{"id":33123,"date":"2019-09-13T23:52:53","date_gmt":"2019-09-13T22:52:53","guid":{"rendered":"http:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=33123"},"modified":"2022-05-10T18:31:35","modified_gmt":"2022-05-10T17:31:35","slug":"das-streiflicht-ausgerechnet-an-einem-13ner-freitag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=33123","title":{"rendered":"\u201eDas Streiflicht\u201c, ausgerechnet an einem 13ner Freitag!"},"content":{"rendered":"<p><i>(SZ)Tr\u00fcbsal trat fr\u00fch ins Leben der Autorin <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/thema\/alice_munro\/\">Alice Munro<\/a>, und wer m\u00f6chte, kann davon aus sicherer Entfernung in ihren Kurzgeschichten lesen. Die dort auftretenden Figuren tragen oft schwer an Wunden, wie sie das Leben in <\/i>Haidhausen<i> oder auf dem <\/i>Killesberg<i> selten sch1\u00e4gt,ja nicht einmal in<\/i><br \/>\nHeslach<i>. Eine dieser Figuren jedenfalls, ein Mann mit Gartenschere, bekennt im Band ,,Liebes Leben\u201c, er f\u00fchle sich eigentlich immer nur dann wohl, ,,wenn ich etwas tue, was erledigt werden muss\u201c. Als B\u00fcrger dieses unseres Landes wird man da seinerseits kurz die Gartenschere zur Seite <\/i><i>legen oder in Gang 13 des Baumarkts bei den Holzd\u00fcbeln innehalten und sekundieren: Ja, genauso ist es, denn w\u00e4re es nicht so, ich n\u00e4hme mir die Zeit, ein wenig dar\u00fcber nachzudenken. Aber diese Zeit ist eben nicht, weil st\u00e4ndig etwas ged\u00fcbelt und gekehrt oder Verpackt und verschenkt oder eingesammelt und hingefahren werden Will. Die Wenigen Pausen, die bislang zwischen dem vielen M\u00fcssen geblieben waren, hat nun das Smartphone verstopft mit seinen leuchtenden Abh\u00e4ngigkeitsangeboten. Im Ergebnis der st\u00e4ndigen Besch\u00e4ftigung mit allem m\u00fcssen Wir nun bei der dpa lesen:<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/leben\/freizeit-die-deutschen-verlernen-das-geniessen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-190912-99-841640\"> ,,Freizeitstudie: Menschen in Deutschland verlernen das Genie\u00dfen\u201c.<\/a><\/i><br \/>\n<i>Da geht es ja schon weiter: Wenn ein Deutscher merkt, puh, bisschen viel los gerade, dann legt er nicht etwa die F\u00fc\u00dfe hoch oder genie\u00dft den Sonnenuntergang, nein, dann wird erst einmal eine Freizeitstudie erstellt, wo kamen wir denn sonst hin, am Ende vielleicht ja wirklich noch zum Entspannen. Fr\u00fcher machte man das ja an der See, wer aber heute an die See fahrt, auf den wartet dann meistens schon eine Kursleiterin, die einem freundlich l\u00e4chelnd erkl\u00e4rt, dass man selbst zum Atmen zu doof ist. Wenn solche Urlaube teuer genug sind, dann gelten sie als Achtsamkeitstraining, und ein solches zu besuchen, ist nat\u00fcrlich immer noch besser, als jeden Abend aus dem Weinkeller die Treppe hochzuschaukeln und den zweiten Syrah mit dem Hinweis zu entkorken, man sei nun mal ein Genusstrinker. Woran es aber offenbar dazwischen fehlt, das ist jenes Faulenzen, das man Oblomowisierung nannte, als auch schon keiner Zeit hatte, in Iwan Gontscharows <\/i>,,Oblomow\u201c<i> vom titelgebenden Helden zu lesen und dessen Forderung nach einem ,,Recht auf Faulheit\u201c.<\/i><br \/>\n<i>Genuss ohne Optimierung, vielleicht ist es das, was Oblomow meinte. Genuss mit Optimierung unterscheidet sich davon erheblich und liegt zum Beispiel dann vor, wenn Menschen einen Freizeitpark bauen. In einem solchen wurde \u00fcbrigens Angela Merkel mal von der Drittkl\u00e4sslerin Luca interviewt, und diese fragte, Was sie, die Kanzlerin, in ihrer Freizeit denn so mache.<\/i><br \/>\n<i>Merkel sagte, ,,Manchmal sitze ich ein bisschen und spreche mit meinem Mann\u201c, und wenn das Wort Genuss an der Stelle auch nicht explizit fiel, so schwang es doch heimelig mit, zwischen den Zeilen.<\/i><br \/>\n<!--more-->Muss zur heutigen kolumnierenden Glosse, \u201eDas Streiflicht\u201c, etwas erg\u00e4nzend hinzuf\u00fcgen. Kann allerdings nicht damit dienen, wer sie verzapft hat. Jedenfalls irgendwer, welcher mit einem Haufen bescheidenen Lexikonwissen kokettierte, was man heutzutage oftmals unter Ulk verbuchen kann, aber als III. Bildungsweg von WIKIPEDIA!