{"id":30963,"date":"2018-01-28T21:41:53","date_gmt":"2018-01-28T20:41:53","guid":{"rendered":"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=30963"},"modified":"2020-07-23T18:08:17","modified_gmt":"2020-07-23T17:08:17","slug":"das-ganze-leben-ist-ein-einziger-vergeblicher-versuch-den-sympathischen-herrn-mit-der-sense-auszutricksen-und-seine-machenschaften-weitgehend-zu-ignorieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=30963","title":{"rendered":"Das ganze Leben ist ein einziger vergeblicher Versuch den sympathischen Herrn mit der Sense auszutricksen und seine Machenschaften weitgehend zu ignorieren&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Mit Trickserei, wozu ich eine<i> gesunde<\/i> Lebensweise z\u00e4hle, hatte ich nie viel am Hut. Da blieb auch nicht viel \u00fcbrig, schlie\u00dflich begann meine Zecherkarriere bereits mit 13 Jahren. Sp\u00e4ter entschuldigte ich den unstillbaren Trieb damit, dass <i>Allohol <\/i>meine Leck-mich-am-Arsch-Stimmung entsprechend forcierte, was in der Zone oft zutraf, zwar krallte mich im Westen irgendwann auch wieder diese Sucht, allerdings nicht mehr so heftig&#8230;<br \/>\nSo wurde schlie\u00dflich aus mir ein Gesellschaftstrinker und Quartalss\u00e4ufer, nebenher f\u00fcr andere Trunkenbolde ein gern gesehener Co-Alki, merkw\u00fcrdigerweise mit doch etwas \u00fcbersichtlichen Verhaltensweisen. Habe dabei so manche<i>n<\/i> Kumpel*<sup><b>Ine<\/b><\/sup> und Freund<sup><b>*In<\/b><\/sup> abgeh\u00e4ngt, die sich tot gesoffen haben, in Depriphasen ihr Leben freiwillig zur\u00fcckgaben oder im Stra\u00dfenverkehr hops gingen, dabei oft unbeteiligte Menschen mit einbezogen.<br \/>\nDas gab vielleicht einen Schlag ins Kontor, als ich nach dem Mauerfall s\u00e4mtliche alten Ostreviere abgraste, wer sich in den 15 Jahren meiner Abwesenheit da alles \u00fcber den Acker gemacht hatte. Am Schlimmsten waren da immer Schilderungen von Elternteilen.\u00a0 Oftmals betrafen die Erz\u00e4hlungen dann sehr gute Bekannte, denen ich fr\u00fcher nie zugetraut h\u00e4tte, dass sie jemals solche Abst\u00fcrze mit der Volksdroge hinlegen w\u00fcrden.<br \/>\nWas meine Dasein betraf, ging mir auch vieles an meinem verl\u00e4ngerten R\u00fccken vorbei, deshalb k\u00fcmmerte ich mich auch nicht um irgendwelche Gegebenheiten, die vielleicht mit meiner sp\u00e4teren Rente in Zusammenhang stehen k\u00f6nnten. Obwohl es einen Experten gab, der ewig deshalb insistierte. Das gab anschlie\u00dfend ein Haufen Malaisen, wegen der ganzen Ostgeschichten, von denen nichts amtlich zu belegen war . War ich schlie\u00dflich froh \u00fcber die ungebremste Emsigkeit von Mielkes Knechten. Dank der Stasi konnte ich dann sogar l\u00fcckenlos meine Punkte f\u00fcr das staatliche sanktionierte Lebendsendtaschengeld sammeln.<br \/>\nSch\u00e4tze mal, runde sieben Jahre kommen nun zusammen, in denen mir Kneipen Asyl gew\u00e4hrten. Merke langsam, dass jenen Zeit auch nicht spurlos an mir vorbei ging. Vermutlich h\u00e4ngt meine sachte beginnende Amnesie damit zusammen, selbiges Ph\u00e4nomen beschrieb Sergei Korsakow vor langer Zeit bereits sehr detailliert.