{"id":42047,"date":"2024-07-27T19:19:21","date_gmt":"2024-07-27T18:19:21","guid":{"rendered":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=42047"},"modified":"2024-10-12T04:27:15","modified_gmt":"2024-10-12T03:27:15","slug":"%e2%96%baii%e2%97%84-das-war-dann-mal-weg-nicht-ganz-deshalb-eine-ergaenzung-zum-gestrigen-schrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=42047","title":{"rendered":"\u25ba(II)\u25c4 DAS WAR DANN MAL WEG &#8211; nicht ganz! Deshalb eine Erg\u00e4nzung zum gestrigen Schrieb&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230;allerdings auf meine Art!<br \/>\nSehr seltsam, was in mir abging, wenn ich das Geplapper zu den <i>Frauenbildern <\/i>der <i>E<\/i>ks<i>pertinne<\/i>rinne<i>n<\/i> vernahm. Bin felsenfest davon \u00fcberzeugt, dass keine der <i>wichtigtuerischen di\u00adplomierten Tanten<\/i> auch nur ansatzweise, jemals bei den vorherigen Generationen in ihren Eltern\u00adh\u00e4usern, mal irgendwie erfuhren, was es f\u00fcr M\u00f6glichkeiten gab, in Bezug auf das <i>Hausfrauenda\u00adsein<\/i>&#8230;<br \/>\nMeine Gro\u00dfmutter kann ich bedingungslos als eine <i>emanzipierte Spezies jenes Genres<\/i> bezeichnen. Die jahrzehntelang nebenher Rosen z\u00fcchtete, sp\u00e4ter brachte sie mir sogar das Okulieren bei&#8230;<br \/>\nInnerhalb der Partnerschaft, hatte beide ihre entsprechenden t\u00e4glichen Aufgaben, wobei niemals der eine dem anderen irgendwie im Fressen herumm\u00e4hrte!<br \/>\nAls Kind fiel mir sp\u00e4ter auf, brauchte der eine Hilfe, dann meldete er oder sie seine Bed\u00fcrfnisse an aber bereits im Vorfeld. Wenn bei Tisch geredet wurde, z.B. w\u00e4hrend des Fr\u00fchst\u00fccks, ging es nur kurz um Belange der folgenden Stunden. Beim Mittagsmahl waren eigentlich Belanglosigkeiten an\u00adgesagt, au\u00dferdem lief dann auch das Radio. Abends lie\u00dfen die Erwachsenen dann den Tag Revue passieren, wobei wir Kinder auch keinen Ton sagten durften, es sei, man wurde \u00fcber irgendetwas gefragt&#8230;<br \/>\nGleich nach dem Morgenmahl wurde es immer spannend. Weil wir Kinder t\u00e4glich wechselseitig ei\u00adnen Stuhl erklimmen mussten, um das neueste Blatt von dem kleinen Kalender abzurei\u00dfen. Stand dort ein brauchbarer Spruch, deklamierte ihn Gro\u00dfvater. So brannten sich hunderte von klugen Spr\u00fcchen in meiner Birne fest. Zwei davon haben mir im Leben sehr viel geholfen, besonders, wenn ich mich nach dem entsprechenden Stichwort flugs aufraffte und reagierte.<br \/>\nDer erste lautete: <i>Leichte Arbeit im Hafen, erspart dir schwere Arbeit auf hoher See<\/i>!<br \/>\nDer zweite war manchmal sogar mit einem Satz warme Ohren verbunden, wenn mich der entspre\u00adchende Adressat als rotzfrech w\u00fcrdigte &#8211; <i>Wessen Geist nicht blitzt, dessen Stimme donnert<\/i>!<br \/>\nIn dem Zusammenhang erlebte ich niemals, dass sich die Gro\u00dfeltern irgendwann mal angifteten, geschweige denn, anschrieen&#8230;<br \/>\nWas deren Tochter betraf, lief es allerdings anders ab.<br \/>\nDeren Kindheit und fr\u00fche Jugend, der <i>Mutter meiner Schwester,<\/i> pr\u00e4gte die Nazizeit, als Ableger ei\u00adnes inhaftierten Volkssch\u00e4dlings. Gerade zur Pubert\u00e4t befand sich ihr Vater, den sie abg\u00f6ttisch lieb\u00adte, drei Jahre im Zuchthaus. Anschlie\u00dfend folgte seine siebenj\u00e4hrige arbeitslose Ewigkeit bis Kriegsende.<br \/>\nJegliche T\u00e4tigkeiten f\u00fcr ihr weiteres Leben als Heranwachsende, lernte sie von ihrer Mutter, die al\u00adlerdings, wegen der gesamten Situation damit \u00fcberfordert war&#8230;<br \/>\nAngefangen bei s\u00e4mtlichen <i>Hausfrauenarbeiten<\/i>, nebst Umgang mit dem Viehzeug, H\u00fchnern, G\u00e4n\u00adsen, Enten, mehreren Ziegen und einem Schwein. Hinzu kam der ewige Klavierunterricht unter sorg\u00adsamer Obhut m\u00fctterlicherseits.