{"id":269,"date":"2008-06-24T10:49:48","date_gmt":"2008-06-24T09:49:48","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=269"},"modified":"2026-04-06T10:12:06","modified_gmt":"2026-04-06T09:12:06","slug":"der-politische-witz-im-osten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=269","title":{"rendered":"DER POLITISCHE WITZ IM OSTEN"},"content":{"rendered":"<p>Teile des Vorwortes sind von <em>Alexander Drozdzynski<\/em> &#8211; &#8220;Der politische Witz im Ostblock&#8221;, 1974, Droste Verlag, D\u00fcsseldorf &#8211; abgekupfert.<\/p>\n<p><em>&#8220;&#8230;Es gibt keinen Zirkus ohne Clown. So ein Zirkus w\u00e4re langweilig. Ein Clown geh\u00f6rt zum Wesen des Zirkus. Es gibt auch keinen politischen Zirkus ohne politische Clowns. Zwar konnte im Laufe der Geschichte so mancher Alleinherrscher auf Minister und Berater verzichten. Aber Hofnarren hielten sich fast alle, wenigstens einen. Und selbst wenn es keinen Hofnarren gab, so wurde diese L\u00fccke durch Satiriker und Sp\u00f6tter aus dem Volk ausgef\u00fcllt, die Witze \u00fcber den Herrscher im Land verbreiteten. Der politische Witz ist so alt wie die Politik selbst. Das ist eine Binsenwahrheit. Aber man sollte trotzdem hier noch einmal daran erinnern. Der<\/em> <em>Herrscher als Zielscheibe f\u00fcr Witze, der Herrscher als Spottobjekt &#8211; das sind ewige Themen der Politik und der Literatur. Der Spott ist eine gef\u00e4hrliche Waffe gegen die Tyrannei. Er liefert den Herrschenden, den Diktator, seiner ganzen L\u00e4cherlichkeit aus. Und darum hassten die Herrscher niemanden mehr als ihre Sp\u00f6tter&#8230;<\/em><!--more--><br \/>\n<em>Historische Parallelen sind immer interessant, auch auf dem Gebiet des politischen Witzes. Hier k\u00f6nnen wir besonders Karl Marx als Zeugen nennen, der gesagt hat: \u00bbDie Geschichte wiederholt sich das erste Mal als Drama, das zweite Mal als Farce.\u00ab&#8230;<\/em><br \/>\n<em>Politischen Witze haben ihre guten und schlechten Zeiten, wobei die schlechten Zeiten gute Zeiten f\u00fcr politische Witze sind und umgekehrt. Politische Krisen, politische Auseinandersetzungen, politischer Kampf f\u00f6rdern den politischen Witz als Mittel, als Waffe. Die ruhigen, demokratischen und liberalen Zeiten f\u00fchren zu einem Abebben der politischen Witzwelle. Jede Gewaltherrschaft, jedes totalit\u00e4re System entwickelt den kritischen Sinn der Gesellschaft, schafft Tausende von Volkssp\u00f6ttern, Humoristen, die t\u00e4glich politische Witze erfinden und erz\u00e4hlen. Diese Witze erweisen sich oft als einzig m\u00f6gliche Opposition gegen das Regime. Der Fl\u00fcsterwitz ist schwer zu bek\u00e4mpfen, ja es ist v\u00f6llig unm\u00f6glich, ihn zu verhindern, auch wenn man die Witzerfinder, Witzerz\u00e4hler und Witzzuh\u00f6rer einsperrt. Das galt und gilt f\u00fcr alle Zeiten, von der Antike bis zur Gegenwart. So war es im Dritten Reich und im stalinistischen Russland, so ist es in allen von Diktatoren regierten L\u00e4ndern und auch im kommunistischen Machtbereich&#8230;<\/em><br \/>\n<em>Der politische Witz wird in diesen Systemen zu einem sozialen \u00bbVentil\u00ab f\u00fcr alle politischen und wirtschaftlichen Spannungen und Unzufriedenheiten. In London gibt es einen