{"id":2254,"date":"2009-02-15T13:09:22","date_gmt":"2009-02-15T12:09:22","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=2254"},"modified":"2024-10-10T09:29:46","modified_gmt":"2024-10-10T08:29:46","slug":"es-gab-keinen-sex-im-sozialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=2254","title":{"rendered":"&#8220;Es gab keinen Sex im Sozialismus&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Nicht jener ungewollte Einsturz der lotrechten Autobahn quer durch Berlin, animierte mich zu dem folgenden Geschreibsel, sondern Kaminers neuestes Werk.<em> (wg.\u00a0 <a href=\"http:\/\/kapuziner.twoday.net\/\">Kapuziner<\/a>)<\/em><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.wladimirkaminer.de\/\">Wladimir<\/a> sollte diese Behauptung nicht zu laut in die Welt posaunen, sonst glauben es viele Wessis auch noch. Wobei die (der) Pfeife(r) aus Hannover in seinem Selbstverst\u00e4ndnis als Sozial<em>p\u00fcchologe<\/em> und \u00a7\u00a7-Komiker, <em>seiner These der fr\u00fchkindlichen Nachttopffolter im Osten<\/em>, noch die hinzuf\u00fcgt &#8211; nat\u00fcrlich wissenschaftlich begr\u00fcndet &#8211; dass es sich bei den beklagenswerten <em>armen Br\u00fcdern und Schwestern<\/em> im Osten, dem<em> Homo Sapiens Sozialismusiensis<\/em>, um Windbefruchter handelte<strong>!<\/strong><br \/>\nZu jener Zeit, als ein Lustmolch namens: <em>Oswald Kolle<\/em> durch die Bundesgermanischen Gefilde tingelte und seinen Landleuten zu erkl\u00e4ren versuchte, dass man vom <em>Wixen<\/em> keinen Buckel bekommt, gab es \u00f6stlich der Elbe schon ein anderes Verst\u00e4ndnis, was den Sex anging.<br \/>\nSo mancher\u00a0<strong>68er-<\/strong><strong>Altgenosse<\/strong> <strong>(<\/strong><em>Wenn er nicht alles verdr\u00e4ngt hat<\/em><strong>) <\/strong>mit Bayerischen oder Schw\u00e4bischen Idiom auf der Zunge, k\u00f6nnte mir dem sicher beipflichten! Der neben seinem <em>Klassenkampf <\/em>als<em> chronisch unterv\u00f6gelter Saisonrevoluzzer<\/em>, nach den dr\u00f6gen KAPITALKURSEN im <em>freien Teil von Berlin<\/em>, sich zu entsprechenden Ausgleich, nebenher zur Spermatherapie eine <em>Konsumnutte<\/em> in Ostberlin hielt&#8230; <strong>(<\/strong><em>Ich wei\u00df, wo von ich rede!<\/em><strong>)<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><strong>Etwas aus der kalten Heimat<\/strong> <strong>(<\/strong><em>Anfang der 1970er<\/em><strong>)<\/strong><br \/>\nWurde man G\u00fcnni auf der Stra\u00dfe ansichtig, befand er sich auf Pirsch. St\u00e4ndig von Stangenfieber geplagt, gab es als Therapie nur das Raus und Reinspiel. Eben noch schnackte man mit ihm, wobei er unruhig umherschaute, da kam: \u201eTschuldige mal kurz!&#8221;, schon befand sich eine Kirsche im Visier und er machte sich augenblicklich in deren Richtung von dannen. Kam der alte Bock darauf hin nicht wieder zur\u00fcck, lag das Opfer schon so gut wie flach, in seiner Bude, die er bei Oma bewohnte.<br \/>\nTauchte irgendwo ein Rockzipfel auf, hing er flugs dran. Kehrte G\u00fcnter mit leuchtenden Augen zur\u00fcck, schien f\u00fcr sp\u00e4ter alles klar. Stand er aber ohne Regung anschlie\u00dfend wieder neben einem, war er aufgelaufen. Dauernd wiederholte sich dieses Spielchen. F\u00fcr mich war es immer sehr lustig ihn dabei zu beobachten. Wenn dieser spacke Typ bei einem M\u00e4del stand oder nebenher lief, fummelte er st\u00e4ndig vor seiner Fressleiste herum, wegen panischer Angst vorm Zahnarzt, zierte sie die Skyline von Manhattan.<br \/>\nG\u00fcnni war nicht nur Sexbesessen, sondern litt auch noch unter einer anderen Macke. Ohne Notenkenntnis spielte er brillant Gitarre und trommelte hervorragend, aber immerfort von den Organen drangsaliert. Permanent mit \u00f6ffentlichem Spielverbot belegt, nahm er jede sich nur bietende M\u00f6glichkeit wahr, sein K\u00f6nnen unter Beweis zu stellen. Eigentlich Linksh\u00e4nder, sah es urkomisch aus, wenn er sich an einer normal gestimmten Klampfe verging. Da kam das Gef\u00fchl auf, ein Spastiker schaffte sich an dem Instrument, der dabei die unm\u00f6glichsten Harmonien griff und dies stelle man sich bei Chuck-Berry-Riffs vor.