{"id":31344,"date":"2018-04-11T22:49:00","date_gmt":"2018-04-11T21:49:00","guid":{"rendered":"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=31344"},"modified":"2024-02-29T11:42:44","modified_gmt":"2024-02-29T10:42:44","slug":"1968-lebendige-erinnerung-oder-tote-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=31344","title":{"rendered":"Rudi Dutschke, \u201e1968\u201c &#8211; lebendige Erinnerung oder tote Geschichte?"},"content":{"rendered":"<p>Mythos &#8211; Trauma \u2013 Wirklichkeit<br \/>\n<a href=\"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?attachment_id=31345\" rel=\"attachment wp-att-31345\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-31345 alignleft\" src=\"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/RD-1-106x150.jpg\" alt=\"\" width=\"106\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/RD-1-106x150.jpg 106w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/RD-1-211x300.jpg 211w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/RD-1-768x1091.jpg 768w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/RD-1-721x1024.jpg 721w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/RD-1-624x886.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 106px) 100vw, 106px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?attachment_id=31346\" rel=\"attachment wp-att-31346\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-31346 alignleft\" src=\"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/RD2-105x150.jpg\" alt=\"\" width=\"105\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/RD2-105x150.jpg 105w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/RD2-210x300.jpg 210w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/RD2-768x1099.jpg 768w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/RD2-715x1024.jpg 715w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/RD2-624x893.jpg 624w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/RD2.jpg 1219w\" sizes=\"auto, (max-width: 105px) 100vw, 105px\" \/><\/a>So wurde auf einem Flyer der <i> Berliner Geschichtswerkstadt <\/i> getitelt.<br \/>\nDachte mir so, rollste doch auch mal dort vorbei und lauscht den altgedienten Troubadixen<sup><b>*INNEN &amp; usw., <\/b><\/sup>wie sie sich an diesem sch\u00f6nen Nachmittag beweihr\u00e4uchern. War gar nicht so schlimm, allerdings tat die \u00e4u\u00dferst provisorische Beschallung das Ihrige dazu, sie entsprach jener damaligen Norm. Denn mit der Technik, nebst Verwirklichung handwerklicher Gegebenheiten, hatten es die linken <i>Maulhelden <\/i>nie am Hut. Der Lautsprecher schien vom Schn\u00e4ppchentisch aus dem <em>geizgeilen Laden<\/em>, strahlte seinen uns\u00e4glichen Ton gerade so in Kopfh\u00f6he ab und konnte deshalb auch kein bisschen gegen der\u00a0<a href=\"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Teil..mp3\">Hurf\u00fcrstendamm<\/a> anstinken. Als<a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/40682984004\/in\/datetaken-public\/\"> Podium<\/a> h\u00e4tten mindestens drei Paletten herhalten m\u00fcssen&#8230;<br \/>\nWoran die Veranstalter, bei der zu erwartenden<a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/41353915852\/in\/datetaken-public\/\"> Masse von Mumien<\/a>, schon wegen ihres Alters h\u00e4tten daran denken sollen. Fast alles<em> Grauchen<\/em> und viele Typen der <em>Nickelbrillenfraktion<\/em> mit f<em>leischfarbenen Badekappen<\/em>, was hie\u00df, trotz der topaktuellen Problematik, die der vor 50 Jahren glich &#8211; heutzutage lediglich auf anderen Ebenen <i>nachhaltig<\/i> anstehen &#8211; harrten keine etwas \u00e4lteren <em>Teens<\/em> und <em>Twens<\/em> im Rudel aus.