{"id":22459,"date":"2013-10-02T23:44:51","date_gmt":"2013-10-02T22:44:51","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=22459"},"modified":"2013-10-03T06:52:15","modified_gmt":"2013-10-03T05:52:15","slug":"mein-sommer-88-wie-die-stars-die-ddr-rockten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=22459","title":{"rendered":"Mein Sommer &#8217;88 &#8211; Wie die Stars die DDR rockten"},"content":{"rendered":"<p>Gestern lief mal wieder eine witzige Doku in der Glotze, vom <a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/sommer88\/bruce-springsteen102.html\">Zonenjammersender<\/a> Co-produziert und ich bin nicht eingepennt. Sie zeigte eine <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=rcKXTd00BP8\">Sicht der Dinge<\/a>, die mir lange abhandengekommen war, denn bis zum Sommer \u00b488 hatte ich bereits 12 Jahre lang, wie ein Bl\u00f6der Popmucken im Westen konsumieren d\u00fcrfen. Manche meinten geh\u00e4ssig, dass Leute aus der Zonenprovinz lediglich nach Westberlin gingen, wegen ihrer masochistischen Ader, die sie im eingemauerten Zentrum Ostdeutschlands ausleben wollten&#8230;<br \/>\nDabei konnte man nirgends billiger auf diesem Planenten und in solch einer Artenvielfalt Musik einziehen, wie zu Mauerzeiten in den \u201eCoca-Cola-Sektoren\u201c der \u201eFrontstadt\u201c.<br \/>\nEiner der wichtigsten Gr\u00fcnde, im <em>freien<\/em> Teil Berlins ans\u00e4ssig zu werden, war gerade jene Art der freiwilligen Hinwendung zum \u201ewestlich dekadenten Lebensstil\u201c, vor denen mich dummrote Stalinisten immer bewahren wollten. Hatte mir dieses Pack doch schon gro\u00dfe Teile jene Hochphase der anglo-amerikanischer Popmusikexplosionen schlicht geklaut, als sie mich in den 1967\/68er Jahren, zum fr\u00fchestm\u00f6glichen Zeitpunkt in das \u201eEhrenkleid\u201c der Bereitschaftsbullerei steckten &#8211; statt <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/6143404373\/in\/set-72157627685719972\">M\u00e4cke<\/a> nun <em>kurzer milit\u00e4rischer<\/em> Wehrmachtstoppschnitt &#8211; in den anderthalb Jahren dauerhaften Abkotzens, hatte ich mich aber nicht unterkriegen lassen, im Gegenteil&#8230;<br \/>\nNach dem Mauerfall brach gerade in Westberlin ein gro\u00dfes St\u00fcck musikalischer Kultur schlicht weg. Ganz zu schweigen, als sich 1994 die Besatzer-Freunde verkr\u00fcmelten, auch noch ihren AFN und BFBS mitnahmen und die farbigen GI\u00b4s in den wenigen noch \u00fcbriggebliebenen Clubs riesige L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Heutzutage l\u00e4uft schwarze Musik und guter Pop nur noch in ganz wenigen Touristenl\u00e4den, Festivals sind fast ausgestorben. Hinzu kam in den letzten Jahren, dass kulturbolschwistische Blindfische aller Couleur, sich ewig in der Rolle von Schwanzlutschern des Kapitals gefielen und auch noch die, in wenigen Jahrzehnten gewachsene Clubkultur Gesamtberlins, fast ausnahmslos auf den Alt\u00e4ren, quatsch &#8211; auf den Schafotten der Spekulanten lustvoll opferten &#8211; ein Ende ist nicht abzusehen!<!--more--><br \/>\nMir ist es langsam sowieso egal, denn am Horizont dr\u00e4ut bereits meine biologische Endl\u00f6sung, deshalb reicht es mir auch, was den F\u00fchrerkult in riesigen Rudel auf popmusikalischen Reichsparteitagen angeht&#8230;<br \/>\nAb Mitte der \u00b490er Jahre konnte ich irgendwann registrieren, dass viele Bands nun Berlin links liegen lie\u00dfen, dass sich aber z.B. in Leipzig und Dresden, jene Popkultur in \u00fcberschaubaren Gr\u00f6\u00dfen, aber auf hohem Niveau etablierte, die dem hundeverschissenen Bundeshauptdorf durch eigenes Verschulden abhanden kam &#8211; \u201earm aber sexy\u201c ist auf Dauer letztlich nur etwas f\u00fcr Kleingeister&#8230;<\/p>\n<p>Will nur zu der Doku noch etwas ablassen.<br \/>\nNiemals hat es vorher solchen Massenauflauf w\u00e4hrend einer Pop-Veranstaltungen auf deutschen Boden gegeben, wie damals beim Boss in Wei\u00dfensee.<br \/>\nNur zwei solcher Events erlebte ich in dieser geilen Anlage &#8211; <a href=\"http:\/\/www.rockinberlin.de\/index.php?title=6._Juni_1990_Rolling_Stones\">1990<\/a> &#8211; mit den \u201eSteinen\u201c. Hinterher wurde jahrelang von mir etwas total falsch abgebucht, hatte ich doch ewig \u201eOlympiastadion\u201c und \u201eWei\u00dfensee\u201c mit zwei Tagen verkn\u00fcpft, sicher als Folge von Suff und Kiff.<br \/>\nIrgendwann d\u00e4mmerte es mir, denn im Stadion war letztmalig meine Freundin mit dabei, die anschlie\u00dfend nie wieder solche Massenaufl\u00e4ufe erleben wollte, wobei sich dieser Meinung mein alter Spezi Puffi nebst Tochter vorbehaltlos anschlossen.<br \/>\nZwei Monate sp\u00e4ter in <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/gudrunfromberlin\/sets\/72157629266288743\/\">Wei\u00dfensee <\/a>hatte ich am ersten Tag soviel Staub in den Augen und zwischen den Z\u00e4hnen, wie niemals vorher &#8211; 24 Stunden sp\u00e4ter war es zeitweise dann sehr matschig&#8230;<br \/>\nBei meinen Recherchen fiel mir auf, dass ich mein Kleinstarchiv versaubeutelt habe, Tickets und Artikel \u00fcber die Stones.<br \/>\nZur Auffrischung fand ich einiges im Netz, mit teilweise recht unvollst\u00e4ndigen Statistiken.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.lastfm.de\/music\/The+Rolling+Stones\/+events\/1982\">1982<\/a> fehlten das nachfolgende Konzert am 7. Juni in Hannover und das einen Tag sp\u00e4ter in der Berliner Waldb\u00fchne.<br \/>\nAu\u00dferdem hatte Fritz Rau nach UNSERER Auspfeifer-Orgie vom Sonntag, den 6., Maffay f\u00fcr den Rest der Tour eliminiert.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.lastfm.de\/music\/The+Rolling+Stones\/+events\/1990\">1990 <\/a>fehlt das Konzert im Berliner Olympiastadion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern lief mal wieder eine witzige Doku in der Glotze, vom Zonenjammersender Co-produziert und ich bin nicht eingepennt. Sie zeigte eine Sicht der Dinge, die mir lange abhandengekommen war, denn bis zum Sommer \u00b488 hatte ich bereits 12 Jahre lang, wie ein Bl\u00f6der Popmucken im Westen konsumieren d\u00fcrfen. 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