Hyde Park, in totalit\u00e4ren Regimen gibt es den politischen Witz als Ersatz. Ich will damit nicht behaupten, dass es in demokratischen Gesellschaften keine Witze gibt, dass sie dort keine Entwicklungsm\u00f6glichkeiten h\u00e4tten. Im Gegenteil, \u00fcberall in der Welt gab und gibt es Witzobjekte in der Politik. Es gibt kein System, in dem nicht auch Idioten, Angeber und Humorlose politische Karriere machten. Und es gibt \u00fcberall genug Menschen im \u00f6ffentlichen Leben, die vor aller Augen ihre menschlichen Schw\u00e4chen zeigen. Das setzt sie in ganz nat\u00fcrlicher Weise Hohn und Spott aus&#8230;<\/em><br \/>\n<em>Aber die guten und schlechten Zeiten f\u00fcr politische Witze sind nicht nur von den Wellenbewegungen der politischen und sozialen Situationen abh\u00e4ngig, sondern auch von den geographischen und geopolitischen Bedingungen der jeweiligen L\u00e4nder. Es gibt V\u00f6lker, die von Natur aus witzig sind und den Witz als geistige Waffe lieben, und es gibt V\u00f6lker mit weniger Esprit, die keinen rechten Sinn f\u00fcr Humor haben&#8230;&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Hier werde ich immer mal wieder Witze hineinstellen, wenn mir neue aus der alten Zeit einfallen. Auch muss ich mal den Stichwortkatalog aus einem Witzvortrag von mir in Worte fassen und sie hier ablegen.<br \/>\nZu jenen Tagen, als ein guter Witz richtig platziert, von den Organen noch mit mindestens <em>einem Totensonntag in der Braunkohle belohnt wurde<\/em>, bet\u00e4tigte ich mich als Erz\u00e4hler solcher Schoten. Dies betraf mein letztes Schuljahr 1964\/65, anfangs noch als 15j\u00e4hriger, wo mir das dortige Rudel, die neuesten <em>politischen Gags und Zoten<\/em>, flei\u00dfig mit Alkohol verg\u00fcteten.<br \/>\nDabei handelte es sich um eine sehr verr\u00fcckte Zeit, welche ich h\u00e4ufig nach der Schule auf dem Bahn\u00adhof verbrachte, unter recht merkw\u00fcrdigen Leuten.<br \/>\nAls es im Oktober auch noch eine Generalam\u00adnestie gab, war alles zu sp\u00e4t!<br \/>\n<em>Hinzu kam in jenen Tage, drei Monate vor meinem 16ten Geburtstag auch noch die Nachricht, dass bei meiner sommerlichen Gespielin gerade erstmals, die Erdbeerwoche ausgefallen war. Die Mutter meiner Schwester tat nichts eiligeres und verbreitete diese Neuigkeit, \u00fcber meinen Verkehrsunfall, unter dem Siegel der Verschwiegenheit sofort ihren Genossen und dabei blieb es nat\u00fcrlich nicht<\/em><strong>!\u00a0<\/strong><br \/>\nWobei ich den Fl\u00fcsterwitz aus dem III. Reich mit einbezog, jene Schoten erhielten durch sprachliche Imitation von<em> Adolf dem G\u00fctigen<\/em> und der <em>Fistelstimme von Onkel <strong>WU <\/strong><\/em>(Dieser Spitzname von <em>Walter Ulbricht<\/em> \u2013 selbst schon ein Kurzwitz) noch einen besonderen Reiz.<br \/>\nHier gehe ich gleich zum Thema \u00fcber, denn der gro\u00dfe Unterschied zwischen beiden f\u00fchrenden deutschen Staatsm\u00e4nnern bestand damals darin, dass Adenauer Witze sammelte, die Leute \u00fcber ihn erz\u00e4hlten, aber der s\u00e4chsische Tischler jene Leute sammelte, die Witze \u00fcber ihn verbreitete\u2026<br \/>\nIn den folgenden zehn Jahren habe ich dann noch sehr viel Menschen kennen gelernt, die seine Humorlosigkeit und die der Organe, viele Monate hinter Mauern und Stacheldraht b\u00fc\u00dfen mussten\u2026<br \/>\nDie Wertigkeit eines Witzes wird ja von der Geschwindigkeit seiner Verbreitung und der Aktualit\u00e4t bestimmt. Jahre sp\u00e4ter sind sie zwar noch etwas ideell behaftet <strong>(<\/strong><em>Besonders wenn jemand deshalb im Knast sa\u00df<\/em><strong>)<\/strong>, aber eigentlich ausgelutscht.