{"id":34151,"date":"2020-03-28T22:10:08","date_gmt":"2020-03-28T21:10:08","guid":{"rendered":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=34151"},"modified":"2025-08-26T08:10:36","modified_gmt":"2025-08-26T07:10:36","slug":"was-ich-fuer-mein-leben-benoetigte-lernte-ich-auf-der-strasse-und-in-zwingend-notwendiger-gemeinsamkeit-mit-sehr-viel-literatur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=34151","title":{"rendered":"Was ich f\u00fcr mein Leben ben\u00f6tigte, lernte ich auf der Stra\u00dfe und in zwingend notwendiger Gemeinsamkeit mit sehr viel Literatur&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Es ist ja hinreichend bekannt, dass <em>haufenweise teilintellektuelle Vollpfosten<\/em> auf UNSER Erdenscheibe umherwuseln, die sich bereits an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niccol%C3%B2_Machiavelli\">#Machiavelli<\/a> vergangen haben und ein Ende ist nicht abzusehen. Sein <strong>&#8220;F\u00fcrst&#8221;<\/strong> befindet sich ebenso auf dem gro\u00dfen Haufen von Publikationen gro\u00dfer Geister mit ernstzunehmenden Durchblick, deren Analysen aber nur rein theoretischer Natur waren.<br \/>\nWobei k\u00fcnftigen Propheten lediglich partielle Erkenntnisse herausgeklauben, die ihnen absolut in den Kram passen. Sie dann vollkommen tendenzi\u00f6se Zusammenstellungen entsprechend vorgekaut, ihren verz\u00fcckten Mitl\u00e4ufern in deren offenen M\u00e4uler oder \u00c4rsche schieben.<br \/>\nIn der Einleitung zu Macchiavelli&#8217;s: <i><a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/machiave\/fuerst\/fuerst.html\">Buch vom F\u00fcrsten<\/a>, <\/i>wird eine Betrachtungsweise von ihm einfach ignoriert, sie betrifft das <a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/machiave\/fuerst\/chap027.html\"><strong>Gl\u00fcck<\/strong>!<\/a><br \/>\nEine Begrifflichkeit von relativ unterschiedlicher Bedeutung und heute, nach Jahrzehnten des z\u00fcgellosen Konsum\u00b4s, pl\u00f6tzlich eine vollkommen andere Wertigkeit erhielt, beginnend mit neuerlichem hemmungslosen Konsumterror &#8211; das <em>Schei\u00dfpapier-Axiom.<\/em> Eine unbegreifliche Gl\u00fcckseligkeit von sehr kurzer Dauer, deren Euphorie bereits nach wenigen Tagen erlosch und es stehen noch viele, viele Wochen an&#8230;<br \/>\nZumal WIR f\u00fcr lange Zeit ein Haufen unbezahlbares Gl\u00fcck brauchen in allen Lebenslagen &#8211; die kommenden Generationen einbezogen!<br \/>\nMuss hier noch einen Wink<strong>(*) <\/strong>geben: wg. <b>(<\/b><span style=\"font-size: small;\">Einf\u00fchrung von Hans Freyer zu Nicolo Machiavelli &#8211; <a href=\"https:\/\/www.reclam.de\/detail\/978-3-15-019258-0\/Machiavelli__Niccol__\/Der_Fuerst\">Der F\u00fcrst &#8211; Reclamverlag Stuttgart, ISBN 3-15-001218-X<\/a><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><b>)<\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Und lasst Euch die S\u00e4tze ganz gen\u00fcsslich auf der Zunge zergehen, benutzt in Gedanken letztmalig jene Substanz, die Ihr zeitlebens am liebsten genie\u00dfen konntet&#8230;<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Danach ist n\u00e4mlich Pumpe<strong>!