{"id":38126,"date":"2022-03-07T17:21:03","date_gmt":"2022-03-07T16:21:03","guid":{"rendered":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=38126"},"modified":"2022-03-08T23:26:57","modified_gmt":"2022-03-08T22:26:57","slug":"jene-frage-hat-zu-jetzigen-mumientagen-allerdings-eine-ganz-andere-wertigkeit-bekommen-als-der-hinweis-meiner-damaligen-wandmalerei-1971-72","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=38126","title":{"rendered":"Jene Frage hat zu heutigen Mumienjahren allerdings eine ganz andere Wertigkeit bekommen, als der Hinweis meiner damaligen Wandmalerei 1971\/72!"},"content":{"rendered":"<p>Da mein <i>Schwager<\/i>, <i>Arschloch als Spitzname<\/i>, alle Fotos von mir weggeschmissen hatte, kann ich leider nicht mit irgendwelchen Ablichtungen dienen.<br \/>\nVor vielen Jahren gab allerdings ein Kumpel kund, in Magdeburg w\u00fcrde noch ein Haufen <i>Stasi-Schei\u00df<\/i> von mir liegen, deren Hinweise er in seiner Akte fand, vielleicht w\u00e4ren da auch Bilder bei! Aus Rostock gaben Bekannte \u00e4hnliche Rauchzeichen, hab allerdings nie Antr\u00e4ge gestellt.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-38128 alignleft\" src=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/GROSZ-1-117x150.jpg\" alt=\"\" width=\"117\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/GROSZ-1-117x150.jpg 117w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/GROSZ-1-233x300.jpg 233w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/GROSZ-1-624x803.jpg 624w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/GROSZ-1.jpg 756w\" sizes=\"auto, (max-width: 117px) 100vw, 117px\" \/>Retour zu den Gegebenheiten im Pfarrhaus. Kam man in unser Wohnzimmer, stand gegen\u00fcber ein Schreibtisch und dar\u00fcber prangte der <i>Apokalyptische Reiter<\/i>, von <em>George Grosz<\/em><em>, ungef\u00e4hr 1,5 Meter gro\u00df. <\/em><br \/>\nDie Decken im Wohnzimmer waren mit polnischen und russischen Film oder Zirkusplakaten tape\u00adziert, in der Povstube <i>Peking Rundschau <\/i>und <i>China Reconstruct.<\/i> Ich erhielt sie anonym von der chinesischen Botschaft aus Warschau.<br \/>\n\u00d6ffnete man die T\u00fcr zur provisorischen Schlafkammer, gab es rechterhand die Darstellung eines sehr attraktiven drallen M\u00e4dels, ungef\u00e4hr 2 Meter 50 gro\u00df, mit sehr ausgepr\u00e4gten Bindegewebs\u00adwucherungen. Ihre durchsichtige schw\u00e4rzliche Reizw\u00e4sche gab mehr preis, als sie verbarg, dazu hatte ich entsprechende Strapse rot dargestellt. Die gesamte K\u00f6rperhaltung war leicht nach vorn ge\u00adbeugt und an einem Bein fummelte sie am zweiten Nylon herum. Es lag ganz im Sinne des Betrach\u00adters, ob sie ihn nun entfernen wollte oder \u00fcberstreifte&#8230;<br \/>\nGleich links neben der T\u00fcr, \u00fcber dem kleinen Allesbrenner, stand ziemlich weit oben besagte Frage, allerdings nicht:<a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/51924323930\/in\/dateposted\/\"> Pill<i><b>s<\/b><\/i><b>!<\/b><\/a><br \/>\nGleich darunter befand sich die humoristische Verarbeitung eines schweinchenrosafarbenen fliegen\u00adden S\u00e4uglings. Mit seinem Mund biss er in ein wei\u00dfes Dreieckstuch, in dem ein liegender Klapper\u00adstorch transportierte wurde! Hatte dazu in vielen europ\u00e4ischen Sprachen, sehr gut lesbar, das Wort: <b>Achtung<\/b>, anfangs noch kalligraphiert. Sp\u00e4ter durfte jeder, der die entsprechende Sprache nachwei\u00adsen konnte, weitere \u00fcbereinstimmende Vokabeln mit einem fetten Filzer anmalen&#8230;<br \/>\nUnser Pfarrer hatte schon lange begonnen sich aus allem herauszuhalten. Manchmal kam mir das Gef\u00fchl, dass wir f\u00fcr ihn nur als Probanden fungierten, denn er kam oft mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alexander_Sutherland_Neill\"><i>A. S. Neill<\/i><\/a> und seinem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Summerhill\"><i>Sum\u00admerhill<\/i>.