{"id":27539,"date":"2015-12-14T22:03:40","date_gmt":"2015-12-14T21:03:40","guid":{"rendered":"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=27539"},"modified":"2024-03-02T02:40:08","modified_gmt":"2024-03-02T01:40:08","slug":"ansichtssache-in-der-mitteldeutschen-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=27539","title":{"rendered":"Ich zitiere: ANSICHTSSACHE aus der MiZe"},"content":{"rendered":"<p>Am DONNERSTAG, 10. DEZEMBER 2015, gab es in der Mitteldeutschen Zeitung den folgenden Artikel von<span style=\"font-size: medium;\"> Andreas Montag:<\/span> <b>Maulkorb bitte!<\/b><br \/>\nHier der Text:<br \/>\n<i>Wie einem plappernde Reisegef\u00e4hrten den letzten Nerv rauben k\u00f6nnen.<\/i><br \/>\n<em>Bahnfahren k\u00f6nnte so sch\u00f6n sein. Wenn blo\u00df die Reisenden nicht w\u00e4ren. Gleiches muss man leider auch aus Bussen und Stadtbahnen vermelden &#8211; \u00fcberall herrscht das gleiche betr\u00fcbliche Bild. Oder besser: Die gleiche Tonlage. Es wird telefoniert, bis die Smartphones gl\u00fchen. Und mit dem Sitznachbarn gequasselt, dass dem unfreiwilligen Zuh\u00f6rer bald die Sch\u00e4deldecke hochgeht.<\/em><br \/>\n<em>So geschehen gestern morgen, im ICE von Rostock nach M\u00fcnchen. Als ich am Berliner Bahnhof<\/em> <em>Gesundbrunnen einstieg, war noch alles gut. Es regnete zwar, aber die Bahn war trotzdem p\u00fcnktlich. Ich fand einen netten Platz, alles schien bestens. Am Hauptbahnhof der Hauptstadt, der n\u00e4chsten Station, erfreute mich das englische Gekn\u00f6del des Zugbegleiters, der den dort Aussteigenden ein herzliches \u201eSs\u00e4nk Ju for tschuhsing de Deutsche Bahn\u201c f\u00fcr ihr weiteres Leben mitgab. Wunderbar. Bis zum Halt in Berlin-S\u00fcdkreuz. Dort enterte ein offensichtlich aus dem S\u00fcddeutschen stammender Mann den Waggon und lie\u00df sich hinter mir nieder &#8211; neben eine \u00e4ltere Dame, die von Berlin nach Weimar fahren wollte.<\/em><br \/>\n<em>Das war schnell gekl\u00e4rt.<\/em><br \/>\n<em>Dann aber \u00f6ffnete der Herr sein volles Herz: Vom Wetter und der falschen Kleidung ging es zur politischen Lage. Auch der Wohnungs- und Immobilienmarkt kam zur Sprache &#8211; bis hin zu Mietschuldnern, die man am besten fr\u00fch um sechs aus dem Bett holen sollte, und sei es in der Unterhose.<\/em><br \/>\n<em>Es h\u00f6rte bis Halle nicht auf. Liebe Deutsche Bahn, kann man nicht eine Maulkorbpflicht f\u00fcr Reisende erlassen? Bitte!<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Beginne mal mit einem Erlebnis vom 1. November. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Wir waren in Potsdam wegen des \u201eHoll\u00e4ndischen Stoffmarktes\u201c und radelten anschlie\u00dfend nach Berlin zur\u00fcck &#8211; allerdings nur bis zur S-Bahn Wannsee. Die Scheffin wollte den \u201eHeiligen See\u201c noch umrunden, anschlie\u00dfend war der ber\u00fchmte Biergarten von <i>Klein Glienicke<\/i> als Treffpunkt auserkoren. OK, ich wollte stattdessen in der <a title=\"Garage\" href=\"Garage\">Garage<\/a> ein Kaffee schl\u00fcrfen. Massenhaft noch Platz in der herrlichen Sonnen, kommt ein Typ an und fragt, ob er sich zu mir an den Tisch setzen k\u00f6nnte. \u201eKlar, kein Problem! Du darfst aber nicht anfangen und dir mit deiner Kommunikationsprothese einen runter zu holen!\u201c <\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-size: medium;\">W\u00fcrde mir nie einfallen!\u201c kam lachend von ihm. Anschlie\u00dfend quatschten wir noch fast eine Stunde, dann erfolgte seinerseits die Frage: \u201eHast du denn \u00fcberhaupt ein Handy?\u201c<\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-size: medium;\">Nat\u00fcrlich, das <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/53562527345\/in\/datetaken-public\/\">Teil<\/a> benutze aber nur ich! Langsam haben es alle Freunde und Bekannten geschnallt, dass nur von mir aus gesendet wird, wenn es unbedingt notwendig ist. Alle paar Wochen schalte ich dann mal morgens im Caf\u00e9 die M\u00f6hre an, weil <\/span><span style=\"font-size: medium;\">trotzdem <\/span><span style=\"font-size: medium;\">immer mal wieder jemand versucht, mich zu erreichen&#8230;\u201c<\/span><br \/>\n<!