{"id":20513,"date":"2013-03-23T23:56:20","date_gmt":"2013-03-23T22:56:20","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=20513"},"modified":"2013-03-24T10:56:05","modified_gmt":"2013-03-24T09:56:05","slug":"die-uber-muttiiiiiiiiiiiis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=20513","title":{"rendered":"Die \u00dcber-Muttiiiiiiiiiiiis"},"content":{"rendered":"<p>Bereits Anfang der 80er des letzten Jahrhunderts begann ich in die Schublade zu masturbieren, schrieb Kurzgeschichten zu allen m\u00f6glichen Lebenslagen, notierte sofort Namen w\u00e4hrend des Filmabspanns in der Glotze oder im Kintopp und dazu jene damit verbundenen\u00a0 Stichworte zu den urpl\u00f6tzlich auftauchenden Erinnerungen&#8230;<br \/>\nTrat mehrfach, zu Anwandlungen von Depriphasen und dem Ausbruch uns\u00e4glicher Wut, meine Konvolute in die Tonne, was ich irgendwann aber unterlie\u00df. Schrieb weiter, sammelte, fing an mache Sachen in zeitlicher Reihenfolge zu ordnen, brachte aber letztlich niemals etwas in korrekt lesbare Fassungen. Gab ab und zu doch mal etwas weg an irgendwelche Klugschei\u00dfer, die letztlich zwar herum moserten, aber keiner lie\u00df sich tiefer darauf ein, besonders taten dies germanistisch vorbelastete Linxwixer. Wollte es aber an der sprachlichen Form zu keinen gro\u00dfartigen Ver\u00e4nderungen kommen lassen, immer wieder wurden auch faschistoide Tendenzen herausgepult. Jedenfalls fand sich niemand zum redigieren der Texte&#8230;<br \/>\nHinzu kam, bereits im Osten gab es ein Haufen Leute die meine Erlebnisse nicht nachvollziehen konnten. Dies lag sicher auch daran, dass ich damit nicht unbedingt hausieren ging. Au\u00dferdem hatten die meisten meiner Freunde und Bekannten in ihren Elternh\u00e4usern niemals vermittelt bekommen, hellwach und mit offenen Augen durch die Weltgeschichte zu spazieren.<br \/>\nSolche Defizite fand ich im Westen noch wesentlich ausgepr\u00e4gter, diese wurde allerdings kompensiert, in dem das \u201eklassenbewusste\u201c Rudel anderartige Erfahrungen von vornherein absolut nicht gelten lie\u00df, in der Regel noch nicht mal bereit war, einen mal aussprechen zu lassen&#8230;<br \/>\nWenn damals, \u00b470\/\u00b471,\u00a0 Sangersdorfer Freunde nach Monaten registrierten, dass in unserer zweieinhalb Zimmerwohnung irgendetwas schr\u00e4g lief, konnte meine lapidare Erkl\u00e4rung dazu nur ungl\u00e4ubiges Staunen erzeugen. Fast alle nach einem dreiviertel Jahr begannen die ganze Angelegenheit sogar noch spannend zu finden, allerdings nun gar nichts mehr rafften. Sich aber auf ihre Art ebenso daran gew\u00f6hnten, an die noch folgenden Zeiten. Ebendiese Situation konnte ich im Westen keinem klar machen, weil allein zum ansatzweisen Verstehens jegliche Phantasie fehlte.<br \/>\n<!--more-->Auf ca. 55 Quadratmetern lebten noch drei Personen mit denen ich kein Ton wechselte, Gro\u00dfmutter, ihre <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/mediathek\/index.php?display=1&amp;mode=play&amp;obj=35565\">Tochter <\/a>und meine Schwester &#8211; mit deren Mutter verkehrte ich \u00fcber ein Jahr nur schriftlich&#8230;<br \/>\nKeiner wollte glauben, dass in dieser Lebenslage mir alles recht easy vorkam, nach dem jahrelangen Psychoterror der vorher abging. Beginnend mit Mobbing von fast allen Mitsch\u00fclern plus Lehrern auf der einen Seite und teilweise auch in physische Qu\u00e4lerei ausartete. Zus\u00e4tzlich kam noch der Druck von meiner Erzeugerin hinzu, der ihr selbstverst\u00e4ndlich erschien. Denn letzten Endes gab es nur falsche Meinungen und jene wahrhaftigen der Partei, denen sie mit h\u00fcndischer Ergebenheit mit viel Lustgewinn erlag&#8230;<br \/>\nDie Leute hatten einfach Angst vor uns Ablegern eines stalinistischen Rotk\u00e4ppchens.<br \/>\nSchlimm gestaltete sich die ganze Angelegenheit, weil mein Gro\u00dfvater, unter dessen Fittichen ich oft Schutz fand, gerade in dieser Phase anfing geistig abzudriften und dann ziemlich schnell den ewigen Abflug machte.