{"id":24283,"date":"2014-05-31T22:53:16","date_gmt":"2014-05-31T21:53:16","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=24283"},"modified":"2014-06-01T06:45:58","modified_gmt":"2014-06-01T05:45:58","slug":"wg-dauerhafter-hurerei-mit-dokus-ueber-den-beginn-des-vorletzten-weltkrieges","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=24283","title":{"rendered":"wg. dauerhafter Hurerei mit Dokus \u00fcber den Beginn des vorletzten Weltkrieges"},"content":{"rendered":"<p>Letztens wurde etwas von Arno Schmidt gesucht, fand sogar mehrere Exemplare von ihm, dabei fiel mir nebenher auch \u201eDie Mission des Luftballons\u201c in die Krallen. Vor \u00fcber zwanzig Jahren hatte ich begonnen mir dieses Teil auf einer 8-st\u00fcndigen Wochenendticket-Heimreise, kreuz und quer aus der kalten Heimat gen Berlin <strong>(<\/strong><em>Luftlinie keine 200 km<\/em><strong>)<\/strong>, zu Gem\u00fcte zuf\u00fchren. Obwohl damals gegen 6 Uhr 30 noch leicht angesoffen die Tour begann, faszinierte mich der Inhalt so, dass an Einpennen nicht zudenken war.<!--more--><\/p>\n<p><strong>{<\/strong><em>Dabei f\u00e4llt mir noch eine ganz spezifische Nebens\u00e4chlichkeit jener Reise ein. <\/em><br \/>\n<em>Als Proviant diente mir unterwegs ein Sixpack Gerstenkaltschale. In J\u00fcterbog kam eine fast 60-min\u00fctige Pause hinzu, der Bahnhof gerade neuer\u00f6ffnet, blitzte und blinke vom vielen Edelstahl. <\/em><br \/>\n<em>Irgendwann meldete sich ein menschliches Bed\u00fcrfnis an &#8211; auf dem gesamten Gel\u00e4nde kein Schei\u00dfhaus zu finden, ebenso wenig ein gangbares Zeiteisen. (In Polen existiert auf jedem Provinzbahnhof eine saubere Pachttoilette und zumindest eine gro\u00dfe Sch\u00e4tzuhr, eingestellt auf die MEZ.)<\/em><br \/>\n<em>W\u00e4hrend des Erkundungsganges lief mir schlie\u00dflich in der Eingangshalle ein junger Bundesbahner \u00fcber den Weg. Auf meine Frage nach der gewissen \u00d6rtlichkeit, kam grinsend die ann\u00e4hernde Antwort: \u201eTypisch Wessis, nicht kleckern, sondern klotzen! Aber auf Kleinigkeiten legen die keinen Wert! Um es kurz zu machen, wenn sie ein gro\u00dfes Gesch\u00e4ft t\u00e4tigen wollen, kann ich ihnen nur das total verwilderte Grundst\u00fcck vis-\u00e0-vis empfehlen. Sie m\u00fcssen aber, ob der vielen dort bereits abgelegten Tretminen, m\u00e4chtig Obacht geben! Falls sie f\u00fcr diesen Gang nicht vollst\u00e4ndig ausger\u00fcstet sind, kann ich ihnen mit einigen Papiertaschent\u00fcchern aushelfen. Ansonsten gehen sie wieder auf den Bahnsteig zur\u00fcck, an den Enden existieren Ecken,\u00a0 da sehen sie bereits von Weitem, wo sie sich hinstellen k\u00f6nnen, wegen der Spuren von Pisse die sich dort auf den Gehsteigplatten entlang schl\u00e4ngeln&#8230;\u201c<\/em><br \/>\n<em>Als mir kurz darauf zwei alte Damen \u00fcber den Weg liefen, die recht peinlich ber\u00fchrt ihr \u00e4hnlich gelagertes Bed\u00fcrfnis offerierten, erfolgte meinerseits fast wortw\u00f6rtlich der vorherige Spruch vom Bahnbeamten. Beide schauten mich daraufhin sauw\u00fctend an, wurden schnurrig und f\u00fchlten sich sogar noch verschei\u00dfert&#8230;<\/em><strong>}<\/strong><\/p>\n<p>Nun wurde das herausgeklaubte Werk nochmals in Erw\u00e4gung gezogen, begann \u00fcblicherweise mit dem Nachwort. Obwohl es sich dabei um eine rowohltsche Lizenzausgabe Ausgabe von \u201eVolk und Welt\u201c handelt, stellte ich verbl\u00fcfft wieder fest, mit welchem Blick der Verfasser, im September 1974, auf <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alfred_Polgar\">Alfred Polgar<\/a> und seine Zeit eingegangen war. Schlie\u00dflich handelte es sich bei dem \u00d6si um einen j\u00fcdischen Kosmopoliten und Pazifisten und seine Ansichten entsprachen keinesfalls jener ideologischen Vorgaben in der Zone.