{"id":5149,"date":"2009-11-22T17:51:25","date_gmt":"2009-11-22T16:51:25","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=5149"},"modified":"2018-09-15T23:36:08","modified_gmt":"2018-09-15T22:36:08","slug":"deutsch-ins-grundgesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=5149","title":{"rendered":"Deutsch ins Grundgesetz"},"content":{"rendered":"<p>Beim Durchbl\u00e4ttern meiner Ansichtskartensammlung kam mir wieder ein merkw\u00fcrdiger Vorschlag vom letzten Jahr in den Sinn, da fast alle Beschriftungen der R\u00fcckseiten in Kurrentschrift erfolgten.<br \/>\nNach dem Willen der CDU soll die deutsche Sprache Verfassungsrang bekommen, was eine \u00c4nderung des Grundgesetzes voraussetzt. Dem Artikel 22 soll hinzugef\u00fcgt werden: \u201eDie Sprache in der Bundesrepublik ist Deutsch.&#8221; <em>(Toll, weil diese Erkenntnis f\u00fcr mich ganz neu war.)<\/em><br \/>\nHerr Schwesterwelle spang auf diesen fahrenden Zug auch auf &#8211; fand ich richtig.<br \/>\nDaraus folgt, dass man endlich N\u00e4gel mit richtigen K\u00f6pfen herstellen sollte. Mehr noch, die seit vielen Jahrhunderten gebr\u00e4uchlichen Lettern der r\u00f6mischen Besatzer werden sofort eliminiert, um augenblicklich Gotische Schrift wieder einzuf\u00fchren. Gleichzeitig muss die Bundesrepublik am internationalen Gerichtshof von Gro\u00df-Posemuckel das Copyright auf ihre Sprache sichern.<br \/>\nAngrenzende Staaten, wie Schweiz und \u00d6sterreich werden zur Zahlung von Lizenzgeb\u00fchren verdonnert. Was f\u00fcr unsere westlichen Nachbarn bestimmt keine Probleme mit sich bringt, denn dieses V\u00f6lkchen verweigert schon lange eine erneute Lautverschiebung in ihrem Sprachschatz. Allerdings m\u00fcsste Landesweit jegliche Hochdeutsche Mundart verboten werden, die lateinische Lettern d\u00fcrfen sie behalten. Was m\u00f6glicherweise zu politischen Verwicklungen mit Italien f\u00fchrt, wegen alter Urheberrechte.<br \/>\nVielleicht setzt in \u00d6sterreich ein Nostalgieschub etwas in Gang, so als R\u00fcckbesinnung auf T\u00fcrkische Sprache und Lebensart.<br \/>\nIn Anbetracht der guten Beziehungen zu Frankreich k\u00f6nnte ich mir vorstellen, in beiden Staaten auf Karolingische <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karolingische_Minuskel\">Minuskeln<\/a> zur\u00fcckzugreifen, die k\u00e4me formvollendeter r\u00fcber.<br \/>\nVielleicht w\u00e4re es auch eine \u00dcberlegung wert, innerhalb der Reichsgrenzen vom Oktober 1943, Deutsch wieder als Amtssprache einzuf\u00fchren. Tonga, Deutsch-Ostafrika, Deutsch-S\u00fcdwest und Tsingtao sollten dabei nicht vergessen werden.<br \/>\n&#8211; Die folgenden Scannereien belegen, wie weit man lange vor CDU\/FDP (1921) schon mal war &#8211; alles in Deutsch. Ich werde aber keine \u00dcbersetzung liefern, da mir bekannt ist, was dort steht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/as1-o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-5154\" src=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/as1-o-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/as4-a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-5155\" src=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/as4-a-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/as2-a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-5156\" src=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/as2-a-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/as3-a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-5157\" src=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/as3-a-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/as5-a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-5158 alignleft\" src=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/as5-a-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Zeiten am Berlin Kolleg und der Uni galt ich als sehr unsozial und nat\u00fcrlich als rechstlastig, weil wichtige Notizen in <a href=\"http:\/\/www.diaware.de\/html\/schrift.html\">S\u00fctterlin<\/a> erfolgten!