{"id":267,"date":"2008-06-20T14:21:08","date_gmt":"2008-06-20T13:21:08","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=267"},"modified":"2020-11-12T11:00:02","modified_gmt":"2020-11-12T10:00:02","slug":"beissende-stechende-und-saugende-biester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=267","title":{"rendered":"BEISSENDE, STECHENDE und SAUGENDE BIESTER"},"content":{"rendered":"<p>Wegen dieser kleinen Lebewesen sind mir die kalten Tage wesentlich lieber, allerdings habe ich mir da auch schon saugendes Viehzeug aufgehuckt.<br \/>\nIch wei\u00df nicht woran es liegt, entert jemand mit einem Flohcontainer die Kneipe, sofort sind diese respektlosen Vierbeiner in meiner N\u00e4he. Nun kann man bei einem Hundebesitzer (laut Gesetzgeber ist der innige Liebling ein Gegenstand) nicht an sein Gewissen appellieren, da ich diese s\u00fc\u00dfen Tiere nicht verstehen w\u00fcrde, will ich ja auch nicht. Herr Gott, sehe ich denn wie ein Hundefl\u00fcsterer aus?<!--more--><\/p>\n<p>Alle, ebenso diese grimmig dreinschauenden Schweinehunde wollen schlie\u00dflich nur spielen, was aber, wenn ich dazu absolut keine Lust versp\u00fcre? Besonders, wenn bei mir der Verdacht keimt, Herrchen oder Frauchen benutzen das Tierchen als speziellen, horizontalen Spielgef\u00e4hrten.<br \/>\nBeim registrieren ihrer Umgangsformen bin ich sehr oft froh, dass solche Leute keine Kinder haben, denn es gen\u00fcgt schon, wie sie ihre eigenen p\u00e4dagogischen Defizite auf die Kreatur projizieren, letztendlich mit den Jahren ein lebendes Statussymbol f\u00fcr psychisch gehandikapte entsteht.<br \/>\nGegen\u00fcber anderen Mitmenschen habe ich hausgemachte Probleme mit T\u00f6len, da bis auf wenige Tage im Jahr meine Gehwarzen in den Schlappen unbestrumpft sind. Diese Biester benutzen in unbeobachteten Augenblicken meine Hufe dann sofort als Lecksteine. Im Gegensatz zu Zweibeinern sind Kl\u00e4ffer lernf\u00e4hig und mit einem ausgepr\u00e4gten Langzeitged\u00e4chtnis ausger\u00fcstet. Da Appelle an die Eigent\u00fcmer wirklich nichts bringen, habe ich mir gegen die permanente Nerverei eine elektronische Spielerei aus Amiland besorgt. Viele US-Brieftr\u00e4ger sind mit diesem Teil ausger\u00fcstet, es erzeugt T\u00f6ne von mehr als 20 Kilohertz und die m\u00f6gen Hunde nun absolut nicht, einmal eine kurze Ladung in die Lauscher &#8211; und f\u00fcr immer Ruhe.<\/p>\n<p>Eigentlich wollte ich ja etwas w.g. der gemeinen Stechm\u00fccke ablassen, besser gesagt eine Rezeptur ver\u00f6ffentlichen, die mir seit fast 20 Jahren bekannt ist, angeblich stammt das Rezept aus der Normandie. Zumindest kann ich \u00fcber die Wirkung nicht meckern, auch ist der Geruch angenehm. Bei der Anwendung chemischer Klopper kommt immer das unangenehme Gef\u00fchl auf, das meine Haut schrumpft.<br \/>\nMit dem Resultat dieser Mixtur konnte ich letztens wieder sehr zufrieden sein. Schwiegermutter z\u00fcchtet in ihren Teichen zwangsl\u00e4ufig M\u00fccken, trotzdem konnten wir bei total ge\u00f6ffneten Fenstern pennen, etwas getr\u00e4nktes Zeitungspapier auf das Fensterbrett, wenige Pumpst\u00f6\u00dfe noch in den Raum und man findet Ruhe vor diesen Blutsaugern.<br \/>\nMan sollte auf keinen Fall, nach der Devise: Geiz Ist Geil! Billige \u00e4therische \u00d6le f\u00fcr Stinkfunzeln aus einschl\u00e4gigen Drogerien verwenden! Also die Zusammensetzung besteht aus:<br \/>\n1\/3 Destwasser! (In Leitungswasser befinden sich zu viele Nebenprodukte, die Ingredienzien zerfallen dann sehr schnell.)<br \/>\n1\/3 Zitronell\u00f6l aus Lemmongras,<br \/>\n1\/6 Zedern\u00f6l und<br \/>\n1\/6 Walnuss\u00f6l.<br \/>\nDie Fl\u00fcssigkeit kommt dann in 100ml Pumpsprayflaschen aus Plaste (und Elaste), die leeren Teile kann man dem Hausarzt abluchsen, der benutzt sie f\u00fcr Desinfektionsmittel oder Vereisungszeug.<br \/>\nVor dem Aufspr\u00fchen muss das Fl\u00e4schchen gut gesch\u00fcttelt werden.