{"id":21887,"date":"2013-08-11T23:30:48","date_gmt":"2013-08-11T22:30:48","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=21887"},"modified":"2023-06-23T11:51:48","modified_gmt":"2023-06-23T10:51:48","slug":"jedes-jahr-im-juni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=21887","title":{"rendered":"Jedes Jahr im Juni"},"content":{"rendered":"<p>Gestern setzte ich in meinem Geschreibsel \u00fcber \u201e<a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/guide\/de\/047270-000\/jedes-jahr-im-juni\">Jedes Jahr im Juni<\/a>\u201c ein Sternchen und verga\u00df die entsprechende Erl\u00e4uterung. Dazu muss ich mal wieder etwas ausholen&#8230;<br \/>\nOft fielen immer nur mir gewisse Kleinigkeiten in irgendwelchen Filmen auf, welche absolut nicht in bestimmte Szenen passten. Mittelalterliche Ritter mit Armbanduhren, Statisten aus selbiger Zeit mit Brillen oder Hochspannungsleitungen im Hintergrund. Noch schlimmer empfinde ich, wenn mit der Authentizit\u00e4t von Uniformen schludrig umgegangen wird. Oft in alten Ami-Schinken der Fall, wenn es um das III.Reich geht und dann zu beobachten ist, dass Wehrmachtsuniformen mehr den \u201eEhrenkleidern\u201c von Ostdeutschen Vopos glichen oder SS-Kluft an Reichsbahnuniform erinnerten. Abgesehen von geschichtlichen Zusammenh\u00e4ngen die aus den unterschiedlichsten Beweggr\u00fcnden einfach falsch dargestellt werden.<br \/>\nAusgerechnet gestern stolperte ich nach dem Einschalten \u00fcber zwei solche Klopse, wird sicher niemanden aufgefallen sein. Woher auch, weil fast niemand etwas damit in Bezug bringen w\u00fcrde, alles aber f\u00fcr die weitere Handlung im Film eine gewisse Bedeutung besa\u00df.<br \/>\nGab im Streifen einige Merkw\u00fcrdigkeiten die nicht zonenspezifisch her\u00fcberkamen, habe deshalb heute mal \u00fcber den Film gegoogelt, fand bei WIKI nebenher eine Kritik von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jedes_Jahr_im_Juni\">Harald Keller,<\/a> welche mir sehr entgegenkam.<br \/>\nVerstehe immer nicht, dass ewig Leute krampfhaft versuchen solche filmischen Situationen zu konstruieren. Interessenhalber schaute ich letztens bei \u201e<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unsere_M%C3%BCtter,_unsere_V%C3%A4ter\">Unsere M\u00fctter, unsere V\u00e4ter<\/a>\u201c rein, nach zehn Minuten war es f\u00fcr mich unertr\u00e4glich, auch beim nochmaligen Einschalten \u00e4nderte sich nichts, es blieb beim kruden Betroffenheitsd\u00fcnnschi\u00df.<br \/>\nIn meinem Leben sind mir so viel Menschen \u00fcber den Weg gelaufen, die genau beobachtete interessante Sachverhalten aus dem letzten Jahrhundert zum Besten gaben, schrecklicher Art, lustige Geschichten darunter, Situationskomik sogar auch aus den Kriegen dabei, Deutsch-deutsche Begebenheiten aus dem vollen Leben gegriffen, mit den unterschiedlichsten Lebensbetrachtungen und deren anschlie\u00dfenden Auseinandersetzungen nach dem Neubeginn, was haupts\u00e4chlich Wanderer von Ost nach West betraf, aber auch umgekehrt&#8230;<!--more--><br \/>\nUnd nun scheint es in zu sein, dass Jungwessis nun zeitgeschichtliche Quotenl\u00f6cher f\u00fcllen d\u00fcrfen. Leute von der Sorte, die w\u00e4hrend ihrer Schulzeit mal kurz die Nase durch die Mauer steckten &#8211; Ostberlin ganz schrecklich fanden und sich in Coca-Cola-Sektoren nachts nur die Kante gaben<strong>(*)<\/strong>, an den verbleibenden Stunden von ihren Le<em>e<\/em>rk\u00f6rpern zur Kultur gedr\u00e4ngt wurden und dann alles dr\u00f6ge an sich vorbeiziehen lie\u00dfen. Aber anschlie\u00dfend in den Schulen euphorische Erlebnisberichte niederschrieben &#8211;<br \/>\n<strong> &#8211; B<\/strong>eginne mal mit der Geldwechselgeschichte.<br \/>\nWeshalb sollte eine Tschechin polnisches Geld untermischen, bei gr\u00f6\u00dferen Summen h\u00e4tte es sich gelohnt. Jene Leute hatten auch nur die M\u00f6glichkeit ganz bestimmte festgelegte Mengen zu wechseln, au\u00dferdem knabberte die Umtauschgeb\u00fchr am Wert. Wegen der merkw\u00fcrdigen Warenstreuung gab es zwischen allen Ostblockstaaten immer jenen Einkaufstourismus, der permanent die andere Seite m\u00e4chtig nervte.