<br \/>\nAbschlie\u00dfend eine Geschichte die indirekt auch etwas mit der alten Deutschen Schrift zu tun hatte.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Ersatzlohnsteuerkarte<\/strong><br \/>\nNachdem mich der ISV<strong>*<\/strong>-Fibu-Knecht <em>(ISV &#8211; Softwarefirma unter dem Dach des ber\u00fchmten Berliner Anzeigenblattes \u00bb<\/em>ZWEITE HAND<em>\u00ab, dort war ich Anfang der Achtziger als Betriebshandwerker w\u00e4hrend meiner Stupidentenzeit besch\u00e4ftigt)<\/em> schon mehrfach angez\u00e4hlt hatte, da meine Lohnsteuerkarte immer noch nicht vorlag und ich dieses wichtige Teil nicht mehr finden konnte, blieb mir nur der Weg auf\u00b4s Amt.<br \/>\nAn einem sehr sch\u00f6nen Sommertag, nach einem kleinen GI-Breakfast*, <em>(kleines GI-B.: eine Alka-Seltzer nebst Joint; beim gr. GI-B. ist noch ein Bourbon dabei.)<\/em> ging\u00b4s frohen Mutes in das ein paar Minuten entfernte <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rathaus_Sch%C3%B6neberg\">Rathaus Sch\u00f6neberg<\/a> &#8211; zur Lohnsteuerstelle.<br \/>\nObwohl noch relativ fr\u00fch am Morgen, lungerten vor besagtem B\u00fcro schon mehrere Leute rum. Man machte mich darauf aufmerksam, drinnen im Raum eine Nummer zu ziehen, um anschlie\u00dfend wieder bei den Wartenden zu landen. Dankend begab ich mich in die heilige Halle. Zumindest der Teil f\u00fcr das Publikum war noch original aus Kaisers Zeiten.<br \/>\nAn der linken Seite eine ellenlange Holzbank, ihr gegen\u00fcber in entsprechender L\u00e4nge ein relativ hoher Tresen. Der Rest von diesem gro\u00dfen B\u00fcro war mit M\u00f6beln voll gestopft, die auch schon bessere Zeiten erlebt hatten, sicher zu Kennedys Berliner Zeiten, 1963, angeschafft. Ansonsten rege Gesch\u00e4ftigkeit bei den anwesenden Damen und Herren, nix mit <a href=\"https:\/\/www.stupidedia.org\/stupi\/Beamtenmikado\"><em>Beamtenmikado<\/em><\/a> oder so.<br \/>\nNun dachte ich, wieso stehen die Idioten drau\u00dfen im Flur herum, wenn man hier drinnen sitzen konnte? Gleichzeitig gewahrte ich aber an der T\u00fcr ein nicht zu \u00fcbersehendes St\u00fcck Papier. In ungelenken Druckbuchstaben stand auf mehreren mit Tesafilm kunstvoll zusammengeklebten DIN 4 B\u00f6gen: \u201eBitte ziehen Sie sich eine Nummer und warten Sie drau\u00dfen, bis Sie aufgerufen werden!&#8221;<br \/>\nNachdem ich nun \u00fcber ein entsprechendes Ticket verf\u00fcgte, gings retour in Richtung Bank, pflanzte mich mich dort hin, denn mir fiel jener geniale Spruch von Henry Ford sen. ein: \u201eWarum stehen, wenn man sitzen kann?&#8221; &#8211; allerdings geht&#8217;s noch weiter &#8211; \u201eWenn meine Arbeiter schon nicht sitzen k\u00f6nnen, sollen sie wenigstens im Laufen arbeiten,&#8221; und so entstand die Idee mit der Bandarbeit.<br \/>\nAlso, die Musi im Walkie etwas lauter, Zeitung hervorgekramt und der Dinge harren, die sich da entwickelten.<br \/>\nNun muss bemerkt werden, dass anscheinend von dem Augenblick an, als ich es mir auf dem Sitzm\u00f6bel bequem machte, die gr\u00f6\u00dfte Verfehlung war, nicht &#8220;anst\u00e4ndig&#8221; und dem\u00fctig dazuhocken. Platzierte meinen rechten Huf barfu\u00df auf der Bank, auf dem Knie einen Arm und genoss in dieser Stellung meine Morgenlekt\u00fcre.