{"id":45895,"date":"2026-10-26T20:37:40","date_gmt":"2026-10-26T19:37:40","guid":{"rendered":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=45895"},"modified":"2026-10-27T01:54:39","modified_gmt":"2026-10-27T00:54:39","slug":"interview-harald-hauswald-in-der-ddr-haben-sich-viele-am-haendchen-durchs-leben-fuehren-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=45895","title":{"rendered":"Interview &#8211; Harald Hauswald: \u201eIn der DDR haben sich viele am H\u00e4ndchen durchs Leben f\u00fchren lassen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/harald-hauswald-ddr-fotografie-kadeo-erinnerungen-10477065\">Fotograf Harald Hauswald<\/a> \u00fcber gesch\u00f6nte Erinnerungen und sein Buch \u201eKaDeO\u201c mit Bildern vom Kaufhaus des Ostens.<br \/>\nEs ist immer wieder zum KOTZEN, dass man von s\u00e4mtlichen Postillen ewig mit Reklameg\u00fclle zugeschissen wird und wirklich interessante Artikel dabei untergehen. Hatte nat\u00fcrlich vergessen jenes Interview zu Beginn sofort abzulichten&#8230;<br \/>\nGleich zu den 1990ern lernte ich ihn durch Knofo kennen und landete deshalb auch \u00f6fters in seinen Ausstellungen.<br \/>\n<b>Harald Hauswalds Rolle und der Bezug zu den 1990ern<\/b><br \/>\nDer DDR-Alltag: Hauswalds Beitrag zur <a href=\"https:\/\/ausstellungen.ostkreuz.de\/detail\/ostzeit\/\">\u201eOstzeit\u201c<\/a> bestand vor allem aus seinen ber\u00fchmten, oft heimlich entstandenen Schwarz-Wei\u00df-Fotografien, die die Tristesse, die versteckte Komik, aber auch die vitale Subkultur (Punks, Kirchgruppen) Ost-Berlins in den 1970er und 1980er Jahren dokumentierten.<br \/>\nDer \u00dcbergang in die 1990er: W\u00e4hrend die Fotos in \u201eOstzeit\u201c schwerpunktm\u00e4\u00dfig die Zeit vor 1990 abbilden, ver\u00e4nderte sich die Arbeit von Hauswald und seinen Kollegen mit dem Mauerfall radikal. In den 1990er Jahren dokumentierten die Ostkreuz-Fotografen intensiv die rasanten Transformationen, den baulichen Zerfall und den gesellschaftlichen Umbruch im Berlin der Nachwendezeit (wie das besetzte Tacheles oder den Abriss des Palastes der Republik).<!--more--><\/p>\n<p align=\"CENTER\">*<\/p>\n<p>Mein Interesse f\u00fcr Fotografie weckten meine Gro\u00dfeltern, die Anfang der 1920, w\u00e4hrend ihrer Bau\u00adt\u00e4tigkeit nebst der damaligen finanziellen Schwierigkeiten, anfingen viele Dinge damals bildlich einzufangen. Sp\u00e4ter kamen, bis Opa (1935) zur <i>Kur in Bad Pl\u00f6tzensee<\/i> und sp\u00e4ter im Zuchthaus Brandenburg landete, wurde jedes Jahr ein Fotoalben produziert. Eigentlich waren es Tageb\u00fccher, wobei jeder Name der Anwesenden und s\u00e4mtlichen Gegebenheiten niedergeschrieben wurden, sogar die Hausmusikfeten&#8230;<br \/>\nAls ich 1964 aus dem Heimkam, leierte mir der Opa die Konfirmationskamera seiner Tochter aus dem Kreuz, da sie jahrelang nur noch herumlag. Es handelte sich dabei um eine Voigtl\u00e4nder Bessa: 6\u00d79 Faltkamera. Allerdings hatte ich vorher \u00f6fters schon mit dem Teil Bilder hergestellt, aus den Ferienlagern oder zu Wandertagen&#8230;<br \/>\nDas war auch die Zeit wo ich Schleef<sup><b>(1)<\/b><\/sup> und Mischa<sup><b>(2)<\/b><\/sup> nervte wegen der Handhabung dieses Teils.