{"id":21416,"date":"2013-06-25T23:36:59","date_gmt":"2013-06-25T22:36:59","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=21416"},"modified":"2024-09-16T11:10:55","modified_gmt":"2024-09-16T10:10:55","slug":"katastrophentourismus-uber-die-elbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=21416","title":{"rendered":"Katastrophentourismus \u00fcber die Elbe"},"content":{"rendered":"<p>Vom nordwestlichsten Zipfel Sachsen-Anhalts ging es heute in Richtung Stendal, traf aber dort meinen Kumpel nicht an.<br \/>\nDa sich in meinem Besitz immer noch keine Kommunikationsprothese befindet, war er auf die Schnelle dort auch nicht zu erreichen, denn fast alle Einrichtungen der Telekom wurden in der Ecke bereits in die Tonne getreten.<br \/>\nAlso ging es weiter in Richtung <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tangerm%C3%BCnde\">Tangerm\u00fcnde<\/a>, um s\u00fcdlich von Stendal auf der B188 \u00fcber die Elbe zu gelangen, obwohl auf s\u00e4mtlichen Ortshinweisschildern \u201eRathenow\u201c fett \u00fcberklebt war.<br \/>\nAb der neuen Br\u00fccke lief es die n\u00e4chsten elf Kilometer recht langsam vorw\u00e4rts, weil der Verkehr \u00f6fters einspurig mit Ampeln geregelt wurde.<br \/>\nDie ganze Zeit pfiff eine recht kalte Brise und nebenbei schiffte es nieselig.<br \/>\nNicht das optimale Wetter f\u00fcr Katastrophentourismus, deshalb schoss ich die Bilder lediglich aus dem Hirschlein heraus.<br \/>\n<a title=\"Stinkender S-Forst mit halb gefluteter Strasse von zonenklaus bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/9137704407\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/farm6.staticflickr.com\/5345\/9137704407_8c168d1b5d_s.jpg\" alt=\"Stinkender S-Forst mit halb gefluteter Strasse\" width=\"75\" height=\"75\" \/><\/a><br \/>\nN\u00f6rdlich von <a href=\"http:\/\/maps.google.de\/maps?gs_rn=18&amp;gs_ri=psy-ab&amp;pq=altmark&amp;cp=8&amp;gs_id=7p&amp;xhr=t&amp;bav=on.2,or.r_qf.&amp;biw=1280&amp;bih=612&amp;q=jerichow&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;hq=&amp;hnear=0x47af36b726e5991b:0x4236659f8074040,Jerichow&amp;gl=de&amp;sa=X&amp;ei=XPbJUZu4JoSgtAasrICoAw&amp;sqi=2&amp;ved=0CJIBELYD\">Fischbeck<\/a>, die zwei Kilometer durch den Sch\u00f6nhauser Forst, an Kabelitz vorbei, stank es infernalisch.<br \/>\nWer wissen will welche himmlischen Ger\u00fcche dort wehen, der sollte sich mal einen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heuaufguss\">Heuaufguss<\/a> herstellen, wenn er jenes Gebr\u00e4u nicht aus alten Grundschultagen her kennt. Der positiven Aspekt dieser stinkende Br\u00fche ist der, darin k\u00f6nnen sich noch nicht mal M\u00fccken entwickeln&#8230;<br \/>\nNebenbei will ich noch erw\u00e4hnen, dass es sich gerade bei dieser Gegend um eine sehr geschichtstr\u00e4chtige Region handelte &#8211; ist fast tausend Jahre her, allerdings bis hinein ins 19. Jahrhundert.<br \/>\nGebe mal einige Links f\u00fcr m\u00fc\u00dfigg\u00e4ngerische Interessenten. Jene Gegend ist ideal f\u00fcr Fahrradtouren, denn der Distrikt ist recht h\u00e4ufig platt und teilweise gut mir Radwegen erschlossen&#8230;<br \/>\nBeginne mal mit der <a href=\"http:\/\/www.google.de\/imgres?imgurl=http:\/\/www.schloss-neuenburg.de\/media\/images\/karte_strasse_der_romanik_gross.jpg&amp;imgrefurl=http:\/\/www.schloss-neuenburg.de\/Strasse-der-Romanik.html&amp;h=450&amp;w=640&amp;sz=73&amp;tbnid=pMt_8U160J9H3M:&amp;tbnh=90&amp;tbnw=128&amp;prev=\/search%3Fq%3Dstrasse%2Bder%2Bromanik%26tbm%3Disch%26tbo%3Du&amp;zoom=1&amp;q=strasse+der+romanik&amp;usg=__WHn2qjWqkhdfBwC8cooyf6pdhCc=&amp;docid=jLrgUeNVal_k4M&amp;sa=X&amp;ei=G_7JUd6XIoO6OIafgIgO&amp;ved=0CD4Q9QEwBA&amp;dur=763\">Stra\u00dfe der Romanik<\/a>, die weit nach S\u00fcden m\u00e4andert.