{"id":39154,"date":"2022-10-15T17:11:02","date_gmt":"2022-10-15T16:11:02","guid":{"rendered":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=39154"},"modified":"2025-10-02T05:45:41","modified_gmt":"2025-10-02T04:45:41","slug":"letztlich-wird-berlin-auch-koeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=39154","title":{"rendered":"\u201eLetztlich wird Berlin auch K\u00f6ln\u201c"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: large;\"><b>(II)<\/b><\/span><br \/>\n\u25bc<br \/>\nEs fiel noch etwas zum gestrigen Schrieb ein&#8230;<br \/>\nMir geht bereits das Gebimmel von Kirchenglocke auf die Steine, da ich mehrere Jahrzehnte direkt neben einem<em> sog. <\/em><i>Gotteshaus<\/i> wohnte&#8230;<br \/>\nVon den entsprechenden Handhabungen eines Muezzins betreffend, kann ich auch Liedchen singen.<br \/>\nBesuchte 1981 einen Arbeitskollegen in Istanbul, dies Jahr zuvor gab es den Gebetskrach nicht, da sie noch am Bau einer Moschee werkelten. Zu jenem vereinbarten Termin, gab es mir etwas anderes weit mehr und ich mich stattdessen, mit einer Schnecke in Belgien herumtrieb&#8230;<br \/>\nMuss noch einige Verquickungen zu jenem Besuch einflie\u00dfen lassen.<br \/>\nDas Viertel, wo der Kollege in Bak\u0131rk\u00f6y wohnte, war noch im Aufbau begriffen. Dort kauften sich t\u00fcrkische Arbeiter, die alle in Westeuropa jobbten, ihre Eigentumswohnungen.<br \/>\nIsi\u00b4s Familie, nebst seiner alte Mutter und zwei S\u00f6hnen, bewohnten eine sehr sch\u00f6ne Mehrzimmer\u00adwohnung in zwei Ebenen, von ca. 150 Quadratmetern, in der f\u00fcnften oder sechsten Etage. Selbiges Domizil lag in ostwestlicher Ausrichtung, mit einem riesigen Balkon auf Sonnenuntergangseite. Dort wollte ich mich n\u00e4chtens ausstrecken, durch die Gastfreundschaft wurde daraus aber nichts.<br \/>\nZumal sich noch zwei andere Familien, acht Personen, f\u00fcr drei Tage dort einquartiert hatten, die beiden M\u00e4nner waren auch Arbeitskollegen von mir.<br \/>\nHatte in Saloniki ein junges P\u00e4rchen, aus Krefeld kennen gelernt, die pennten immer f\u00fcr kurze Zeit, sehr billig, auf dem Dach eines Hotels. Sollte mir ihre Behausung anschauen und dann am n\u00e4chsten Tag meine Besuchstour beginnen. Lie\u00df dies aber sein, da sich auf dem Dach ein sehr gro\u00dfer Wasser\u00adtank befand, der n\u00e4chtens gef\u00fcllt wurde und folglich alles mit recht lauter Pl\u00e4tscherei verbunden war. Durch einen recht heftigen Umtrunk in den Abend hinein, verga\u00df ich fast die n\u00e4chtliche Sperrstun\u00adde, dazu hockten wir mit mehreren andere Touries in bequemen Sesseln und schauten stundenlang in der Glotze einen ewig langen Comic an &#8211; <i>Familie <\/i><em>Feuerstein &#8211;<\/em> t\u00fcrkisch synchronisiert! Immer, wenn der <i>Schefff <\/i>nach seiner Gattin rief, br\u00fcllte die gesamte Runde ebenfalls nach <i>Wilma<\/i>!<i> <\/i>Die an\u00adwesenden Eingeborenen am\u00fcsierten sich dabei, wie Bolle \u00fcber uns.<br \/>\nLandete nat\u00fcrlich zur angefangenen Sperrstunde in dem Viertel, alles eine riesige Baustelle. S\u00e4mt\u00adliche Verkehrswege bestanden aus zerfahrenen Betonteilen, nirgendwo waren Stra\u00dfenschilder ange\u00adbracht, \u00fcberall nur schummrige Beleuchtung, daf\u00fcr an den Ecken der Hochh\u00e4user, Halbmeter gro\u00dfe Nummern&#8230;<br \/>\nUm die Mitternachtszeit stolperte ich durch das Gel\u00e4nde, mir fiel dabei auf, massenhaft waren die Fenster in den H\u00e4usern noch beleuchtet.<br \/>\nPl\u00f6tzlich hopste ein Gel\u00e4ndewagen um die Ecke, wurde dabei immer wieder angestrahlt, konnte bald nichts mehr sehen, daf\u00fcr t\u00e4nzelnde Lichtpunkte in den Augen. Ungef\u00e4hr 50 Meter vor mir hielt die Karre, nun voll im glei\u00dfenden Strahl eines Flak-Scheinwerfers. Aus der Gegend br\u00fcllte je\u00admand irgendwas, tat in dem Moment lediglich jene hilflose Geste und stand mit erhobenen Armen dort versteinert herum.<!