{"id":459,"date":"2008-08-15T18:28:36","date_gmt":"2008-08-15T17:28:36","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=459"},"modified":"2024-04-06T20:04:40","modified_gmt":"2024-04-06T19:04:40","slug":"vorgestern-thema-mauer-nachtrag-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=459","title":{"rendered":"Vorgestern, Thema: Mauer &#8211; Nachtrag (II) &#8211; DEUTSCHUNTERRICHT &#8211; Herbst &#8217;88"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">J\u00f6rg und Stefan, einer Maler, der andere Bildhauer aus der fr\u00e4nkischen Lebkuchenstadt, baten mich im Herbst \u00b488 eine Sight-seeing Tour betreffs Mauerma\u00adlereien zu veranstalten. In ihrem Gefolge befand sich <em>Robbi<\/em>, ein Kollege aus Schottland.<br \/>\nNichts Leichteres als dies, dachte ich mir so, aber der K\u00fcnstler aus dem Vereinig\u00adten K\u00f6nigreich wollte ganz bestimmte Motive am Beton sehen und ablichten, alle sollten irgendwie eine politische Aussa\u00adge haben.<br \/>\nWas ich nicht so richtig verstehen wollte, denn die Mauer als solche war doch schon ein Politikum und schlie\u00dflich konnte sich jeder, wenn er nicht Obacht gab, immer wie\u00adder seine Birne an ihr einrennen. Schlie\u00dflich waren rund 40 Kilometer Berliner Innenstadtgrenze aus Stahlbetonteilen.<br \/>\nIm Gegensatz zu der politisch westlichen Mauerseite, die immer sch\u00f6n bunt aus\u00adsah, egal von welcher Himmelsrichtung man sie geographisch betrachtete, wurde die R\u00fcckwand in Richtung des <em>Schlaraffenlandes der Arbeiter und Bauern<\/em> in schlichtem Grau gehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wovon ich mich fr\u00fcher \u00fcberzeugen konnte, sogar ganz nah, nur vom Stacheldraht auf Abstand gehalten. Einmal, als ich 1964 der <em>Rolling Stones<\/em> harrte, die auf dem Springerhochhaus konzertieren sollten<strong> (<\/strong><em>anl\u00e4sslich des Deutschlandtreffens der FDJ<\/em><strong>)<\/strong>, das andere Mal, einige Jahre sp\u00e4ter, fast am gleichen Ort, nahe der Stelle, wo man des verblichenen <em>Genossen Reinhold Huhn<\/em> gedachte. Nein, es ist nicht ganz korrekt, denn den Hinkelstein oder die Tafel f\u00fcr Reini habe ich nie zu Gesicht bekommen. Dies hatte folgende Bewandtnis: Als mein Freund Jimi und ich, uns im Sommer \u00b470 in besagte Richtung begaben, beide langhaarig, b\u00e4rtig, bekleidet mit Parka, Jeans und Jesuslatschen, lie\u00dfen uns Zivis an der Leipziger Stra\u00dfe nach einer ausgiebigen Ausweiskontrolle noch passieren.<br \/>\nAber kurz vor unserem Ziel wurden die beiden n\u00e4chsten Genossen richtig schnurrig, als auf ihre Frage, was wir hier suchten, als Antwort kam, dass uns nur die Stelle interessierte, an der <em>H\u00fchnchen<\/em> von bewaffneten Schergen, im Auftrag der CIA gemeuchelt wurde.<br \/>\n\u201eSo sehen sie schon aus! Wenn sie nicht augenblicklich von hier verschwinden, sorgen wir daf\u00fcr, dass sie dieses Wochenende sehr beengt in Berlin verbringen werden!&#8221;<br \/>\nWir trollten uns in Richtung Brandenburger Tor und trafen dort auf eine Gruppe junger Wessi-M\u00e4dels, die auf B\u00e4nken Unter den Linden hockten und eifrig Ansichtskarten schrieben, die teilweise aus dem anderen Teil Berlins stammten.<br \/>\nIn wenigen Minuten zerbrach deren Hintertupfinger Weltbild, nachdem wir mit Hilfe unserer Ausweise belegten, dass sie Zonis vor sich sahen. Sofort erkl\u00e4rten sie sich bereit, Jimi und mir eine kleine Bitte zu erf\u00fcllen.