{"id":23080,"date":"2013-12-15T22:55:43","date_gmt":"2013-12-15T21:55:43","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=23080"},"modified":"2013-12-15T22:56:45","modified_gmt":"2013-12-15T21:56:45","slug":"einige-bemerkungen-zu-sendungen-von-dradio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=23080","title":{"rendered":"Einige Bemerkungen zu Sendungen von &#8220;dradio&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Kurz nach 3 Uhr weckte mich mein kleiner Eduscho-Transistor. In der \u201eTonart &#8211; Lounge\u201c, spielte Uwe Golz fast eine Stunde Ry Cooder. Alles begann mit einem J. B. Lenoir-St\u00fcck, von dem es in den 60-er Zonenzeiten eine Scheibe als <em>B\u00fcckware<\/em> gab. Ab 1964 besa\u00df ich alle Blues und Rockplatten, die von Westinterpreten raus gekommen waren, sogar die zwei Beatles-Singles mit Tony Sheridan und kurz darauf deren einzigen(?) LP, obwohl ich die Beatles nicht ab konnte, au\u00dferdem gar keinen Plattenspieler besa\u00df&#8230;<br \/>\nNein, es stimmt nicht ganz, weil mich 1967\/68 die Kommunisten zwangsweise nicht nur von den \u00c4therkl\u00e4ngen der westlichen Hemisph\u00e4re fernhielten &#8211; der ergiebigsten Zeit von englischer und amerikanischer Popmusik &#8211; war es mir auch nicht verg\u00f6nnt, in jenen Monaten nach Platten Ausschau zu halten, weil ich vollkommen sinnlos meinen \u201eEhrendienst\u201c bei der Arbeiterkn\u00fcppelgarde in Halle vergammelte&#8230;<br \/>\nMusik hat immer eine gro\u00dfe Rolle in meinem Leben gespielt, nichts pr\u00e4gte mich mehr, als Bob Dylan und die <em>Schdons<\/em>, abgesehen von der unb\u00e4ndigen Lust auf Kl\u00e4nge, die irgendwo auf UNSERER Erdenscheibe intoniert wurden&#8230;<br \/>\nWobei nat\u00fcrlich schwarzen Mucken und die ungemein breitgef\u00e4cherte US-Folkszene mit einflossen.<br \/>\nViel Jahre war ich sogar ein Fan von Joan Baez, was sich sp\u00e4ter ruckartig erledigte, als sie mit der Ex-Ostberliner \u201eBetroffenheits-Bettina\u201c umher tingelte.<br \/>\n<em><strong> &#8211; <\/strong>Dies wiederum fiel mir vergangenen Freitag ein, anl\u00e4sslich des neuen Streifens der Coen-Brothers: &#8220;<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=wkh-kMvYs3I\">Inside Llewyn Davis<\/a>&#8220;. Ein geiler Film, besonders muss ich die politische Unkorrektheit positiv hervorheben und die filmische Leistung des Katers! F\u00fcr ihn sollte ein Katzenfutterhersteller eigentlich einen alternativen \u201eOskar\u201c ausloben, f\u00fcr die beste tierische Hauptrolle!<\/em><br \/>\nEtwas muss ich noch einflie\u00dfen lassen, betreffs des 18-monatigen Vakuums von \u201ewestlich dekadenter Musik\u201c. Es gab Kumpels, den ging es \u00e4hnlich wie mir, was die wenigen Urlaubsstunden im Heimatdorf betrafen. Kaum angekommen, wurde sofort eruiert, wer neue Platten aus dem Westen besa\u00df oder vom Radio aufgenommen hatte &#8211; dabei besa\u00df fast niemand ein eigenes Tonbandger\u00e4t. Was gab es deshalb in den meisten Elternh\u00e4usern immer wieder f\u00fcr Probleme&#8230;<br \/>\nEin ganz anderer Umstand bereitete beil\u00e4ufig noch zus\u00e4tzlich ein Haufen Zoff. Man riss zwischendurch seine K\u00e4the wie ein Westpaket auf, nicht etwa, weil man zu faul zum Wixen war, sondern, um gleich anschlie\u00dfend, irgendwo bei Kumpels, unbedingt die neueste Rockmusik h\u00f6ren wollte und sich dabei die Kante gab&#8230;<!