<br \/>\nEin \u00e4lterer Arbeitskollege erz\u00e4hlte mir mal, dass es Witze Gab, die sich innerhalb einer Woche rasant verbreitete, weil sie oftmals in allen sozialen Schichten, der <em>klassenlosen Gesellschaft<\/em> verbreitet wurde. Da z.B. <em>Nikita Sergejewitsch Chrustschow, <\/em>nach seiner Kampagne gegen Stalin, bei allen Ostpolitikern nicht wohlgelitten war.<br \/>\nDen gleich anschlie\u00dfenden Witz, vernahm ich bereits zwei Tage nach dem vorangegangenen Ereignis. Zu jener Zeit riss ich meine letzten Tage, in einer Kaserne der <em>Arbeiter-Kn\u00fcppelgarde<\/em> ab. Nie wieder erlebte ich, dass nach der Schilderung, die Zuh\u00f6rer so ausflippten, wie damals. Er stammte aus jener sehr beliebten Rubrik, der <strong><em>Anfragen an Sender Jerewan<\/em><\/strong>, die in der Zone sehr harmlos, aber witzig daher kamen, im Gegensatz zum Ursprungsland, der Sowjetunion.<br \/>\nIm <em>Osten<\/em> wurden diese <em>Jerewan-Witze<\/em> inflation\u00e4r produziert und verbreitet. Unter der <em>Anfrage an Radio Eriwan<\/em>, galt als ganz wesentlich die beginnende Antwort mit:\u00a0 <strong>IM PRINZIP JA &#8211; ABER&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Anfrage an Sender Jerewan:<\/strong><br \/>\n&#8211; H\u00e4tte sich etwas ge\u00e4ndert, wenn statt John F. Kennedy, Walter Ulbricht erschossen worden w\u00e4re?<br \/>\nIm Prinzip ja &#8211; aber, es w\u00e4re die Frage gewesen, ob anschlie\u00dfend Onassis Lotte geheiratet h\u00e4tte.<\/p>\n<p><strong>K<\/strong>urz vor der 15. UNO-Vollversammlung, im September 1960, besuchte Pr\u00e4sident Eisenhower heimlich Moskau. Dort kam es zwischen Chrustschow und ihm zu einer folgenschweren Wette, da der Ami behauptete in der Sowjetunion g\u00e4be es nachts auf der Stra\u00dfe mehr Trunkenbolde, als in seinem Heimatland. Jeder sollte in einer Gro\u00dfstadt seiner Wahl, innerhalb von vier Stunden alle Besoffenen abknallen. Ike Eisenhower wollte es gleich in Moskau probieren, gab allerdings schon nach zehn Minuten auf, \u00fcber 30 Leichen zierten anschlie\u00dfend seinen Weg.<br \/>\nAm drauffolgenden Tag, nach V\u00e4terchen Nikitas erregter Rede vor der UNO in New York, bei der einen Schuh auszog und damit auf dem Tisch h\u00e4mmerte, erfolgte sein Auftritt. Mehrer Stunden streifte er Downtown, ohne jemanden vor seine, auf Dauerfeuer gestellte AK 47 zu bekommen. Kurz vor Ablauf der Frist torkelte doch noch jemand aus einem illegalen, aber stadtbekannten Bordell, den Chrustschow sofort wie ein Sieb durchl\u00f6cherte.<br \/>\nIn der Sonderausgabe der New York Times, vom darauf folgenden Tag, lautete dann die Balken\u00fcberschrift: <strong>Glatzk\u00f6pfiger Gangster erschoss Sowjetischen Botschafter!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gleich noch mehrere der harmloseren Gattung hinterher.