<br \/>\nAuf einer abgeluchsten Ansichtskarte schrieben wir einen ganz und gar unverf\u00e4nglichen l\u00e4ngeren Gru\u00df an unseren Kumpel Ali in Sangerhausen. Die Karte sollte dann in Westberlin frankiert und abgeschickt werden, was auch geschah. Nun hatten wir beiden noch zwei Wochen Urlaub, w\u00e4hrend der wir uns an der Ostsee rum trieben.<br \/>\nSo viele dumme Gesichter habe ich auch sp\u00e4ter nicht noch einmal zu Gesicht bekommen, als wir nach 14 Tagen wieder auftauchten.<br \/>\n&#8211; Nebenbei m\u00f6chte ich noch auf einen kleinen Gegensatz zum Westen aufmerksam machen. Der Bundi als solcher kannte nur diese gew\u00f6hnlichen Freudenfeste, wenn Besuch auftauchte. W\u00e4hrend meiner Zeit als Zonenhippie habe ich an so mancher Orgie teilgenommen &#8211; Feten, gemischt aus Freude, Trauer und Wut, wenn es wieder einem Freund gelungen war, durch den Zaun auf die andere Seite zu gelangen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nur am Potsdamer Platz, nach Osten hin, auf einer riesigen Gr\u00fcnfl\u00e4che war es anders. Im so genannten Niemandsland auf gepflegtem Rasen, da herrschte reges Kleintierleben. Massen an V\u00f6geln menschelten da herum, auch Hasen.<br \/>\nNur die Hunde des Grenzkommandos schienen es nicht ganz so passabel zu gehen. Obwohl sie, so nah am Klassenfeind, an wesentlich l\u00e4ngeren Leinen gehalten wurden als der gemeine Ossi etwas weiter hinten.<br \/>\nAnsonsten sah es hinter der Mauer schon recht trostlos aus, obwohl die Grenzer sich immer sehr viel M\u00fche gaben, den herbizidhaltigen Boden sehr korrekt zu eg\u00adgen. Wovon sich jeder Politspanner immer wieder \u00fcberzeugen konnte, wenn er ei\u00adnen dieser vielen h\u00f6lzernen Aussichtsplattformen erklomm, allerdings in den Coca-Cola-Sektoren.<br \/>\nEinen gro\u00dfen Nachteil haftete diesem, mit b\u00e4uerlicher Akribie bewirtschafteten Streifen Land auf dem Boden <em>unsrer Deutschn Demokatschen Replik<\/em> an, denn zum Schutz seiner Einwohner flogen dort \u00f6fters dicht und sehr tief kleine Bleiteil\u00adchen mit einer gro\u00dfen VO umher.<br \/>\nAber die Westberliner brauchten keine Angst zu haben, schlie\u00dflich stand die Be\u00adtonwand zu Ihrer Sicherheit da, wenn sie auf der anderen Seite Hasenjagden auf Zweibeiner abhielten.<br \/>\nBedenklich fand ich nur die mehrfachen Auftritte dieses r\u00fcstigen Pension\u00e4rs aus Amiland, der mit einem Vorschlaghammer versuchte, <em>unseren sch\u00f6nen Schutz\u00adwall<\/em> zu deformieren.<br \/>\nGott sei Dank sah er durch ostdeutsche Hilfe schon bald sein sch\u00e4ndliches Trei\u00adben ein oder er vermisste w\u00e4hrend seiner kurzen Knastaufenthalte Wopper und Cola.<br \/>\nWar mir alles aber auch Schei\u00dfegal.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bei allem politischen Masochismus, der nicht nur mir anhaftete, n\u00e4mlich nach dem Frei\u00adkauf in Westberlin zu leben, gewann ich der Mauer auch etwas Gutes ab. Lebte ich doch in der Gewissheit, dass sie mir f\u00fcr den Rest meines Lebens jene Leute vom Hals hielt, die mir schon seit Kindheitstagen auf meine Steine gingen und wegen denen ich abgehauen bin.