--more--><br \/>\n<strong> &#8211; <\/strong>Retour zur \u201eTonart\u201c. Dies alles kam kurzfristig wieder hoch und nat\u00fcrlich die andere Seite auch, war doch die \u201e<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=mstpEBgauzs&amp;list=ALBTKoXRg38BDVbeWY_7Wq7M-e8zr5gwgl\">Chicken Skin Musik<\/a>\u201c, einer der der ersten LP\u00b4s, die ich mir im Westen zulegte, schon wegen des alten Tex-Mexers, <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=gaLGnHefeWY\">Flaco Jimenez<\/a>, der dort mitmuckte&#8230;<br \/>\n<strong> &#8211; <\/strong>Bei \u201eAus den Archiven\u201c &#8211; <em>Konrad Adenauer: Zum Ende einer Epoche<\/em>, gings aus den Federn. Fand nebenher diese Sendung sogar interessant.<br \/>\n<strong> &#8211; <\/strong>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck kam es im \u201e<a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/widerstand-recht-auf-privatheit.954.de.html?dram:article_id=271520\">Radiofeuilleton<\/a>\u201c recht dicke: <em>Gegen Massen\u00fcberwachung! Die Aufrufe ehemaliger DDR-B\u00fcrgerrechtler&#8230;<br \/>\nDer Theologe Friedrich Schorlemmer lobt Initiative gegen NSA-\u00dcberwachung<\/em><br \/>\nHerr S. ist sich treu geblieben. Wie in ganz alten Tagen scheint er abermals die Zeichen der Zeit abwartend beobachtet zuhaben und dies seit \u00fcber einem halben Jahr. Am Ende seines Interviews l\u00e4sst er sogar die Katze aus dem Sack, \u201e<em>ich habe schon lang drauf gewartet&#8230;<\/em>\u201c, f\u00fcr den Rest weist Fritzchen die Verantwortung wieder von sich, andere sollen handeln! Klar, schlie\u00dflich \u00e4hnelt seine Leichtgewichtsklasse der vom Herrn Gauck oder Genossen Platzeck. Immer im letzten Augenblick, wenn die Leute an der vordersten Front mal ausspannen m\u00fcssen, weil zu viele Zauderer<br \/>\nnoch am \u00dcberlegen sind, wann endlich ihr gefahrloser Einsatz erfolgen kann, stehen solche Individuen pl\u00f6tzlich frisch, frei und fr\u00f6hlich an erster Stelle und rei\u00dfen den Rest an sich.<br \/>\nWeshalb lie\u00dfen die <em>Ex-DDR-B\u00fcrgerrechtler<\/em> ihre weichgesp\u00fclte Beanstandung ausgerechnet in der <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!128851\/\">Sch\u00fclerzeitung<\/a> ver\u00f6ffentlichen? Hatten vorher andere Printmedien etwa eine Kosten\/Nutzen\/Analyse erstellt? Denen war es scheinbar die Druckerschw\u00e4rze nicht wert, da nach ca. 7 Monaten kein Interesse mehr bestand, weil man damit keine Quotensteigerung erzielen konnte.<br \/>\nMir letztlich egal, ich meine damit nicht nur das laue Protestchen, sondern auch die Beweggr\u00fcnde der Medien. F\u00fcr den Kommentar vom F.S. sollte man sich wirklich Zeit nehmen, um hinterher etwas einzusch\u00e4tzen. Meiner Auffassung nach, w\u00e4re bei einem Vortrag im Fernsehen keinen Geb\u00e4rdendolmetscher n\u00f6tigt gewesen, was sollte der denn gestikulieren? Lediglich die Symbolik f\u00fcr eine endlose Kette von Sprechblasen mit warmer Luft, das h\u00e4tte ich auch \u00fcbersetzen k\u00f6nnen&#8230;<br \/>\n&#8211; Sollte es mir bedenklich erscheinen, weshalb der fr\u00fchere Schatten (C.D.) von F. Schorlemmer nicht mitunterzeichnet hat?<\/p>\n<p><strong>&#8211; <\/strong>Als die \u201e<a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/kulturnachrichten.355.de.html?drn:news_id=299825\">Kulturnachrichten<\/a>\u201c endeten, schaltete ich sofort ins Netz um.<br \/>\nWas sollten mir eigentlich jene Worte sagen?!?