{"id":38621,"date":"2022-06-15T10:19:07","date_gmt":"2022-06-15T09:19:07","guid":{"rendered":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=38621"},"modified":"2022-06-30T10:22:38","modified_gmt":"2022-06-30T09:22:38","slug":"niccolo-machiavelli-wurde-am-03-05-1469-in-san-casciano-in-val-di-pesa-geboren-und-starb-am-22-06-1527-in-florenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=38621","title":{"rendered":"Niccol\u00f2 Machiavelli wurde am 03.05.1469 in San Casciano in Val di Pesa geboren und starb am 22.06.1527 in Florenz&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><b>er war Politiker, Geschichtsschreiber, Philosoph und Dichter.<\/b><br \/>\n<b>M. <\/b>erarbeitete eine Analyse der Renaissance-Epoche (1400\u20131620), Politalchimisten haben dann, aus seinen Erkenntnissen, Jahrhundertelang ihre entsprechenden Rezepturen gebraut.<br \/>\nSp\u00e4ter ging es mit Charly Marx\u00b4 kritischer Auseinandersetzung vom Fr\u00fchkapitalismus ebenso.<br \/>\nHell- bis dunkelrote Kompetenzsimulanten, mit krankhaften F\u00fchrerambitionen, verhalten sich immer noch \u00e4hnlich. Allerdings ging deren Umsetzung ewig einher mit ideologischen Kollateral\u00adsch\u00e4den, deren Tote man mittlerweile in einer dreistellige Millionensumme abbuchen kann&#8230;<br \/>\nKomme hier nun zu einer Betrachtung, in der jeder mal ableuchten kann, wie wichtig es f\u00fcr einen Heranwachsenden ist, ebenso im weiteren Leben bis zur Urne, wenn er immer mal wieder auf Menschen trifft, die ihn in seinem Werdegang best\u00e4rken und auf gl\u00fcckliche Umst\u00e4nde hinweisen, die er im Moment nicht erkennt&#8230;<!--more--><\/p>\n<p><b><u>Vom F\u00fcrsten, 25. Kapitel: <\/u><\/b><br \/>\n<b>Welchen Einflu\u00df das Gl\u00fcck auf die Angelegenheiten der Menschen hat.<\/b><br \/>\nIch wei\u00df wohl, da\u00df Viele ehedem die Meinung gehegt haben und noch jetzt hegen, die Begebenhei\u00adten der Welt w\u00fcrden solchergestalt vom Gl\u00fccke und von Gott regiert, da\u00df die Menschen mit aller Klugheit sie nicht verbessern und nichts dagegen ausrichten k\u00f6nnten. Daraus k\u00f6nne man abnehmen, da\u00df es nicht der M\u00fche werth sei, viel einzuf\u00e4deln, sondern da\u00df man sich nur dem Schicksale hinge\u00adben m\u00f6ge. Diese Meinung hat in unsern Tagen durch die gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen, die Alles erlitten hat, die man noch t\u00e4glich sieht, und welche alle menschlichen Vermuthungen zu Schanden machen, viel gewonnen. Indem ich hier\u00fcber nachgedacht, bin ich zu Zeiten geneigt gewesen, mich zu derselben Meinung zu bekennen. Weil aber doch der menschliche freie Wille damit in Widerspruch steht, so urtheile ich, da\u00df das Gl\u00fcck wol die H\u00e4lfte aller menschlichen Angelegenheiten beherrschen mag; aber die andre H\u00e4lfte, oder doch beinahe so viel, uns selbst \u00fcberlassen m\u00fcsse. Ich vergleiche das Gl\u00fcck mit einem gef\u00e4hrlichen Flusse, der, wenn er anschwillt, die Ebene \u00fcberschwemmt, B\u00e4u\u00adme und Geb\u00e4ude umst\u00fcrzt, Erdreich hier fortrei\u00dft, dort ansetzt. Jedermann flieht davor und gibt nach; Niemand kann widerstehen. Dennoch k\u00f6nnen die Menschen in ruhigen Zeiten Vorkehrungen treffen, mit Deichen und W\u00e4llen bewirken, da\u00df der Flu\u00df bei hohem Wasser in einem Canale abflie\u00ad\u00dfen