<br \/>\nWas haben aber seine Niederschriften, die seiner vielen Kollegen und jene Werke von bildenden K\u00fcnstlern, im Vorfeld des I. Weltkrieges, gebracht?<br \/>\nEigentlich n\u00fcscht!<br \/>\nIm Gegenteil, zwanzig Jahre sp\u00e4ter ging es dann sogar noch wesentlich perverser zur Sache und bis heute hat sich daran nichts ge\u00e4ndert&#8230;<\/p>\n<p>Irgendwann letzte Woche lief eine \u201e<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/fernsehserie-zum-1-weltkrieg-das-leid-der-schmerz-die-angst-sind-stets-gleich-12959456.html\">Erster-Weltkrieg-Tagebuch-Dokusoap<\/a>\u201c, angeblich nach Aufzeichnungen von K\u00e4the Kollwitz. Dachte mir so, als letzten Versuch schaust\u00b4e da nochmal rein &#8211; aber Scheibenhonig! Gott nochmal, wie bekloppt m\u00fcssen denn die Drehbuchautoren, nebst dem dazugeh\u00f6rigen Stab an <em>P\u00fccho<\/em>&#8211; und <em>Soziolochen<\/em> sowie Historien-E<em>ks<\/em>perten sein, wenn sie solch einen Schei\u00df abliefern? Da glotzte jene Tante, die K\u00e4thchendarstellerin, ewig aus dem Off die Zuschauer an und plapperte irgendwelche Betroffenheitsphrasen, dabei hoffen die Macher bestimmt, dass dem m\u00fcndigen Zuschauer bei selbiger Klitterei auch noch einer abgeht. Dem ist aber nicht so, denn dabei wird einem eher das Sperma flockig!<br \/>\nNun reicht es mir aber wirklich! Bis zum Start der gro\u00dfen Ouvert\u00fcre im August <strong>(<\/strong><em>Dabei streiten sich die E<\/em>ks<em>perten immer noch, wann der Krieg korrekt begann &#8211; als ob es auf die paar Tage ankommt.<\/em><strong>)<\/strong> und dar\u00fcber hinaus, wird kein weiterer Versuch unternommen, mich politisch \u201eaufzukl\u00e4ren\u201c zu lassen!<br \/>\nZumal ich schon \u00e4hnliche Kriegsepen nach wenigen Minuten wegschaltete, weil man darin auch Tatsachen hinein gebastelt hatte, die damals noch gar nicht bekannt waren, sicher wegen der Aktivierung von diversen Tr\u00e4nendr\u00fcsen und scharf beobachteter Einschaltquoten.<br \/>\nAnschlie\u00dfen der Hinweis zu einer Lesung von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erich_Maria_Remarque\">Remarque<\/a>\u00b4s \u201eIm Westen nichts Neues\u201c <strong>{<\/strong><em>Was seine Beschreibung des Kasernenalltages betrifft, habe ich zu \u201eFriedenszeiten\u201c solche Flachzangen von Vorgesetzten genauso erlebt (1967\/68 als Bereitschaftsbulle in Halle\/S.). Was auch jeder best\u00e4tigen kann, egal in welchem Land dieser Erdenscheibe er in eine Uniform gesteckt wurde!<\/em><strong>}<\/strong> dem eigentlichen belletristischen Standartwerk aus erste Hand, allerdings um die sechs Stunden lang. Genau das Richtige f\u00fcr eine Fahrt mit der Bundesbahn von Berlin nach M\u00fcnchen oder Stuttgart. Wenn man Gl\u00fcck hat, tut die Bahn ihr Scherflein dazu und es ist durch ihre ellenlange Versp\u00e4tungen dem Fahrgast verg\u00f6nnt, in aller Ruhe das Werk vollst\u00e4ndig zu h\u00f6ren&#8230;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=IADCveTSJog\">\u201eErich Maria Remarque Im Westen nichts Neues 1v5\u201c<\/a>\u00a0usw. &#8211; in der Tube zu finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letztens wurde etwas von Arno Schmidt gesucht, fand sogar mehrere Exemplare von ihm, dabei fiel mir nebenher auch \u201eDie Mission des Luftballons\u201c in die Krallen. 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