<br \/>\nMit Blick aus seinem Elfenbeinturm, meinte dazu <em>ein Zukunftsforscher: Deutsche sehen zuversichtlich ins neue Jahr<br \/>\nDie Zuversicht der Deutschen beruht auf den vier Wohlstands-Fs: Familie, Freunde, Freiheit und Frieden.<\/em><strong>*<\/strong> &#8211; (Ein urst super geiles Axiom!)<br \/>\n<em>So sieht es der Hamburger Wissenschaftler<\/em> (Welchiger Art eigentlich? Ist er vielleicht Pomologe im Alten Land?) <em>Horst Opaschowski. Das dritte Jahr in Folge hat er B\u00fcrger nach ihren Zukunftsaussichten gefragt. Demnach sei die Zuversicht der 1.000 Befragten auf einem neuen H\u00f6chststand. 44 Prozent erwarteten das kommende Jahr mit gro\u00dfer Zuversicht und Optimismus. Vor allem j\u00fcngere Menschen seien positiv gestimmt, meint Opaschowski. Zwar gebe es auch Skeptiker, die Zahlen seien aber stark gesunken.<\/em><br \/>\nBei wissenschaftlichen Ergebnissen, von solch tiefgr\u00fcndiger Kaffeesatzleserei, war ich nat\u00fcrlich gespannt, was sich f\u00fcr ein gro\u00dfer Experte hinter dem erw\u00e4hnten Namen verbarg.<br \/>\nWIKI gab hinreichend Auskunft.<br \/>\nEhrfurchtsvoll sog ich alles ein, Diplom, Dr?!-Titel und viele Dekorationen. Aha, ein Zukunftswissenschaftler, Publizist und Berater f\u00fcr Wirtschaft und Politik&#8230;<br \/>\nEin ganz <em>wichtiger<\/em> Mann also, der auch noch mehrgleisig f\u00e4hrt. Publiziert f\u00fcr die Massen gutgemeinte Prognosen, ber\u00e4t nebenher Wirtschaft und Politik, damit hinterher optimistische Voraussagen entstehen k\u00f6nnen. Ob es nicht ein bisschen gewagt erscheint, wenn er bei 80 Millionen Deutschen und Deutschinnen, mit und ohne Migrationshintergrund, nach dem Aushorchen von 1000 Befragten und Befragtinnen kurz und b\u00fcndig zu dem Schluss gelangt, dass \u00fcber 36 Millionen bundesgermanische ZeitgenossenInnen voller Zuversicht das n\u00e4chste Jahr angehen wollen. <strong>(<\/strong><em>Da wussten sie aber noch nicht, was f\u00fcr eine Regierung gebastelt wurde.<\/em><strong>)<\/strong> M\u00f6glicherweise kann man ja heute auf die Mithilfe der NS\u00c4 z\u00e4hlen, logisch, dann wird alles etwas genauer&#8230;<br \/>\nDa schl\u00e4gt doch glatt mein Zweckpessimismus in zarten Optimismus um.<br \/>\nVor allem das mit der Jugend beruhigt mich ungemein, die <em>seien positiv gestimmt<\/em>, damit ist sicherlich die verbl\u00f6dende Smartphone-Generation gemeint! Solange f\u00fcr sie gen\u00fcgend elektronische Unterhaltungs-Pille-Palle produziert wird, geht es denen bestimmt gut.<\/p>\n<p><strong>*<\/strong>Ich w\u00fcrde es ja so sehen: <em>Die Zuversicht der Deutschen beruht auf den drei Wohlstands-\u201cF\u201cs und einem \u201eE\u201c: Ficken, Friede, Freude, Eierkuchen. <\/em><br \/>\n<strong>&#8211;<\/strong> Kein Axiom<strong>!<\/strong> Sondern subjektive Ergebnisse meiner selektiven Wahrnehmungen bei Jugendlichen und Teilen der angepassten Massen im Vormumien-Stadium, dr\u00fcckt letztlich so etwas &#8211; wie pseudo-hedonistische Lebensfreude aus<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfnote:<\/strong><br \/>\nBisher gab ich mich immer noch der tr\u00fcgerischen Hoffnung hin, bei \u201edradio\u201c handelt es sich um eine Station mit gewisser Seriosit\u00e4t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurz nach 3 Uhr weckte mich mein kleiner Eduscho-Transistor. 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