{"id":6040,"date":"2010-01-24T22:38:32","date_gmt":"2010-01-24T21:38:32","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=6040"},"modified":"2022-01-26T12:57:42","modified_gmt":"2022-01-26T11:57:42","slug":"der-willkur-ausgeliefert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=6040","title":{"rendered":"Der Willk\u00fcr ausgeliefert"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/deutschland\/Heimkinder;art122,3009556\">Ein Runder Tisch<\/a><br \/>\nWas soll dabei herauskommen, wenn eine <a href=\"http:\/\/www.henryk-broder.de\/html\/schm_vollmer.html\">Berufsgutmenschin<\/a> als Vorsitzende eines Runden Tisches fungiert, der sich mit einem solch brisanten Thema befassen darf? Helfen ihr dabei die Erfahrung aus Gr\u00fcnen Zeiten oder der Abschluss als evangelische Popin?<br \/>\nWas mir bei diesem Artikel auffiel, es geht um die \u201eHeimerziehung der fr\u00fcheren Bundesrepublik&#8221; &#8211; nix erw\u00e4hnt &#8211; der andere deutsche Staat<strong>!<\/strong><br \/>\nIdeologisch war (?) ja die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tissy_Bruns\">Schreiberin<\/a> zu fr\u00fcheren Jahren auch in einer Ecke angesiedelt, wo man die Zone immer als den <em>besseren deutschen Staat<\/em> verkaufte. Niemals habe ich seit 1975 <em>(bis zum Mauerfall)<\/em> erlebt, dass sich sich auch nur ansatzweise ein bundesgermanischer <em>Linxwixer<\/em> f\u00fcr das praktizierte Unrecht im Osten interessierte, f\u00fcr DKPisten und den K\u00e4mpen der SEW waren wir sogar erzreaktion\u00e4r&#8230;<!--more--><br \/>\nBeim Lesen fiel mir ein, dass ich Anfang der 90er auf merkw\u00fcrdige Weise auch in den Versuch der halbherzigen Auseinandersetzung mit den Praktiken in Ost-Kinderheimen involviert war.<br \/>\nDer Ex meiner Freundin rief mich an, ob ich bereit w\u00e4re f\u00fcr ein Interview zu dieser Problematik.<br \/>\nNach kurzer Bedenkzeit erfolgte mein O.K.<br \/>\nDen Interviewer nebst Gattin traf ich im <em>Kr\u00fcppelkranzler, <\/em>\u201e<a href=\"http:\/\/www.fdst.de\/freizeitbildungberatung\/treffpunkte\/blisse14\/\">Blisse 14<\/a>&#8220;, Knete sollte nicht flie\u00dfen aber einige Getr\u00e4nke. Von Beginn an war mir mulmig, weil der Herr Proffesor Kupfer nur ausweichend auf einige Fragen meinerseits reagierte und dabei noch herumeierte. Hinzu kam, dass ihm m\u00e4chtig stank, weil ich statt<em> DDR<\/em> immer <em>Zone<\/em> sagte.<br \/>\nF\u00fcr mich war es unverst\u00e4ndlich, dass er sich fr\u00fcher nie mit der Situation in Ost-Kinderheimen auseinandergesetzt hatte. Unser Treffen schien nur einen Alibicharakter zu haben &#8211; sich mal in dieser Richtung einbringen &#8211; denn in jener Zeit schien der Herr noch f\u00fcr den Kinderschutzbund t\u00e4tig zu sein. Eine Bedingung stellte ich, bevor der Schriftsatz in Druck ging, sollte er mir <span style=\"text-decoration: underline;\">unbedingt<\/span> vorgelegt werden. Was wir per Handschlag besiegelten, also verlie\u00df ich mich gutgl\u00e4ubig auf sein Wort.<br \/>\nDas gesamte Gespr\u00e4ch wurde von der Gattin stenographiert. Bei der Beantwortung mancher Fragen erschloss sich mir nicht immer der tieferen Grund vieler zu <em>erforschender<\/em> Begebenheiten. Der Hochschulle(e)hrer<em> (Sozialp\u00e4dagoche, damals schon a. d.?)<\/em> schien \u00fcberhaupt keinen blauen Dunst zu besitzen, was gewisse Zusammenh\u00e4nge der Zone betrafen.<br \/>\nWochen sp\u00e4ter erreichte mich eine bestimmte Zeitschrift, noch w\u00e4hrend der Lekt\u00fcre ging ich in die Luft, schneller und h\u00f6her als das HB-M\u00e4nnchen.<br \/>\nDer Artikel strotzte nur so von selektiven Wahrnehmungen des Herrn Professors und bestimmte Aspekte meinerseits waren sogar weichgesp\u00fclt wiedergegeben worden. F\u00fcr mich zu sprechen war der alte Knabe anschlie\u00dfend nicht. Wochen sp\u00e4ter erreichte mich erneut der Anruf vom Ex meiner Freundin, der Artikel h\u00e4tte m\u00e4chtig Staub aufgewirbelt und ich m\u00fcsste mich zu einer Gegendarstellung bereit erkl\u00e4ren. Das Treffen war schon im Wedding, in einem B\u00fcro vom<a href=\"https:\/\/www.dksb.de\/de\/startseite\/\"> KSB<\/a> anberaumt worden. Mir fiel bei diesem Telefonat der unversch\u00e4mte Part zu, eine gewisse Schuld auf mich zu nehmen,<em> da der Autor sein Gesicht wahren musste<\/em>. Wollte deshalb zu dem Treffen mit Zeugen f\u00fcr meine Schilderungen auftauchen, was keiner der unmittelbar Beteiligten gut fand.