<\/strong> <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Denn es werden demn\u00e4chst hoffnungslos widerliche Vorkommnisse\u00a0 von sehr gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftiger Qualit\u00e4t anstehen, zur allseitigen Beruhigung, aber letztlich wird in ferner Zukunft alles auf eine identische Wiederholung, jener gerade vergangenen Chaosjahre hinauslaufen. Woran sich lediglich die Altvorderen erinnern werden, und die nerven dann ihre erstaunte Umgebung mit Legenden aus der <em>Guten Alten Zeit&#8230;<\/em><\/span><br \/>\nJahrelang hat ein Spruch von mir nur Unverst\u00e4ndnis ausgel\u00f6st, den ich ihn ewig ablie\u00df: <i>Wenn ich soviel Geld h\u00e4tte, wie ich Zeit habe, h\u00e4tte ich keine Zeit mehr!<\/i><br \/>\nMir war Zeit immer viel wichtiger! Als eitriger Furunkel am Arsch beider deutscher Republiken, gab es wegen der gesellschaftlichen Zw\u00e4nge, nat\u00fcrlich permanent Hudeleien. Lediglich f\u00fcr meine Begriffe kam ich damit aber klar, wobei ich die wichtigste Erfahrung auf der Ostseite machen durfte. Da geht es um viereinhalb Monate, im Sommer 1974, in denen ich mich wirklich frei f\u00fchlte, w\u00e4hrend meines illegalen Aufenthaltes in den Urw\u00e4ldern der <em>Bieszczady,<\/em><em> am Zaun der ukrainischen Grenze. Eigentlich geh\u00f6ren dazu auch die Wochen im Budapester Staatsgef\u00e4ngnis, f\u00fcr meine Begriffe ein <\/em>5 Sterne <em>Knast. Wegen der unendlich vielen Leserei, sehr anspruchsvoller Literatur von Rowohlt &amp; Fischer, davon konnte ich in der Zone nur tr\u00e4umen, und deshalb wurde regelm\u00e4\u00dfig sogar auf den Freigang verzichtet&#8230;<\/em><br \/>\n<i><b><\/b><\/i><!--more--><\/p>\n<p><b>(*) D<\/b>er<i> Gegenbegriff, richtiger gesagt das Korrelat zu<\/i> virt\u00f9 (Tugend)<i> ist: fortuna (Gl\u00fcck). Auch dieser Begriff schillert bei Machiavelli in vielen Farben. Er bezeichnet die Summe alles dessen, was auf das Schicksal des Menschen einwirkt, aber au\u00dferhalb der Reichweite seines Willens liegt, was als Bedingung, als Chance oder als Zwang sein Handeln mitbestimmt, es ohne sein Zutun und Verdienst f\u00f6rdert oder es ohne sein Verschulden zum Scheitern verurteilt &#8211; die Summe der wechselnden Umst\u00e4nde, der unabsehbaren M\u00f6glichkeiten und Verwicklungen, der zuhilfekommenden Gl\u00fccksf\u00e4lle und der unerwarteten Gegenschl\u00e4ge. Wenn die <\/i>virt\u00f9 <i>als der aktive Pol im politischen Geschehen bezeichnet werden konnte, so bildet <\/i>fortuna<i> den Gegenpol dazu, das Widerstrebende, das Hinzunehmende, das Unangreifbare. Ihr Wesen aber ist, da\u00df sie sich nicht als unver\u00e4nderliche Gr\u00f6\u00dfe und als starrer Widerstand \u00e4u\u00dfert (Tatsachen und M\u00e4chte dieser Art nennt Machiavelli <\/i>necessit\u00e5<i>, die Notwendigkeit), sondern als unendliche Vielfalt von Faktoren, die miteinander verschlungen und zum gro\u00dfen Teil ambivalent sind: vieles, was wie eine Hilfe aussieht und zun\u00e4chst auch als solche wirkt, erweist sich auf die Dauer als Verh\u00e4ngnis, vieles, was als g\u00fcnstige Gelegenheit erscheint, ist in Wahrheit eine Fessel oder eine Falle. Fortuna ist eine verschwenderische Geberin, aber sie ist auch untreu, unberechenbar, oft sogar heimt\u00fcckisch. <\/i><i><b>Sie ist G\u00f6ttin und Ungeheuer zugleich. <\/b><\/i><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><a href=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/JE-SUIS-CORONIX-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-34229\" src=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/JE-SUIS-CORONIX--124x150.jpg\" alt=\"\" width=\"124\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/JE-SUIS-CORONIX--124x150.jpg 124w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/JE-SUIS-CORONIX--248x300.jpg 248w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/JE-SUIS-CORONIX-.