<br \/>\n<\/strong><strong>Anfrage an Sender Jerewan:<\/strong><br \/>\n&#8211; Stimmt es, dass Stachanow-Arbeiter<em> Iwan Iwanowitsch Iwanow<\/em> auf der Allunionsaustellung in Moskau ein Automobil der Luxusklasse <em>Tschaika<\/em> gewonnen hat?<br \/>\n<strong>Im Prinzip ja<\/strong> &#8211; aber, es handelte sich dabei nicht um den <em>Stachanow-Arbeiter Iwan Iwanowitsch Iwanow<\/em>, sondern um den <em>Alkoholiker Pjotr Pjotorwitsch Petruschkin<\/em> und jener hat kein Automobil der Luxusklasse <em>Tschaika<\/em> gewonnen, sondern ein Fahrrad gestohlen.<\/p>\n<p><strong>Anfrage an Sender Jerewan:<\/strong><br \/>\n&#8211; Kann man elektrisch Schlag bekommen, von Stra\u00dfenbahnschiene?<br \/>\nIm Prinzip ja &#8211; aber, dann geh\u00f6rt ein Bein an die Oberleitung!<\/p>\n<p><strong>Anfrage an Sender Jerewan:<\/strong><br \/>\n&#8211; Stimmt es, dass man sich Tripper auf Toilette holen kann?<br \/>\nIm Prinzip ja &#8211; aber warum denn so umst\u00e4ndlich?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>B<\/strong>eginne nun mit meinem tausendfach erz\u00e4hlten Witz aus alten Zeiten, verlernte aber irgendwann den dazugeh\u00f6rigen russischen Akzent, sp\u00e4ter verstanden sogar die Wessis! Was man von vielen anderen Witzen oft nicht behaupten konnte. F\u00fcr mich immer der Beleg, wie weit wir uns auseinder gelebt hatten. Au\u00dferdem war den meisten Wessis die R\u00fcckseite des Mondes sowieso n\u00e4her, als das St\u00fcck Restdeutschland \u00f6stlich der Elbe und die Probleme dort interessierten sie genauso wenig, wie der maximale Benzinverbrauch w\u00e4hrend des R\u00fcckenfluges eines Maik\u00e4fers&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Wie Iwan seiner Brigade die Sch\u00f6pfungsgeschichte erkl\u00e4rte<\/strong><br \/>\nAls gro\u00dfes Natschalnik Genosse Iwan Chottowitsch chat geschaffen den Welt, chat err gesagt: \u201eEs werrde Lich!\u201c und es warrd Licht, denn es entstand unserr Grro\u00dfkrraftwerk Dneprropetrrowsk.<br \/>\nDann chat err genommen, schwarrze Errde, fettige Errde, Kuban-Errde und chat modellierrt Genossen Adam Adamowitsch, klein\u00fcrgerliches Individualist. Dann chat gro\u00dfes Natschalnik gemacht aus Rippe von Genossen Adam Adamowitsch Schaschlik und aus Rest Genossin Ewa Ewaowna.<br \/>\nWeiter chat err gesprochen: Ihr mii\u00dft eich aufhalten in Garten Eden, Kolchos Typ drei. Dirrft aber nicht frressen Frriichte von Apfelbaum! Apfelbaum &#8211; Kollektiveigentum!!!<br \/>\nDa ist gekommen beese Schlange, listige Schlange, imperrialistische Schlange und chat gesprochen mit Stimme von RIAS:<br \/>\n&#8211; Warrum ihrr nicht frressen Friichte von Apfelbaum? Apfelbaum Kollektiveigentum !<br \/>\nDa Genosse Adam Adamowitsch und Genossin Eva Evanowna niccht chaben rrichtig studierrt Marrxismus\/Leninismus, chaben sie gefrressen Friichte von Apfelbaum.<br \/>\nAls GPU dies chat gemeldet, warrd grro\u00dfes Natschalnik Iwan Chottowitsch seehrr beese und unserr allerr V\u00e4terrchen, Genosse Stalin chat gedrroht mit Gulag in Sibirrien.<br \/>\nNun mu\u00dften Genosse Adam Adamowitsch und Genossin Eva Evanowna abgeben Dokument f\u00fcr Komsomol und viele Stunden iiben Krritik und Selbstkrritik, dann mussten sie verrlassen Garrten Eden, Kolchos Typ drei, Kollektiveigentum.