{"id":39087,"date":"2022-10-03T20:53:13","date_gmt":"2022-10-03T19:53:13","guid":{"rendered":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=39087"},"modified":"2024-04-06T20:45:01","modified_gmt":"2024-04-06T19:45:01","slug":"tag-der-deutschen-uneinheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=39087","title":{"rendered":"Tag der DOITSCHEN unEINHEIT"},"content":{"rendered":"<p>Dieser althergebrachte Feiertag, am 17. Juni, hatte damals noch etwas besonderes, allerdings nur f\u00fcr Teile der Westseite. Meine damit allerdings nicht die zus\u00e4tzliche M\u00f6glichkeit, sich w\u00e4hrend der ersten Sommersonne, zus\u00e4tzlich im Freien die Kante zugeben.<br \/>\nLag jenes Datum zu Mauerzeiten auf einem Wochentag, musste ich oftmals Bekannten Kulturtips geben, f\u00fcr Fahrten in die Umgebung von Berlin. Am meisten wurden dann die historischen Gege\u00adbenheiten in Potsdam frequentiert, weil der gelernte Ossi, bekanntlich auch an jenem Tag den staatlich vorgegebenen Arbeitsplan erf\u00fcllen musste. Deshalb sich nicht soviel neugierige Besucher, gerade in den Gefilden von Sanssouci herumtrieben, was nat\u00fcrlich auch f\u00fcr Museen galt. Die letzten Jahre ging es dann etwas weiter in die s\u00e4chsischen Gebiete, deren Reisen pl\u00f6tzlich, durch den Kre\u00addit der <i>Bayerischen Vereinsbank<\/i>, sehr erleichtert wurden. Jene polit-\u00f6konomische Begeben\u00adheit, war f\u00fcr mich und viele meiner Bekannten, allerdings mit einer einschneidenden finanziellen Belastung verbunden. Bis zu jenem Termin, war es m\u00f6glich, Bu\u00dfgelder, die bei Verkehrsdelikten in den Korri\u00addoren anfielen, von einem <i>B\u00fcrger der DDR<\/i> begleichen zulassen. Wenn mich nicht alles t\u00e4uscht, lie\u00adfen jener Transfer \u00fcber das dortige Au\u00dfenhandelsministerium ab. Auf 180 DM belief sich irgend\u00adwann die h\u00f6chste Summe eines Kn\u00f6llchen, welches zu blechen war. Hatte damals, kurz vor dem <i>Hermsdorfer Kreuz<\/i>, bei sehr lauter Mucke, m\u00e4chtig getrieft. Letztlich kam der hohe Betrag zustan\u00adde, weil ich wiedermal die Klappe nicht halten konnte.<br \/>\nNoch ein Schl\u00fcsselerlebnis, hin\u00adsichtlich jener Geldstrafe. Kurz darauf war es nicht mehr m\u00f6glich, dass ein <i>Ostberliner<\/i> meine Knete in seiner W\u00e4hrung, 1 zu 1, blechen konnte. Nach der Kredit-Ein\u00adf\u00e4delung von <a href=\"https:\/\/m.focus.de\/politik\/deutschland\/csu\/fjs-todestag-sein-leben-und-wirken_id_1493688.html\">FJS<\/a>, stand auf den Bu\u00dfgeldbescheinigungen etwas in jener Richtung drauf, <i>das gefor\u00adderte Entgelt muss in der W\u00e4hrung des Passinhabers gezahlt werden<\/i>! Dieser Tip stammte unter Ga\u00adrantie aus dem Westen!<br \/>\nMein Deal f\u00fcr jene privaten Gesch\u00e4fte, mit einem Kumpel, lief wie folgt ab. Ein alter Potsdamer Kumpan, der in meiner damaligen Stammpinte, dem Charlottenburger \u201eZillemarkt<i>\u201c<\/i>, sich dort als Tresenschlampe prostituierte, gab mir den entscheidenden Hinweis. Dort tauchten \u00f6fters Junkies auf, die entsprechend W\u00fcnsche auf Einkaufszettel notierten und dann die gew\u00fcnschten LP\u00b4s in den Kauf\u00adh\u00e4usern wegfanden<i>, denen tut es ja nicht weh, schlie\u00dflich glichen deren Versicherungen ihre Ver\u00adluste aus. A<\/i><i>llemal besser, als einer Omi einen an ihre Ommel zuknallen, wenn solch Patient Kohle f\u00fcr den n\u00e4chsten Schuss ben\u00f6tigt&#8230;<\/i><br \/>\nEin paar Stunden sp\u00e4ter wurden dann die Gesch\u00e4fte erledigt.<br \/>\nFolkblues-Scheiben, mit schwarzer Musik, gab es bereits f\u00fcr einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heiermann\">Heiermann<\/a>! Gerade diese Platten waren im Ost-S\u00fcden ungemein beliebt. Als meine Verrechnungseinheit galten sie 25 Ostmark, wei\u00adter\u00adverkauft lag der Preis dann bei 100 und mehr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mark_(DDR)\">MDN<\/a>. Bei immer wieder angesagten Oldies musste nat\u00fcrlich etwas mehr gel\u00f6hnt werden.<!