{"id":3000,"date":"2009-07-15T00:35:30","date_gmt":"2009-07-14T23:35:30","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=3000"},"modified":"2009-07-15T00:38:49","modified_gmt":"2009-07-14T23:38:49","slug":"stadtleben-party-dach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=3000","title":{"rendered":"Stadtleben-Party-Dach"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/Stadtleben-Party-Dach;art125,2846990\">Der Tagesspitzel<\/a><\/p>\n<p>Eigentlich b\u00fcrgt der Name \u201eWlada Kolosawa&#8221; f\u00fcr eine Art von Qualit\u00e4t, die mir nichts sagt. Finde ich aber O.K., wenn jemand seine Br\u00f6tchen so verdient, sei es nur, dass er Fragen beantwortet die eigentlich niemand stellt und daraus Artikel fabriziert. Diesen Ulk verbuche ich unter der Rubrik: Zeitgeist. Gut, die Euros liegen auf der Stra\u00dfe, man muss sich nur b\u00fccken.<br \/>\nMit diesem Artikel hat jemand versucht einer Leiche neues Leben einzuhauchen, oder?<br \/>\nGott noch mal, wo habe ich alles Feten gefeiert, schon zu Zonenzeiten kannte die Phantasie keine Grenzen und alles ohne Kommunikationsprothesen und Emils.<br \/>\nScheinbar g\u00e4be es ohne Handy und Bit-M\u00f6hre diese Zusammenk\u00fcnfte \u00fcberhaupt nicht. Wenn mir die im Artikel beschrieben Klientel \u00fcber den Weg l\u00e4uft, kann ich immer wieder feststellen, die haben oft halb so viel Jahre auf ihrem Buckel, sind aber schon doppelt so tot&#8230;<!--more--><\/p>\n<p>Dann fiel mir eine Form von Fete ein&#8230;<br \/>\n1981, als der SPD-Politlangweiler Ha-Jo Vogel kurzzeitig Regierenden B\u00fcrgermeister spielen durfte, hing ich auf dem Berlin-Kolleg rum. Lag in meiner sozialen H\u00e4ngematte und tat nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig viel, um ein Neckermann-Abitur hin zulegen.<br \/>\nIn der ehemaligen Reichshauptstadt ging es damals \u00fcberall drunter und dr\u00fcber.<br \/>\nNebenbei jobbte ich und reiste viel, eigentlich h\u00e4tte meine Knete reichen m\u00fcssen &#8211; monatlich standen mir \u00fcber 900 M\u00e4rker zur Verf\u00fcgung &#8211; H\u00f6chstsatz an Baf\u00f6g und 300 Glocken von einer Stiftung, diese Knete gab es zus\u00e4tzlich f\u00fcr \u201eOpfer des Stalinismus&#8221;.<br \/>\nMeine Zweizimmerbude, K\u00fcche + Bad, 68 m\u00b2, kostete monatlich 107 M\u00e4rker, kalt. Ungef\u00e4hr 40 Eier gingen f\u00fcr Strom und Gas noch drauf, Telefon um die 15 DM, einschlie\u00dflich der Befreiung von den Grundgeb\u00fchren &#8211; 20 Pfennig kostete die Einheit damals und man konnte sie auf 24 Stunden strecken.<br \/>\n(Allerdings musste ich bei einer Rechnung, am Jahresende \u00b481, 752 Mark hinbl\u00e4ttern. Ein polnischer Freund wohnte mit einer Bekannten zwei Monate bei mir, die Tusse quatschte die letzten beiden N\u00e4chte mit der Verwandtschaft in den USA, Kanada und Australien. Dabei zog meine Untermieterin in den wenigen Wochen ihres Aufenthaltes fast 4000 Mark an Land, machte viel auf Solokabine in einer Peepshow am Zoo. Erstand f\u00fcr 3500 M-chen \u201eMickey M\u00e4use&#8221; &#8211; 7 Mark pro St\u00fcck, verstaute sie penibel in 25er Packs, ausgeh\u00f6hlter Billigfilzer aus Babs-Boutique, telefonierte aber auf meine Kosten. Anschlie\u00dfend machte sie hinter der Oder den Reibach, ein Trip entsprach der w\u00f6chentlichen Entlohnung eines dortigen Arbeiters.<br \/>\nIm n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr ereilte mich ein Anruf von ihr, ob ich bereit w\u00e4re, sie f\u00fcr 10 Mille zu heiraten &#8211; kein Wort \u00fcber die Ferngespr\u00e4che. Mit meinem zuf\u00e4llig anwesenden Kumpel, wurde anschlie\u00dfend, nach einem guten H\u00f6rnchen, gebrainstormt, wie man der Alten einen mitgeben konnte. Unser Plan kam dann doch nicht zur Ausf\u00fchrung, das wenigste war dabei dieses Delikt, was Paragraphenkomiker \u201eBeischlafdiebstahl&#8221; nennen.