<br \/>\nVon den Bruchst\u00fccken aller Vortragenden<sup><b>*INNEN &amp; usw.<\/b><\/sup>, fand ich die von <em>Michael Schneider<\/em>, seinem fr\u00fcheren Studienkollegen, sehr angenehm: <i>&#8220;Er war arglos, hatte kindliches Vertrauen zu den Menschen. Ich weiss nicht, ob es mangelnde Menschenkenntnis oder Humanismus war. Aber die Menschen \u00f6ffneten sich ihm und er verstand es, ihre besseren Seiten hervorzubringen.&#8221; <\/i>Wei\u00df nicht so recht, ob dies <a href=\"http:\/\/www.vaterland.li\/region\/international\/gedenken-an-rudi-dutschke-in-berlin;art102,324420\">Genossen Rudi<\/a> wirklich immer gelang, da er sich, wenn es mit ihm durchging, er permanent in sein<em> Soziologen-Chinesisch<\/em> verfiel.<br \/>\nF\u00fcr mich entsprachen jene Formulierungen schlicht einem geistigen Anspruch, um sich im Rudel mit <i>klassenk\u00e4mpferisch anmutendem Charme <\/i>von der dr\u00f6gen Masse abzuheben. Zum Beispiel wurde deshalb \u00fcber schlichte Beobachtungen nicht so einfach geredet &#8211; denn <i>visuelle Informationen<\/i> <i>verbalisierte <\/i>man<i> <\/i>mit Hilfe <em>profunder<\/em> <i>Definitionen&#8230;<\/i><br \/>\nMir bereiteten solche Ausdrucksformen keine Probleme, wurde aber, ab 1969, von so manchem Gastgeber in Ostberlin, oftmals heftig ger\u00fcgt. Weil mir dieses <em>pseudo-intellktuelle Gehabe <\/em>solcher Nasen m\u00e4chtig auf den Z\u00fcnder ging. Will keine Namen nennen, muss aber in dem Moment zu einer zonenspezifische Eigenart, mancher meiner Bekannten, etwas ablassen. Weil sie solch respektloses Auftreten, dieser studentischen <em>Saison-Revoluzzer<\/em>, immer wieder als deren Weltm\u00e4nnischkeit vollkommen unkritisch anhimmelten. Zumal es gerade im \u00f6konomischen und philosophischen Sprachgebrauch, oftmals merkliche Unterschiede zwischen <em>Ost-<\/em> und <em>Westinterpretationen<\/em> gab, weshalb ich ewig korrigierend eingriff. Was die entsprechend Runde nie gro\u00df interessierte, denn<em> gewissen gelernten Ossis<\/em> ging der <em>marxistische D\u00fcnnschiss<\/em> sowieso am Arsch vorbei und dem <i>Bundi<\/i> sagte die R\u00fcckseite des Mondes auch mehr, <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/geschichte\/deutsche-einheit\/deutsche-teilung-deutsche-einheit\/43660\/1968-im-westen\">als die Lebensweise \u00f6stlich der Elbe<\/a>. Au\u00dfer der Tatsache, dabei so manche emanzipierte Ostkirschen bei Laune zuhalten, wegen eines vielleicht anstehenden Ausflugs in ihren K\u00f6rper&#8230;<br \/>\nHinzu kam eine ganz erb\u00e4rmliche Eigenart, die pauschal \u00fcbertragbar war, diese monologisierenden Leutchen besa\u00dfen durch die Bank weg auch keine Streitkultur!<br \/>\nSie konnten zwischendurch n\u00e4mlich nicht zuh\u00f6ren!<!--more--><br \/>\nWie oft hatte ich es erlebt, da tauchte solch ein Knabe, am fr\u00fchen Abend irgendwo mit einer<em> ostdeutschen Konsumnutte<\/em> im Arm auf, bei der er sich in der Regel, vorher sexuell ausgeschissen hatte. Nach k\u00fcrzester Zeit, riss solch lieber Genosse jedes Gespr\u00e4ch an sich, legte als n\u00e4chstes im schw\u00e4bischen oder bayrischen Slang los, agitierte mich <i>kleinb\u00fcrgerliches Individuum<\/i> und fing an mir Ratschl\u00e4ge zugeben, wie ich als <i>bewusster Linker <\/i>zu leben h\u00e4tte.<br \/>\nWobei oft noch kam, dass solche Arschgeigen die DDR auch f\u00fcr den <i>besseren deutschen Staat<\/i> hielten.