--more--><br \/>\nEine recht merkw\u00fcrdige Sache widerfuhr mir noch im Osten, wobei ich das entsprechende Verhal\u00adten, der <i>Mutter mei\u00adner Schwester<\/i>, zu meinem Gl\u00fcck, nicht verstand. Bevor ich mich illegal ins Tchechland und weiter nach Po\u00adlen absetzte, wurde ein Ausverkauf get\u00e4tigt. Meine Glotze, eine 24b\u00e4ndige Brockhaus-Ausgabe von 1894, meine beiden Grammophone nebst \u00fcber 100 Schellack\u00adplatten, alles was ich an Vinylscheiben besa\u00df, darunter s\u00e4mtliche \u00f6stlichen Lizenzpressungen west\u00adlicher Interpreten und sauteuer erstan\u00addene West\u00adplatten, gingen dabei \u00fcber die Wupper. F\u00fcr das 3er\u00a0<a href=\"https:\/\/m.ok.ru\/dk;jsessionid=989def4336b9df4ecca4230b0b0441e8624e47ad70ba95a.b9f45940?st.cmd=movieLayer&amp;st.discId=6314050259539&amp;st.retLoc=default&amp;st.discType=MOVIE&amp;st.mvId=6314050259539&amp;st.stpos=chan_2&amp;_prevCmd=movieLayer&amp;tkn=4610&amp;&amp;__dp=y#lst#\"> Woodstock<\/a> &#8211; &#8211; <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Woodstock:_Music_from_the_Original_Soundtrack_and_More\">Album<\/a> erhielt ich damals 450 Mark, bar auf die Kralle.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-39088 alignleft\" src=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Steppenwolf-114x150.jpg\" alt=\"\" width=\"114\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Steppenwolf-114x150.jpg 114w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Steppenwolf-227x300.jpg 227w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Steppenwolf-775x1024.jpg 775w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Steppenwolf-768x1014.jpg 768w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Steppenwolf-624x824.jpg 624w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Steppenwolf.jpg 1154w\" sizes=\"auto, (max-width: 114px) 100vw, 114px\" \/>Wie dumm muss diese Frau gewesen sein, dass sie meinen Wandel nicht regis\u00adtrierte. Stellte sie doch sonst peinlich genaue Spickzettel f\u00fcr ihre Stasi-Genossen her. Was mein neuesten Westpubli\u00adkatio\u00adnen und die erlauschten Namen meiner Bekannten betrafen&#8230;<br \/>\nS\u00e4mtliche flachen Rundlinge meiner deutsch\/deutschen Kompensationsgesch\u00e4fte trugen meine Freundinnen nach Ost\u00adberlin, teilweise unter Protest.<br \/>\nPrompt widerfuhr der Schefffin, in unseren Anfangsjahren solch Missgeschick. Sie reichlich dezent gekleidet, sicher zu unauff\u00e4llig, wurde ausgerechnet bei jenem Grenzwechsel kontrolliert, was vor\u00adher nie passierte. Hatte an dem Tag <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Electric_Ladyland\"><i>Electric Ladyland<\/i> <\/a>anbei, welches man ihr sofort abnahm, weil das Cover eine <i>pornografische Gestaltung <\/i>aufwies. F\u00fcr jenen sehr un\u00adg\u00fcnstigen Fall, sollte sie das Album den Grenzern schenken, der Spruch kam selbstverst\u00e4ndlich nicht gut an, deshalb wollte sie die Platten erst gar nicht mitnehmen. Die andere Variante bestand darin, irgendjemand, der in den Westen zur\u00fcckging, ihm das Teil einfach zu schenken. Also das gesamte Prozedere wurde wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht, im unteren Ausreisebereich des U-Bahnhofes Frie\u00addrichstra\u00dfe bekam ein Hol\u00adl\u00e4nder die Platte aufgedr\u00fcckt, verst\u00e4ndnisvoll notierte er ihre Telefon\u00adnum\u00admer. Anschlie\u00dfend erledig\u00adte sich alles weitere sehr schnell. Drau\u00dfen am Tr\u00e4nenpalast wurde sie noch von einer alten Dame mit zwei riesigen Taschen angesprochen, die sich in Begleitung zweier M\u00e4dels, in ihrem Alter befand. \u201eJunge Frau, ich muss mich bei ihnen noch bedanken! Als ich sie ge\u00adwahrte, wusste ich, sie werden \u00c4rger bekommen und dr\u00e4ngelte ich mich sofort hinter sie. Deshalb haben diese dummen Bengels mich nicht kontrolliert!\u201c<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag rief der Holl\u00e4nder sofort retour und ich lud ihn tourim\u00e4\u00dfig ein. Schlie\u00dflich lande\u00adten wir reichlich bezecht bei <a href=\"https:\/\/www.leydicke.com\/geschichte\">Lucy Leydicke<\/a>, so lernte er freudig ein St\u00fcckchen altes Westberlin kennen, was ihm sonst nie untergekommen w\u00e4re&#8230;<br \/>\nDies war nun etwas zu diesem uns\u00e4glichen Tag, an dem nachfolgende Generationen immer noch darauf lauern, dass irgendetwas zusammenw\u00e4chst &#8211; <span lang=\"de-DE\"><i>Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas \u00e4ndert. <\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">(A.E.)<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Hier noch ein Schrieb, wo es zum Schluss auch irgendwie um <a href=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=459\">Leydicke<\/a> geht&#8230;<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser althergebrachte Feiertag, am 17. Juni, hatte damals noch etwas besonderes, allerdings nur f\u00fcr Teile der Westseite. 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