mu\u00df, oder doch nicht so unb\u00e4ndig \u00fcberstr\u00f6mt und nicht so viel Schaden thut. In gleicher Art geht es mit dem Gl\u00fccke, welches seine Macht zeigt, wo keine ordentlichen Gegenanstalten gemacht sind, und sich mit Ungest\u00fcm dahin kehrt, wo keine W\u00e4lle und D\u00e4mme vorhanden sind, es im Zau\u00adme zu halten. Wenn man Italien betrachtet, welches der Sitz dieser gro\u00dfen Umw\u00e4lzungen gewesen ist, so wird man ein ebenes Feld finden, ohne W\u00e4lle und D\u00e4mme, W\u00e4re dieses Land durch hinl\u00e4ng\u00adliche Kriegstugend vertheidigt, so wie Deutschland, Frankreich und Spanien, so h\u00e4tten jene \u00dcber\u00adschwemmungen keine solchen Umw\u00e4lzungen hervorgebracht, oder w\u00e4ren gar nicht eingetreten. So viel im Allgemeinen vom Widerstande gegen das Schicksal. Nunmehr der Sache n\u00e4her zu treten, sage ich, da\u00df man einen F\u00fcrsten heute im Wohlstande, morgen zu Grunde gehen sieht, ohne da\u00df er seine Natur im Geringsten ver\u00e4ndert habe. Dies scheint mir zuerst von den Ursachen herzur\u00fchren, die ich oben ausf\u00fchrlich er\u00f6rtert habe: n\u00e4mlich, da\u00df ein F\u00fcrst, der sich ganz auf das Gl\u00fcck verl\u00e4\u00dft, zu Grunde gehen mu\u00df, sobald dieses sich dreht. Ferner glaube ich, da\u00df es dem gut gehe, der in sei\u00adner Handlungsweise mit dem Geiste der Zeit zusammentrifft, und da\u00df derjenige verungl\u00fccken m\u00fcs\u00adse, der mit den Zeiten in Widerspruch ger\u00e4th. Denn man sieht die Menschen ihre Zwecke, die sich ein jeder vorgesetzt hat, es sei nun solches Ehre und Ruhm oder Reichthum, auf verschiedene Art verfolgen. Einer mit Vorsicht, der andre mit Ungest\u00fcm; einer mit Gewalt, der andre mit List; einer mit Geduld, der andre auf entgegengesetzte Art, und jeder kann auf seine Weise dazu gelangen. Man sieht zwei gleich vorsichtige: einem gelingt es, dem andern nicht. Ebenfalls gelingt es zwei verschiedenen gleich gut, von denen der eine vorsichtig, der andre ungest\u00fcm zu Werke geht. Dies r\u00fchrt lediglich von der Verschiedenheit der Umst\u00e4nde her, welche mit der Art zu verfahren \u00fcberein\u00adstimmen oder nicht. Daher kommt, was ich gesagt habe, da\u00df zwei entgegengesetzte Verfahrungs\u00adarten zu dem gleichen Zwecke f\u00fchren; und da\u00df von zweien, die auf gleiche Art verfahren, doch ei\u00adner das Ziel erreicht, der andre es verfehlt. Eben daher kommen die Abwechselungen des Gl\u00fccks; denn wenn Jemand sich mit Vorsicht und Besonnenheit und Geduld benimmt, dazu die Umst\u00e4nde wohl \u00fcbereinstimmen, so geht Alles gut von Statten. Aendern sich Zeiten und Umst\u00e4nde, so geht er zu Grunde, wenn er sein Betragen nicht ebenfalls \u00e4ndert. Es findet sich aber nicht leicht ein so ver\u00adst\u00e4ndiger Mann, nach dem er sich zu richten verm\u00f6chte; theils weil er nicht gegen seine nat\u00fcrliche Neigung handeln kann; theils weil derjenige, dem es auf einem gewissen Wege bis dahin gelungen ist, sich nicht \u00fcberzeugen kann, da\u00df es gut sei, denselben nunmehr zu verlassen. So geht es dem vorsichtigen Manne. Wenn es Zeit ist, dreist darauf los zu gehen, so vermag er dies nicht, und mu\u00df also zu Grunde gehen. H\u00e4tte er seine Gem\u00fcthsart mit den Zeiten und Umst\u00e4nden ge\u00e4ndert, so h\u00e4tte das Schicksal sich nicht