<br \/>\nIch wollte aber nicht nur wegen der politischen Verh\u00e4ltnisse weg, die mich schon seit meiner Kindheit im Teilelternhaus ankotzten. Schlimmer gestaltete sich im Laufe der Zeit die Tatsache, dass sich immer mehr alte Freunde in Nischen zu\u00adr\u00fcckzogen. Schlie\u00dflich einen Kompromiss an den anderen reihten, wie auf einer Perlenkette und letztendlich oft, wie bei ihren Alten erfahren, alles nur dann noch bunt sahen, wenn sie sich mit der fl\u00fcssigen Volksdroge bis \u00fcber den Hals zuknallten.<br \/>\nEins muss ich \u00fcber den innerdeutschen Zaun im Allgemeinen noch ablassen.<br \/>\nIch empfand immer wieder, wenn ich der Grenze im Harz ansichtig wurde, dass sie wie eine breite Narbe durch das Gr\u00fcn schl\u00e4ngelte, was mir bis zu meinem 12ten Lebensjahr schnuppe war. Hingegen hatte die Berliner Grenze schon zu meinen Grundschulzeiten immer einen anderen Stellenwert, denn nie konnte ich ihr etwas als <em>Antifaschistischen Schutzwall<\/em> abgewin\u00adnen, sie war f\u00fcr mich bis zum Schluss das, was sie im ureigenen Sinn darstellte &#8211; einfach eine Mauer<strong>!<\/strong><br \/>\nMir graut bei dem Gedanken, wenn ich so zur\u00fcckdenke an die Tage, die insgesamt zusammenk\u00e4men, als noch ewig irgendwelche Flachzagen, <em>die es alle nur gut mit mir meinten<\/em>, versuchten, mich von meinem falschen Weg der politischen Betrachtungsweise abzubringen, allen voran <em>die Mutter meiner Schwester<\/em>. Brrrr&#8230;.<br \/>\nFreilich war meine Ausdrucksweise in den letzten 25 Jahren nicht mehr ganz korrekt. Denn seit dieser Zeit bestand die Mauer schon lange aus riesigen, Betongegossenen Stellw\u00e4nden, die sich beliebig mit Kr\u00e4nen versetzen lie\u00dfen. Zudem immer ausgekl\u00fcgelter gestylt, sodass Fluchtversuche immer schwieriger wur\u00adden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Meinen farbigen Schutzschild<\/em> wollte nun ein friedlich in den Highlands aufgewach\u00adsener junger Mensch unter politischen Aspekten betrachten, warum nicht. Der eigentliche Grund seines Aufenthaltes in Berlin war jener, dass er ein Stipendi\u00adum ergattert hatte, um am<em> Goethe-Institut<\/em> Deutsch zu lernen &#8211; und dann geriet die\u00adser arme Kerl durch Zufall ausgerechnet an mich.<br \/>\nMit Fotos machen war an diesem Nachmittag auch nichts, da es sehr schnell dunkel wurde, und teilweise wie aus Eimern zu sch\u00fctten begann. Alle hart im Neh\u00admen, gings zuerst Richtung <em>SO 36<\/em> zum<em> Betanien-Damm<\/em>. Immer mal wieder rein in die Karre, wieder ran an die Mauer, \u00fcber die <em>Koch-<\/em> und von der <em>Wilhelmstra\u00dfe<\/em> dann per pedes zum<em> Potsdamer Platz<\/em>.<br \/>\nSchon zu Beginn der Tour registrierte unser ausl\u00e4ndischer Gast zwischendurch immer wieder einzelne <em>Hakenkreuze<\/em> und<em> SS-Runen<\/em>. Mir sind sie die ganzen Jahre nie so richtig bewusst geworden, sicher so \u00b4n allgemeine Betriebsblindheit, die sich schleichend breit macht, au\u00dferdem gab es ja sehr h\u00e4ufig Tapetenwechsel am Beton.