<\/a> Was bei meiner <i>Mutter<\/i> der <i>Sowjetrusse<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anton_Semjonowitsch_Makarenko\"> Makarenko<\/a><\/i>, war bei ihm, was die Erziehung betraf, der Angelsachse. Richtige Diskussionen lie\u00dfen sich mit dem Pastor auch nicht mehr f\u00fchren, mir schien klar, dass er von dem, wie es sich entwickelte, m\u00e4chtig entt\u00e4uscht war, andrerseits begannen Zweifel an mir zu nagen, was sein Verh\u00e4ltnis zur <i>gewissen Beh\u00f6rden<\/i> anging&#8230;<br \/>\nAlles rutschte immer mehr ab.<br \/>\nZu dritt hatten wir fast 2500 Mark im Monat, wobei <i>Wanze<\/i> als Montagehelfer, soviel verdient wie <i>Stoni<\/i> und ich zusammen. Lebten mietfrei, brauchten nur Telefon und Strom zu rubeln und das Geld reichte nicht. So manchen Monat wurden bei <i>Kneipen\u0002-Willi<\/i> noch zus\u00e4tzlich bis 300 Mark Zech an\u00adgeschrieben. Zum gr\u00f6\u00dftes Handicap entwickelte sich meine ewige Sauferei in allen Lebenslagen, beginnend schon morgens im Betrieb&#8230;<br \/>\nDie orgiastischen Wochenenden unterschieden sich nur darin, dass sie mal donners\u0002tags begannen, ein paar Tage sp\u00e4ter freitags. Je nachdem, wann die Montagehirsche ihre w\u00f6chentliche Arbeitszeit beendeten und sich in die Spur machten. Montagmor\u0002gen verlie\u00dfen die letzten das sinkende Schiff. Obwohl alle ihr Scherflein zu den dau\u0002ernden Feten beitrugen, Fressereien, Kohlen, Getr\u00e4nke mit\u00adschleppten, anschlie\u00dfend die gesamte Bude immer in Schuss brachten, begann mich alles anzu\u00f6den.<br \/>\nNach etwas mehr als ein Jahr ging der neuerliche Lebensversuch chaotisch koppheister. Es hatte sich so gut angelassen, aber keiner von uns dreien schien in der Lage, solch Leben, wie wir es be\u00adgonnen hatten, auch zu meistern.<br \/>\nDas <i>Kanarienvogel-Syndrom<\/i>, wie ich mal bezeichnete, ging auch an uns nicht vor\u00fc\u0002ber!<br \/>\nIm vorangegangenen Leben permanent gegen die Gitterst\u00e4be gehopst, dann in et\u0002was mehr Freiheit, kamen wir nicht mehr zurecht. In dem Durcheinander, wie es begann, endete auch alles.<br \/>\nStatt, wie vom Dis\u0002triktpastor vorgeschlagen, bis zum kommenden Fr\u00fchjahr zu warten, erst einen Job in der Gegend suchen und dann unser neues Leben mit der Renovierung des arg deformierten Hauses zu beginnen, wollten wir aber sofort loslegen. Dabei hatte der Gemeindekirchenrat noch nicht mal seine Zustimmung f\u00fcr den Einzug ausgesprochen&#8230;<br \/>\nBereits nach einem halben Jahr wurde mir klar, wenn ich nicht schnellstens die Situation im Haus in den Griff bekommen w\u00fcrde, war alles zu sp\u00e4t.<br \/>\nEtwas in Richtung bildende Kunst zu studieren, galt als abgefressen. Weil das <i>dummrote Stali\u00adnistenpack<\/i>, vornweg die<i> Mutter meiner Schwester,<\/i> von mir als Vorleistung verlangten, mein <i>westlich dekadentes Outfit<\/i> zu \u00e4ndern und mich staatstragender gesellschaftlicher Arbeit hinzugeben.<br \/>\nObwohl ich, kurz vor den Pr\u00fcfungen, das Abitur geschmissen hatte, kam aber vom <i>Sprachenkonvikt<\/i> das Angebot, mich auch ohne Hochschulreife stu\u0002dieren zu lassen.<br \/>\nHin und hergerissen tat ich das Falscheste \u00fcberhaupt.<br \/>\nBegann wieder Zonen-\u0002LSD zu schmei\u00dfen. Cocktails aus allen m\u00f6glichen Medikamenten, syntheti\u00adschen Schei\u00df aus dem Tschechland. Polnische Freunde brachten die wesentlich besseren, billigeren und v\u00f6llig legalen amphetaminhaltigen Pillen aus dortigen Apotheken mit.