<br \/>\n<sup> <b>(2) <\/b><\/sup> Er wurde sp\u00e4ter ein renommierter <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/8903362485\/in\/photolist-eyL4tK-eyPdVE\">Diplom-Fotograf<\/a> (Studium an der HGB Leipzig) und leiden\u00adschaftlicher Kamerahistoriker. Bekanntheit erlangte er unter anderem durch seine sozialkritischen und zu DDR-Zeiten teils brisanten Bildserien wie \u201eKirchhofstra\u00dfe 9\u201c. &#8211; <i>Dies ist wieder m\u00e4chtig \u00fcbertrieben, denn jene Fotos kannten, zu Zonenzeiten, nur gute Bekannte von ihm&#8230;<\/i><br \/>\nMischa er\u00f6ffnete im August 1989 zusammen mit seiner Frau ein privates \u201eFotokabinett\u201c in Leipzig-M\u00f6lkau. Nach seinem fr\u00fchen Tod 1994 wurde die einzigartige Sammlung von seiner Witwe und Mitstreitern weitergef\u00fchrt und bildet heute das Fundament des Deutschen Fotomuseums im Agra-Park Markkleeberg.<br \/>\n<b>(<\/b><i>Sein recht schnelles Ableben war auch ein m\u00e4chtiger Schlag f\u00fcr mich. Mischa soff nicht, war sportlich und s\u00e4mtlichen anderen Drogen abholt und ging an Kehlkopfkrebs hops. W\u00e4hrend eines kurzen Telefongespr\u00e4chs bat mich seine Frau noch, mal kurz vorbeizuschauen und ich war zu feige. <\/i><br \/>\n<i>Hing vorher n\u00e4mlich in Leipzig herum, wegen Fotoshooting vom DRITTEN OHR und <\/i>Wolles<i> <\/i>Band<i>&#8230;<\/i><b>)<\/b><i> <\/i><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><b>*<\/b><\/p>\n<p><b><sup>(1) <\/sup><\/b>Letztens sah ich mir<a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zonenklaus\/55614106936\/in\/datetaken-public\/\"> Sandra Prechtels:<\/a> &#8220;Einar Schleef&#8221; an &#8211; <i>Ich habe kein Deutschland gefunden<\/i><br \/>\nAbartig der Streifen! Sie wollte sicher noch auf seiner langen versiegten Pisse immer noch Kahn fahren. Auf der anderen Seite, ging es sicher darum, weil in UNSERER Republik niemand mehr existiert, der momentan \u00e4hnliche Ausstrahlung aufweisen k\u00f6nnte, wie dieser verr\u00fcckte Kerl.<br \/>\nVermutlich ist der Streifen auch mit <b>KI <\/b>frisch synchronisiert worden, weil der Typ die ganze Zeit nie stotterte. Nur kurz vor Schluss bekam ich solch eine Szene mit, weil seine Aussagen nicht Lip\u00adpensynchron waren. Ewig auch der Hinweis zu seinen <i>Tageb\u00fcchern, <\/i>der Mann hat nie solche Niederschriften verzapft, weil er auf eine gigantische Zettelwirtschaft stand! Auch den permanente Hinweis zur Biographie von Mutti finde ich immer wieder merkw\u00fcrdig, denn wer sein heimatliches Umfeld nicht kannte, konnte \u201eGertrud\u201c durchweg nicht abgewinnen! Dabei h\u00e4tte man wesentlich mehr Dinge einbringen k\u00f6nnen, die letztlich daf\u00fcr verantwortlich waren, dass Schleef gezwunge\u00adnerma\u00dfen jene Entwicklung nehmen musste&#8230;<br \/>\n&#8211; Wie sagte mein Gattin \u00f6fteren, <i>Schleef, Decker<\/i> und <i>du<\/i>, ihr habt so eine krankhafte Hassliebe auf Sangerhausen, dass ihr davon auch nach eurem Tod nicht davon loskommt!<br \/>\nNoch etwas, es scheint aber auch traditionell angesagte, Leute aus dem Nest identisch nichtssagend darzustellen. Weil sie lediglich als Mittel zum Zweck dienen, G\u00fcnni <strong>(<a href=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=2254\">Etwas aus der kalten Heimat<\/a>) <\/strong>hat gleich nach dem Mauerfall einem Kumpel gegen\u00fcber abgelassen, weil er es darauf anlegte, da eine Postille sein Interview so entstellt dargestellt hatte, er den Druck verbieten wollte.<br \/>\nBeim \u201e <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=v4mtHRyzYAQ&amp;t=5s\">Friedensfahrer<\/a>\u201c <a href=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=20083\">Lothar<\/a> ist es auch so schr\u00e4g abgelaufen, da es mit seinem abgedreht Leben m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, einen ganz anderen Film abzuliefern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Fotograf Harald Hauswald \u00fcber gesch\u00f6nte Erinnerungen und sein Buch \u201eKaDeO\u201c mit Bildern vom Kaufhaus des Ostens. 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