{"id":30989,"date":"2018-01-31T22:25:25","date_gmt":"2018-01-31T21:25:25","guid":{"rendered":"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=30989"},"modified":"2021-03-05T15:05:14","modified_gmt":"2021-03-05T14:05:14","slug":"freistatt-fernsehfilm-deutschland-201","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=30989","title":{"rendered":"Freistatt &#8211; Fernsehfilm, Deutschland 2015"},"content":{"rendered":"<p>War ja wieder ein gelungener Schachzug vom <em>G<\/em>ul<em>d<\/em>ur<em>g<\/em>anal 3Sat, den<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=u3A2kxdesKU\"> Streifen<\/a> weit nach 22 Uhr \u00fcber den Sender laufen zulassen. OK, fand es schon korrekt, ging alles wieder in Richtung eines gutmenschelnden Feigenblattes.<br \/>\nLediglich etwas weichgesp\u00fclter ging es auch im Stolberger <a href=\"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=29395\"><i>Walter-Schneider-Heim<\/i><\/a> ab, unter der \u00c4gide von Genossen <i>Erich Kaufeldt<\/i> und einigen seiner p\u00e4dago<i>ch<\/i>isch vorbelasteten Knechte.<br \/>\nHinzu kamen willf\u00e4hrige Helfershelfer, mehrere Monaten erlebte ich noch <i>Peter Frohber<\/i>g, mit 16 Jahren ein B\u00e4r von Knaben, der sich oft f\u00fcr einseitige Boxk\u00e4mpfe hergab, ebenso <i>K\u00fcsschen. <\/i>Beide geistig beseelt, dass gegen sie ein x-beliebiges russischen Wildkaninchen als Abiturient durchgehen konnte.<br \/>\n<em>Uwe Kottsiepen<\/em> und <em>Horst Strohbach<\/em> waren als freudige Sadisten von \u00e4hnlichem Kaliber.<br \/>\nMich lie\u00df dieses Pack immer in Ruhe, scheinbar hatte ich bei ihnen einen m\u00e4chtigen Stand, wegen meiner Pr\u00fcgelei mit dem Heimleiter&#8230;<br \/>\n<!--more-->Hinzu kam das feige Verhalten unserer Mitsch\u00fcler aus dem Ort, die ewig wegsahen, auch wenn Heimkinder, egal weshalb sie dort hingen, oftmals nicht nur psychisch, sondern auch physisch gequ\u00e4lt wurden.<br \/>\nDas permanente Auflaufen begann sofort am ersten Schultag auch bei fast allen Lehrern.<br \/>\nMir passierte folgendes. Mein Geographie- und Mathepauker, Herr <em>Pietsch<\/em>, fragte nach den Zensuren in beiden F\u00e4chern. Da ich mich in der Sangerh\u00e4user Th\u00e4lmann-Schule total verweigert hatte, hing ich bei einem fetten <i>gen\u00fcgend.<\/i> Seine Antwort ging in die Richtung, <i>sehr ansprechende Leistungen, sch\u00e4tze mal bis zum Schulende wird sich das aber noch \u00e4ndern,<\/i> ins kreischende \u00fcbergehend, <i>dann wirst du in beiden F\u00e4chern auf <\/i><i><b>5<\/b><\/i><i> stehen!<\/i><br \/>\nInfernalisches Lachen aus dem Klassenverband, bis auf wenige Ausnahmen, der meiner vier Mitsch\u00fcler, <em>Thea, Tatjana, Klaus<\/em> und <em>Gerd<\/em> <b>(<\/b><i>Kenne s\u00e4mtliche Familiennamen auch noch, bei denen lasse ich sie aber weg.<\/i><b>)<\/b> sowie zwei Stolberger Jungens. Hatte mich in dem Moment nur auf die Leute konzentriert, die nicht mitlachten, dazu geh\u00f6rte auch <em>Hans-Werner<\/em>,der sp\u00e4ter mein Freund wurde.<br \/>\nInnerlich kochte ich nat\u00fcrlich, wenn die Flachzange gewusst h\u00e4tte&#8230;<br \/>\nWir nahmen gerade Indien durch und<em> Thea<\/em>, sie wirklich keine Intelligenzbestie, sollte auf der Karte vom Subkontinent den Kilimandscharo suchen.<br \/>\nMeldete mich voll und <em>ganz anst\u00e4ndig<\/em>, wurde aber in voller Absicht \u00fcbersehen, w\u00e4hrend in der Klasse Gekicher begann, dazu weitere dumme Bemerkungen des Le<i>e<\/i>rk\u00f6rpers. Stand deshalb auf und fragte ihn, was der Bl\u00f6dsinn denn sollte? Darauf Totenstille in der Klasse, alle glotzten mich mitleidig an, hinzu kam die totale Verbl\u00fcffung der Lehrkraft. <em>Thea<\/em> rannte daraufhin zu ihrem Platz und begann herzzerrei\u00dfend zu heulen. Es folgte mit mir etwas \u00e4hnliches, da ging es um den <em> Berg Koh-i-Noor.\u00a0<\/em>lie\u00df ihn aber s\u00fcffisant auflaufen&#8230;<br \/>\nDer Mann durchschaute prompt meine Art, behandelte mich danach, im Verlauf meiner fast anderthalbj\u00e4hrigen weiteren Schulzeit, immer fair und ich tat es ihm gleich.