<br \/>\nEs schienen die einzigen beiden Dinge in seinem Leben zu sein, die er perfekt beherrschte: Gitarrenspielen und die V\u00f6gelei. Bei der einen Besch\u00e4ftigung standen ihm ewig die Kulturbonzen im Weg, bei der anderen erinnerten ihn die M\u00fctter seiner auf freier Wildbahn umherlaufender G\u00f6ren, an sein sch\u00e4ndliches Treiben. Deshalb litt seine Geldkatze ewig an Schwindsucht, er hatte aber sein Dasein darauf eingestellt. In solch einer ganz knappen Phase lief ich ihn eines Sonntags \u00fcber den Weg. G\u00fcnni lungerte mit seinem Ford Eiffel, Baujahr 36, am Anger rum und wollte in der Nachbarkreisstadt, den \u201eTanztee&#8221; in einem stadtbekannten Hotel ableuchten, aber nicht gen\u00fcgend Sprit im Tank.<br \/>\nDas Lokal eigentlich ein Schei\u00dfladen, ewig \u201eanst\u00e4ndig Rumlaufen&#8221; vorgeschrieben und besondere Kapellen spielten auch selten. Aber dort wurden kontinuierlich Tanzveranstaltungen organisiert und es gab nicht diese Aggressivit\u00e4t unter den Anwesenden wie in Sangerhausen, wo Pop \u00f6fters in Saalschlachten ausartete.<br \/>\nDer Teufel wollte es, dass ich \u00fcber Knete verf\u00fcgte und nichts anderes vorhatte. Also getankt und ab nach Artern. W\u00e4hrend der Fahrt kl\u00e4rte mich mein Spezi auf, warum er dringend auf diesem Bums erscheinen musste.<br \/>\nSeit kurzem lief dort eine Gruppe sehr lebenslustiger M\u00e4dchen rum, mit kleinen, selbst gefertigten Button, auf denen unauff\u00e4llig die beiden Buchstaben <strong>OS<\/strong> prangten. Nat\u00fcrlich konnte ich mir darunter nichts vorstellen. Es handelte sich dabei, nicht um eine politische Gruppierung. Allerdings bewiesen die M\u00e4dels, dass es nicht in jedem Fall der FDJot bedurfte, um frohes Jugendleben zu genie\u00dfen.<br \/>\nLeider flog diese Bewegung in k\u00fcrzester Zeit auf.<br \/>\nDaf\u00fcr verantwortlich zeichneten einige respektlose Knaben, die nicht wie Kavaliere schweigen und genie\u00dfen konnten. Die Anstecker waren beileibe keine Parteiabzeichen, sondern sollten mehr so als Offerte verstanden werden.<br \/>\nDas <strong>O <\/strong>stand f\u00fcr &#8220;<strong>O<\/strong>hne&#8221; und das <strong>S <\/strong>f\u00fcr &#8220;<strong>S<\/strong>chl\u00fcpfer&#8221;.<br \/>\nNach dem Mauerfall tauchte er noch \u00f6fters in der <a href=\"http:\/\/www.harzer-highlights.de\/mitglieder\/rosenstadt-sangerhausen\/berg--und-rosenstadt-sangerhausen.html\">Rosenstadt<\/a> auf&#8230;<\/p>\n<p>Aus jener Zeit. Etwas aus den Mansfelder Landen, von <a href=\"http:\/\/www.charlys-midi-studio.de\/include.php?section=werdegang\">Karl-Heinz Sermond,<\/a> dort wird im Text G\u00fcnni erw\u00e4hnt, als er bei den &#8220;Sternen&#8221; auftauchte<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht jener ungewollte Einsturz der lotrechten Autobahn quer durch Berlin, animierte mich zu dem folgenden Geschreibsel, sondern Kaminers neuestes Werk. (wg.\u00a0 Kapuziner) Wladimir sollte diese Behauptung nicht zu laut in die Welt posaunen, sonst glauben es viele Wessis auch noch. Wobei die (der) Pfeife(r) aus Hannover in seinem Selbstverst\u00e4ndnis als Sozialp\u00fcchologe und \u00a7\u00a7-Komiker, seiner These [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[55,25,32],"tags":[],"class_list":["post-2254","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-alltaeglicher-wahnwitz","category-geschichten","category-sangerhausen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2254","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2254"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2254\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":42458,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2254\/revisions\/42458"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}