<br \/>\nWeiterrchin chat grro\u00dfes Natschalnik ihnen auch gegebben, Kommunismus, Sozialismus, Leninismus, Stalinismus, Maoismus, Chrrustschow, Ulbrricht, Maisanbau, Rinderoffenst\u00e4lle, Warrtburg, Trrabant, Moskwitsch und Saporosch &#8211; ohne Errsatzteile&#8230;..<br \/>\nUnd sie warrden gestrraft ihrr Lebben lang!<\/p>\n<p><strong>Ulbrichtwitze<\/strong><\/p>\n<p><strong>D<\/strong>er Lehrer sagt zu einem Kind in der Schule, es soll mit &#8220;Freundschaft&#8221; gr\u00fc\u00dfen. Der Vater des Kindes aber sagt, es soll &#8220;Guten Tag&#8221; sagen. Das Kind schreibt, um Klarheit zu bekommen, an Walter Ulbricht und dieser antwortet: &#8220;Solange ich in der DDR etwas zu sagen habe, wird es keinen guten Tag geben.&#8221;<\/p>\n<p>Wer ist der schlechteste Skatspieler aller Zeiten?<br \/>\nWalter Ulbricht. Der reizt bis 13 &#8211; dann f\u00e4ngt er an zu mauern!<\/p>\n<p><strong>W<\/strong>er ist der gr\u00f6\u00dfte Feldherr der Weltgeschichte? Walter Ulbricht ! Er schlug zwei Millionen Menschen in die Flucht und nahm 17 Millionen gefangen.<\/p>\n<p><strong>W<\/strong>alter Ulbricht und seine Frau Lotte fahren im Auto \u00fcbers Land. Da sehen sie einen Bauern auf der Strasse Pferde\u00e4pfel zusammenkehren. Walter l\u00e4sst halten und fragt den Bauern: &#8220;Guder Mann, nu, wof\u00fcr brauchen sie die Pferde\u00e4pfel?&#8221;<br \/>\nAntwortet der Bauer: &#8220;Die kommen auf die Erdbeeren!&#8221;<br \/>\nSagt Walter zu Lotte: &#8220;Siehsde Lodde, nu, es muss nicht immer Schlagsahne sein!&#8221;<\/p>\n<p><strong>W<\/strong>arum klebten die Ulbricht-Briefmarken immer so schlecht? Die Leute spuckten alle auf die falsche Seite.<\/p>\n<p><strong>U<\/strong>lbricht stirbt und kommt nat\u00fcrlich in die H\u00f6lle. Der Teufel fragt Ulbricht: &#8220;Wo m\u00f6chtest du hin, in die kapitalistische oder die sozialistische H\u00f6lle?&#8221; Darauf antwortet Ulbricht: &#8220;Den Sozialismus kenne ich ja nun schon, zeige mir doch einmal den Kapitalismus!&#8221; Der Teufel \u00f6ffnet eine T\u00fcr und Ulbricht schaut hinein. Er sieht ein paar Gestallten, die auf Nagelbrettern sitzen und liegen. &#8220;Nein, &#8230; &#8221; sagt Ulbricht &#8220;&#8230; da m\u00f6chte ich nicht hin, den ganzen Tag auf diesen N\u00e4geln, das tut doch weh. Ich gehe lieber wieder in den Sozialismus.&#8221; Der Teufel schloss die T\u00fcr, ging zur n\u00e4chsten und \u00f6ffnete diese. Da sa\u00dfen Gestalten in der Mitte des Raumes und diskutierten. Ulbricht trat ein und fragte: &#8220;Was macht ihr denn da?&#8221; Eine Gestalt erhob sich und sagte: &#8220;Na was wohl, haben wir Bretter, haben wir keine N\u00e4gel. Haben wir N\u00e4gel, haben wir keine Bretter. Haben wir beides, machen wir erstmal eine Arbeitsversammlung mit anschlie\u00dfender Arbeitsschutzbelehrung!&#8221;<\/p>\n<p><strong>U<\/strong>lbricht liegt im Sterben unter einem Sauerstoffzelt. Honecker kommt ihn besuchen und fragt wie es ihm geht. Darauf r\u00f6chelt Ulbricht nur, deutet an, einen Stift und Papier haben zu wollen, bekommt diese Dinge von Honni, schreibt etwas auf und stirbt.<br \/>\nHonni nimmt den Zettel und rennt ins Ministerium. Laut ruft er: &#8220;Genossen, Walter Ulbricht ist gestorben!