{"id":546,"date":"2008-08-26T22:36:20","date_gmt":"2008-08-26T21:36:20","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=546"},"modified":"2010-01-17T18:10:37","modified_gmt":"2010-01-17T17:10:37","slug":"siechmund-jahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=546","title":{"rendered":"Siechmund J\u00e4hn"},"content":{"rendered":"<p>Es stimmt, dass nicht alles schlecht war in der Zone.<br \/>\nZwei Dinge sind mir \u00e4u\u00dferst positiv h\u00e4ngen geblieben. T\u00f6len durften nicht in Kneipen und jeder Provinzbahnhof besa\u00df ein \u00f6ffentliches Schei\u00dfhaus. O.K., so manches erinnerte mehr an ein Plumpsklo in der kasachischen Steppe, aber trotzdem. Nun registrierte ich in den letzten Jahren noch eine Besonderheit, die man positiv betrachten muss. So lange ich dort lebte, betrieb man bei den Nazis nie Wei\u00dfw\u00e4scherei. Das hat sich, was aktive Mitl\u00e4ufer der Kommunisten und ihrer willf\u00e4hrigen Helfer angeht, m\u00e4chtig gewandelt. Dies kam mir im heutigen \u201eTagesspitzel\u201c, Seite 3, wieder hoch. <!--more--><br \/>\nDa verfasste David Ensikat ein Hohelied auf Siechmund J\u00e4hn, das unbedarfte Opfer. Da mir Herr E. noch nie sonderlich aufgefallen war, schaute ich ins Netz. Vom Alter und Elternhaus her, sicher optimal gepr\u00e4gter Trotzossi. Nun finde ich unter <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2004\/45\/Ensikat_Vater\">ZEITONLINE<\/a>, sechs Seiten, auf denen sich D.K., f\u00fcr meine Begriffe sehr merkw\u00fcrdig mit seinem Vater befasst, der zwar weltfremd rumsterzelte, nebenher Reisekader war, aber zugleich gut dotiertes Opfer des Systems und das bis zum Schluss. Heute gewiss als Opfer des Wandels dahin vegetiert\u2026<br \/>\nZumindest hat er, nach Aussage vom Filius: \u201edie Preis-Spange nie getragen.\u201c Ist aber kurz vor Toresschluss von seinem \u201esenilen K\u00f6nig\u201c noch gefickt worden, da er sich die 25 000 Ostmark mit den anderen \u201eHofspa\u00dfmachern\u201c vom \u201eKollektiv\u201c teilen musste &#8211; etwa br\u00fcderlich?<br \/>\n\u201eAm 9. November 1989 war er in Belgien und fuhr sofort nach Hause.\u201c Logisch, da wollte er schnell das Loch in der Mauer stopfen, wegen seiner verdampfenden Privilegien\u2026<br \/>\nDas mit dem Lochstopfen in der Mauer kann ich sogar nachempfinden, ging es mir doch auf der anderen Seite \u00e4hnlich. An diesem Abend wollte nur der Stiefsohn vom alten Minetti mit mir losziehen\u2026 Er konnte an jenem Abend, meine Bedenken unter den ganzen Linkswixern der Stammkneipe nachvollziehen &#8211; schlie\u00dflich hielt die Mauer mir all jene vom Hals, wegen denen ich abgehauen war. <em>(Als Ableger von stalinistischen Zecken, ging mein erster Versuch mit 14 Jahren schief, da wurde mir schlagartig klar: nix mit Reisekader &#8211; allerdings wollte ich auch nie im Leben, bis 65 warten.) <\/em><br \/>\nNun zum \u201e<a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/Die-Dritte-Seite;art705,2600766\">halbierten Held<\/a>\u201c, dem Genossen Siechmund J\u00e4hn<br \/>\nEr flog als erster Deutscher um die Erde, 125 Mal, bekam einen Staatsempfang, Orden, Denkm\u00e4ler: Sigmund J\u00e4hns Weltraumreise vor 30 Jahren war ein Gro\u00dfspektakel \u2013 aber nur in der DDR. Heute sagt er: \u201eDas war nicht ich\u201c<br \/>\nWer soll es denn gewesen sein? Zur Erinnerung, jemand der in solche Sph\u00e4ren aufstieg <em>(Ich meine seinen Werdegang auf dem Boden.)<\/em> der musste in erster Linie dunkelrot daherkommen und mehr als angepasst sein. Da war doch fachliches Wissen immer sekund\u00e4r, obwohl er dann 1983 promovierte zum Dr.rer.nat. am Zentralinstitut f\u00fcr Physik der Erde, Potsdam auf dem Gebiet der Fernerkundung der Erde.<br \/>\nKann mir schon vorstellen, wie sein Thema hie\u00df, ungef\u00e4hr so: \u201eWie fokussiere ich im schwerelosen Raum, mit beiden H\u00e4nden ein Fernglas aus unserer Deutschen Demokratischen Republik, wenn sich in meiner linken Hand, die zweib\u00e4ndige Ausgabe der \u201eGeschichte der SED\u201c befindet\u2026<\/p>\n<p>\u201eIm Osten wird man bestaunt, wenn man sagt, man w\u00fcrde Sigmund J\u00e4hn treffen. Man k\u00f6nnte genauso sagen, man h\u00e4tte einen Termin mit dem Ampelm\u00e4nnchen.\u201c<br \/>\n&#8211; Wenn ich Freunden oder Bekannten im Osten, jenen Spruch gegen\u00fcber ablassen w\u00fcrde, zwecks eines Treffens mit Siechmund, da k\u00e4me unter Garantie: &#8220;Sag mal Ede, was hast du denn f\u00fcr einen Schei\u00df Dope eingepickt?&#8221;<\/p>\n<p>Zum Abschluss etwas in eigener Sache, beide Artikel von Genossen D. Ensikat, finde ich Kacke, aber beim St\u00f6bern fand ich in der \u201eZEIT\u201c etwas \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/online\/2008\/30\/bg-soul\"><strong>SOUL !<\/strong><\/a><br \/>\nWas ist schon ein \u201ehalbierter Held\u201c <em>(Der kann ja noch nicht mal richtig stehen.)<\/em> gegen einen James Brown, da muss ich doch nichts weiter ablassen<!--more--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es stimmt, dass nicht alles schlecht war in der Zone. Zwei Dinge sind mir \u00e4u\u00dferst positiv h\u00e4ngen geblieben. 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