<br \/>\nEs ging darum, ich sollte die Braut flach legen, ihr anschlie\u00dfend den Pass entwenden, eine Kopie anonym an die polnischen Milit\u00e4rmission senden, versehen mit dem Hinweis, dass diese Teil von ihr k\u00e4uflich erstanden wurde&#8230;)<br \/>\nW\u00e4hrend jener lustigen Zeiten der Hausbesetzungen, Demos &#8211; \u201eHigh sein, frei sein, Chaos muss dabei sein&#8221; &#8211; , nebenher in der Schule unter einem Haufen gutmenschelder Saisonrevoluzzern, landete ich in einer Gruppe von Hashdeppen, die sich monatlich zu \u201eBr\u00fcckenfeten&#8221; einfanden, um abzuh\u00e4ngen.<br \/>\nJeder brachte seinen Teil mit, Getr\u00e4nke, Schokolade, Zech und die entsprechenden Utensilien f\u00fcr den Dope und irgendwer von den Organisatoren auf dem Fahrradanh\u00e4nger die Musik, bestehend aus einer 66Ah Starterbatterie, nebst Radio und riesigen Boxen, die hingen immer an der anderen Uferseite in den Br\u00fcckenkonstruktionen &#8211; das gab ein Sound \u00fcber dem Wasser!<br \/>\nNur Erinnerungen an die letzte Party unter dem Britzer Hafensteg h\u00e4ngen mir noch an, denn dort befand sich in unmittelbarer N\u00e4he die Spitze der Grenze zu Johannisthal. Umschlossen vom Britzer Zweigkanal aus \u00f6stlicher Richtung, der dort auf den Teltowkanal aus S\u00fcdosten trifft und am Zusammenfluss nach Westen abbiegt. N\u00f6rdlich des Zusammenflusses gibt es noch mehrere Verzweigungen, die den Britzer Hafen bilden und besagter Steg. Die Uferb\u00f6schungen beider Kan\u00e4le in Richtung Niederschweine\u00f6de, mit Mauer, markierten den m\u00e4chtig verdrahteten Grenzverlauf.<br \/>\nIn jener Nacht, gegen 22 Uhr, tauchten das erste mal zwei junge, sympathische Ordnungsh\u00fcter auf, die uns abgenervt daraufhin wiesen, dass ihnen p\u00fcnktlich, aus der angrenzenden Laubenkolonie, ein spezieller Freund auf den Sack ginge. Auch fanden beide, diese besonders duftende Luft sehr angenehm. Ungef\u00e4hr 1 \u00bd Stunden sp\u00e4ter, gab es den zweiten Appell, aber immer noch sehr freundlich.<br \/>\nKurz darauf konnte ich mich \u00fcberzeugen, wie weit die \u201eFloyds&#8221; \u00fcbers Wasser waberten. Da war es klar, nach einer schweren Arbeitswoche und dem w\u00f6chentlichen Umtrunk, wollte sich ein Heinofreund den ehelichen Pflichten hingeben und dann dies.<br \/>\nMit einer Schnecke gerade besch\u00e4ftigt, mich \u00e4hnlicher Anwandlungen des Hormonaustausches hinzugeben, als hinter dem Zaun zwei T\u00f6len rasend anfingen zu bellen. Fast gleichzeitig gingen Signalraketen hoch, Flutlicht ging an, weit h\u00f6rbares Stimmengewirr, befehlsgewaltiges Br\u00fcllen gleichzeitig ert\u00f6nten Sch\u00fcsse aus automatischen Waffen &#8211; dann ein infernalischer Schrei, der in Gewimmer \u00fcberging&#8230;<br \/>\n\u00dcber kurz oder lang beruhigten sich die K\u00f6ter, die glei\u00dfende Beleuchtung wurde gedimmt, mehre Autos tauchten auf, endlich relative Ruhe aus der Richtung. Schlie\u00dflich noch umher irrendes Licht aus Taschenlampen&#8230;<br \/>\n\u201e&#8230;du Arschkeks, da dr\u00fcben ist vielleicht jemand verblutet und du denkst nur an das eine&#8230;&#8221;<br \/>\nEgal was ich in diesem Moment abgelassen h\u00e4tte, es w\u00e4re mit Sicherheit falsch gewesen<br \/>\nAlle verkr\u00fcmelten sich anschlie\u00dfend sehr schnell<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tagesspitzel Eigentlich b\u00fcrgt der Name \u201eWlada Kolosawa&#8221; f\u00fcr eine Art von Qualit\u00e4t, die mir nichts sagt. Finde ich aber O.K., wenn jemand seine Br\u00f6tchen so verdient, sei es nur, dass er Fragen beantwortet die eigentlich niemand stellt und daraus Artikel fabriziert. Diesen Ulk verbuche ich unter der Rubrik: Zeitgeist. 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