<br \/>\nZur angesagten Selbstversorgung gab es <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/6154104524\/in\/album-72157627685719972\">massenhaft Gartenarbeiten<\/a>, die Pflege von vielen Gem\u00fcse\u00adbeeten, den Obstb\u00fcschen und B\u00e4umen. Auf ellenlangen Acker-Handtuchstreifen kam noch stunden\u00adlange vollst\u00e4ndiger Feldpflege von Futterr\u00fcben und Kartoffeln hinzu. Allerdings tauchte in den letzten anderthalb Kriegsjahren Verst\u00e4rkung auf, von der Mischpoke aus Hamburg, Dresden und Nordhausen. Dort ausgebombte M\u00e4dels in ihrem Alter, deren El\u00adtern sie deshalb auf dem Land in Sicherheit brachten.<br \/>\n!944 fand dann eine heimliche Verlobung mit einem Gartennachbarsjungen statt. Monate nach Kriegsende erfolgte die entscheidende Traumatisierung ihrerseits, als sie endlich Gewissheit hatte, dass ihr Liebster, noch im April 1945, w\u00e4hrend eines Luftkampfes \u00fcber Kassel abgeraucht wurde&#8230;<br \/>\nIn gewisser weise konnte ich sogar etwas nachvollziehen, dass jemand nach solchen Erlebnissen, keine Lust versp\u00fcrte, in eine dauerhafte <i>Hausfrauenfalle <\/i>zu stolpern.<br \/>\nWas die nachfolgenden Einlassungen mit wenigen Typen betrafen, fasste die Frau dann permanent in die Schei\u00dfe.<br \/>\nNebenher entwickelte sie sich zu einer 100%igen Stalinistin, dies ging in vollem Umfang kontr\u00e4r vonstatten, mit den politischen Ansichten ihres Vaters, der seit Studienzeiten mit Kurt Schumacher befreundet war. Er dar\u00fcber hinaus die erste SPD-Ortsgruppe im Nest mitgr\u00fcndete. Nebenbei aber auch die wenigen \u00e4u\u00dferst dummen Kommunisten verachtete. Zu seinem Unwillen machte es sich seine Tochter dort bequem.<br \/>\nWas mit viel Hass aus der ganzen Umgebung einherging, am meisten mussten darunter ihre beiden G\u00f6ren leiden. Wie die Alte besonders mit mir umging, da wuchs w\u00e4hrend meiner Jugendzeit bereits dieses untr\u00fcgliche Gef\u00fchl, bei mir musste es sich um das Produkt einer sinnlos verbrachten Tanz\u00adpause handeln&#8230;<br \/>\nWas die Vermittlung von <i>b\u00fcrgerlichen Sekund\u00e4rtugenden<\/i> betrafen, lernte ich sie lediglich von mei\u00adnen Gro\u00dfeltern.<br \/>\nBed\u00fcrfnisse immer rechtzeitig anmelden, mit offenen Augen und Ohren durch die Weltgeschichte m\u00e4andern, zuh\u00f6ren und lernen, bestimmten Menschen auch mit Vertrauensvorschuss zu be\u00adgegnen. Fast bedingungsloses wechselseitiges Vertrauen gab es nur zwischen meinen Gro\u00dfelten und mir. Bei ihrer Tochter sollte ich lediglich nach ihren Vorgaben funktionieren, was mein weiteres schulisches Fortkommen betraf, war von ihrer Seite irgendwann die Einweisung in die Kadettenan\u00adstalt vorgesehen. Was zur Folge hatte, dass mich Mitsch\u00fcler und Lehrer schnitten, hinzu kamen de\u00adren \u00c4ngste vor mir, wegen eingebildeter P\u00e4tzereien und dies f\u00fchrte noch zu jahrelangem Mobbing&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nZum Ende der 4. Klasse, tickte ich dann vollst\u00e4ndig aus, jene Mentalit\u00e4t wurde sogar noch bis in meine Knastzeit kultivierte.<br \/>\nDies ging einher, dass man mich ewig vor irgendwelche Tribunale zerrte. Vor denen man ewig ver\u00adlangte, entsprechend Stellung zunehmen. Da die Gegenseiten es ja auch immer nur gut mit mir meinten. Mein Hass und die abgrundtiefe Verachtung gegen dieses Pack, dr\u00fcckte ich lediglich damit aus, ewig meine Klappe zuhalten und deshalb \u00fcberall als verstockt galt. Hilfestellung leistete dazu sogar die <i>Mutter meine Schwester<\/i>, ewig stand ich dann allein vor diesen Meuten, weil das Mistst\u00fcck dann in mitten jener<em> Cliquen<\/em> hockte. Unb\u00e4ndige Wut stieg in mir jedes mal hoch, wenn diese <i>dumm\u00adrote Zeck<\/i>e, s\u00e4mtliche Angeh\u00f6rige der <i>Dreigrammbewegung <\/i>in jenen <i>Strafgerichten, <\/i>auch noch per\u00admanent mit Genosse anredete, wenn deren Klamotten <i>Existenzmedaillen <\/i>zierten. <i> <\/i><br \/>\nWill noch kurz etwas schildern, was diese stramme Genossin w\u00e4hrend eines Tribunals ablie\u00df, dies geschah anfangs der 8. Klasse. Muss allerdings einflie\u00dfen lassen, um was es da ging.