{"id":41909,"date":"2024-07-13T14:45:02","date_gmt":"2024-07-13T13:45:02","guid":{"rendered":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=41909"},"modified":"2024-07-21T22:17:52","modified_gmt":"2024-07-21T21:17:52","slug":"noch-etwas-zur-letzten-rolle-kackpapier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=41909","title":{"rendered":"Noch etwas zur letzten Rolle Kackpapier!"},"content":{"rendered":"<p><b>Fu\u00dfnote: Hier folgt die Fortsetzung zum <\/b><a href=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=41851\">Schrieb vom 7. Juli<\/a><br \/>\nGleich Anfang der 1990er erhielt ich den Anruf eines Bekannten, dass aus dem Gel\u00e4nde der ur\u00adspr\u00fcnglichen <i>Schulthei\u00df-Brauerei, <\/i>nun jenes M\u00f6bellager ausgezogen sei und alles offen stand, ob ich nicht Lust h\u00e4tte, in vielen dortigen R\u00e4umlichkeiten zu pl\u00fcndern&#8230;<br \/>\nLie\u00df mir dies nicht zweimal sagen.<br \/>\nKnallte f\u00fcr zwei Fahrten den <i>Opel Rekord <\/i>bis unter das Dach mit Zeug voll.<br \/>\nDarunter befanden sich auch zwei riesige Beutel mit jenem<a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/53840654047\/in\/datetaken-public\/\"> Lokuspapier<\/a> <span style=\"font-size: xx-small;\"><b>(<\/b><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\">Bei dessen Verwendung nahm man an, es w\u00fcrde sich um Schleifpapier mit 80er K\u00f6rnung handeln.<\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><b>)<\/b><\/span>, massenhaft Kartons mit <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/53856466243\/in\/datetaken-public\/\">Aluminiumbestecken<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/53856639450\/in\/datetaken-public\/\">Sch\u00f6pf- und Schaumkellen<\/a> aller m\u00f6glichen Gr\u00f6\u00dfen, ebenso Kocht\u00f6pfe, die dann ewig zum Farbe mischen be\u00adnutzt wurden.<br \/>\n&#8211; Habe niemals verstanden, weshalb in der Zone Aluminiumzeug \u00fcberall solch Stellenwert besa\u00df, war doch dessen Herstellung au\u00dferordentlich teuer!<br \/>\nJahrelang benutzte ich Teile jene Beute dann als Gastgeschenke. Weltweit gelangte z.B. das Lokus\u00adpapier, so als Test, in die verschiedensten Ecken UNSERER ERDENSCHEIBE&#8230;<br \/>\nHinzu kam sehr gut erhaltenes reichsdeutsches Tischler-Werkzeug, Handkurbelbohrer, alte Brust\u00adleiern und auch jede Menge gut erhaltene lange Holzbohrer bis 25 mm Durchmesser. Diese Teile benutzte ich manchmal sogar noch selber, irgendwo in stromlosen Situationen. Bis zu dem Zeit\u00adpunkt &#8211; war in jenen Tagen Allround-Handwerker in der <i>Zweiten-Hand-Gruppe &#8211;<\/i> als Oberschefff\u00adchen Herby, w\u00e4hrend einer Suff-Laune, mir einen Koffer von <i>Metabo<\/i> mit einem Akkuschrauber schenkte. Selbige Ger\u00e4tschaften waren damals noch arschig teuer!<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-41920 alignleft\" src=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bohrer-2.png\" alt=\"\" width=\"139\" height=\"128\" \/>Sp\u00e4ter stellte ich aus dem Bohrerzeugs zwei Sets her. Diese landeten dann in Matema, im S\u00fcdwes\u00adten Tansanias. Bat das Kind, welches ein Jahr dort in einem Krankenhaus arbeitet, sie irgendwel\u00adchen Tischlern zu schenken, was sie auch tat.<br \/>\nVon einem der Knaben erhielt ich dann eine Danksagung, den sie anschlie\u00dfend \u00fcbersetzte. Wei\u00df gar nicht, wo der Brief gelandet ist. Jene Zeilen gingen mir damals richtig an die Nieren! Der Mann be\u00adgriff im ersten Moment die Welt nicht mehr, als pl\u00f6tzlich ein junges blondes <i>Wei\u00dfbrot<\/i> vor ihm stand und aus heiterem Himmel jenes Geschenk offerierte.<br \/>\nBis dato stellte der Holzwurm immer wieder gr\u00f6\u00dfere L\u00f6cher mit gl\u00fchenden <a href=\"https:\/\/de.wiktionary.org\/wiki\/Moniereisen\"><i>Moniereisen<\/i><\/a> her.<!--more--><br \/>\n&#8211; W\u00e4hrend solcher Schreibereien fallen mir ewig noch Erg\u00e4nzungen ein.