--more--><span style=\"font-size: medium;\">Letztens fuhr ich das erste Mal mit einem Fernbus nach Stuttgart, dass man dort eingepfercht herumh\u00e4ngt wie in einer 747, ist der Preis f\u00fcr den billigen Trip, da kann man auch nicht meckern. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Aber!<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Kurz vor dem Einstieg kennt mich dann mein Weib nicht mehr, hockt aber genauso wie in der Bahn immer ganz in meiner N\u00e4he, da sie an meiner Art partizipiert. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Es geschah, wie es kommen musste. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Kaum sitzen die mitteilungsbed\u00fcrftigen Flachzangen, schon wird das kleine Teil angeworfen. Mein erster Einwand ist ewig, ob die Leute nicht wesentlich lauter sprechen k\u00f6nnen, da wir alle auch Interesse an ihren verbalen D\u00fcnnschiss h\u00e4tten. Zwei Leute beendeten darauf sofort ihr Gespr\u00e4ch. Bis N\u00fcrnberg war in der unmittelbaren Umgebung totale Ruhe. Dann stieg so ein junger Knabe zu, der den ganzen Gang erst ablatschte, dann hinten kehrtmachte und sich neben einer h\u00fcbschen Schnecke platzierte, fast auf gleicher H\u00f6he neben mir. Der Wuschelkopf erkundigte sich \u00fcbertrieben h\u00f6flich nach dem freien Platz, kam aber anschlie\u00dfend nicht sofort auf die Idee, dass jenes M\u00e4del vielleicht ihre Ruhe haben wollte. Dabei hinterlie\u00df er bei mir den Eindruck, der hat sicher demn\u00e4chst sein c<i>oming out<\/i>, dann w\u00fcrden ihn h\u00fcbsche Schlitzpisser sowieso nicht mehr interessieren &#8211; also die Kommunikationsprothese aktiviert. Dabei st\u00f6rte sein dusseliges Gequatschte meine Mucke in den Lauschern. Nach dem zweiten Gespr\u00e4ch tippte ich ihn recht derb am Oberarm an, \u201eTschuldigung, also mir ist vollkommen wurscht, dass du so laut quatscht. Allerdings tust du mir sehr leid!\u201c <\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-size: medium;\">Weshalb?\u201c<\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-size: medium;\">So jung an Jahren und bereits so heftig chronisch unterv\u00f6gelt, denn sonst w\u00fcrdest du ja nicht so unversch\u00e4mt laut verbal wichsen! Jetzt darfst du weiter machen!\u201c <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Seine attraktive Sitznachbarin grinste dabei sehr belustigt, leicht unversch\u00e4mt zu mir r\u00fcber&#8230;<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Die n\u00e4chsten vier Stunden ward Ruhe in meiner N\u00e4he, nebenher bekommen solche Arschgeigen auch noch meine Karte:<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-37034 alignleft\" src=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Visitenkarte-300x113.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"113\" srcset=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Visitenkarte-300x113.jpg 300w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Visitenkarte-1024x387.jpg 1024w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Visitenkarte-150x57.jpg 150w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Visitenkarte-768x290.jpg 768w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Visitenkarte-624x236.jpg 624w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Visitenkarte.jpg 1061w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/span><span style=\"font-size: medium;\">Hier Links zu Geschichten vergleichbarer Art, wobei die erstere aber leichte Folgen hatte: <strong><a title=\"Nummer 1\" href=\"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=1252\">Nummer 1<\/a><\/strong> und <a title=\"Nummer 2\" href=\"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=1146\"><strong>Nummer 2.<\/strong><\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Wei\u00df gar nicht, ob ich jemals den Ausgang im Blog versenkte.