{"id":29138,"date":"2016-12-22T21:17:10","date_gmt":"2016-12-22T20:17:10","guid":{"rendered":"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=29138"},"modified":"2018-01-14T11:32:19","modified_gmt":"2018-01-14T10:32:19","slug":"der-weisse-aethiopier-leichnsache-zernik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=29138","title":{"rendered":"Der wei\u00dfe \u00c4thiopier &#038; Leichensache Zernik"},"content":{"rendered":"<p>Wegen der Russengeschichten nahm ich <a title=\"Der wei\u00dfe \u00c4thiopier\" href=\"http:\/\/www.daserste.de\/unterhaltung\/film\/filme-im-ersten\/videos\/der-weisse-aethiopier-102.html\"><i>Der wei\u00dfe \u00c4thiopier<\/i><\/a> auf, nach einem sp\u00e4teren Blick ins reduzierte Programmheft aus der <i>Berliner Zeitung<\/i> auch noch den <a title=\"1972er Krimi.\" href=\"http:\/\/www.mdr.de\/tv\/programm\/sendung654876.html\">1972er Krimi.<\/a> Beide Filme zog ich mir nachmittags ein.<br \/>\nZum Inhalt des ersten Streifens kann ich eigentlich <i>nich ville<\/i> sagen, wegen der merkw\u00fcrdigen Untertitelung lief alles fortw\u00e4hrend im Schnelldurchlauf, da ich nicht viel lesen konnte. Unverst\u00e4ndlich f\u00fcr mich, weshalb pinseln sie eigentlich keine schwarze Schrift auf gelbe Hintergrundstreifen?<br \/>\nManchmal kam mir das Filmchen als reichliche gutmenschelnde Seifenoper r\u00fcber.<br \/>\nWitzig fand ich aber zum Schluss jene Einspielung, als die Richterin vollkommen \u00fcberfl\u00fcssig, pl\u00f6tzlich auf der Stra\u00dfe eine Fluppe schnurrte, die sie dann mit ihrem Widerpart rauchte. In dem Moment werden viele Antirauchermoralisten aufgejault haben, m\u00f6glicherweise wurde deshalb anschlie\u00dfend eine Anzeige erstattet.<br \/>\nDie Zernigeschichte ist damals an mir vorbeigegangen, der eigentlich Fall war aber bekannt.<br \/>\nWollte wegen zweier Darstellen mal sehen, wie sie in einem Film agierten &#8211; B\u00f6we und Drinda &#8211; zu beiden kamen n\u00e4mlich komische Erinnerungen hoch.<br \/>\nErsteren hatte ich zu meiner Bereitschaftsbullenzeit im Hallenser Theater erstmals erlebt.<br \/>\nWollte man im Zirkus einen auf Kultur machen, ging es im Rudel per Lkw ins Theater und nach der Vorstellung bekam jeder noch f\u00fcr den Rest des Tages seine Ausgangskarte, um die es eigentlich ging. Von Vorteil war aber auch noch eine anderer Sachverhalt. Die Uniform konnte saumistig ausschauen, im <i>Ehrenkleid<\/i> kamst du dann trotzdem problemlos in alle Kulturtempel der <i>gehobeneren Art.<\/i><br \/>\n<!--more-->Eigentlich war klar, dass an solchen Abenden nichts mehr mit <i>entsaften<\/i> war, da blieben nach 22 Uhr nur recht herbe Ladies \u00fcbrig, wie die <i>Kellerfickerin<\/i> oder <i>Wodka-Erna<\/i> aus dem <em>Promendaden-Caf\u00e9<\/em>. Deshalb wurde sich anschlie\u00dfend oft nur noch kurz und heftig die Kante gegeben&#8230;<br \/>\nDrinda erlebte ich zu Beginn der 1970er erstmalig im <i>Deutschen Theater, <\/i>nur dort und im BE war es damals m\u00f6glich auch in Jeans hineinzukommen. Allerdings wurden bei sehr verwegen aussehenden Zeitgenossen auch schon mal P\u00e4sse verlangt, der Wessi kam dann anstandslos in selbige H\u00fctten&#8230;<br \/>\nAn jenem Abend lief <a title=\"Der Drache\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Drache_(Drama)\"><i>Der Drache<\/i><\/a> von Jewgnij Schwarz und mittendrin ein bezechter Hotte Drinda. Was Ausstattung und Akteure betrafen, kam das St\u00fcck affenscharf r\u00fcber. Etwas fanden wir an dem Abend wieder br\u00fcllend komisch, da wurde kreischend gelacht, es gab permanent Szenenapplaus und jeder Wessi outete sich durch ratloses Umherschauen, da keiner von ihnen die ganz spezifischen Pointen raffte.<br \/>\nWochen sp\u00e4ter, gleicher Ort, Horsti machte einen vollkommen n\u00fcchternen Eindruck und agierte vollkommen langweilig&#8230;<br \/>\nWas die Kulissen angingen, da musste 1972 absolut nicht neues geschaffen werden, 20 Jahre sp\u00e4ter sah es in der Friedrichshainer Ecke sogar noch etwas heruntergekommener aus.<br \/>\nWas mich wunderte, in dem Film stellte man die f\u00fchrende Rolle der Ost-Kripoangeh\u00f6rigen nicht \u00fcber das Ermittlungsniveau der Kollegen in Westberlin. Lag vielleicht daran, dass Onkel WU&#8217;s Stern bereits am Untergehen begriffen ward und viele bereits auf kommendes Tauwetter unter dem Saarl\u00e4ndischen Dachdecker hofften.<br \/>\nAllerdings schienen die Frisuren, weder von der Polente, noch weniger von den amerikanischen und sowjetischen Besatzern in die Zeit zupassen, au\u00dferdem hatte das Konterfei vom Tischler aus Guben, 1948 noch nichts an der Wand eines Polizeib\u00fcros zu suchen!<br \/>\nDer Film kann ohne weiteres als gutgemachtes Zeitdokument angesehen werden!<br \/>\nHier noch der Tip f\u00fcr einen <a title=\"Kriminalroman\" href=\"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=21697\">Kriminalroman<\/a> von Pavel Kohout, seine <a title=\"Sternstunde der M\u00f6rder,\" href=\"http:\/\/www.krimi-couch.de\/krimis\/pavel-kohout-sternstunde-der-moerder.html\"><i>Sternstunde der M\u00f6rder<\/i><\/a> zwar eine fiktive Story, aber spannend und ungew\u00f6hnlich&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wegen der Russengeschichten nahm ich Der wei\u00dfe \u00c4thiopier auf, nach einem sp\u00e4teren Blick ins reduzierte Programmheft aus der Berliner Zeitung auch noch den 1972er Krimi. 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