{"id":31149,"date":"2018-02-27T22:06:02","date_gmt":"2018-02-27T21:06:02","guid":{"rendered":"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=31149"},"modified":"2025-06-23T05:17:04","modified_gmt":"2025-06-23T04:17:04","slug":"huethchen-am-26-februar-vor-hundert-jahren-schnupperte-ein-gewisser-oskar-huth-erstmalig-die-beruehmte-berliner-luft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=31149","title":{"rendered":"\u201eH\u00fcthchen\u201c &#8211; Am 26. Februar, vor hundert Jahren, schnupperte ein gewisser Oskar Huth erstmalig die ber\u00fchmte Berliner Luft"},"content":{"rendered":"<p>Nach wenigen Monaten in Westberlin wurde der Kiez um den Savignyplatz meine bevorzugte Gegend zum allabendlichen Abh\u00e4ngen in verschiedensten Erscheinungsformen.<br \/>\nZu meiner Zeit, Ende der 1970er, galten zumindest meine vielen bevorzugten Kneipen dort, bis auf das<em> Go in<\/em>, noch als No-go-Area f\u00fcr Myriaden von Touries.<br \/>\nSo wurden <em>Schwaben, Bayern, Ruhrp\u00f6ttler<\/em> und andere <em>Wessis<\/em> lediglich geduldet, wenn es sich bei ihnen um <em>Kunstschaffende irgendwelchiger Art<\/em>, durchgeknallte Lebensk\u00fcnstler und Zeitgenossen handelte, die keinen Trieb versp\u00fcrten sich f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.stupidedia.org\/stupi\/Y-Tours\">Y-Tours<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schanghaien\">schanghaien<\/a> zulassen.<br \/>\nMir fallen auf die Schnelle mehrere Kneipen ein, wo man zwingend unter sich bleiben wollte, darunter fielen Musikpinten, wie <em>Banana, Steveclub<\/em> und <em>Folk-Pub<\/em>. Nur zum Saufen und den obligatorischen Luftschlachten am Tresen, trafen wir uns z. B. im <em>Caf\u00e9 Bleibtreu<\/em>, dem <em>Zilllemarkt<\/em> <span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><span style=\"font-size: small;\">Der war jahrelang meine Stammkneipe<\/span>, <span style=\"font-size: small;\">zudem ein alter Bekannter aus Potsdam dort die Tresenschlampe mimte. Nach altem Brauch wurde kurz nach der Geisterstunde alle unverkauften Fressalien auf den Tresen gestellt, wir schlugen uns dann immer noch die Plautze voll und anschlie\u00dfend erfolgte der Stellungswechsel in den Z-fisch.<\/span><span style=\"font-size: small;\"><b>)<\/b><\/span><span style=\"font-size: small;\">,<\/span> der <em>Dicken Wirtin<\/em> und nat\u00fcrlich dem <em>Zwie<\/em><span style=\"font-family: Arial\\ Black, sans-serif;\">b<\/span><em>elfisch.<\/em> Wobei letztgenannte H\u00fctte, die elit\u00e4rste s\u00e4mtlicher aufgez\u00e4hlter Stampen war, allerdings auch der originellste Laden, schon wegen der dort anzutreffenden Zecher. Einem repr\u00e4sentativen Querschnitt, haupts\u00e4chlich der Berliner Szene, Boheme ebenso wie gepflegte und ungepflegte Zeitgenossen, Nachtschw\u00e4rme, die anschlie\u00dfen nachhause wankten, Wichtigtuer ebenso Blindfische, reale K\u00fcnstler und solche die es irgendwann mal sein wollten&#8230;<br \/>\nIn jenen Tagen lernte ich dort auch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oskar_Huth\"><em>H\u00fcthchen<\/em><\/a> kennen. Faszinieren fand ich sp\u00e4ter die Tatsache, dass er mir in den unterschiedlichsten Kneipen immer wieder \u00fcber den Weg stolperte. Allerdings in solchen L\u00e4den, wo man nicht permanent auf <a href=\"https:\/\/www.openthesaurus.de\/synonyme\/Stino\">Stinos<\/a> traf.<br \/>\nEinige hartgesottene <em>H\u00fcthchen<\/em>-Enthusiasten<b>*<\/b><sup><b>INNEN usw.<\/b><\/sup> trafen sich trotz Windchill-Effekt und gef\u00fchlten 8 Grad unter der R\u00e9aumur-Nullmarke, <a href=\"https:\/\/www.kreuzberger-chronik.de\/chroniken\/2014\/august\/mensch.html\">am Grab vom Schefff.