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Wochen nach der Anzeige trudelte ein Briefchen vom Amtsgericht ein, nach Zahlung eines Bu\u00dfgeldes von 200 Euronen k\u00e4me es zu keinem Prozess. Erhob Einspruch, da ich immer noch darauf setzte, dass der Prozess wegen Geringf\u00fcgigkeit eingestellt w\u00fcrde &#8211; aber Scheibenhonig!<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Eine Stunde vor Prozessbeginn taten sich die Securities an mir g\u00fctig, was mir einen bannigen Spa\u00df bereitete. Ich bestand n\u00e4mlich auf die korrekte Aufzeichnung des Inhaltes meiner Weste, wobei sich fast 100 Kleinteile in ihr befanden. Nach 20 Minuten wurde eine Sonderregelung gefunden, der Rest musste nicht mehr hervorgekramt werden, sie bunkerten die ganze Klamotte&#8230;<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Zur Verhandlung war der kleine Saal recht gut gef\u00fcllt, es fand scheinbar eine Demonstration f\u00fcr \u00a7\u00a7-Lehrlinge und gelangweilten Gaffer statt. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Mann, war der Richter ein Triefsocke, auf die Frage nach dem Familienstand konnte er mit meiner Auskunft nichts anfangen und hakte irritiert nach &#8211; \u201eIch lebe seit geraumer Zeit in einer staatlich sanktionierten Zweierbeziehung.\u201c <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Auf meine Antwort, mit welchem Beruf ich mein Lebensunterhalt bestreiten w\u00fcrde, ging er nach einem Fingerzeig der Protokollantin nochmals ein. Ihr fiel die Ungereimtheit auf, denn als Beruf hatte ich <i>Staureporter<\/i> und <i>politischer Beobachter<\/i> angegeben. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Nach der Aufkl\u00e4rung, dass es sich bei mir um einen Hausmann handelte, kam nach es nach wenigen Minuten zum Abbruch der Verhandlung, weil das Scheffchen mich darauf aufmerksam machte, dass s\u00e4mtliche weiteren Kosten meine Gattin blechen m\u00fcsste &#8211; runde 400 M\u00fccken liefen letztendlich auf. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Ein <i>netter<\/i> Zug war der Verzicht des Zeugengeldes der Kl\u00e4gerin, obwohl der Richter sie dazu dr\u00e4ngen wollte. Vor dem Gerichtssaal verabschiedeten wir uns dann per Handschlag von einander, hierbei kam es sogar noch zu einem leichten Eingest\u00e4ndnis von Peinlichkeit ihrerseits und telefonieren wollte sie auch nicht mehr in der \u00d6ffentlichkeit&#8230; <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><b>Fu\u00dfnote:<\/b><\/span><span style=\"font-size: medium;\"> Zweimal besa\u00df ich <\/span><a title=\"Handyblocker\" href=\"http:\/\/www.handyblocker.to\/produkte-shop-tragbare-stoersender.htm\">Handyblocker<\/a>, nicht gr\u00f6\u00dfer als eine <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/53561199067\/in\/datetaken-public\/\">Zigarettenschachtel,<\/a> geile Dinger! Leider gab der erste bereits nach 14 Tagen seinen Geist auf, er stammte aus Japan und kostet keine 50 EU, machte allerdings nur das D2-Netz platt. Der zweite kam aus indischer Produktion, 80 US$, und sollte alle in Europa vorhandenen Frequenzen st\u00f6ren, nach kurzer Zeit gab es totaleProbleme mit D2. Beide Ger\u00e4te hatten eine Reichweite von ca. 15 Metern und sie bereiteten m\u00e4chtig viel Spa\u00df, besonders in der U-Bahn, wenn Rudel von Kids, nach Schulschluss, den Waggon st\u00fcrmten. Dann wurde das Teil immer mal an und aus gestellt&#8230;<\/p>\n<p><strong>PS:<\/strong> <a title=\"Telefongeschichten der nostalgischen Art\" href=\"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=1116\">Telefongeschichten der nostalgischen Art<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am DONNERSTAG, 10. DEZEMBER 2015, gab es in der Mitteldeutschen Zeitung den folgenden Artikel von Andreas Montag: Maulkorb bitte! Hier der Text: Wie einem plappernde Reisegef\u00e4hrten den letzten Nerv rauben k\u00f6nnen. Bahnfahren k\u00f6nnte so sch\u00f6n sein. Wenn blo\u00df die Reisenden nicht w\u00e4ren. 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