<br \/>\nEs gibt aber Situationen, da besteigt man sich selber, meine beginnende Vergesslichkeit registrierte ich vor ca. 20 Jahren. Seit der Zeit verk\u00fcmmert mein gigantisches Ged\u00e4chtnis, Telefonnummern betreffend. Die Scheffin meint, dies wird einen anderen Grund haben, ab den Tagen ging es n\u00e4mlich los mit einem Telefon nebst 100er Nummernspeicher, deshalb bist du gedanklich tr\u00e4ge geworden. Also glaube ich daran, denke aber zu solchen Anl\u00e4ssen dann ewig an Gunther Sachs&#8230;<br \/>\nWir lernen weder mit dem Tod umzugehen, was noch wesentlich schlimmer erscheint, wenn irgendwer sich langsam geistig verabschiedet. Noch dazu, jemand den man Jahrzehnte als sympathischen Zeitgenossen erfahren hat, seine G\u00f6ren heranwachsen sah, ihn auch fast t\u00e4glich \u00fcber den Weg lief.<\/p>\n<p><!--more-->Habe nach dem Geburtstagsfest das Netz bem\u00fcht und fand zuf\u00e4llig eine<a href=\"http:\/\/www.volksliedsammlung.de\/essteht2.html\"> interessante Hausseite<\/a> zu Demenzerkrankungen, prompt fielen mir wieder die unm\u00f6glichsten Sachen aus eigenem Erleben ein.<br \/>\nFand in dem Zusammenhang unter <em>Volksliedern<\/em>: <em>Es steht ein Wirtshaus an der Lahn.<\/em><br \/>\nDie total weichgesp\u00fclten Verse sind mir aus Kindheitstagen ein Begriff, besonders blieben diese Liederabende haften, wenn Opas Geburtstagsfeste unter dem riesigen Fliederbusch stattfand, dann wurden sie von den<a href=\"https:\/\/www.golyr.de\/comedian-harmonists\/songtext-das-wirtshaus-an-der-lahn-106046.html\"> Freundschaften gesungen<\/a>, gemeinsam mit den Gro\u00dfeltern. Rutschte wirklich mal ein nicht ganz stubenreiner Vers dazwischen, protestierte Oma sofort. Eine <em>Zote<\/em> wurde ihrem Gatten gestattet, wirklich nur eine! Dabei handelte es sich um einen recht harmlosen Witz, den Opa dann immer in K\u00f6lner Dialekt darbot. Dessen Dialekt in hiesiger Gegend eigentlich nicht verstanden wurde, aber alle hier Anwesenden kannten ja die Schnurre. <em><br \/>\n<strong>&#8211; <\/strong>T\u00fcnnes<\/em> taucht abends bei seinem Spezi <em>Sch\u00e4l<\/em> auf, bittet um eine \u00dcbernachtung, da er seinen Zug verpasst hatte. Irgendwann fordert er ein Handtuch, da er sich noch waschen wollte&#8230;<br \/>\n\u201eAch T\u00fcnnes, entschuldige bitte, ich hatte vergessen dir Waschlappen zugeben.\u201c<br \/>\n\u201eWieso, es hingen doch zwei herum, sogar gekennzeichnet! <strong>A<\/strong> f\u00fcr <em>Antlitz<\/em> und <strong>G<\/strong> f\u00fcr <em>Ges\u00e4\u00df<\/em>!\u201c<br \/>\n\u201eDu Jeck, doch nicht so<strong>!<\/strong> <strong>A<\/strong> f\u00fcr <em>Arsch<\/em> und <strong>G<\/strong> f\u00fcr<em> Gesicht<\/em>!\u201c<br \/>\nDas war dann f\u00fcr uns Kinder immer das Signal zum Aufbruch, von Oma wurden wir nach oben gescheucht, dabei r\u00e4umten die Frauen irgendetwas ab, hielten sich anschlie\u00dfend immer l\u00e4nger plappernd in der K\u00fcche auf. In solchen Momenten rannte ich die Au\u00dfentreppen nach oben, schlich die Kellertreppe hinab, kam aus der Waschk\u00fcche wieder retour und hockte mich lauschend unter die alten Herren. W\u00fctend machte mich \u00f6fters die Tatsache, wenn etwas nicht f\u00fcr meine Ohren bestimmt war, redeten pl\u00f6tzlich alle lateinisch, grinsten und lachten aber dabei.<\/p>\n<p>Was die <a href=\"https:\/\/www.suffbilder.de\/sprueche\/frau-wirtin\/779\">Wirtinnenverse<\/a> betraf konnte dies ja nicht alles sein! Fand prompt eine entsprechende Seite. Massenhaft von der Sorte, die wir n\u00e4chtens als Halbstarke immer pl\u00e4rrten, wenn es kilometerweit \u00fcber Feld- oder Landstra\u00dfen volltrunken nachhause ging.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Trickserei, wozu ich eine gesunde Lebensweise z\u00e4hle, hatte ich nie viel am Hut. Da blieb auch nicht viel \u00fcbrig, schlie\u00dflich begann meine Zecherkarriere bereits mit 13 Jahren. 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