{"id":26882,"date":"2015-08-19T21:07:56","date_gmt":"2015-08-19T20:07:56","guid":{"rendered":"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=26882"},"modified":"2015-08-22T06:23:02","modified_gmt":"2015-08-22T05:23:02","slug":"wiedereroeffnung-vom-cafe-haberland-im-oberen-potthaesslichen-glaskasten-der-u-bahnstation-bayerischer-platz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=26882","title":{"rendered":"Wiederer\u00f6ffnung vom \u201eCaf\u00e9 Haberland\u201c im oberen potth\u00e4sslichen Glaskasten der U-Bahnstation \u201eBayerischer Platz\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich bin ich dort nur zuf\u00e4llig gelandet, weil die <i>Fl\u00fcchtlings-Veranstaltung<\/i> der \u201eAuen-Kirche\u201c um einen Tag verschoben wurde.<br \/>\nIm Caf\u00e9 sollte es haupts\u00e4chlich um das neue <a title=\"Konzept der Bewirtschaftung\" href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/bezirke\/bayerisches-viertel\/cafe-haberland-nach-insolvenz-bvg-sucht-neuen-cafe-paechter-im-u-bahnhof-bayerischer-platz\/12199762.html\">Konzept der Bewirtschaftung<\/a> gehen und dann im Anschluss noch eine Lesung geben: &#8220;Spazieren in Berlin&#8221;, Baujahr 1929, von Franz Hessel. Da mir der Schilderer unbekannt war, au\u00dfer der netzlichen Kurzinfo, ging es dort hin.<br \/>\nWusste aber nicht, dass die Veranstaltung nur \u00fcber Anmeldung lief. Sechs Leute lungerten au\u00dferhalb der Reihe bereits dort herum. Schlie\u00dflich erschien eine gemeldete Frau mit ihrem Freund im Schlepptau, der Typ sollte dann auch warten, bis wiederholt eine Absage erfolgte. Nach einer Zigarettenpause vorm Eingang, gingen beide an den Empfangsdamen vorbei, mit dem Spruch, dass sich ihr Bekannter ober auf den Boden setzen wollte. Da kein Einspruch erfolgte, schloss ich mich beiden an und lie\u00df die gleiche Begr\u00fcndung ab. Ruckartig tapperten die sechs Wartenden auch die Treppen hinauf, im Restaurant wurden noch etliche Klappst\u00fchle verteilt.<br \/>\nEine Tante der \u00f6rtlichen Initiative &#8220;<a title=\"Quartier Bayerischer Platz\" href=\"http:\/\/www.cafe-haberland.de\/index.php?id=124\">Quartier Bayerischer Platz<\/a>&#8221; er\u00f6ffnete klitternd den Abend, redete viel sagte aber nichts konkretes, hie\u00df abschlie\u00dfend den neuen <i>Interimsp\u00e4chter <\/i>willkommen, der, wie sich herausstellte, den Laden bereits \u00fcbernommen hatten. Ansonsten bleibt wohl doch alles so wie gehabt.<br \/>\nBeginne mal mit meinem Gef\u00fchl, welches mich w\u00e4hrend der Einweihung vor einem Jahr bereits krallte. Was soll denn dieser h\u00e4sslich <i>Kultur<\/i>&#8211; und Restaurant-Tempel eigentlich darstellen?<br \/>\nUm eine totale Verglasung zu gew\u00e4hrleisten, wurde die Statik recht merkw\u00fcrdig gestaltet, deshalb stehen mehrere S\u00e4ulen auch im oberen Schankraum zwischen den Tischen herum.<br \/>\nWurde der Entwurf etwa von einer koksenden Architektengang im Puff entworfen? Auf der anderen Seite m\u00f6gen neureiche Bauherren jene pimmelartigen St\u00fctzen auch. Kann jeder in Randberliner Gefilden begutachten, wenn in althergebrachten Villenvierteln L\u00fcckenbebauung erfolgte, einfach zum Kotzen dieser <i>moderne<\/i> Heimwerker-Schick heutiger Bausparf\u00fcchse.<br \/>\nWenn ich mir nur vorstelle, wie viel Knete monatlich allein durch den permanenten Betrieb der Raumk\u00fchlung fl\u00f6ten geht, bei den Heizkosten in den restlichen Monaten wird es nicht anders aussehen.<br \/>\nAlso, nach knapp einem Jahr ging der Caf\u00e9-P\u00e4chter im umgestalteten U-Bahnhof Bayerischer Platz in die Knie.<br \/>\nAls ganz billiger Sparwitz kann die Begr\u00fcndung des ehemaligen P\u00e4chters gelten, aus seiner Sicht war die fehlende Bereitschaft der zechenden Zunft daran Schuld, f\u00fcr die angesagte <i>gastronomische Qualit\u00e4t<\/i> auch entsprechende Preise zu zahlen, deshalb ging sein Konzept mit <i>Kaffeespezialit\u00e4ten<\/i>, <i>Wein<\/i> und <i>Snacks<\/i> nicht auf. Zweimalig besuchte ich den Laden, auf altdeutsch gesagt, die Qualit\u00e4t des Angebote war unter aller Sau, einschlie\u00dflich der dargeboten Dienstleistungen des Personals.