<br \/>\nMich begannen die lange anhaltenden Zust\u00e4nde hart zumachen <strong>{<\/strong><em>Wie sagte die Alte oft? Was nicht t\u00f6tet macht hart und ist gut f\u00fcr das weitere Leben &#8211; was schlie\u00dflich bei mir zutraf. Angeblich hatte sie diesen Spruch von Makarenko, ich fand ihn dort nie. Meine Schwester zahlt f\u00fcrchterlich drauf. Irgendwann funktionierte sie nur noch. Was ihr aber nie etwas n\u00fctzte, die kindlichen Torturen endeten erst in der sechsten oder siebenden Klasse, als ihr ein Typ aus der asozialsten Bagage des Viertels, einen Kleinpflasterstein an den Kopf warf und sie ohnm\u00e4chtig im Krankenhaus landete<\/em> <strong>(<\/strong><em>Die Altvorderen dieser Family litten unter einer Karnickelmentalit\u00e4t, allerdings verk\u00f6rperte die Horde auch den repr\u00e4sentativen Querschnitt der Bev\u00f6lkerung, angefangen vom Kleinkriminellen mit klebrigen Fingern bis hin zum Dummfick, der bei Stasi landete&#8230;<\/em><strong>)<\/strong>. &#8211; <em>Sp\u00e4ter lie\u00df sich Schwesterchen ewig mit M\u00e4nnern ein, denen sie nebenher auch noch als Punchingball diente&#8230;<\/em><strong>}<\/strong><\/p>\n<p>Muss nun endlich mal aus den Puschen kommen und etwas fertigstellen, jenes Geschreibsel, was vor \u00fcber zwanzig Jahren begonnen wurde und folgenderma\u00dfen beginnt:<\/p>\n<p><em>Kinder lieben anfangs ihre Eltern<br \/>\nWenn sie \u00e4lter werden beurteilen sie sie<br \/>\nBisweilen verzeihen sie ihnen<br \/>\nOskar Wilde<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em><strong>E<\/strong>in Brief von der Frau, die ich vor langer Zeit Mutter nannte und der kurz vorher erfolgte Einblick in die Machwerke der Firma, im M\u00e4rz 1992, waren der Ansto\u00df, mal zu reflektieren, warum eigentlich alles so gekommen ist&#8230;<\/em><\/p>\n<p>Im letzten Schuljahr machte mich nicht nur mein Mentor auf ganz bestimmte Zusammenh\u00e4nge aufmerksam, <em>die Meue<\/em> war kein gro\u00dfes Licht, aber die Stra\u00dfe und der Knast hatten ihn auf eine Art und Weise geformt, dass ich nachvollziehen konnte, weshalb seine gelebten Erkenntnisse so kontr\u00e4r zu dem standen, was alle anderen mir vermitteln wollten. Hinzu kam, dass ich durch meinen \u00fcberdurchschnittlichen Lesekonsum zu \u00e4hnlichen Einsichten kam.<br \/>\nVor \u00fcber vierzig Jahren vertrat Hansi bereits die Meinung, \u201edie Frauen, speziell die M\u00fctter machen uns kaputt und wir selber geben erst Ruhe, wenn wir an einer Alten kleben bleiben, die unbewusst der eigenen Mutter bis auf Haar gleicht!\u201c<br \/>\nBei mir war es etwas anders, da half scheinbar jene tiefe Verachtung die ich dieser Frau seit Kindheitstagen schon entgegenbrachte, deshalb peinigten mich auch niemals \u00f6dipale Anwandlungen.<br \/>\nIch wollte es nicht wahr haben und musste Meue irgendwann doch Recht geben.<br \/>\nWie oft baggerten Kumpels vollkommen witzlos eine K\u00e4the an bis hin zur Selbstverleugnung und rein ins l\u00e4cherliche. Klappte es nicht, war die n\u00e4chste dran &#8211; fast das Abbild der Vorg\u00e4ngerin.<br \/>\nKlar, die Jungs suchten nicht nur in einer Person die Geliebte, die Krankenschwester und Hure.<br \/>\nNeeee!<br \/>\nSie sollte auch noch der verlassenen Mami gleichen!<br \/>\n&#8230;alles Fotzen, au\u00dfer Mutti<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfnote:<\/strong><br \/>\nVor einigen Wochen kam es w\u00e4hrend unseres Doppelkopfspiels zu einem Gespr\u00e4ch \u00fcber Erziehung. Irgendwann uferte das Gequatsche aus, deshalb wollte ich weiterspielen, hatte bis dato nichts abgelassen und beendete die merkw\u00fcrdige Diskussion mit einem Spruch: \u201eLeute, ihr habt eins nicht geschnallt! Es sind n\u00e4mlich immer nur Frauen, welche letztendlich mit ihrer Art die Typen f\u00fcr den Rest des Lebens kaputtmachen&#8230;\u201c<br \/>\nDaraufhin kam vom weiblichen Viertel unserer Runde, \u201elass dies aber nicht ganz bestimmte Frauen h\u00f6ren!\u201c<br \/>\n\u201eMit meiner Auffassung ecke ich schon seit Jahrzehnten bei der holden Weiblichkeit an. Sehr lustig ging es immer zu den Zeiten her, als eine gewisses Klientel in violetten Latzhosen und fettigen Haaren umhersterzelte.\u201c<br \/>\nIch k\u00f6nnte noch weiter vom Leder ziehen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits Anfang der 80er des letzten Jahrhunderts begann ich in die Schublade zu masturbieren, schrieb Kurzgeschichten zu allen m\u00f6glichen Lebenslagen, notierte sofort Namen w\u00e4hrend des Filmabspanns in der Glotze oder im Kintopp und dazu jene damit verbundenen\u00a0 Stichworte zu den urpl\u00f6tzlich auftauchenden Erinnerungen&#8230; Trat mehrfach, zu Anwandlungen von Depriphasen und dem Ausbruch uns\u00e4glicher Wut, meine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-20513","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20513","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20513"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20513\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20525,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20513\/revisions\/20525"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}