<br \/>\nIm Tschechland gab es in den 70er\/80er Jahren lediglich das Problem mit den alten ung\u00fcltigen 500 Kronenscheinen. Ich gab meinen Leuten immer den Tip, bei Toilettenfeen der gro\u00dfen Hotels zu tauschen, h\u00e4ufig z\u00e4hlten die alle Scheine von selbst und einzeln vor. <strong>(<\/strong><em>Au\u00dferdem gibt es ganz leicht erlernbare Wechseltricks, selbige habe ich zu meiner illegalen Zeit in Polen auch mal an Bundesgermanen ausprobiert, dazu ben\u00f6tigt man keine zus\u00e4tzliches anderes Geld.<\/em><strong>)<\/strong><\/p>\n<p>Der E-Meister aus meinen \u201e<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Accumulatorenfabrik_Sonnenschein\">Sonnenschein<\/a>zeiten\u201c wollte mit seinen Freunden auch mal ein verl\u00e4ngertes Wochenende auf den Putz hauen. Vorher holte er bei mir Erkundigungen ein und keiner hielt sich an die Hinweise. Es begann schon damit, dass sie die \u00dcbernachtungen beim \u201eStasi-Ostblock-Reiseb\u00fcro\u201c in der Uhlandstra\u00dfe f\u00fcr ein Devisenhotel buchten, statt sich illegal f\u00fcr 5 Mark die Nacht, auf der Stra\u00dfe etwas suchten. Tauschten trotz meiner Warnung zur erhaltenen Unsumme aus dem Zwangsumtausch, gleich noch 200 DM in 500er, zum Kurs von eins zu 16, war das ein saugutes Gesch\u00e4ft!!!<br \/>\nWir mussten ja pro Tag 30 DM eins zu zw\u00f6lf wechseln, dies ergab t\u00e4glich 360 Kronen, wobei ein halber Liter Bier noch nicht mal 3,50 kostete&#8230;<br \/>\nHauten gleich den ersten Abend an der Hotelbar <strong>(<\/strong><em>Die waren immer arschteuer, ich wei\u00df es nur aus Erz\u00e4hlungen.<\/em><strong>)<\/strong> auf die Kacke, nebst den dort herumlungernden gewieften M\u00e4dels mit Schatten unter den Augen. Als es ans Bezahlen ging lachten ringsherum alle auf.<br \/>\nDann die Geschichte mit der Konversation in russischer Sprache, das ging ja nun gar nicht! Da habe ich aus dem Stegreif mehrere witzige Erlebnisse aus Polen, dem Tschechland und Ungarn parat.<br \/>\nSp\u00e4ter, als ich nicht mehr die Bahnsteigkarte f\u00fcr den Ostblock besa\u00df, akzeptierte man in den drei genannten L\u00e4ndern z\u00e4hneknirschend meine Russischkenntnisse&#8230;<\/p>\n<p><strong>(*)<\/strong> Diesmal will ich dass Sternchen nicht vergessen!<br \/>\nHabe irgendwo eine witzige Niederschrift versenkt \u00fcber einen Abend im Q-Dorf mit einer kleinen Abiturientin aus Wessiland. Herr G. hatte mich dazu \u00fcberredet, <em>es w\u00e4re der Laden, wo du ganz schnell Frischfleisch abstauben kannst.<\/em> Es stellte sich auch als wesentlich einfacher heraus als in den sogenannten Studentenkneipen oder auf einer Uni-Fete, denn in dem Touri-Keller hielten sich keine M\u00e4dels in violetten Latzhosen mit fettigen Haaren auf.<br \/>\nBis wir zu gegenseitigen Entsaften kamen, entwickelte sich alles schon urkomisch&#8230;<br \/>\nWill es kurz machen! Der Ausflug in ihren K\u00f6rper fand schlie\u00dflich in einem der Lifte vom Eurocenter statt, die Nummer gestaltete sich recht schwierig, da sie trotz beidseitiger unb\u00e4diger Geilheit im Stehen stattfinden musste&#8230;<br \/>\nBis Anfang der 80er konnte man jeden Aufzug zwischen den Geschossen von innen anhalten. Sp\u00e4ter war der Stop mit infernalischem Gebimmel auf den Etagen verbunden&#8230;<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfnote: <\/strong><a href=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=722\">IN DER GOLDENEN STADT \u2013 Ostern \u201879<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern setzte ich in meinem Geschreibsel \u00fcber \u201eJedes Jahr im Juni\u201c ein Sternchen und verga\u00df die entsprechende Erl\u00e4uterung. Dazu muss ich mal wieder etwas ausholen&#8230; Oft fielen immer nur mir gewisse Kleinigkeiten in irgendwelchen Filmen auf, welche absolut nicht in bestimmte Szenen passten. 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