<br \/>\nDabei ist in meinen grauen Zellen h\u00e4ngengeblieben, das die <i>Kaffeehauskultur<\/i> bei der BVG mit Tradition behaftet sein soll, fragt sich nur wer da welchen Ma\u00dfstab anlegte!<br \/>\nF\u00fcr mich stellte sich gleich zur Er\u00f6ffnung die Frage, welchen Stellenwert sollte diese multifunktionale Restauration eigentlich bekommen? Selbiger Laden wurde n\u00e4mlich keinem der angedachten Kulturmerkmale gerecht, weder der eines gutmenschelnden, mit etwas Philosemitismus behafteter Erinnerung an das vergangene <i>Bayerische Viertel, <\/i>nebst<i> <\/i>seiner vertriebenen und gemeuchelten Bewohner. Eine fair durchdachte Geschichtsbetrachtung ist den monstr\u00f6sen Apparaturen auch nicht zu entnehmen, l\u00e4uft alles mehr auf den Alibicharakter heutiger Historienbetrachtungen hinaus und alles sollte mit bezahlbarer Gastronomie vermengt werden?<!--more--><br \/>\nWer waren denn die ahnungslosen Optimisten, denen solch Wolkenkuckucksheim vorschwebte? Geh\u00f6rt dazu etwa auch die BVG-Schefffin Sigrid Evelyn Nikutta, eine gelernte <i>P\u00fccholochin<\/i>, die mal als Begr\u00fcndung ablie\u00df, welche berufliche Qualifikation sie als ganz gro\u00dfe Macherin der Verkehrsbetriebe auszeichnen w\u00fcrde: S<i>ie k\u00f6nne mit Menschen<\/i>!<br \/>\nOder standen mopsfidele \u00e4ltliche Jungs und M\u00e4dels der Initiative &#8220;Quartier Bayerischer Platz&#8221; dahinter, die meinten, in der H\u00fctte einen modernen Seniorenclub zu etablieren?<br \/>\nDen Vortrag fand ich gut, auch die Tatsache, dass ab und an kurze Erg\u00e4nzungen einflossen. Allerdings h\u00e4tte der Mann den Hinweis fallen lassen k\u00f6nnen, er wolle in einem Text von 1929 den Begriff \u201eNeger\u201c nicht in den neuzeitlichen Sprachgebrauch \u00fcbertragen &#8211; es erfolgte kein Widerspruch!<br \/>\nBis zur Pause blieb ich nur, da mir die Schilderungen von Hessel gefielen, ansonsten war das restliche Drumherum mehr als gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig. Dazu geh\u00f6rten die lauten Ger\u00e4usche der K\u00fchlanlage, das ewige Gequatsche des Personals, alles verbunden mit entsprechender Ger\u00e4uschkulisse hinter dem Tresen, die so in einer Kneipe halt anfallen. Hinzu kamen Verkehrsger\u00e4usche von den beiden Ampelkreuzungen unmittelbar an den Enden des Geb\u00e4udes.<br \/>\nFau K. aus S. hatte aus ganz anderen Gr\u00fcnden einen Zappen, kurz nach ihrer Ankunft 19 Uhr 30 orderte sie ein Glas Wein, was sie bis 21 Uhr nicht bekam. Mit anderthalb Stunden Wartezeit begl\u00fcckte mich noch nicht mal der abgetretene Pleitier, als ich im letzten Jahr auf der Terrasse seiner harrte&#8230;<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\nDer Verein will offenkundig so weiter wursteln wie bisher, die gastronomischen Rahmenbedingung erscheinen noch unprofessioneller und das gleich von Anbeginn, schon eine nicht zu untersch\u00e4tzende Leistung.<br \/>\nLetztlich l\u00e4uft alles irgendwie &#8211; bei <i>Senatens<\/i> ist es auch nicht anders und \u00c4nschie\u00b4s lustigen Verein will ich da gar nicht miteinbeziehen<\/p>\n<p>Zwei positive Erg\u00e4nzung gibt es abschlie\u00dfend noch.<br \/>\nUnter dem merkw\u00fcrdigen Caf\u00e9 befindet sich das \u201eBrutzelst\u00fcbchen\u201c, nach wie vor mit gleicher Qualit\u00e4t, abgesehen davon, dass Wurstmaxe manchmal etwas brummig ist, aber dies hat man f\u00fcr umsonst.<br \/>\nAnsonsten existiert in Richtung Sonnenuntergang, 100 Meter von der U-Bahn entfernt, auch seit einem Jahr: \u201eMr. Gyros\u201c!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich bin ich dort nur zuf\u00e4llig gelandet, weil die Fl\u00fcchtlings-Veranstaltung der \u201eAuen-Kirche\u201c um einen Tag verschoben wurde. 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