<br \/>\nAlles beginnt deshalb mit der Namensnennung von <span style=\"font-size: medium;\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alice_Munro\">Alice Munro<\/a> (<em>geborene Alice Ann Laidlaw<\/em>), der kanadischen Literatur-Nobelpreistr\u00e4gerin und endet mit dem Bogenschlag zur Nochkanzlerin. <\/span><br \/>\nVorher wurde noch <i> <\/i>,,Oblomow\u201c, aus der Feder von <i> <\/i><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u0418\u0432\u0430\u043d \u0410\u043b\u0435\u043a\u0441\u0430\u0301\u043d\u0434\u0440\u043e\u0432\u0438\u0447 \u0413\u043e\u043d\u0447\u0430\u0440\u043e\u0432 <\/i>erw\u00e4hnt <\/span><span style=\"font-size: medium;\">und dann fand jene Forderung des Titelheldens, <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>F\u00fcrst Oblomow<\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">, <\/span>nach seinem ,,Recht auf Faulheit\u201c, die folgenschwere Erg\u00e4nzung!<br \/>\nDem muss ich etwas entgegensetzen, was mir bereits seit Jahrzehnten im Kopf herumgeistert, n\u00e4mlich die Verquickung, vom ebenfalls in <span style=\"font-size: medium;\">Simbirsk geborenen Landsmann, des Herrn <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>Ivan Aleksandrovi\u010d Gon\u010darovs<\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\"> &#8211; dem sp\u00e4teren Berufs-Revolution\u00e4rs: \u0412\u043b\u0430\u0434\u0438\u043c\u0438\u0440 \u0418\u043b\u044c\u0438\u0447 \u0423\u043b\u044c\u044f\u043d\u043e\u0432<\/span>!<br \/>\nUnd dem sp\u00e4ter verbreiteten Mythos um jenen Genossens, die ihren Ursprung mit der Hinrichtung seines \u00e4lteren Bruders, \u0410\u043b\u0435\u043a\u0441\u0430\u043d\u0434\u0440 \u0418\u043b\u044c\u0438\u0447 \u0423\u043b\u044c\u044f\u043d\u043e\u0432 wegen eines geplanten Attentats auf den Zaren, seinen Ausgang fand. So wird immer wieder verk\u00fcndet, dass sich Lenin in jungen Jahren, nur deshalb den <i>marxistischen Sozialdemokraten<\/i> anschloss, um sich fortan nur noch mit der Untergrundarbeit f\u00fcr eine <em>kommunistische Revolution<\/em> in Russland, zu besch\u00e4ftigen. In der ersten Zeit waren seine T\u00e4tigkeiten immer wieder mit Zeiten im Exil verbunden, welche er liebend gern in die Schweiz verbrachte. Was ihn als <em>Revolution\u00e4r mit hedonistischen Anwandlungen<\/em> auszeichnete!<br \/>\nGehe jetzt kurz mal zu drei einschneidenden Gegebenheiten \u00fcber, allerdings im Telegrammstil!<br \/>\n<i>Oblomow <\/i>erschien 1859, zwei Jahre sp\u00e4ter wurde, zumindest auf dem Papier, in Russland die Leibeigenschaft beendet. 1870 erblickte <span style=\"font-size: medium;\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wladimir_Iljitsch_Lenin\">\u0412\u043b\u0430\u0434\u0438\u043c\u0438\u0440 \u0418\u043b\u044c\u0438\u0447 \u0423\u043b\u044c\u044f\u043d\u043e\u0432<\/a>, das Licht dieser gebeutelten Erdenscheibe und 17 Jahre sp\u00e4ter fand die Exekution seines Bruders statt&#8230;<\/span><br \/>\nWas nun \u00fcberhaupt nicht anging, dass ein Knecht sich lediglich philosophischen Betrachtungen mit seinem Br\u00f6tchengeber hingab. Lenin muss jene uns\u00e4gliche dauerhafte Situation eines nicht klassenbewussten ausgebeuteten Lakaien ma\u00dflos angestunken haben! Deshalb wird der russische Begriff des &#8220;<i><strong>oblomowens<\/strong>&#8220;,\u00a0<\/i>was den ewigen Zeitvertreib <em>eines nichtsnutzigen Bourgeoisies<\/em>, welcher lediglich seine Zeit in vollkommener Unt\u00e4tigkeit bettl\u00e4gerig verbringt &#8211; dabei alle Viere gerade sein l\u00e4\u00df, von ihm stammen!<br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Und der ganzen Sache gibt ausgerechnet der Schwiegersohn von Karl Marx <strong>(<\/strong><\/span><\/span><em>Charly bezeichnete ihn\u00a0 oft als \u201eNeger\u201c oder \u201eKreolen\u201c.<\/em><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><strong>)<\/strong>, <\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paul_Lafargue\">Paul Lafargue<\/a>, noch zus\u00e4tzlichen <\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">einen <\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">drauf, als er 1883, sein \u201e <a href=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=3790\">Recht auf Faulheit<\/a>\u201c verzapfte.<br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Dies konnte wirklich nicht angehen!<\/span><\/span><\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Auf Grund solch einer Mentalit\u00e4t war mit<em> pseudo-hedonistischem Lohngesindel<\/em> und <em>zufriedenen Sklaven<\/em> wirklich kein Staat zumachen! <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">So kam es dann, dass der neue Messias letztlich versuchte, seine <em>bolschewistischen Ideen<\/em> endlich in die Tat umzusetzen, um letztlich als <em>Berufsrevolution\u00e4r<\/em>, wie Phoenix aus der Asche aufzusteigen!<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(SZ)Tr\u00fcbsal trat fr\u00fch ins Leben der Autorin Alice Munro, und wer m\u00f6chte, kann davon aus sicherer Entfernung in ihren Kurzgeschichten lesen. 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