<br \/>\nAllerdings versuchte er es nie bei den vier anderen Heimlern in der Klasse.<br \/>\nDies geschah Anfang 1963.<br \/>\nMitte der 1990er tauchte Herr P. zu einem Klassentreffen auf, begr\u00fc\u00dfte ringsumher alle Anwesenden, \u00fcbersah mich dabei geflissentlich auch wieder, grinste aber ewig unversch\u00e4mt zu mir r\u00fcber. Mich schien er so als Sahneh\u00e4ubchen aufzuheben. Dann stand er endlich vor mir, ich schn\u00fcrte mich betont gelangweilt vom Stuhl. Wollte schon seine ausgestreckte Hand ergreifen, zog sie aber ruckartig zur\u00fcck. <i>Wissen sie, ehe ich ihre schwei\u00dfige Hand ergreife, m\u00fcssen sie unbedingt eine Frage beantworte! <\/i>Totale Verbl\u00fcffung im Rund. <i>Weshalb sind sie eigentlich immer so ein abgrundtiefes Arschloch gegen\u00fcber den Heimkindern gewesen<\/i>?<br \/>\nBerechtigterweise begann nun sein Gekreische. <i>Ich bin hier als Gast geladen worden, so etwas muss ich mir nicht bieten lassen und ausgerechnet von einem ehemaligen Heimkind!<\/i><br \/>\nDa war es wieder, jener Makel!<br \/>\nLie\u00df ihn stehen und ging pissen.<br \/>\nWar bestimmt auch besser f\u00fcr die gesamte Runde, da konnten sie sich sich wenigsten \u00fcber mich auslassen&#8230;<br \/>\nKam zur\u00fcck und<em> Ha-We<\/em> fiel \u00fcber mich her, <i>du bist ein Idiot! Wir haben ihn als Gast eingeladen und du beleidigst ihn. Du haust morgen wieder nach Berlin ab, wir m\u00fcssen aber weiter mit ihm zusammenleben! Eine Entschuldigung w\u00e4re angebracht! <\/i><br \/>\n<i>\u00a0<strong> &#8211; <\/strong>Du bist ein Witzbold, von wegen Entschuldigung! Ich habe ihn als Sadist in Erinnerung behalten. Eigentlich h\u00e4tte ich ihn diese Frage am letzten Schultag, vor \u00fcber 30 Jahren stellen sollen. Sei froh, dass wenigstens einer mal sein Maul aufgemacht hat&#8230;<\/i><br \/>\nMachte die Leute noch darauf aufmerksam, dass es eigentlich eine Auszeichnung sei, wof\u00fcr so ein Pauker auch etwas positiv menschliches geleistet haben sollte! Wenn man schon noch lebende Lehrer einl\u00e4dt, in ihnen an solchen Abenden nicht nur eine Art von Pausenf\u00fcller aus Mitleid sehen muss, wegen ihres Alters, denn nur dies ist wei\u00df Gott kein Privileg.<br \/>\nKurz darauf kam der andere anwesende Lehrer zu mir, lud mich zu einem Wodka und zum Du ein.<i> Es hatte mir sehr gefallen, wie sie meinen ehemaligen Kollegen zusammengefaltet haben&#8230;<\/i><br \/>\nEin Gest\u00e4ndnis seinerseits erfolgte noch. Denn Herr<em> M<\/em>. erinnerte sich n\u00e4mlich daran, dass ich zwar ein guter Sch\u00fcler war, aber niemals, wie so mancher Streber, eine <em>sowjetische Brieffreundschaft<\/em> <em>pflegte<\/em>, sondern die mit einer Japanerin.<br \/>\nHabe mir nie einen Kopf \u00fcber die spezielle Logik der<i> Dummroten<\/i> gemacht, besonders in jenen F\u00e4llen. Denn gleich zu Beginn der 9. Klasse erhielt ich alle paar Wochen Hochglanzbrosch\u00fcren im A4-Format, welche den technischen <i>Fortschritt <\/i>und besonders die dortigen Olympiavorbereitungen reflektierten. Die gesamte Briefpost unterlag sichtbar einer \u00e4u\u00dferlich\/staatlichen Kontrolle und zus\u00e4tzlich noch der, von des Heimleiters Frau, aber alles wurde mir immer ausgeh\u00e4ndigt und jedes mal deprimierten die Fotos s\u00e4mtliche Betrachter&#8230;<br \/>\nAllerdings schlief diese Korrespondenz nach zweieinhalb Jahren ein.<br \/>\nHabe sp\u00e4ter noch \u00f6fters dar\u00fcber nachgedacht, mal die F\u00fchler auszustrecken, wer eigentlich diese <em>Kazue Shiozawa<\/em> aus Tokio war&#8230;<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfnote<\/strong>, <a href=\"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/Nicht-abgebucht.pdf\">ab Seite 23<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>War ja wieder ein gelungener Schachzug vom Guldurganal 3Sat, den Streifen weit nach 22 Uhr \u00fcber den Sender laufen zulassen. OK, fand es schon korrekt, ging alles wieder in Richtung eines gutmenschelnden Feigenblattes. 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