Missgeschick, welches meiner Freundin und mir bei ihren Herbergseltern passierte &#8211; dieses j\u00fcngere Ehepaar wollte eigentlich die Feiertage auf ihrer Datscha verbringen. \u00dcberlegten es sich dann doch anders, kamen am fr\u00fchen Abend nach Hause und erwischten uns gemeinsam im <em>westlichen Schaumbad<\/em> in ihrer Wohnung.<br \/>\nRecht peinlich f\u00fcr uns beide, schlie\u00dflich konnten wir daf\u00fcr im Jugendwerkhof landen, wegen unseres damaligen Heimaufenthaltes. Die jungen Leute waren aber anderer Meinung und wollten die Situation f\u00fcr sich ausnutzen. W\u00e4re mir sehr recht gewesen, wenn alles gemeinsam in der Kiste geendet h\u00e4tte, aber meine Braut flippte total aus, nicht nur wegen ihrer eifers\u00fcchtigen Anwandlungen&#8230;<br \/>\nSo blieb es f\u00fcr mich nur bei wenigen kurzen Treffen mit ihr, zumal mir am Er\u00f6ffnungstag mein alter Spezi aus Ferienlagerzeiten \u00fcber den Weg gelaufen war. Anfangs zogen wir mit den Jusos herum, aber Axel meinte dann, \u201eMensch, die sind ja genauso bekloppt wie unsere geschulten Funktion\u00e4re! Die quatschen ein ja auch dumm und d\u00e4mlich, ohne dass man dabei etwas versteht&#8230;\u201c<br \/>\nWenn es f\u00fcr uns um Politik ging, waren dann nur noch Westberliner Kirchengruppen und studentische Rudel angesagt, allerdings keine <em>roten<\/em> Leute mehr darunter.<!--more--><br \/>\nDie sch\u00e4rfsten Kunden aus Wessiland liefen mir dann, Anfang 1969, kurz nach meiner Bereitschaftsbullenzeit \u00fcber den Weg, bei irgendwelchen Feten in Ostberlin. Witzigerweise wurde ich \u00f6fters von meinen Gastgebern verwarnt, wenn diese Leute bei mir aufliefen und sie von mir nicht gerade fein kontra bekamen, logisch, weil sie an ihren Besuchen partizipierten und f\u00fcr sie auch etwas abfiel. Deshalb lie\u00df ich mir trotzdem den Mund nicht verbieten.<br \/>\nDa tauchten die Genossen kurz vor 22 Uhr, mit einer s\u00e4chsischen Konsumnutte in den Armen bei solch illustren Feten auf, rissen in Windeseile jegliche Gespr\u00e4che respektlos an sich und wollten mich dabei agitieren, wie ich im Osten zu leben h\u00e4tte. Die meisten von ihnen mit dem bayerischen oder schw\u00e4bischen Idiom auf der Zunge. Hinzu kam, man diskutierte dann auch nicht mehr wie den Leuten der Schnabel gewachsen war, da wurde nicht mehr \u00fcber das t\u00e4gliche Leben gesprochen, in solchen Momenten begannen diese Linxwixer von der anderen Seite, z. B. \u201evisuelle Informationen\u201c ewig zu \u201everbalisieren\u201c, hinzu kam ihr \u00d6konomie-Chinesisch. Wobei sie damit immer wieder ihre tiefe Kluft zwischen Theorie und Praxis \u00fcbert\u00fcnchten. Als \u201ekleinb\u00fcrgerlicher Individualist\u201c konnte ich deren \u201eKlassenstandpunkt\u201c nat\u00fcrlich nicht begreifen&#8230;<br \/>\nKurz vor Mitternacht ebbten diese \u201ehilfreichen\u201c Diskussionen dann etwas ab, die Jungs zogen mit ihren Ischen in Richtung Tr\u00e4nenpalast, um kurz darauf wieder auf der Matte zustehen. Da sie kurz mal im Westen Luft holen mussten, den Zwangsumtausch erledigten und dann wieder einreisen durften.