<br \/>\nIn jenen Tagen fand im Pionierhaus eine Funk-AG statt, an der ich mich auch beteiligte. Irgend\u00adwann stellten wir fest, es gab dort ebenso eine Foto-AG, deren Mitglieder vor uns verschwanden, allerdings war das gesamte Equipment vorhanden, ebenso die entsprechenden Chemikalien. Es be\u00adgann alles ganz harmlos mit abfotografieren von gewissen Leuten, Elvis, Ted Herold usw.<br \/>\nDer Pionierhausleiter galt als schwerer Alk, jemand kannte seine Mentalit\u00e4t tiefgr\u00fcndiger, daf\u00fcr wurde aus seiner B\u00fcrokasse etwas Knete weggefunden. Immere soviel f\u00fcr eine kleine Pulle Korn. Dann wurde geknobelt, wer zum Bahnhof rennen musste, um dort das Zeug zukaufen. Derjenige musste ihm das Zeug dann auch andrehen, dies ging problemlos. Entscheidend war anschlie\u00dfend lediglich, dass alles zu seiner Zufriedenheit ablief, weil er sich dann wieder in sein Refugium verkroch.<br \/>\n\u201e<i>Hauptsache, es herrscht dann Ruhe auf meinem Schiff<\/i>!\u201c<br \/>\nWei\u00df nicht mehr, wer irgendwann ein schwedisches Hardcore-Pornoheft mitbrachte, mit deren Pro\u00adduktion wurde heftig losgelegt. Alles in Postkartengr\u00f6\u00dfe und daf\u00fcr gab es bis 4 Mark. Das Scheffchen lie\u00dfen wir nie ins Labor, wegen der entsprechenden Vorg\u00e4nge in der Dunkelkammer. Ab und an wurden ihm einige <em>unserer<\/em> Werke vorgezeitg, dabei handelte es sich um den \u00fcblichen Zonenschei\u00df aus einem dortigen Schrank.<br \/>\nNach ein paar Wochen flog nat\u00fcrlich alles auf.<br \/>\nJeder von uns erhielt, ohne mont\u00e4gliche Bambule zum Fahnenappell, einen total gedeckelten Ver\u00adweis in der Schule. Wahrscheinlich war es den Genossen sehr peinlich, dass gerade im Pionierhaus begonnen wurde, ein unstillbares Bed\u00fcrfnis von Teilen der Bev\u00f6lkerung zu befriedigen. Dazu kam au\u00dferdem, dass einer aus dem <i>Kollektiv<\/i> knallrote Eltern hatte. Nur meine Alte hatte anschlie\u00dfend etwas gegen die laschen Bestrafung!<br \/>\nJene Chose betraf nicht nur mich, in dem Zusammenhang \u00e4u\u00dferte <i>mein Muttertier <\/i>etwas ganz spezielles.<br \/>\nGerade sie, die sich zum entsprechenden Stichwort <b>immer<\/b> als Funktion\u00e4rin und <b>emanzipierte allein erziehende Mutter<\/b><i> <\/i>pr\u00e4sentierte.<br \/>\nDen genauen Wortlaut bekomme ich nat\u00fcrlich nicht mehr zusammen, aber die ungef\u00e4hr verwende\u00adten Vokabeln: <i>Solch hochgradig ungeb\u00fchrliches Verhalten <\/i>muss<i> richtig schwer geahndet werden, mit Hilfe der Gesetze unseres sozialistischen Staates! Da <\/i>muss<i> die starke Arbeiterhand richtig zu\u00adpacken und damit <\/i>muss<i> in der Schule begonnen werden<\/i>!<br \/>\nDas waren und sind sie, jene <i>emanzipierten Witzboldinnerinnen<\/i>!<br \/>\nMit der eigenen Brut nie klarkommen aber die Schuld f\u00fcr ihr eigenes Versagen immer bei anderen suchen!<br \/>\nNun ist ja ihr damaliger dusseliger Spruch, in UNSEREN DEMOKRATISCHEN Gefilden schon lange zur Staatsdoktrin mutiert.<br \/>\nRichtig! P\u00e4dagogische Defizite in den Elternh\u00e4usern, m\u00fcssen zwingend in der Schule eliminiert werden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;allerdings auf meine Art! Sehr seltsam, was in mir abging, wenn ich das Geplapper zu den Frauenbildern der Ekspertinnerinnen vernahm. 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