<\/a><br \/>\nMusste wiedermal feststellen, <em>Allohol<\/em> w\u00e4rmt nicht! Dabei hatte ich mir einen <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/39632475595\/in\/datetaken-public\/\">hochprozentigen Verschnitt<\/a> hergestellt &#8211; fifty\/fifty &#8211; daf\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/38717268550\/in\/datetaken-public\/\"><em>Omas Apfelkuchen-Lik\u00f6r<\/em><\/a> mit 95er polnischen Sprit verd\u00fcnnt, ihn aber anschlie\u00dfend nicht getestet! Dieses Zeug konnte ich keinen anbieten, es schmeckte wie ein geschlafene F\u00fc\u00dfe, auf die Schnelle wurde ich den Geschmack auch nicht mit einem Kaugummi wieder los&#8230;<br \/>\nGott sei Dank hatte man in der Runde vorgesorgt mit <em>Nordh\u00e4user Doppelkorn<\/em> aus meiner kalten Heimat, zwischendurch gab es noch einen feinen Anisbrand aus Kolumbien.<br \/>\nWill es kurz nun gestalten.<!--more--><br \/>\n<b>&#8211;<\/b> Im hinteren U-Bahnausgang, der einem Fuchsbau gleicht, hatte ich vorher noch ein Erlebnis der vierten Art. Kam die Treppen hoch und vernahm von einem M\u00e4nnchen und einem Weibchen tierisches Gebr\u00fcll auf Russisch. Leuten kamen mir vom Mittelgang entgegengerannt, der zur anderen Treppe auf der gleichen Eben f\u00fchrt. Dann konnte ich die beiden Gestalten sehen, vielleicht Anfang drei\u00dfig, wie der Typ den Kopf von der Frau mehrfach gegen die Wand knallte. Ihre dicke Strickm\u00fctze schien einiges abzuhalten, denn dabei hieb Madame mit ihrer Handtasche auf den Angreifer ein, nebenbei wurde getreten. Alles ging sehr schnell, dann sa\u00df ein Haken mit dem Knie! Er schrie anders auf, sie musste voll seine N\u00fcsse getroffen haben. Sich kr\u00fcmmend, griffen beide H\u00e4nde in die Gegend, seiner nun leicht deformierten edlen Teile, wobei die Frau ihm sofort entwischte.<br \/>\n<b>&#8211; <\/b>Musste den ganzen Friedhof \u00fcberqueren, durch Mithilfe eines P\u00e4rchens wurde das nicht gleich ersichtliche Grab gefunden, machte sofort einige Fotos. Muss ja sagen, dass ausgerechnet der Berliner Oberdorfschulze einige Strunken nebst entsprechender Schleife auf dem gammeligen Ehrengrab drapieren lie\u00df, fand ich eine Sauerei&#8230;<br \/>\nVon Klaus M. &#8211; <a href=\"http:\/\/www.galerie-taube.de\/\">GALERIE TAUBE<\/a> &#8211; konnte man eine sehr sch\u00f6n gestaltete <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/39632165395\/in\/datetaken-public\/\">Nostalgie-Brosch\u00fcre<\/a> erstehen. Anschlie\u00dfend wurde ein <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/26656139458\/in\/datetaken-public\/\">Geburtstags-Festgesang<\/a> auf den edlen dahingegangen<a href=\"http:\/\/www.pressreader.com\/germany\/der-tagesspiegel\/20130308\/282252367955127\"> K\u00fcnstler aller Klassen<\/a> intoniert, welcher beim zweiten Anlauf doch recht gut gelang.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/26656140138\/in\/datetaken-public\/\"><em>Mystik des Zufalls<\/em><\/a> wurde noch aus dem Faltblatt vorgelesen, anschlie\u00dfend etwas geschnackt, dann trennte sich Gemeinde. Einige traf ich hinterher in der Galerie wieder&#8230;<br \/>\n&#8211; FLICKR: <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/albums\/72157691095386972\">&#8220;H\u00fcthchen&#8221; &#8211; Oskar Huth<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach wenigen Monaten in Westberlin wurde der Kiez um den Savignyplatz meine bevorzugte Gegend zum allabendlichen Abh\u00e4ngen in verschiedensten Erscheinungsformen. Zu meiner Zeit, Ende der 1970er, galten zumindest meine vielen bevorzugten Kneipen dort, bis auf das Go in, noch als No-go-Area f\u00fcr Myriaden von Touries. 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