<br \/>\nGegen 2 \/ 3 Uhr morgens ebbten die \u201eGespr\u00e4che\u201c dann langsam ab, weil die Genossen pl\u00f6tzlich von M\u00fcdigkeit \u00fcbermannt wurden. Merkw\u00fcrdigerweise ging es den Br\u00e4uten oft nicht so, da gab es einen simplen Grund, solche Abende konnten sie in ihrer finstersten Provinz bekannterma\u00dfen nicht erleben &#8211; aber die Jungs wollten sich noch sexuell ausschei\u00dfen&#8230;<br \/>\nKlar, betroffene Wessis werden sich an jene Zeiten nicht erinnern k\u00f6nnen, logisch, wiederkehrende Normalit\u00e4t bleibt im Langzeitged\u00e4chtnis nicht haften, vielleicht hat so mancher Ossi aus meinem Bekanntenkreis noch nicht solche L\u00fccken in seinen grauen Zellen. Letztendlich ist es mir auch egal. Eigentlich gehen mir auch diese linkslastigen Nibelungen von Fichter\/L\u00f6nnendonker an meinem verl\u00e4ngerten R\u00fccken recht k\u00fchl vorbei.<br \/>\nWerde sie mir auch nie einziehen, weil bereits in der Rezension durchschimmert, dass es sich wahrscheinlich um im Schonwaschgang behandelte und weichgesp\u00fclte Nostalgieprodukte aus Bartwickelmaschienen handelt, deren Endlosschleifen von zerschlissenen Grundsatzdiskussionen lediglich \u00fcber gewisse Unzul\u00e4nglichkeiten der 68 (!?) hinwegt\u00e4uschen sollen.<br \/>\nOb T. Fichter und S. L\u00f6nnendonker \u00fcberhaupt registriert haben, dass es irgendwann mal sechzehn (16) lange Jahre der dicke Oggersheimer an der Macht war, <em>das Kanzler<\/em> Merkel nun bereits seit sieben (7) Jahren&#8230;<br \/>\nEinstweilen hat sich ja noch dieses merkw\u00fcrdige Zweiergestirn dazwischen gedr\u00e4ngt&#8230;<br \/>\nAlles schon vergessen, was sie dieser Republik angetan haben? Nicht nur in moralischer Hinsicht<br \/>\nSchleichend hat sich nebenher die Neonaziszene gefestigt und niemand aus dieser Ecke scheint es registriert zuhaben<br \/>\nJa, ja, die \u201eLinke\u201c! Sie ist immer mal wieder gut f\u00fcr perpetuierende Legendenbildung &#8211; siehe das \u201eaktive\u201c Rentnerduo Tilman F. und S. L\u00f6nnendonker.<br \/>\nDabei dachte ich immer, bei der SPD handelt es sich um eine Partei der Mitte, der linken Mitte.<br \/>\nVon welcher Seite muss denn der Betrachter dabei ausgehen?<br \/>\nWo bitte sch\u00f6n steht oder h\u00e4ngt diese Vereinigung heutzutage eigentlich?<br \/>\nUnter Umst\u00e4nden hat sie schon lange ihren Standpunkt vergessen, w\u00e4re doch m\u00f6glich, oder?<br \/>\nOb nun irgendetwas rechts oder links h\u00e4ngt, interessiert doch sowieso keine Sau mehr, zumindest politisch gesehen &#8211; eine Ausnahme macht auf jeden Fall der Herrenma\u00dfschneider!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich auf Grund des heutigen Artikels \u00fcber Fichter\/L\u00f6nnendonker nur ganz kurz etwas ablassen, dann fiel mir aber noch eine Kleinigkeit ein, sie betraf einen Text von Nils Heinrich letztens vorgetragen, am 16. August, in der kalten Heimat. 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