&#8221;<br \/>\nAlle wollen wissen wer sein Nachfolger sei. Honni gibt an, da\u00df Ulbricht nichts mehr sagen konnte, er h\u00e4tte jedoch etwas aufgeschrieben.<br \/>\nEr nimmt den Zettel aus der Tasche und liest vor: &#8220;Lieber Erich Du stehst auf meinem Sauerstoffschlauch!&#8221;<\/p>\n<p><strong>W<\/strong>alter Ulbricht ist auf Staatsbesuch in China. Nach dem Staatsakt unterh\u00e4lt man sich in gel\u00f6ster, privater Atmosph\u00e4re.<br \/>\n<strong>U<\/strong>lbricht: &#8220;Nusachemal Mao, wie viel Gegner hast Du&#8217;n eischentlich?&#8221;<br \/>\nMao: &#8220;Na so ungef\u00e4hr 1,3%.&#8221;<br \/>\nUlbricht:: &#8220;Mmh, &#8230;.&#8221;<br \/>\nEinige Bedenkminuten sp\u00e4ter.<br \/>\nUlbricht: &#8220;Nusachemal Mao wie viele sind denn das?&#8221;<br \/>\nMao: &#8220;Ja so etwa 17 Millionen.&#8221;<br \/>\nSp\u00e4ter &#8211; Ulbricht: &#8220;Ja, mehr hab ich auch nicht.&#8221;<\/p>\n<p><strong>A<\/strong>ls Walter Ulbricht gestorben war, sprach sich das nat\u00fcrlich im Himmel herum. Marx, Engels, Lenin und Th\u00e4lmann warteten 2 Wochen lang auf ihn. Dann gingen sie zu Petrus, um zu fragen, wo denn Ulbricht solange bleiben w\u00fcrde. Darauf meinte Petrus: &#8220;Tja Jungs, Ulbricht hat Himmelfahrt abgeschafft nu muss er loofen.&#8221;<\/p>\n<p>In Dresden, am Sockel des Goldenen Reiters (<em>Standbild August des Starken &#8211; Kurf\u00fcrst von Sachsen<\/em>) soll in den F\u00fcnfzigern mal ein Schild gehangen haben mit folgender Aufschrift:<br \/>\n<strong>L<\/strong>ieber August steig hernieder<br \/>\nund regier uns Sachsen wieder<br \/>\nlass in diesen schlechten Zeiten<br \/>\nlieber Walter Ulbricht reiten!<\/p>\n<p><strong>W<\/strong>alter Ulbricht besucht mit einer Delegation hochrangiger Genossen die staatliche Porzellanmanufaktur Mei\u00dfen. Nach dem Rundgang erkl\u00e4rt der Direktor, dass sich der Staatsratsvorsitzende im Verkaufsraum jetzt ein Teil als Geschenk aussuchen darf. Ulbricht nuschelt: &#8220;Ich m\u00f6chte die sch\u00f6ne rote Vase, die dort neben der T\u00fcr steht!&#8221; Direktor: &#8220;Genosse Ulbricht, wollen Sie nicht lieber eine dieser herrlichen Tassen oder Teller in Kobaltblau, oder diese Obstschale mit Herbstlaubmuster???&#8221; Ulbricht: &#8220;Nein, ich m\u00f6chte die sch\u00f6ne rote Vase, die dort neben der T\u00fcr steht.&#8221;<br \/>\nDer Direktor fl\u00fcsternd: &#8220;Genosse Staatsratsvorsitzender, das ist der Feuerl\u00f6scher&#8230;&#8221;<\/p>\n<p><strong>I<\/strong>n einer DDR-Schule fragt der Lehrer seine Sch\u00fcler: \u00bbWas ist ein Trauerfall?\u00ab<br \/>\nEin Sch\u00fcler steht auf:<br \/>\n\u00bbEin Trauerfall w\u00e4re, wenn ich meine Briefmarkensammlung verl\u00f6re.\u00ab<br \/>\n\u00bbNein\u00ab, antwortet der Lehrer, \u00bbdas w\u00e4re ein Verlust.\u00ab<br \/>\nEin zweiter Sch\u00fcler sagt:<br \/>\n\u00bbEin Trauerfall w\u00e4re, wenn wir beim Ballspielen eine Fensterscheibe einschlagen w\u00fcrden.\u00ab<br \/>\n\u00bbNein\u00ab, sagt der Lehrer, \u00bbdas w\u00e4re ein Schaden.\u00ab<br \/>\nDa steht ein dritter Sch\u00fcler auf:<br \/>\n\u00bbEin Trauerfall w\u00e4re, wenn Walter Ulbricht st\u00fcrbe.