ge\u00e4ndert. Papst Julius der Zweite ging in allen Dingen mit Ungest\u00fcm zu Werke, und die Zeitumst\u00e4nde stimmten dazu so gut, da\u00df er immerfort gl\u00fccklich war. Man erw\u00e4ge nur seine erste Unternehmung gegen Bologna, als Giovanni Bentivoglio noch lebte. Die Venezianer waren damit nicht zufrieden: der K\u00f6nig von Spanien sowohl als der von Frankreich dachten selbst auf eine solche Unternehmung. Dennoch griff er mit seinem gew\u00f6hnlichen Ungest\u00fcme die Sache an, und zwar pers\u00f6nlich. Dieser k\u00fchne Schritt hielt Venedig und Spanien zur\u00fcck; jenes aus Furcht, dieses durch die Begierde, das ganze K\u00f6nigreich Neapel zu erobern. Aus der andern Seite zog der Papst den K\u00f6nig von Frankreich in sein Interesse, indem der K\u00f6nig sah, da\u00df der Papst einmal zuge\u00adschlagen hatte; und da er selbst die Venezianer zu dem\u00fcthigen w\u00fcnschte, so glaubte er jenen nicht durch Verweigerung der Hilfstruppen offenbar beleidigen zu d\u00fcrfen. Julius brachte also durch seine ungest\u00fcmen Bewegungen zu Stande, was niemals ein andrer Papst durch alle menschliche Klugheit ausgerichtet h\u00e4tte. H\u00e4tte er gezaudert, von Rom auszubrechen, bis Alles geh\u00f6rig bestellt und alle Anstalten vorl\u00e4ufig getroffen w\u00e4ren, so wie andre P\u00e4pste es gemacht hatten, so w\u00e4re es ihm nicht gelungen. Denn der K\u00f6nig von Frankreich h\u00e4tte tausend Entschuldigungen gefunden, und die An\u00addern h\u00e4tten ihm tausend Besorgnisse erregt. Ich \u00fcbergehe alle seine andern Handlungen, welche ins\u00adgesammt dieser \u00e4hnlich sind und alle gelangen. Die K\u00fcrze seines Lebens hat nicht verstattet, da\u00df er ein feindliches Schicksal erfuhr. W\u00e4ren aber Umst\u00e4nde eingetreten, die ein vorsichtiges Betragen erheischten, so w\u00e4re auch Er zu Grunde gegangen, weil er seinen nat\u00fcrlichen Charakter in seiner Handlungsweise nicht w\u00fcrde haben verl\u00e4ugnen k\u00f6nnen. Ich schlie\u00dfe also, da\u00df, da die Gl\u00fccksum\u00adst\u00e4nde ver\u00e4nderlich sind, die Menschen aber bei ihrer Weise eigensinnig beharren, es diesen nur so lange gut geht, als Beides mit einander \u00fcbereinstimmt; sobald aber Disharmonie darin eintritt, Alles mi\u00dfgl\u00fccken mu\u00df. So viel ist indessen wahr, da\u00df allemal besser ist, muthig darauf los zu gehen, als bed\u00e4chtig; denn <i>das Gl\u00fcck ist ein Weib, und wer dasselbe unter sich bringen will, mu\u00df es schlagen und sto\u00dfen<\/i>. Es l\u00e4\u00dft sich eher von dem, der es so behandelt, unterjochen, als von dem, der ruhig und kalt zu Werke geht. Deswegen ist es auch als ein \u00e4chtes Weib den jungen Leuten gewogen, weil sie weniger bed\u00e4chtig sind, muthiger und dreister ihm befehlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>er war Politiker, Geschichtsschreiber, Philosoph und Dichter. M. erarbeitete eine Analyse der Renaissance-Epoche (1400\u20131620), Politalchimisten haben dann, aus seinen Erkenntnissen, Jahrhundertelang ihre entsprechenden Rezepturen gebraut. Sp\u00e4ter ging es mit Charly Marx\u00b4 kritischer Auseinandersetzung vom Fr\u00fchkapitalismus ebenso. Hell- bis dunkelrote Kompetenzsimulanten, mit krankhaften F\u00fchrerambitionen, verhalten sich immer noch \u00e4hnlich. 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