<br \/>\nAlsbald registrierte ich aus den Augenwinkel eine st\u00e4mmige Gestalt, die auf dem Tresen abgest\u00fctzt, weit nach vorn gebeugt begann mich anzubl\u00e4ffen. Sich absolut ignoriert f\u00fchlend, war er schneller als ein Porsche von Null auf 100. Nat\u00fcrlich bekam ich jedes Wort seines Gekeifes mit, denn seit l\u00e4ngerer Zeit gab es nach einem Santana-Konzert Probleme mit meinen Lauschern, so dass aus dem Kopfh\u00f6rer nur relativ leise Musik pl\u00e4tscherte.<br \/>\n&#8220;K\u00f6nnen sie nicht lesen? Sie m\u00fcssen drau\u00dfen warten! Au\u00dferdem, wie sitzen sie denn da?&#8221;<br \/>\nIn diesem Zusammenhang fiel auch die Vokabel &#8220;anst\u00e4ndig&#8221;.<br \/>\nSchlie\u00dflich drehte ich mich gelangweilt etwas zu dem aufgeregten Herrn hin.<br \/>\nEr schien Mitte zwanzig, weit \u00fcber 2 Zentner, benutzte ein falsches Deodorant, denn unter den Achselh\u00f6hlen prangten nasse Flecken und das aufgequollenes Gesicht zierten gro\u00dfe Schwei\u00dfperlen. Die Kn\u00f6pfe seines Hemdes schienen mit einem guten Material gen\u00e4ht, denn das etwas zu eng geratene Tuch, welches seine harmonische Fettsucht trommelfellartig umspannte, lie\u00dfen ihn wie einen Rollschinken aussehen.<br \/>\nNiemand, weder vor noch hinter dem Counter, schien von dem Geschrei beeindruckt. Mal sehen was passiert, wenn mein Senf hinzu kommt. Nun legte ich sehr sorgf\u00e4ltig die Zeitung auf der Bank ab, drehte mich voll zu meinem Ansprechpartner und l\u00fcpfte mit beiden H\u00e4nden den Kopfh\u00f6rer etwas an: \u00bbScheffchen!\u00ab<br \/>\nNochmals etwas lauter: \u00bbSach mal Scheffchen! Wat kreischt du denn hier so rum, un so laut! Muss det denn sein? Icke bin doch nich schwerh\u00f6rig! Au\u00dferdem k\u00f6nntest du viel dicker sein, wenn du hier nicht so viel rumbr\u00fcllen w\u00fcrdest. Um wat jeht et denn eijentlich?\u00ab<br \/>\nObwohl sich sein Gesicht mittlerweile gef\u00e4hrlich dunkelrot f\u00e4rbte, schien ihn die ruhig vorgebrachte Frage aus der Fassung zubringen.<br \/>\n\u00bbSie k\u00f6nnen hier nicht sitzen!\u00ab<br \/>\n\u00bbKann icke doch! Kiek mal jenau hin&#8230;\u00ab<br \/>\n\u00bbNein dies geht nicht, sie m\u00fcssen&#8230;\u00ab<br \/>\n\u00bb\u00c4hh, M\u00e4nneken! Icke bin mit einem alten Kriegsleiden behaftet und kann folglich off dem stinkenden Flur nicht stehend warten. Jestrige Nacht hab icke an einer verbalen Luftschlacht am Tresen teilgenommen.\u00ab<br \/>\nNach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen, schien er mich nicht zu verstehen, also hie\u00df es deutlicher zu werden.<br \/>\nSein neben ihm stehender \u00e4lterer Kollege grinste dabei fortlaufend.<br \/>\n\u00bbUm es kurz zu machen! Icke bin noch besoffen von jestern und mir is nich jut. Du willst doch sicher nich, det icke hier irjendwo hinkotze. Also lass mich hier friedlich hocken bis icke dran bin. Sieh mal, die Bank ist sooo jro\u00df un bequem.\u00ab<br \/>\nHilflos schaute er sich um, keine Reaktion bei seinen Kollegen.<br \/>\n\u00bbNoch eens Scheffchen! Icke hatte so wat vernommen, wie <em>anst\u00e4ndig<\/em> sitzen oder so! Dazu muss icke noch etwas bemerken, icck sitze nie A N S T \u00c4 N D I G ! Icke sitze entweder bequem oder unbequem &#8211; und vorhin hawe ickeh sehr bequem jesessen!\u00ab<br \/>\nW\u00e4hrend der Moppel tief Luft holte gab ich ihm durch meinen erigierten Zeigefinger auf den Lippen zu verstehen, dass ich von ihm nichts mehr h\u00f6ren wollte, griff meine Zeitung und begab mich nach drau\u00dfen.<br \/>\nKlackend erschien endlich meine Nummer. Schon beim Eintreten stellte ich fest, dass der br\u00fcllenden D\u00f6del mich abfertigen sollte.<br \/>\nBei seiner Frage, was ich hier wolle, schaute er mich nicht an.