<br \/>\nWenige Tage sp\u00e4ter stand ich wieder dort auf der Matte, in voller Kriegsbemalung, was die Kamera\u00adausr\u00fcstung betraf. Innerhalb von anderthalb Wochen wurde das gesamte Gel\u00e4nde mit zwei Kumpels abgelichtet. Angefangen vom Dach bis hinunter in die Keller. Allerdings war nach zwei unteren Eta\u00adgen Pumpe, weil dann s\u00e4mtliche anderen tieferen Geschosse abgesoffen waren, dies betrifft das ge\u00adsamte riesige Gel\u00e4nde der jetzigen <a href=\"https:\/\/www.kulturbrauerei.de\/gelaende\/geschichte\/\">Kulturbrauerei<\/a>. Angeblich befinden sich noch weitere sechs Stockwerke darunter. Im ganz untersten Bodengeschoss soll sich \u00fcberall riesige R\u00e4umlichkeiten be\u00adfinden, in denen winterliches Eis eingelagert wurde, ausges\u00e4gte aus Teichen und Fl\u00fcssen der gesam\u00adten Berliner Umgebung.<br \/>\nImmer noch strolchte auf dem riesigen Gel\u00e4nde der ehemalige olle Heizer herum, dessen Zunge ich jeden Tag mit einem neuen Sixpack l\u00f6ste. Auf sein Anraten hin, ging es den zweiten Tag mit Ta\u00adschenlampen hinunter, anschlie\u00dfend besorgte ich sofort 100 Meter Verl\u00e4ngerungskabel und entspre\u00adchende Scheinwerfer.<br \/>\nSo entstanden schlie\u00dflich weit \u00fcber 1000 Negative vom gesamten Objekt, welche letztlich nur in den eigenen Archiven landeten. Irgendwann erkundigte sich jemand vom gegr\u00fcndeten Verein, ob man von mir einige Bilder erhalten k\u00f6nnte, f\u00fcr eine Dokumentation. Stellte daraufhin ein <i>Best of <\/i>von 100 Kontaktabz\u00fcgen her. Recht unversch\u00e4mt wollte man mir 5 DM pro Bild zahlen, allerdings sollten dazu auch noch die Negative in deren Besitz \u00fcbergehen&#8230;<br \/>\nZum Piepen, was der ehemalige Heizungsknecht nebenher erz\u00e4hlte und hierf\u00fcr konnten wir ewig die ent\u00adsprechenden Belege daf\u00fcr begutachten.<br \/>\nEnde der 1960er wurde der Braubetrieb eingestellt und oberhalb die gesamten Anlagen vollst\u00e4ndig demontiert, was in den Kellerr\u00e4umen nicht \u00fcberall statt\u00adfand. Wo es m\u00f6glich war, wurden in den beiden noch begehbaren Kellergeschossen, Kilometer von Feuchtraumkabeln weggefunden, daf\u00fcr zeugten auch gigantische Haufen von den Isolierungen. Wenn man es nur auf die kupfernen Innereien abgesehen hatte. Gro\u00dfe Motoren waren zerkloppt worden, wegen der kupfernen Ankerwicklungen, ebenso erging es vielen Kreiselpumpen aus Rotguss, wegen ihrer <span lang=\"de-DE\"><i>Kupfer-Zinn-Zink-Blei-Legierungen <\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">und deren rotierenden Teile aus Messing. Daf\u00fcr gab es bei den Schrotth\u00e4ndlern richtig gutes Geld. <\/span><br \/>\n<span lang=\"de-DE\">Endlich konnte ich in sehr gro\u00dffl\u00e4chigen R\u00e4umlichkeiten etwas betrachten, was mir <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>Quaky,<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> unser Schmied in der <\/span><a href=\"https:\/\/www.tangermuende.info\/zucker-meyer.html\"><span lang=\"de-DE\"><i>Tangem\u00fcnder Schokobude<\/i><\/span><\/a><span lang=\"de-DE\"> beigebracht hatte.<br \/>\nDurch ihn und die dortigen tierischen Zust\u00e4nde wurde ich sogar zu einem <a href=\"https:\/\/www.planet-wissen.de\/natur\/haustiere\/ratten\/pwiebiologiederratte100.html\">Ratten<\/a>experten.<br \/>\n<span lang=\"de-DE\">Unter normalen Umst\u00e4nden bewegen sich jene Nager immer nur in den Ixeln<\/span> <span style=\"font-size: xx-small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>(<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Ixel<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><span lang=\"de-DE\"> steht f\u00fcr: <\/span><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\">Inneneck, das sich zwischen zwei Fl\u00e4chen &#8211; W\u00e4nden und Decke oder dem Boden &#8211; befindet.