\u00ab<br \/>\n\u00bbRichtig\u00ab, sagt der Lehrer, \u00bbdenn das w\u00e4re weder ein Verlust noch ein Schaden.\u00ab<\/p>\n<p><strong>F<\/strong>rau Wirtin hatte einen Sohn,<br \/>\nder war im Puff Kassierer.<br \/>\nEr ging in die Sowjetunion,<br \/>\nsp\u00e4ter ward er unser F\u00fchrer.<\/p>\n<p><strong>Witze aus dem Tschechland<\/strong><br \/>\nDie Sowjets haben die Tschechoslowakei befreit. Danach unterh\u00e4lt sich ein Tscheche mit einem sowjetischen Offizier. Er fragt ihn neugierig nach dem Leben in der Sowjetunion aus.<br \/>\nDer sowjetische Offizier, politisch gut geschult, erz\u00e4hlt von dem wunderbaren Leben im kommunistischen Reich. Alles gibt es da, Lebensmittel in H\u00fclle und F\u00fclle, Fabriken aller Art usw. Da fragt der Tscheche:<br \/>\n\u00bbUnd haben Sie auch Apfelsinen?\u00ab<br \/>\n\u00bbJa nat\u00fcrlich\u00ab, antwortet der Russe, \u00bbwir haben mehrere Betriebe, die Apfelsinen produzieren.\u00ab<\/p>\n<p>Ein sowjetischer Tourist besucht den Prager Zoo, begleitet von einem tschechischen Fremdenf\u00fchrer:<br \/>\n\u00bbHier ist ein L\u00f6we\u00ab, sagt der Tscheche. Darauf der Russe:<br \/>\n\u00bbDas soll ein L\u00f6we sein? Bei uns in der Sowjetunion gibt es L\u00f6wen, die sind f\u00fcnfmal so gro\u00df wie dieser da.\u00ab<br \/>\n\u00bbUnd hier sind Affen\u00ab, sagt der Tscheche.<br \/>\n\u00bbAch, wenn Sie unsere sowjetischen Affen sehen w\u00fcrden, die sind zehnmal so gro\u00df.\u00ab<br \/>\nAls sie zu den Schildkr\u00f6ten kommen, sagt der Tscheche: \u00bbUnd hier haben Sie Wanzen.\u00ab<br \/>\n\u00bbNa ja\u00ab, gibt der Russe zu, \u00bbsolche gro\u00dfen haben wir nicht, aber daf\u00fcr bestimmt viel mehr als Sie in der Tschechoslowakei.\u00ab<\/p>\n<p>In Prag auf dem Wenzelplatz stehen zwei Wagen, ein Rolls Royce und ein Moskwitch. Ein Tscheche fragt einen anderen: \u00bbNa, welcher Wagen gef\u00e4llt Ihnen besser, ha?\u00ab<br \/>\n\u00bbMir\u00ab, sagt der andere, \u00bbmir gef\u00e4llt der Moskwitch.\u00ab<br \/>\n\u00bbSie, wissen Sie \u00fcberhaupt etwas \u00fcber Autos?\u00ab<br \/>\n\u00bb\u00dcber Autos schon, aber \u00fcber Sie nichts.\u00ab<\/p>\n<p><strong>Zonenspezifische Witze<\/strong><br \/>\n<strong>O<\/strong>stberlin bei Nacht, leer, dunkel. Pl\u00f6tzlich h\u00f6rt man, wie jemand das Deutschlandlied singt. Sofort erscheint eine Vopo-Streife. \u00bbWarum haben Sie das Deutschlandlied gesungen?\u00ab<br \/>\n\u00bbWeil niemand erschienen ist, als ich Hilfe gerufen habe.\u00ab<\/p>\n<p><strong>D<\/strong>ie DDR hat ihr eigenes Nationalgericht: Ged\u00e4mpfte Zunge.<\/p>\n<p><strong>I<\/strong>ch plane, du planst, er plant &#8211; was f\u00fcr eine Zeit ist das? Das ist die vertr\u00f6delte Zeit.<\/p>\n<p><strong>W<\/strong>arum haben die Bienen eine K\u00f6nigin und keinen Ersten Sekret\u00e4r?<br \/>\nWenn sie einen Sekret\u00e4r h\u00e4tten, dann g\u00e4be es Schei\u00dfe und keinen Honig.<\/p>\n<p><strong>I<\/strong>n einer Ostdeutschen Schule fragt der Erdkundelehrer:<br \/>\n\u00bbWie kann man ohne Kompass nachts die Himmelsrichtungen erkennen?\u00ab<br \/>\nEiner der Sch\u00fcler antwortet:<br \/>\n\u00bbMan muss auf einen Baum klettern und sehen, wo die n\u00e4chste Eisenbahnlinie ist.\u00ab<br \/>\n\u00bbNa, und was hast du davon?