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 124px) 100vw, 124px\" \/><\/a>Hier noch etwas zu <em>Coronax<\/em>, wo sich der S\u00fcdkoreaner <i>mit der Krisenblindheit des Neoliberalismus auseinandersetzt<\/i>, ist aber recht weichgesp\u00fclt. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Au\u00dferdem ist der gesamte Text mit viel Vorsicht zu genie\u00dfen. Finde auch, dass er etwas merkw\u00fcrdig verzapft wurde, liegt vielleicht daran, weil er zuerst in <i>El Pais <\/i>ver\u00f6ffentlicht stand. Bei all seiner recht vorsichtigen Kritik, welche nicht durchg\u00e4ngig ist, wurde total darauf verzichtet die Ursachen des Versagens von Westeuropa einzugehen. Da h\u00e4tte er n\u00e4mlich frisch, frei und fr\u00f6hlich Ross und Reiter<i>in<\/i> nennen m\u00fcssen! <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><em>Au\u00dferdem <\/em><em>f\u00e4ngt der Fisch am Kopf an<\/em> z<i>u stinken&#8230;<\/i> <i> <\/i><\/span><br \/>\n<i><a href=\"https:\/\/matters.news\/@petitulm\/%E9%9F%A9%E7%82%B3%E5%93%B2-%E6%88%91%E4%BB%AC%E4%B8%8D%E5%BA%94%E5%B0%86%E7%90%86%E6%80%A7%E8%AE%A9%E6%B8%A1%E7%BB%99%E7%97%85%E6%AF%92-%E4%B9%8C%E5%B0%94%E5%A7%86-%E7%96%AB%E7%97%85%E6%97%B6%E6%9C%9F%E7%9A%84%E5%93%B2%E5%AD%A6-bafyreifqsdjyslbzqjpmqrjkq2sqk3c6m2ikccgg4b7fji5lauq7e62mwm\">Der Philosoph<\/a> und <a href=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/\u201eVernunft-nicht-dem-Virus-\u00fcberlassen\u201c-WELT.pdf\">Kulturwissenschaftler Byung-Chul Han<\/a> lehrte zuletzt an der Universit\u00e4t der K\u00fcnste Berlin. In einem jetzt erschienenen Aufsatz setzt er sich vor dem Hintergrund der CO-VID-19-Krise mit der Krisenblindheit des Neoliberalismus auseinander. Die Globalisierung und die Ideologie, auf der sie beruhe, h\u00e4tten die geistigen, kulturellen und politischen Widerstandskr\u00e4fte westlicher Gesellschaften gegen\u00fcber Krisen geschw\u00e4cht. Der mit der Krise verbundene Schock f\u00fchre gegenw\u00e4rtig zu \u00dcberreaktionen, die den Bestand freiheitlicher Gesellschaften gef\u00e4hrden k\u00f6nnten.<\/i><\/p>\n<p><b>PS. <\/b>Wer versuchen sollte, sich an <i>Niccol\u00f2 Machiavelli<\/i> heranzupirschen, der sollte mit der Autobiographie von<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/cellini\/benvenut\/benvenut.html\"> <i>Benvenuto Cellini <\/i><\/a>beginnen, wegen der Schnittmengen, was derer beider Lebensl\u00e4ufe betrafen und unbedingt die \u00dcbersetzung von Goethe benutzen!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.internet-radio.com\/station\/studiorethymno\/\"><i>Die ganze Zeit lief diese Station.<\/i><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ja hinreichend bekannt, dass haufenweise teilintellektuelle Vollpfosten auf UNSER Erdenscheibe umherwuseln, die sich bereits an #Machiavelli vergangen haben und ein Ende ist nicht abzusehen. 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