<br \/>\nIn jener Situation kotzte es mich an, dass man sich im Haus nirgends zur\u00fcckziehen konnte, was na\u00adt\u00fcrlich auch an mir lag.<br \/>\nDie kleine K\u00fcche lie\u00df sich ohne weiteres in ein Zimmer umfunktionieren, au\u00dferdem das riesige Dachgeschoss ausbauen&#8230;<\/p>\n<p><b>Fu\u00dfnote<\/b> zu Makarenko und Neill<br \/>\nErziehungsversuche meines stalinistischen Muttertieres, verbunden mit ideologischem Drill, auch ewig verbunden mit <i>aufopfernder Hilfe<\/i> ihrer Genossen, waren mehr als nur zum Kotzen. Obwohl ich bereits Literatur auf einem ganz anderen Niveau las, mit 11 \/ 12 Jahren, musste ich mir den <i>roten Mist<\/i> aus dem Pionier-Buchklub noch einziehen. Meine Weigerung war damit verbunden, dass die Alte unser Wohnzimmer abschloss und ich dadurch nicht mehr an ihre B\u00fccher herankam. M\u00e4chtiger Zeck war nebenher unumg\u00e4nglich, als sie gewahrte, dass ich mir, Honor\u00e9 de Balzac &#8211; <a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/balzac\/tolldr1\/tolldr1.html\"><i>Die drei\u00dfig tolldreisten Geschichten<\/i><\/a> reingezogen hatte&#8230;<br \/>\nErinnere mich noch genau an eine Vorgabe ihrerseits. Sollte in dem Fall, ihr die Inhaltsangabe eines <i>Ostern<\/i> von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arkadi_Petrowitsch_Gaidar\"><span lang=\"ru-RU\"><i>\u0410\u0440\u043a\u0430\u0434\u0438\u0439 \u041f\u0435\u0442\u0440\u043e\u0432\u0438\u0447 \u0413\u0430\u0439\u0434\u0430\u0440<\/i><\/span><\/a> <span lang=\"de-DE\">vortragen, um wieder an die Wohnzimmerliteratur zu ge\u00adlangen. <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>Begeistert<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> meinte sie anschlie\u00dfend, ich solle etwas sp\u00e4ter unbedingt <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>Makarenko \u00b4 s <\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">,<\/span><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=zHX01lmz7MI\"><span lang=\"de-DE\"><i> Der Weg ins Leben <\/i><\/span><\/a><span lang=\"de-DE\">und <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>Flaggen auf den T\u00fcrmen<\/i><\/span><i> <\/i>lesen. Jener Hinweis auf <i>sp\u00e4ter<\/i>, veranlasste mich nat\u00fcrlich sofort, beide Schwarten unmittelbar zugreifen&#8230;<br \/>\nNach \u00fcber einem Jahrzehnt, 1972, fiel mir bei unserem Pastor etwas von <i>Neill<\/i> in die H\u00e4nde und registrierte, dass es gar keinen so gro\u00dfen Unterschied gab, was die Erziehungsmethoden des Russen betrafen.<br \/>\nBereits im Alt T\u00f6plizer DFD-Heim, als 6j\u00e4hriger, entwickelten sich meine Aversionen gegen die morgendlichen Fahnenweihen und den damit verbundenen Brimborium. Lockerte oftmals jene dr\u00f6gen Standzeiten mit irgendwelchen Sp\u00e4\u00dfchen auf, sei es nur, im angetretenen Rudel einen stin\u00adkenden Streicher fahren zulassen.<br \/>\nIn den folgenden Jahren kam hinzu, dass ich mich als absolut untauglich f\u00fcr sog. Kollektive ent\u00adwickelte. Wenn mir irgendetwas nicht passte und es partout nicht einsah, <a href=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Jugendhilfe.pdf\">verweigerte ich ganz schlicht.<\/a><br \/>\nDarauffolgende Bestrafungen lie\u00dfen mich dann ebenso kalt&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da mein Schwager, Arschloch als Spitzname, alle Fotos von mir weggeschmissen hatte, kann ich leider nicht mit irgendwelchen Ablichtungen dienen. Vor vielen Jahren gab allerdings ein Kumpel kund, in Magdeburg w\u00fcrde noch ein Haufen Stasi-Schei\u00df von mir liegen, deren Hinweise er in seiner Akte fand, vielleicht w\u00e4ren da auch Bilder bei! 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