\u00ab fragt der Lehrer<br \/>\n\u00bbGanz einfach, man beobachtet die G\u00fcterz\u00fcge. Wenn man lange vollgeladene G\u00fcterz\u00fcge sieht, dann ist die Richtung, in der sie fahren, Osten.\u00ab<\/p>\n<p><strong>W<\/strong>as ist Wissenschaft?<br \/>\nDas ist die Suche nach einer schwarzen Katze in einem stockdunklen Raum.<br \/>\nWas ist Philosophie?<br \/>\nDas ist die Suche nach einer schwarzen Katze in einem stockdunklen Raum, wenn keine Katze nicht vorhanden ist.<br \/>\nWas ist Dialektik?<br \/>\nDas ist die Suche nach einer schwarzen Katze in einem stockdunklen Raum, wenn die Katze nicht da ist, wobei aber der Suchende ruft: \u201eIch hab sie, ich hab sie.\u201c<\/p>\n<p><strong>A<\/strong>uf einer Parteiversammlung schildert der Redner die Perspektiven des zuk\u00fcnftigen Lebens im Kommunismus: \u00bbWir werden diese gl\u00fcckliche Zeit vielleicht nicht mehr erleben, aber ganz bestimmt unsere Jugend!\u00ab<br \/>\nDa steht ein alter Arbeiter auf und unterbricht den Redner: \u00bbNa, das w\u00e4re die richtige Strafe f\u00fcr diese verdorbenen Gammler.\u00ab<br \/>\nDie Versammlung geht weiter, der Parteisekret\u00e4r ist bei den vielen Erfolgen der Republik angekommen, als von hinten jemand fragt: &#8220;Alles ganz gut und sch\u00f6n, aber was ist mit Schei\u00dfpapier?&#8221;<br \/>\nDer Redner \u00fcberh\u00f6rt die Frage&#8230;<br \/>\nKurz darauf: &#8220;Kollege, was ist nun mit Schei\u00dfpapier?&#8221;<br \/>\nKeine Reaktion von vorne.<br \/>\n&#8220;Jetzt reicht es aber! Was ist nun los mit Schei\u00dfpapier?&#8221;<br \/>\nDer Redner br\u00fcllt zur\u00fcck: &#8220;Leck mich doch am Arsch!&#8221;<br \/>\nKommt von hinten: &#8220;Das w\u00e4re aber auch nur eine Zwischenl\u00f6sung&#8230;&#8221;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong> F<\/strong>rau Wirtin hatte ein Kanapee,<br \/>\ndrauf v\u00f6gelte die SED.<br \/>\nDoch nur die jungen Bengels,<br \/>\ndie alten sa\u00dfen drum herum<br \/>\nund lasen Marx und Engels.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teile des Vorwortes sind von Alexander Drozdzynski &#8211; &#8220;Der politische Witz im Ostblock&#8221;, 1974, Droste Verlag, D\u00fcsseldorf &#8211; abgekupfert. &#8220;&#8230;Es gibt keinen Zirkus ohne Clown. So ein Zirkus w\u00e4re langweilig. Ein Clown geh\u00f6rt zum Wesen des Zirkus. Es gibt auch keinen politischen Zirkus ohne politische Clowns. Zwar konnte im Laufe der Geschichte so mancher Alleinherrscher [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[55,9,18],"tags":[],"class_list":["post-269","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-alltaeglicher-wahnwitz","category-bucher","category-zonenwitze"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/269","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=269"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/269\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45257,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/269\/revisions\/45257"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=269"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=269"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=269"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}