{"id":25969,"date":"2015-01-31T20:32:57","date_gmt":"2015-01-31T19:32:57","guid":{"rendered":"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=25969"},"modified":"2015-02-24T22:57:41","modified_gmt":"2015-02-24T21:57:41","slug":"haeuptling-silberlocke-geht-nicht-mehr-einkaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=25969","title":{"rendered":"H\u00e4uptling Silberlocke geht nicht mehr einkaufen"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich hat mich jener Typ nie sonderlich interessiert.<br \/>\nAber durch die anhaltende Klitterung seiner Person konnte ich nicht mehr an mich halten und <i>De mortuis<\/i> <em>nil nisi bene<\/em> ging mir immer schon an meinem verl\u00e4ngerten R\u00fccken vorbei!<br \/>\nMan muss Richy zugute halten, dass ihm in seinem gesamten Leben der Opportunismus als einzig wahre Maxime galt und deshalb ohne Blessuren durch alle Systeme schlittern konnte, wobei er sich dar\u00fcber hinaus permanent in guter Gesellschaft befand.<br \/>\nAus diesem Grund gibt es momentan auch keine Probleme mit dem Abfackeln von einem Personenkult, der an Zonenzeiten erinnert, was diese <i>nette<\/i> Pers\u00f6nlichkeit des \u00f6ffentlichen Lebens betraf.<br \/>\nZu solchen Anl\u00e4ssen darf Herr Bundesgauck dann immer vorn stehen, in zweiter Reihe folgen scharenweise Medien-Hofberichterstatter die seine Darbietungen anschlie\u00dfend noch zus\u00e4tzlich hypen und ihnen dar\u00fcber hinaus einen weiteren Kick verpassen. Daher blieb es nat\u00fcrlich nicht aus, dass sich tags\u00fcber Funk und Fernsehen \u00fcberschlugen.<br \/>\nDurchgefroren speiste ich nachmittags \u00fcblicherweise vor der Glotze und beim Zappen prangte irgendwann Bruder Joaquim auf der Mattscheibe. Um am Ball zubleiben fordern seine unertr\u00e4glichen Monologe mir ewig ein Haufen \u00dcberwindung ab. Eigentlich wird von daher immer sofort weggeschaltet, heute ward kasteien angesagt. Das Scheffchen erinnert mich w\u00e4hrend seiner Vortr\u00e4ge ewig an den Klassenprimus eines Gymnasiums, wenn solch Knabe total verkrampft mit schlecht gespielten Emotionen wiedermal ein \u201esehr gut\u201c erheischen m\u00f6chte. Ob der Bu-Pr\u00e4si die Wirkung seiner Reden auch vor dem Spiegel \u00fcbt und dabei coacht ihn wom\u00f6glich seine<a title=\" LAG\" href=\"http:\/\/www.sprachnudel.de\/woerterbuch\/quartalsflamme\"> LAG<\/a>?<br \/>\nEinen Klops im Gauckschen <a title=\"Pressestatement\" href=\"http:\/\/www.bundespraesident.de\/SharedDocs\/Berichte\/DE\/Joachim-Gauck\/2015\/01\/150131-Pressestatement.html\">Pressestatement<\/a> verstand ich nun \u00fcberhaupt nicht, als da irgendwann abgelassen wurde: <i>Er hatte das Dunkel der Diktatur erlebt. <\/i><br \/>\nWo hat der Blaubl\u00fcter irgendwann mal im Schatten gestanden, noch dazu, wenn mit der Diktatur das Reich von <i>Adolf dem G\u00fctigen<\/i> gemeint war? Richies gerader Aufstieg als F\u00e4hnleinf\u00fchrer der HJ im Jungbann 37 in Berlin Wilmersdorf-Zehlendorf, dem anschlie\u00dfenden Kurzstudium in Oxford und Grenoble <b>(<\/b><i>Solche Privilegien setzten unbedingte Linientreue voraus.<\/i><b>) <\/b>endete zwangsl\u00e4ufig mit 18 Lenzen im Potsdamer Infanterie-Regiment 9.<br \/>\nNach Kriegsende verteidigte er &#8211; damals noch Juristerei-Lehrling &#8211; seinen Daddy, der 1949 als Kriegsverbrecher verurteilt <b>(<\/b><i>Richard von Weizs\u00e4cker bezeichnete das Urteil sp\u00e4ter immer als \u201ehistorisch und moralisch ungerecht\u201c.<\/i><b>)<\/b><i> <\/i>wurde und schlie\u00dflich lange vor Uli Hoene\u00df in Landsberg landete&#8230;<!--more--><br \/>\nMir konnte noch nie jemand plausibel machen, was an der 1985 dahin pl\u00e4tschernden Rede, die <i>wichtigste<\/i> seiner Karriere, eigentlich so umwerfend gewesen sein sollte.<br \/>\nVierzig Jahre nach Kriegsende, mittlerweile konnten bereits zweieinhalb Generationen die <i>Gnade der sp\u00e4ten Nach<\/i>geburt in Anspruch nehmen, da bequemte sich endlich ein bundesgermanischer <i>Staatsmann <\/i>und schnitt endlich jenes leidliche Thema an.