<\/p>\n<p>Schlimmer sind ja nun Gnitzen (Ceratopogonidae), in Finnenland werden sie <a href=\"http:\/\/imkeinfinnland.blogspot.com\">M\u00e4k\u00e4r\u00e4<\/a> genannt und die sind Geschwister der Kriebelm\u00fccke, diese \u00fcbertragen in unseren Breiten die Blauzungenkrankheit auf Schafe, Ziegen und Rindviecher.<br \/>\nIn den Endsiebzigern wurden wir fast drei Wochen von diesen Biestern gefoltert. Nur solange der K\u00f6rper feucht ist hat man Ruhe vor ihnen, auch zu Zeiten, wenn morgens Tau auf den Gr\u00e4sern h\u00e4ngt. Scheinbar k\u00f6nnen diese, nur zwei Millimeter gro\u00dfen Plagegeister mit dem winzigen Ballast nicht starten. Eine halbe Stunde nach intensiver Sonneneinstrahlung kommt ihre gro\u00dfe Zeit.<\/p>\n<p>Erst drei Tage vor dem Aufbruch in Richtung Turku lernte ich ein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister kennen. Auf der Treppe einer Blockh\u00fctte kauerte ein junger Typ, der sich k\u00f6stlich am\u00fcsierte und l\u00e4chelnd unseren aussichtslosen Kampf hinsichtlich der M\u00e4k\u00e4r\u00e4 beobachtete. An jenem Abend lernten wir zum ersten Mal im Finnischen Busch jemanden kennen, der mehr als \u201eP\u00e4iv\u00e4\u201c (finn. Gr\u00fc\u00df dich), oder ein \u201eH\u00e4v\u00b4\u00e4 neiss d\u00e4\u201c knurrend ablie\u00df. Ich habe Finnen nur als sympathische und sehr hilfsbereite Menschen kennen gelernt, aber im Busch wollen sie absolute Ruhe haben, ob mit Acht oder 80.<br \/>\nSchon beim Ann\u00e4hern registrierte ich einen wabernden und recht herben Duft, mir war er bekannt, ich kam aber nicht drauf. Nach wenigen Zigarettenz\u00fcgen stand er auf und bot uns einige Tr\u00f6pfchen von seinem Anti-M\u00e4k\u00e4ra-Mittel an. Ruckartig kam die Erleuchtung. Nun musste die Entscheidung getroffen werden, die letzten Tage Fliegenfrei, daf\u00fcr aber stinken wie Iltisse. Mein Kumpel und ich entschlossen uns f\u00fcr diese Variante. Schlie\u00dflich lagen in einem Schlie\u00dffach vom Bahnhof Rovaniemi noch saubere Klamotten, au\u00dferdem gab es auf der F\u00e4hre von Turku nach Stockholm, mit Sicherheit Waschgelegenheiten. Das Zeug entpuppte sich als das Mittel \u00fcberhaupt, endlich frei von Plagegeistern und dies mit nur einem feuchtern Ring um Hals, Hand- und Fu\u00dfgelenken. Ein gesundheitlicher Aspekt kam noch hinzu, wir rauchten viel weniger, denn dieses Parf\u00fcm kam nicht gut in gedrehten Kippen &#8211; es handelte sich um wasserverd\u00fcnnte Butters\u00e4ure. Seit jahrhunderten schon erfolgreich von den Mongolen angewendet, die benutzen ranzige Jackbutter.<br \/>\nNur gut, dass wir stanken, denn fast die gesamte Nacht verbrachten wir quatschend vor der H\u00fctte. Unser neuer Bekannter, ein Ingenieur der in Erd\u00f6l machte, wollte die n\u00e4chsten Wochen im Busch entspannen, kam gerade aus den F\u00e4ngen des Finnischen Geheimdienstes (<em>damals bestimmt ein Sowjetischer Ableger<\/em>), denn wenige Wochen vor unserem Treffen war er von den Revolutionsgarden Ajatollah Chomeneis m\u00e4chtig in den Arsch getreten worden und so aus dem gelobten Land geflogen, lediglich mit dem Inhalt zweier Plastikt\u00fcten.<br \/>\nNat\u00fcrlich war der Geheimdienst scharf auf neueste Infos. Danach seilte er sich gleich nach Tallinn ab, um endlich mal wieder richtig zu saufen und sich zwischendurch sexuell auszuschei\u00dfen\u00a0<span style=\"font-size: xx-small;\">(so in etwa meinte er es<\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><b>) <\/b><\/span>, denn dort harrte ein nettes M\u00e4del seiner&#8230;<br \/>\nDann kam alles ganz anders, wegen nicht vorhandener Knete, immerhin schien dadurch seine Liebste mehr von ihm zuhaben. Ein gro\u00dfes Malheur ward geschehen, wegen fehlenden Vertrauen zu seinem M\u00e4dchen, hatte der Mann sich ein Depot zugelegt. In einem Marmeladenglas wurden ewig gr\u00f6\u00dfere Mengen Restgeld vergraben, dies geschah am Rand eines kleinen Parks.<br \/>\nNun befand sich dort aber eine Stra\u00dfe&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wegen dieser kleinen Lebewesen sind mir die kalten Tage wesentlich lieber, allerdings habe ich mir da auch schon saugendes Viehzeug aufgehuckt. 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