<br \/>\n\u00bbDet kann icke dir erkl\u00e4ren, was icke hier will! Drau\u00dfen ist es arschkalt und icke m\u00f6chte mich hier etwas durchw\u00e4rmen, au\u00dferdem lebe icke in \u00b4ner feuchten Wohnung! Um es noch jenauer zu saren, so janz nebenbei ben\u00f6tige icke noch eene neue Lohnsteuerkarte, da die alte nich mehr offindbar ist!\u00ab<br \/>\nIn diesem Moment begannen die M\u00fchlen zu mahlen.<br \/>\nNun reichte mir der Beamte erst mal ein mehrseitiges DIN A 4 Papier, um darauf jenes wichtige K\u00e4rtchen als Verlust zu deklarieren.<br \/>\nAuf die schleimig vorgebrachte Erkundigung, ob er mir behilflich sein k\u00f6nnte, kam nur, \u00bbicke lass mir nicht von jedem helfen, au\u00dferdem melde icke meine Bed\u00fcrfnisse an!\u00ab<br \/>\nDaraufhin k\u00fcmmerte er sich um das n\u00e4chste Opfer.<br \/>\nNun begann ich ihn mehr so im Selbstgespr\u00e4ch zu nerven, w\u00e4hrend des halblauten Durcharbeiten der Fragen und den dazu geh\u00f6rigen Kommentaren.<br \/>\n\u00bb&#8230; sind sie sicher, det es sich bei dem mir vorliegenden Papierchen um eine Verlustmeldung f\u00fcr Lohnsteuerkarten handelt und nich um Drehbuchausz\u00fcge von Didi Hallervorden?&#8221;<br \/>\n\u201eWat soll \u00b4n der Schei\u00df?&#8221;<br \/>\n\u201eWann haben sie den Verlust der Lohnsteuerkarte bemerkt? Vor Monaten schon&#8230;\u00ab<br \/>\n\u00bbDas h\u00e4tten sie aber sofort melden m\u00fcssen\u00ab, kam von der Seite.<br \/>\n\u00bbWo haben sie sie verloren? &#8211; In meiner Wohnung &#8211; aber wo?\u00ab<br \/>\n\u00bbDann schreiben sie doch bitte: Nicht bekannt!\u00ab<br \/>\n\u00bbMann, Leute icke will nicht so ein Schei\u00df beantworten! Icke brauche lediglich \u00b4n neuet Lohsteuerteil!\u00ab<br \/>\nDer Wisch f\u00fcllte sich mit allen m\u00f6glichen Bemerkungen, Durchstreichungen, Haken und Pfeilen in verschiedene Richtungen.<br \/>\nEndlich ward es geschafft, ich verstaute meinen Kuli, drehte das Dokument vorsichtig um 180 Grad und schob es dem Dicken r\u00fcber. Jener schaute auf das Papier, dann auf mich, wieder auf das Papier, dann richtig hilflos in mein grinsendes Gesicht.<br \/>\n\u00bbTja, Scheffchen, rumbr\u00fcllen kannst\u00b4e\u00a0 m\u00e4chtich, aber leider scheint es beim Lesen zu hapan!\u00ab<br \/>\nAuf die Frage von seinem Kollegen, ob es Probleme gebe, schob er ihm den Fragebogen wortlos hin.<br \/>\nStrahlend begann der die Daten in lateinische Druckbuchstaben zu \u00fcbertragen, denn alle Antworten waren in S\u00fctterlin erfolgt.<br \/>\n\u00bbIn meiner langen Dienstzeit habe ich es noch nie erlebt, dass ein junger Mensch wieder die alte deutschen Schrift benutzt\u00ab.<br \/>\nVorsichtshalber f\u00fcllte er den n\u00e4chsten Vorgang gleich selber aus. Nach einer erneuten Unterschrift und dem Vergleich mit dem Personalausweis bekam ich Minuten sp\u00e4ter endlich eine <em>Ersatzlohnsteuerkarte<\/em> ausgeh\u00e4ndigt. Mit dem Hinweis, falls die alte sich anfinden w\u00fcrde, ich diese hier vorbeibringen m\u00fcsste, etwas leiser, \u00bbSie k\u00f6nnen sie allerdings auch gleich selber vernichten\u00ab.<br \/>\nW\u00e4hrend der ganzen Zeit schielte das schwei\u00dftriefende Fettb\u00f6mbchen immer mal wieder zu uns her\u00fcber, kurz vor meinem Weggang dann nochmals an ihn: \u00bbNun noch mal zu Dir S c h e f f c h e n !\u00a0 Merke dir meine Larve! Du kannst meinetwejen jeden D\u00f6del hier vor dem Tresen wie ein hysterisches Hamburger Fischweib anmachen! Mir brauchst du nicht wiederholt zu beweisen, dass du als Zwerg, statt einer guten Kinderstube, nur ein St\u00fcck dunklen Flur hattest!\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Durchbl\u00e4ttern meiner Ansichtskartensammlung kam mir wieder ein merkw\u00fcrdiger Vorschlag vom letzten Jahr in den Sinn, da fast alle Beschriftungen der R\u00fcckseiten in Kurrentschrift erfolgten. 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