<br \/>\nEinmal darauf aufmerksam gemacht, gaben wir alle Obacht auf diese Zeichen, sie traten manchmal geh\u00e4ufter, oft gar nicht auf. Trotzdem bestand unser Freund auf eine Begr\u00fcndung, wieso anscheinend niemand Interesse bekundete, sie zu beseitigen. Mit meiner Erkl\u00e4rung, dass die ersten Meter vor der Mauer schon zum Osten geh\u00f6rten, ergo alle Wallpainter Grenzverletzer seien, konnte er nichts anfangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Au\u00dferdem haben es die Grepos jahrelang drauf gehabt, alle paar Monate den Beton auf der Westseite zu wei\u00dfeln. Was innerhalb k\u00fcrzester Zeit zu einer andersartigen Bemalung f\u00fchrte. Ab den Achtzigern waren die uniformierten Fassaden-Picassos nicht mehr so emsig mit dem Pinseln zur Hand. Meine Vermutung lief darauf hinaus, wegen der anstehenden 750-Jahrfeier Berlins schien die Farbe knapp zu werden.<br \/>\nEine mich sehr beeindruckende Aufschrift verzapften Leute in den Achtzigern, nach einer \u00f6stlichen Rekonstruktionsma\u00dfnahme. Allerdings musste f\u00fcr diese Aktion der Landwehrkanal im s\u00fcd\u00f6stlichen K-Berg in Richtung Treptow \u00fcberquert werden, um auf die Ostseite zu gelangen. An den nun dreispurigen Autobahnteilen, gleich am anderen Kanalufer, konnte man kurz vor einer Berliner Wahl, in ca. 2 Meter hoher schwarzer Schrift, auf grellem Wei\u00df, kilometerweit lesen:<br \/>\nHARALD JUHNKE FOR PRESIDENT !<br \/>\nSchade, dass es mit Uns-Harald damals nicht klappte &#8211; w\u00e4re ja auch gewesen, wie leere Pfandflaschen vor die S\u00e4ue schmei\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jedenfalls entwickelte sich unter uns eine Diskussion, die sich vom Ansatz her als sehr schwierig herausstellte, denn Robbi bestand darauf, dass wir sie in Deutsch f\u00fchrten. Es fing mit dem Urschleim an &#8211; <em>dem Demokratieverst\u00e4ndnis<\/em><strong>! <\/strong>Was bekanntlich, die in UK gepachtet haben, seit man in grauer Vorzeit Anleihen aus dem alten Griechenland nahm. Auf meinen Einwand, dass sich die Situation immer noch irgendwie \u00e4hnelt, fr\u00fcher Sklavenhalterstaat, heute nur alles etwas menschlicher verschoben, ging der Gentleman nicht ein. Trotzdem erinnerten ihn die vielf\u00e4ltigen politischen Wall-Interpretationen an Speakers Corner in Hyde Park &#8211; bei so viel Demokratie stieg ich aus<strong>!<\/strong><br \/>\nZog ein H\u00f6rnchen ein und fand anschlie\u00dfend das Lauschen mehr als lustig, was auch daran lag, dass sich die meisten bildenden K\u00fcnstler sowieso in meiner Schublade der extremen Mitte tummelten, dem liberalen sowohl-als-auch. Nur bei J\u00f6rg gestaltete sich alles etwas anders, denn er war schon seit Jahren als Nichtgenosse, gut do\u00adtierter Hofmaler der N\u00fcrnberger SPD und fing nun an, sich zu e\u00b4chauffieren. Nach ge\u00adraumer Zeit einigten sich die drei darauf, dass Mauermalerei schon so etwas, <em>wie demokratische Ausdrucksweise sei<\/em>. <em>SS-Runen, Hakenkreuze und anderer rechter Schei\u00df,<\/em> nur<em> Randerscheinungen <\/em>darstellten<strong>!<\/strong><br \/>\nAlso wurde dem Schotten klarge\u00admacht, was unter <em>Randerscheinungen<\/em> zu verstehen sei<strong>!<\/strong><br \/>\nAllerdings ist das <em>deutsche Demokratieverst\u00e4ndnis<\/em> absolut nicht auf Great Britain zu \u00fcbertragen, denn Bob brachte immer wieder alles durcheinander. Selbstre\u00addend lernte er auf unserer Tour das Wort<em> Randerscheinungen<\/em> akzentfrei auszu\u00adsprechen. Schlie\u00dflich fand er ja auch hinreichend Anl\u00e4sse, dieses Wort zu \u00fcben&#8230;<br \/>\nSchlie\u00dflich trieb es unser Gast auf die Spitze. Als er einflie\u00dfen lie\u00df, wenn man in Berlin eingemauert sei und ringsherum diese <em>Randerscheinungen<\/em> finden konnte, m\u00fcsste man eigentlich einen ganz anderen Begriff daf\u00fcr benutzen und er w\u00fcsste einen&#8230;<br \/>\nDarauf wurde nicht mehr eingegangen, au\u00dferdem hatte er ja eine beliebte deut\u00adsche Vokabel perfekt gelernt.