<br \/>\nIn jenen Situationen lief ich nat\u00fcrlich in Hochform auf, ewig endete es mit der Klassifizierung, bei mir w\u00fcrde es sich um einen verkappten<em> Fascho<\/em> handeln&#8230;<br \/>\nOftmals brachte einer meiner Spr\u00fcche solche Leute, letztlich zu deren Verbl\u00fcffung, zum dauerhaften Schweigen. <i>Siehst mal, du stehst soweit links, dass du rechts wieder heraus kommst, allerdings ist es bei mir umgekehrt<\/i><strong>!<\/strong><br \/>\nKeine drei Wochen in Westberlin, hockte damals noch im Lager, weil sie mit der Renovieren des anschlie\u00dfenden Rotkreuz Heimes nicht aus der H\u00fcfte kamen, da wurde ich von einer alten Kumpeline in deren Kommune eingeladen.<br \/>\nWobei das abendlich Essen in ein Tribunal ausartete.<br \/>\nGott nochmal, wenn man aus dem Knast kommt, hat ein gigantisches Essen schon etwas, genauso die anschlie\u00dfende Sauferei nebst der kreisenden H\u00f6rnchen, die im ersten Moment sowieso nichts brachten. Madames Avancen weckten au\u00dferdem die Hoffnung, dass ich mich sp\u00e4ter noch entsaften konnte. Das dauerhafte Politgeplapper lie\u00df mich irgendwann, wie ein Sektkorken abgehen. Mittlerweile wusste ich, der \u00e4ltere Herbergsvater war ein alter Freund Rudi Dutschkes. Diese Tatsache interessierte mich kurzfristig dann doch, was mir aber damals niemand steckte, <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/peter-rambauseck-geb-1934\/19309570.html\">Peter Rambausek<\/a> stammt ebenso aus der Zone, ward dort auch versehen mit einer<a href=\"https:\/\/taz.de\/Mit-kommunistischen-Wurzeln\/!5321986\/\"> schr\u00e4gen Ostvergangenheit&#8230;<\/a><br \/>\nAls mir vor ca. anderthalb Jahren der Nachruf im Tagesspitzel unter die Augen kam, ging mir so einiges durch die Birne, denn bis vor ungef\u00e4hr acht Jahren liefen wir uns noch ab und zu irgendwo \u00fcber den Weg.<br \/>\nWill nichts weiter zu ihm ablassen, nur die Bemerkung, dass m\u00e4chtig geklittert wurde, was jenen Softie und Frauenversteher anging&#8230;<br \/>\nLeider existiert im Netz kein Vijo-Schnippsel mehr mit ihm. Seine Gestik w\u00e4hrend Agitationsrunden erinnerten immer an eine Marionette beim Veitstanz, dabei schien sich sein gesamter K\u00f6rper permant gegen die vorgebrachten Argumente zu wehren.<br \/>\nNur ein Bekannter lief mir am Nachmittag \u00fcber den Weg, <a href=\"https:\/\/mitjesusaufdiebarrikaden.gitlab.io\/\">Dorian Ra\u00dfloff<\/a>, der seit \u00fcber vier Jahre von seinem Filmprojekt sprach, welches nun am <em>20. April<\/em>, ausgerechnet an dem Tag, aufgef\u00fchrt werden sollte. Wer von der<em> sog. 68er Bewegung<\/em> absolut keinen Dunst hat, sollte sich den Streifen ruhig mal anschauen!<\/p>\n<p><strong>&#8211;<\/strong> Bei der angeh\u00e4ngten <a href=\"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?attachment_id=31348\" rel=\"attachment wp-att-31348\">Cami<\/a> habe ich allerdings die Namen ge\u00e4ndert, da sie einen arrivierten Saisonrevoluzzer betrifft, der auf seinem<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marsch_durch_die_Institutionen\"> Marsch durch die Institutionen<\/a> schlie\u00dflich auch kleben blieb&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mythos &#8211; Trauma \u2013 Wirklichkeit So wurde auf einem Flyer der Berliner Geschichtswerkstadt getitelt. Dachte mir so, rollste doch auch mal dort vorbei und lauscht den altgedienten Troubadixen*INNEN &amp; usw., wie sie sich an diesem sch\u00f6nen Nachmittag beweihr\u00e4uchern. 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