<br \/>\nKann von mir behaupten, dass ich fast 100 pro, alle dort aufgef\u00fchrten Sehensw\u00fcrdigkeiten aus meinen Zonenzeiten her kenne.<br \/>\nDie Erkundungen begannen als Kind mit dem Gro\u00dfvater, der damals auch meine Neugier f\u00fcr historische Tatsachen weckte, durch Exkursionen und Literatur.<br \/>\nSp\u00e4ter, als Zonenhippie oder Kunde, im Stasijargon &#8211; \u201eAktiver Beatanh\u00e4nger\u201c<strong> (<\/strong><em>Was gar nicht den Tatsachen entsprach, ich war \u201eBlueser\u201c mit seinen vielf\u00e4ltigen schwarzen Varianten<\/em><strong>)<\/strong> &#8211; gelang es mir immer wieder, Bekannte f\u00fcr jedwede kulturellen Gegebenheiten zu begeistern. Diese Art von Manipulationen brachten mich bei dem ungebildeten Kommunisten- und Stasipack ewig in die Bredouille und die Mutter meiner Schwester fungierte dabei oft als der beste Helfer der Organe.<br \/>\nViele merkw\u00fcrdige Begebenheiten wurden sp\u00e4ter notiert, die mir im Osten noch nicht mal Arbeitskollegen abnahmen, im Westen dann, Linxwixer sie lediglich als antikommunistische Hetze einstuften &#8211; die D\u00e4D\u00e4Re galt ja als der bessere deutsche Staat&#8230;<br \/>\nNat\u00fcrlich provozierte ich bis zum get no und manchmal mussten dabei andere mit dran glauben. Wie anl\u00e4sslich einer 200 km Gewalttour in den Harz <strong>(<\/strong><em>ohne jegliches Training zuvor<\/em><strong>)<\/strong> mit Stoney und Pfeffi, von Freitag Abend bis Sonntag Nacht.<br \/>\nNach der Seilbahnabfahrt vom Hexentanzplatz gingen wir zum Spachtel in die Mitropa. Kaum Platz genommen, tauchte so ein merkw\u00fcrdige Nase im Dederon-Anorak auf und fragte, ob der vierte Stuhl noch frei w\u00e4re. \u201eKlar, nimm ihn und verpiss dich!\u201c<br \/>\nEr tat uns den Gefallen nicht, irgendwann hing er sich in unser Gespr\u00e4ch rein. Es lief darauf hinaus, was wir hier t\u00e4ten. \u201eWir gucken uns die Gegend an, weil wir nach dem Westen abhauen wollen.\u201c<br \/>\nDiese Arschgeige musste eine etwas gr\u00f6\u00dfere Fahndung ausgel\u00f6st haben, den Stunden sp\u00e4ter nahmen sie uns am Ortseingang von Quedlinburg hopp, es folgten stundenlange Verh\u00f6re. Schlie\u00dflich die Aufforderung sofort nach Sangerhausen retour d\u00fcsen und R\u00fcckmeldung bei der VP-Kreisdienststelle erstatten, was wir nat\u00fcrlich nicht taten&#8230;<br \/>\nAuf dem Weg nach Berlin zogen mich die Bullen bei Ziesar aus einem Westwagen, f\u00fchrten mich in Brandenburg zu. Dort ging es um ein Gest\u00e4ndnis, da ich nach dem Westen abhauen wollte &#8211; als Beweis galt meine merkw\u00fcrdig zusammengefaltete Autokarte, als Deckblatt war der Raum G\u00f6ttingen\/Hannover zusehen. Au\u00dferdem wollte mir die pfiffigen Genossen noch Spionage anh\u00e4ngen, da sich auf dem Kartenwerk Markierungen in der N\u00e4he von Truppen\u00fcbungspl\u00e4tzen befanden. Bis mir aufging was die Arschgeigen meinten. Irgendein Kreuzchen war nat\u00fcrlich immer in der N\u00e4he von irgendwelchen milit\u00e4rischen Objekten. Schlie\u00dflich war die Zone von Kasernen der Russen und der eigenen Armee \u00fcbers\u00e4t, hinzu kamen die Vielzahl von Truppen\u00fcbungspl\u00e4tzen und sonstigen geheimen Orten.