<\/span><span style=\"font-size: xx-small;\">)<\/span><span style=\"font-size: medium;\">. In selbigen Kellern, den Stapelr\u00e4umen, wurden Bier- und Limo-K\u00e4sten gelagert. \u00dcberall gab es eine gleichm\u00e4\u00dfige fette Staubschicht, nur an den W\u00e4nden entlang, befand sich ca. 20 cm breit, die Rennstrecken der Tiere. Da M\u00e4use \u00fcberall kreuz und quer herum huschen, gibt es einen ganz simplen 100 % tauglichen Trick, um festzustellen ob man Ratten irgendwo hat. Dazu wird lediglich ein Streichholz schr\u00e4g auf dem Boden an die Wand gelehnt. Weil sie sich immer mit ihren Tasthaaren an Kopf und Schnauze sowie den am ganzen K\u00f6rper verteilten Leithaaren an den Ixeln orientieren, besonders in der Dunkelheit. <\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><br \/>\nZu Ratten f\u00e4llt mir noch etwas ein.<br \/>\nIn der ehemaligen Heizung von der Schoko, befanden sich unter den \u00d6fen gr\u00f6\u00dfere eckige H\u00f6hlen, dort standen fr\u00fcher gro\u00dfe Loren, f\u00fcr Asche, die dann zum Leeren weggefahren wurden. Dort wur\u00adden jetzt Styropor-Halbschalen f\u00fcr Rohre gestapelt und darin hatte ich mir einen Schlafplatz ge\u00adstaltet. Haupts\u00e4chlich wurde dort gepennt, wenn nach irgendwelchen Situationen kein Bus mehr fuhr, ging \u00b4s in die Bude zur n\u00e4chtlichen Augenpflege&#8230;<br \/>\nRatten sind ja intelligente Viecher, sehr scheu und ungemein verfressen, aber ganz friedlich, wenn sie in Ruhe gelassen werden. Nun geschah folgendes, wenn mein Nachtlager aufgeschlagen wurde, zumal die Halle mehrere 100 Quadratmeter ma\u00df. Gef\u00fcllt mit ungemein viel n\u00fctzlichem und unn\u00fct\u00adzem Zeug, Maschinenteilen, Schrott, Holz f\u00fcr die Tischler und sonst etwas. Beim Eintritt sofort To\u00adtenstille, kurz vorm Einschlafen legte immer massenhaftes Pfeifen, Gequietsche los, nebst undefi\u00adnierbarer Raschelei aus allen Richtungen, aber immer nur bis zu einer angemessenen Entfernung, von vielleicht zwei bis drei Metern. Nach vielleicht 30 Minuten kehrte dann relative Ruhe ein.<br \/>\nSchlimme Sachen passierten, wenn z.B. w\u00e4hrend der Fr\u00fchst\u00fcckszeit, pl\u00f6tzlicher Reparatureins\u00e4tze angesagt waren und sich deshalb niemand mehr in der Werkstatt befand, aber noch irgendwelche Fressereien auf dem Tisch herumlagen. Sp\u00e4testens nach 10 Minuten tauchten die Nager auf.<br \/>\n<span lang=\"de-DE\"><i>Quaky<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> unternahm manchmal etwas gegen solch Invasionen, er besa\u00df eine Lebendfalle, worin sich allerdings sehr selten eine Ratte verirrte! Passierte es dann doch einmal, lande das Tierchen dann im Stahleimer, der mit einem Metallsieb gedeckelt wurde. Dazu wurde ein viertel Liter Benzin ge\u00adsch\u00fcttet und angez\u00fcndet. In der anschlie\u00dfenden Todesqual schrie solch solch Vieh extrem lautstark wie ein S\u00e4ugling, aber hinterher lie\u00dfen sich mehrere Wochen keine Ratten mehr erblicken&#8230;<br \/>\nEinmal erlebte ich den Beginn solch einer solchen hei\u00dfen Zeremonie. Gebot dem Todesurteil sofort Einhalt, mein Meister gestattete mir sofort den Bau eines K\u00e4figs, 80 X 60 X 50 cm Gr\u00f6\u00dfe. Der neue Mitbewohner, <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>C\u00e4sar<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">, auf dem Schreibtisch, gefiel nat\u00fcrlich unserem<\/span><a href=\"https:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/0206.jpg\"><span lang=\"de-DE\"><i> Stalin<\/i><\/span><\/a><span lang=\"de-DE\"> gar nicht. F\u00fcr den raben\u00adschwarzen Salontiger brach bald noch eine schlimmere Zeit an, als f\u00fcr ein paar Wochen der Misch\u00adlingflohcontainer auftauchte, den nannten wir Krishna&#8230; <\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fu\u00dfnote: Hier folgt die Fortsetzung zum Schrieb vom 7. Juli Gleich Anfang der 1990er erhielt ich den Anruf eines Bekannten, dass aus dem Gel\u00e4nde der ur\u00adspr\u00fcnglichen Schulthei\u00df-Brauerei, nun jenes M\u00f6bellager ausgezogen sei und alles offen stand, ob ich nicht Lust h\u00e4tte, in vielen dortigen R\u00e4umlichkeiten zu pl\u00fcndern&#8230; Lie\u00df mir dies nicht zweimal sagen. 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