<br \/>\nDabei hatte 15 Jahre vorher Willy Brandt bereits mit dem Kniefall von Warschau einen Wink mit dem Zaunpfahl gegeben. Au\u00dfer darauffolgende Anfeindungen, gerade aus <i>christlichen<\/i> Gefilden, bekannten sehr wenig Leute Farbe zu der Geste. Auch kam es in den folgten Jahren zu keinen positiven Kontroversen in Richtung dauerhafter Auss\u00f6hnungsversuche.<br \/>\nDie begannen erst Ende 1984 mit einer merkw\u00fcrdigen Inszenierung von Francois Mitterrand und Helmut Kohl vor dem Gebeinhaus in Verdun, selbiges Event touchierte den 70sten Geburtstag des I. Weltkrieges. Wenn man Bilder anschaut, wie bedeppert beide Politstare H\u00e4ndchen haltend aus ihrer W\u00e4sche glubschen, schon witzig. Dabei besa\u00df diese <i>historische<\/i> Farce noch nicht mal Tiefgang. Zustande kam jenes Schauspiel ja nur, weil <em>Monsieur le Pr\u00e9sident<\/em> Birne ein paar Streicheleinheiten zukommen lassen wollte, wegen Nichteinladung zur Vierzigjahrfeier der alliierten Landung in der Normandie im Juni 1984&#8230;<br \/>\nWill in dem Zusammenhang daran erinnern, dass sich zu Beginn der 1980er Jahre sachtes politisches Tauwetter in den \u00f6stlichen Gefilden ank\u00fcndigte. Hinzu kam, bevor Gorbatschow letztendlich das Ruder \u00fcbernahm, en masse f\u00fchrende Greise des sowjetischen Politb\u00fcros wie Fliegen hops gingen, nebenbei aber immer etwas mehr Br\u00f6sel von der steinharten Ideologie abplatzten, alles gipfelte 1987 in Neutronen-Ronnis <a title=\"Tip an Gorbi\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7NjNL4Nsa4Q\">Tip an Gorbi<\/a>&#8230;<br \/>\nZwischendrin musste nat\u00fcrlich auch etwas in Westdeutschen Gefilden get\u00e4tigt werden, aber wo, wie, wann und vor allen Dingen, wer sollte das eigentlich arrangieren?<br \/>\nWollte nicht wissen, was in jenen Tagen gekungelt wurde.<br \/>\nBirne fiel von vornherein aus, schlie\u00dflich durfte er aus wahltaktischen Erw\u00e4gungen seine W\u00e4hler aus dem Umfeld der Vertriebenenverb\u00e4nden und den ewig Gestrigen nicht vergr\u00e4tzen. Deshalb blieb eigentlich nur Weizs\u00e4cker \u00fcbrig, schlie\u00dflich konnte man solch <i>historischen<\/i> Auftritt keinem unterbelichteten Hinterb\u00e4nkler \u00fcberlassen!<br \/>\nHerr Kappes tat in den Tagen sein \u00dcbriges, tappste flei\u00dfig in irgendwelche Fettn\u00e4pfchen. Besonders hervorzuheben w\u00e4re da 1983\/84 sein ewiger Hinweis auf die <i><a title=\"Gnade der sp\u00e4ten Geburt\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gnade_der_sp%C3%A4ten_Geburt\">Gnade der sp\u00e4ten Geburt<\/a>. <\/i><br \/>\nWenige Stunden bevor der Aristokrat zu seinem Vortrag anhob, kam es noch zur sogenannten <i><a title=\"Bitburg-Kontroverse\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bitburg-Kontroverse\">Bitburg-Kontroverse<\/a>&#8230;<\/i><br \/>\nWenn ich zu den Pers\u00f6nlichkeiten Brandt und v. Weizs\u00e4cker einen Vergleich anstellen w\u00fcrde, bliebe beim Letztgenannten nicht viel \u00fcbrig, dies erg\u00e4be sich bereits aus den Lebensl\u00e4ufen und der inneren Bereitschaft, wie beide das Dritte Reich erlebten und welche Schlussfolgerungen sie anschlie\u00dfend daraus zogen. Willy galt Zeit seines Lebens als Antifaschist, der andere stand vierzig Jahre nach Kriegsende mal wieder zur richtigen Zeit am richtigen Platz und zuf\u00e4llig kam Herrn v.W. der kurzfristige weltpolitische Wandel zupass.<br \/>\nM\u00f6glicherweise war es ja auch so, dass sein dicker <i>Parteifreund<\/i> ihm lediglich eins auswischen wollte, denn richtig gr\u00fcn waren sich beide nie&#8230;<\/p>\n<p>Auf R. v. Ws. Job, als pers\u00f6nlich haftender Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Miteigner der Firma Boehringer, will ich hier nicht weiter eingehen. Merkw\u00fcrdig fand ich es immer nur, dass er sich trotz seiner Funktionen herausreden konnte, niemals gewusst zuhaben, welche Produkte in der Klitsche hergestellt wurden.<\/p>\n<p>Weshalb wird wohl von den Medien niemals jemand tiefgr\u00fcndiger nachgeforscht haben?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich hat mich jener Typ nie sonderlich interessiert. Aber durch die anhaltende Klitterung seiner Person konnte ich nicht mehr an mich halten und De mortuis nil nisi bene ging mir immer schon an meinem verl\u00e4ngerten R\u00fccken vorbei! 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