<br \/>\nTotal durchgefroren ging es zum Auto zur\u00fcck und ich sollte mir eine typische Berliner Pinte zum Aufw\u00e4rmen einfallen lassen. Von Robbi kam eine wage Be\u00adschreibung einer solchen Institution, offensichtlich meinte er <em>Leydicke in der Man\u00adsteinstra\u00dfe<\/em>, also dorthin.<br \/>\nDa es drau\u00dfen Mistgabeln schiffte, sprangen wir gleichzeitig in die fast leere Kneipe. W\u00e4hrend der Orientierungsphase fing ich an, meine angelaufene Brille trocken zu reiben, noch nicht fertig damit, setzte ich sie aber gleich wieder auf. Denn wir be\u00adkamen mit, dass vom Stammtisch, der vor dem 5 bis 8 Meter entfernten Tresen stand, ein Typ aufgesprungen war, der uns in schwankendem Stechschritt entge\u00adgentorkelte.<br \/>\nDabei riss er beim Schritt mit dem rechten Bein gleichzeitig seinen Arm mit hoch und br\u00fcllte rhythmisch, \u201eSieg Heil, Sieg Heil!&#8221;<br \/>\nKurz vor uns drehte er zackig bei, um ebenso retour zu marschieren. Seine beiden Kum\u00adpane konnten sich nicht einholen, klopften auf ihre Schenkel, w\u00e4hrend ihnen vor Lachen Tr\u00e4nen in die Augen schossen, vermutlich wegen unserer verdutzten Gesichter.<br \/>\nIm selben Moment packte der Zapfer den Typen am Schlafittchen und bugsierte ihn raus.<br \/>\n\u201e&#8230;Wat soll denn der Schei\u00df&#8230; icke wollte doch nur een Spa\u00df machen&#8230; lass mir doch los&#8230;&#8221;<br \/>\n\u201eSolche Sp\u00e4\u00dfe kannst du sonst wo veranstalten, aber nicht hier! Solche G\u00e4ste habe ich gerne, schon besoffen hier auftauchen und dann so etwas&#8230; Ich will dich hier nie wieder sehen!&#8221;<br \/>\nSeine Kumpels ergriffen Partei f\u00fcr ihn und fingen an zu maulen. Was den Zapfer aber nur zu der Bemerkung veranlasste: \u201eEntweder, ihr haltet eure Klappe oder ihr verschwin\u00addet auch!&#8221;<br \/>\nDer weitere Drang nach Alk siegte \u00fcber den Anflug von Solidarit\u00e4t, schmollend nah\u00admen die Stammtischzecher wieder Platz.<br \/>\nDies alles ging in einer rasanten Geschwindigkeit vonstatten.<br \/>\nNoch w\u00e4hrend wir uns erstaunt genseitig anschauten, kam von Robbi&#8230;<br \/>\n\u201eIhr braucht nicht spre\u00adchen!<br \/>\nIch verstehe!<br \/>\nR a n d e r s c h e i n u n g !&#8221;<\/p>\n<p>Hier h\u00f6re ich auf!<br \/>\nDenn was an unserem Tisch anschlie\u00dfend abging, w\u00e4re eine andere Geschichte.<br \/>\nWobei man sich sicher denken kann, wie sie ausging.<br \/>\nAllein die Tatsache, dass sich ein <em>extremer SPD-Sympatisant<\/em> seinen Anteil am Klassenkampf in Schecks verg\u00fcten l\u00e4sst, ist die eine Seite.<br \/>\nSeine Meinung, dass sich das mit den Rechten schon totlaufen w\u00fcrde, die andere<strong>!<\/strong><br \/>\nAber diese Ansicht gab es nicht nur bei den Sozis schon mal&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00f6rg und Stefan, einer Maler, der andere Bildhauer aus der fr\u00e4nkischen Lebkuchenstadt, baten mich im Herbst \u00b488 eine Sight-seeing Tour betreffs Mauerma\u00adlereien zu veranstalten. 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