<br \/>\nDabei handelte es sich bei den Markierungen lediglich um Scheunen und Strohschober mit entsprechenden Qualit\u00e4tsmerkmalen&#8230;<br \/>\nOder nach der F\u00fchrung auf der Wartburg begab sich das gr\u00f6\u00dfere Rudel mit Zech und Klampfe in dichtere waldige Gefilde und in der Gegend gibt es viel Wald &#8211; aber hinter den Bergen, bei den Zwergen, auch irgendwo die Grenze. Von Anfang an hatten wir wieder diese Dederon-Frommse am Arsch. Stundenlang hantierten sie mit ihren Teleobjektiven, beobachteten uns beim Plumpsack und wenn man mal kurz mit einer K\u00e4the, zum Entsaften im Unterholz verschwand&#8230;<br \/>\nVon weiteren Erlebnissen \u00e4hnlicher Art, z.B. an der Ostseek\u00fcste, will ich nicht weiter eingehen. Meine Liste von irgendwelchen merkw\u00fcrdigen Begebenheiten lie\u00dfe sich fast endlos fortsetzen, aber dies w\u00fcrde zu weit f\u00fchren, weil es ja eigentlich um etwas ganz anderes ging, n\u00e4mlich die Hinweise, welche die s\u00fcd\u00f6stliche Altmark betreffen.<!--more--><br \/>\n<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kloster_Jerichow\">Kloster Jerichow<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sch%C3%B6nhausen_%28Elbe%29\">Sch\u00f6nhausen<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wust_%28Wust-Fischbeck%29\">Wust <\/a><strong>(<\/strong><em>Dort wohnte ich mal \u00fcber ein Jahr<\/em><strong>)<\/strong>, nicht zu vergessen Tangerm\u00fcnde &#8211;<strong> (<\/strong><em>Gehe aber auch nicht auf meine damalige Arbeitsstelle ein<\/em><strong>)<\/strong>.<br \/>\nWill nur kurz noch einige Erg\u00e4nzungen zu WIKI geben.<br \/>\nDie dort erw\u00e4hnte Novelle Fontanes (\u201e<a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/4449\/1\">Grete Minde<\/a>\u201c) sollte man sich irgendwann als Urlaubslekt\u00fcre einpacken&#8230;<br \/>\n&#8211; Jetzt zum ausgehenden II.Weltkrieg.<br \/>\nWobei die vorzeitige Sprengung der relativ kleinen Auto- und Eisenbahnbr\u00fccke mit einem riesigen Vorteil f\u00fcr die Stadt behaftet war, da die letzten K\u00e4mpfe im Raum Fischbeck stattfanden. Wenn es Teilen der 12. Armee und den SS-Einheiten gelungen w\u00e4re, dort \u00fcberzusetzen, h\u00e4tte es nicht zu der kampflosen \u00dcbergabe an die Amerikaner kommen k\u00f6nnen, die entsprechend ihrer vorher abgeschlossenen Vertr\u00e4ge sowieso schon zu weit ins Feindesland gelatscht waren. Nur der Weitsicht des deutschen Stadtkommandanten ist es zu verdanken, dass dieser backsteingotische Marktflecken fast vollst\u00e4ndig erhalten blieb.<br \/>\nWenn man sich von der Fischbecker Seite zum Sonnenuntergang n\u00e4hert, dann gleicht die Silhouette fast einer Ansicht von Prag. Irgendwo habe ich noch analogen Photom\u00fcll, aufgenommen, als sich riesige Gewitterformationen hinter der Stadt auft\u00fcrmten und zwischendurch die Sonne blinzelt&#8230;<br \/>\nInteressant ist auch der Einfluss vom \u201eZuckermeyer\u201c im Rahmen der beginnenden Industrialisierung auf die Entwicklung von <a href=\"http:\/\/www.tangermuende.info\/tgmd\/seinerzeit\/seinerzeit.htm\">Tangerm\u00fcnde<\/a>, der keine tiefgr\u00fcndige Erw\u00e4hnung fand&#8230;<br \/>\nNun ist Schluss!<br \/>\nEhe ich es vergesse, weiter n\u00f6rdlich liegt <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Havelberg\">Havelberg<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom nordwestlichsten Zipfel Sachsen-Anhalts ging es heute in Richtung Stendal, traf aber dort meinen Kumpel nicht an. 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