{"id":2665,"date":"2009-03-06T23:50:19","date_gmt":"2009-03-06T22:50:19","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=2665"},"modified":"2021-09-17T23:40:22","modified_gmt":"2021-09-17T22:40:22","slug":"2665","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=2665","title":{"rendered":"&#8220;B\u00fccher sind Lebensmittel&#8221;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/img_6791a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2674\" src=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/img_6791a-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/img_6791a-300x225.jpg 300w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/img_6791a.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Auf dem Weg zur Tram im Prenzelgebirge, wo der B\u00e4r steppte, latschte ich an der Danziger- Ecke Senefelderstrasse vorbei. Dort befindet sich die <a href=\"http:\/\/www.kollwitz-buch.de\/\">K\u00e4the<\/a> Kollwitz Buchhandlung, mit ihren Leitspruch: \u201cB\u00fccher sind Lebensmittel\u201c &#8211; wie wahr!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jener Spruch ist f\u00fcr Flachzangen allerdings nicht nachvollziehbar. Damit meine ich nicht nur Leute, f\u00fcr die B\u00fccher lediglich bedrucktes Papier darstellen. Sondern\u00a0 Massen an zweisprachigen Analphabeten mit Migrationshintergrund, ebenso Gutmenschen, die permanent mit <em>Bildung<\/em> f\u00fcr alle herumhuren und damit eigentlich nur das Durchmogeln von der ersten Klasse bis zum Diplom meinen. Schlie\u00dflich stellt es ja kein Problem dar, Telefonb\u00fccher auswendig zu lernen. <!--more-->Leid taten mir immer solche Kids, mit der dunklen Ecke im Flur als Kinderstube, die sie auch noch mit der Geschwindigkeit einer MiG oder eines Starfighters durchquerten.<br \/>\nAn B\u00fccher muss man als Spr\u00f6ssling herangef\u00fchrt werden, verbunden mit der entsprechenden Muse alles anschlie\u00dfend auch zu verdauen. In dieser Phase taugen ein saufender und pr\u00fcgelnder Anr\u00fchrer ebenso wenig, wie eine mit krankhaftem Harmoniebed\u00fcrfnis geschlagene Mutti, die zwischendurch ewig gl\u00e4ttend umherwuselt.<br \/>\nWenn die H\u00e4lfte der Sch\u00fcler einer Klasse aus solch einem Milieu stammt, da kann auch der beste Pauker nichts mehr ausrichten. Hinzu kommt ja, dass solche <em>Elternteile<\/em> von der Schule auch noch verlangen, dass bitte sch\u00f6n, der Lehrk\u00f6rper alle p\u00e4dagogischen Defizite ihrer missratenen G\u00f6ren aufarbeiten soll\u2026<br \/>\nW\u00fctend machte mich sp\u00e4ter der Umgang mit B\u00fcchern im Cottbuser Knast. Alle 14 Tage konnten sich die zw\u00f6lf (<em>politischen?<\/em>) Zelleninsassen pro Nase ein Buch bestellen. Dies musste aber in der Zelle abgekaspert werden, dazu buhlten die Vielleser um jene, die interesselos dem geschrieben Wort gegen\u00fcber standen.<br \/>\nB\u00fccher hatten in meinem Leben immer einen ganz gro\u00dfen Stellenwert.<br \/>\nWas den Knast anging, war ich von dem <em><strong>5 Sterne Hotel<\/strong> &#8211; The\u00a0 State Prison of Budapest<\/em> sehr verw\u00f6hnt. Fast t\u00e4glich erschien der B\u00fccherknecht an der T\u00fcr und man suchte sich die Werke aus seinem Wagen aus, fast nur Publikationen aus dem Westen und anspruchsvolle ungarische Literatur vom deutschen Fremdsprachenverlag Budapest. Immer drei B\u00fccher, von Freitag \u00fcber das Wochenende sogar f\u00fcnf. Nach \u00fcber einem Monat totaler Literatur\u00fcberfrachtung schlossen sich vier Wochen Pause im <a href=\"https:\/\/gedenkstaette-halle.sachsen-anhalt.de\/\"><em>Roten Ochsen<\/em><\/a> an. Da erhielt man noch nicht mal das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neues_Deutschland\"><em>Neue Deutschland<\/em> <\/a>f\u00fcr R\u00fcckw\u00e4rtslese\u00fcbungen.