--more--><br \/>\n&#8211; Hatte ich wenige Jahre vorher bereits, zu n\u00e4chtlichen Stunden, bei den Mecklenburger Fischk\u00f6p\u00adpen an der Ostsee \u00fcber d\u00fcrfen, weil die gesamte K\u00fcste, als schwer bewachte Grenze galt&#8230;<br \/>\nEndlich fing der Soldat am Scheinwerfer an, ringsherum die andere Gegend abzuleuchten. Es dau\u00aderte ein ganzes Weilchen, bis ich den br\u00fcllenden Offizier einigerma\u00dfen gewahrt, der nun ewig nach dem Passport schrie. Den ich, nach der Interpretation seines Gestikulierens, zu ihm schmei\u00dfen soll\u00adte. Zwischendurch plapperte ich ewig irgendwelchen Schei\u00df:<i> Du Idiot, kannst ruhig noch lauter schreien, ich verstehe sowieso nichts&#8230;<br \/>\n<\/i>Das kleine Dokument fand sich nicht sofort wieder an, daf\u00fcr ging der Lichtstahl kurz auf die h\u00f6heren Rasen- und Kr\u00e4utergew\u00e4chse. Nun war es an dem Fahrer, das Teil zu suchen. Wusste bis dahin nicht, ob es sich um Polizei oder Soldaten handelte. Als der Offizier meinen l\u00fctten <em>Berliner Aus\u00adweis<\/em> und keinen <em>Bundesgermanischen Pass<\/em> in den H\u00e4nden hielt, br\u00fcllte er pl\u00f6tzlich noch lauter los, auch in Richtung seines Fahrers. Der sprach mich daraufhin mit Urschw\u00e4bischen Idiom an. Sodass ich ihm stecken musste, diesen Dia\u00adlekt, in dem er sich auszudr\u00fccken pflegte, gar nicht verstehen w\u00fcrde. W\u00e4hrend seiner Simultan\u00fcberset\u00adzung begannen wir zulachen und ich durfte daraufhin sofort meine H\u00e4nde wieder als normaler Zivi\u00adlist benutzen. Zeigte dem Dolmetscher meinen Zettel mit der Anschrift, die ich seit geraumer Zeit schon suchte und nicht finden konnte. W\u00e4hrenddessen spielte der Knabe mit seinem Lichtkegel an den W\u00e4nden der Hochh\u00e4usern her\u00adum. Nach einem kurzen Anschiss, gab er sich wieder seiner ei\u00adgentlichen Aufgabe hin. Und der Dei\u00adbel wollte es, wir alle registrierten dabei, dass jemand am n\u00e4chsten Haus einen Satz auf den Boden machte.<br \/>\nEin kurzer Zuruf und im glei\u00dfendem Licht wankte jemand zu uns, ein ungef\u00e4hr 50j\u00e4hriger, aber reichlich angesoffen. Zum beginnenden Palaver gab es erst mal einen heftig gekonnten Begr\u00fc\u00dfungsschlag zwi\u00adschen seine Schulterbl\u00e4tter&#8230;<br \/>\nDann ging alles sehr schnell in Wohlgefallen \u00fcber, der<i> T\u00fcrkschwabe<\/i> schrieb auf der Motorhau\u00adbe, f\u00fcr mich und den Fremdling, je einen Passierschein f\u00fcr eine weitere Stunde aus, der Vorgesetzte knallte eine Petschaft drauf und wir konnten uns trollen. Meinem F\u00fchrer sah ich dabei die Erleich\u00adterung an, dass f\u00fcr ihn alles so glimpflich abgelaufen war.<br \/>\nBevor wir gingen, erhielt ich noch zwei Erkl\u00e4rungen. Die ein betraf den Wehrdienst des jungen Mannes, der unbedingt in der T\u00fcrkei studieren wollte und daf\u00fcr seine Pflicht in Uniform hier ableisten musste, was er mittlerweile als einen schweren Fehler ansah&#8230;<br \/>\nDann noch die Beantwortung meiner Frage, weshalb \u00fcberall in den Wohnungen noch das Licht brannte &#8211; es sei momentan Ramadan und viele gaben sich den entsprechenden Anweisungen hin, zumal die meisten Bewohner hier, Urlaub in ihrer Heimat machten&#8230;<br \/>\nJetzt begann eine kurze Odyssee, mein F\u00fchrer erfuhr allerdings auch nicht den k\u00fcnftigen Stra\u00dfen\u00adnamen, daf\u00fcr gab es sich aber sehr pfiffig. Dr\u00fcckte an mehreren Hauseing\u00e4ngen beide H\u00e4nde auf die Klingelschilder und br\u00fcllte anschlie\u00dfen die Frage in Richtung der ge\u00f6ffneten Fenster, ob jemand einen I. C. kennen w\u00fcrde<br \/>\nZwei Bl\u00f6cke weiter fand sich ein alter Bekannter meines Kollegen\u00b4s und von dem erhielten wir eine ganz genaue Beschreibung und nach weiteren 10 Minuten hatte sich alles zu meiner vollsten Zufrie\u00addenheit erledigt..<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>(III)<\/b><\/span> <\/span><br \/>\n\u25bc<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(II) \u25bc Es fiel noch etwas zum gestrigen Schrieb ein&#8230; Mir geht bereits das Gebimmel von Kirchenglocke auf die Steine, da ich mehrere Jahrzehnte direkt neben einem sog. Gotteshaus wohnte&#8230; Von den entsprechenden Handhabungen eines Muezzins betreffend, kann ich auch Liedchen singen. 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