<br \/>\nAls ausl\u00e4ndischen Belletristik gab es in Halle nur zwei lesbare Werke: <em>Thakeray &#8211; Die Virginier<\/em> und <em>Geoge Sand, alias Eliot &#8211; Die M\u00fchle am Fluss<\/em>, ansonsten nur Schrott, jene widerliche Revolutionsostern vom gro\u00dfen Bruden &#8211; aber alles von Goethe und Schiller.<br \/>\nNun bestand ich in Cottbus weiter auf Johann Wolfgang, das gab Trouble.<br \/>\nDemokratie ist halt Schei\u00dfe!<br \/>\nAus meiner Kindheit waren mir Fragmente seiner \u00dcbersetzung der Autobiographie <em>Benvenuto Cellinis<\/em> haften geblieben und die durfte ich schlie\u00dflich bestellen. Vorangegangen war die Rezitation eines Kurzgedichtes, was niemand dem gro\u00dfen Meister zuschrieb, da waren die Leute Platt.<br \/>\nIch lasse es in diesem Zusammenhang ab:<br \/>\nMatte Fliegen,<br \/>\nWie sie rasen!<br \/>\nWie sie sumsend \u00fcberkeck.<br \/>\nIhren kleinen Fliegendreck.<br \/>\nTr\u00e4ufeln auf Tyrannennasen.<br \/>\n&#8211; Das Cottbuser Celliniteil stammte aus den f\u00fcnfziger Jahren und war noch vom Schnitt der Herstellung verklebt<strong>! <\/strong><br \/>\nIm <em>Pieper<\/em> (kann man gut hocken, quatschen und zechen), <em>Sdredskistrasse 44<\/em>(?) <em>Ecke Kollwitz,<\/em>\u00a0 schenkte mir Jo kein gedrucktes <em>Lebensmittel<\/em>, sondern einen sehr d\u00fcnnen Kotzbrocken zum Lesen.<br \/>\nJene gedruckte Kacke aus Pj\u00f6ngjang stupidierte ich in Tram, S- und U-Bahn, auf meiner Fahrt ins scheintote Wilmersburg.<br \/>\nGott noch mal, wie viel der heutigen Parlamentarier, besonders <em>Gr\u00fcne<\/em> und <em>Rote<\/em> flitzten w\u00e4hrend ihrer Unizeit, irgendwelchen Rattenf\u00e4ngern hinterher und plapperten jenen Schei\u00df undifferenziert nach.<br \/>\nWobei mancherInnen, Jahre sp\u00e4ter,\u00a0 auch wieder Massen instrumentalisierte, um an die Tr\u00f6ge der Macht zu gelangen. Nun aber Lichtjahre von seiner damaligen Saisonideologie entfernt, heute populistisch im Parlament quieken darf.<br \/>\nSeite 34 wurde f\u00fcr so manches Stamokap-Politcham\u00e4leon abgelichtet\u2026<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kim11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2664\" title=\"kim11\" src=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kim11-194x300.jpg\" alt=\"kim11\" width=\"194\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kim11-194x300.jpg 194w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kim11.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kim2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2666\" src=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kim2-202x300.jpg\" alt=\"\" width=\"202\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kim2-202x300.jpg 202w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kim2.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Weg zur Tram im Prenzelgebirge, wo der B\u00e4r steppte, latschte ich an der Danziger- Ecke Senefelderstrasse vorbei. 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