<br \/>\nVor dem B\u00fcro fing mich der illustre Herr ab, ohne Begr\u00fc\u00dfung plapperte er gleich los: \u201eIch hoffe, sie wissen, was ich von ihnen erwarte&#8230;\u201c &#8211; lie\u00df ihn daraufhin stehen.<br \/>\nUnser Begegnung empfand ich als inneren Reichsparteitag. Von dem Dutzend Ossi-Erziehern mit <em>reichlich Erfahrungen<\/em> aus Erziehungsheimen und Jugendwerkh\u00f6fen, hatte nie jemand etwas von meinen Beschuldigungen, auch nur im geringsten mitbekommen! Das Gesicht wahren vom Professor, ging mir schlicht an meinem verl\u00e4ngerten R\u00fccken vorbei.<br \/>\nIrgendein Fuzzi plapperte nach kurzer Vorstellung sofort los, \u00fcberging mich dabei und bezog mit einigen S\u00e4tzen nur den gro\u00dfen Experten ein.<br \/>\nUnterbrach harsch alles, \u201ees geht doch wohl in erster Linie um das Geschreibsel und meine dort angeblich verf\u00e4lschten Darstellungen.\u201c<br \/>\nLie\u00df noch kurz den damaligen Hergang ab, verga\u00df aber die Argumente mit der Gesichtswahrerei vom Herrn Professor auch nicht&#8230;<br \/>\nEr \u00e4u\u00dferte sich zu meinen Darstellungen nicht weiter, fand sich irgendwann ganz nah bei den \u00f6stlichen<em> P\u00e4dagochen<\/em> wieder.<br \/>\nDas Rudel begann, sich auf mich einzuschie\u00dfen, was ich mir verbat. Begann einfach mit einer Gegendarstellung und stellte, die vorher im Heft, von mir gemarkerten Stellen klar und wies dabei auf die zus\u00e4tzlichen Bemerkungen von Kupfer hin, die anschlie\u00dfend nat\u00fcrlich eine ganz andere Wertigkeit erhalten hatten.<br \/>\nPl\u00f6tzlich kam aus der Runde ein mich unterbrechender Kommentar, \u201edies w\u00e4hren alles infame Unterstellungen, schlie\u00dflich h\u00e4tte er in jenen Tagen bereits dort gearbeitet&#8230;\u201c<br \/>\nDarauf folgte von mir die Frage, ob sich noch<em> mehr Altlasten<\/em>, die auch heute noch aktiv waren, hier in der Runde befinden w\u00fcrden. Zum Piepen, wie sich daraufhin deren Larven verzogen.<br \/>\nVon einem damaligen Ost-Erzieher kam nun ein Statement: \u201eHerr S., so renitent, wie sie sich in der kurzen Zeit hier darstellten, da wird es kein Wunder gewesen sein, dass man sie zu DDR-Zeiten in ein Heim einwies!\u201c<br \/>\nDaraufhin tat ich etwas, ganz gegen meine Art unter solchen Flachzangen, ohne einen weiteren Ton abzulassen, verlie\u00df ich diese<em> nette Runde.<\/em><br \/>\nDabei betrafen meine Schilderungen in dem Heft eigentlich nur ein<em> ganz normales<\/em> Kinderheim in Stolberg\/Harz. Zu einigen Bermerkungen aus <em>Spezialheimen<\/em> und<em> Werkh\u00f6fen<\/em>. hatte ich mich allerdings vorher noch bei meinen betroffenen Bekannten r\u00fcckversichert&#8230;<br \/>\nWobei nicht nur ich die Meinung vertrete, dass es dort Zust\u00e4nde, auch der kollektiven Erziehung gab, die man keineswegs nur mit <em>softer Folterung<\/em> abtun sollte!<br \/>\nEs g\u00e4be noch viel andere Begebenheiten aus diesem Heim zu berichten, die m\u00e4chtig schr\u00e4g liefen&#8230;<br \/>\nAuch m\u00f6chte ich die Tatsache erw\u00e4hnen, dass bis auf ganz wenige Ausnahmen von Kindern und Jugendlichen aus dem Ort, alle wussten, was im \u201eThyratal&#8221; ablief. Viele sich trotzdem am Mobbing gewisser Angeh\u00f6rigen des\u00a0 \u201eLe<em>e<\/em>rk\u00f6rpers&#8221;, der dortigen Schule, gegen Heiminsassen auch beteiligten.<br \/>\nZum Abschluss noch eine witzige Begebenheit von einem Klassentreffen im Jahre 1990. Als der Geographie- und Mathelehrer abends auftauchte und mich schei\u00dffreundlich, zum Schlu\u00df,\u00a0 per Handschlag begr\u00fc\u00dfen wollte, tat ich es auf meine mir ureigene Art. Was mir von einigen Anwesenden Unannehmlichkeiten einbrachte, \u201edu haust wieder ab, aber wir m\u00fcssen weiter mit diesem Mann in der Gemeinde leben!&#8221;<br \/>\nAllerdings gaben mir bei steigendem Alkoholpegel viele anschlie\u00dfend Recht&#8230;<br \/>\n\u201eEhe ich in ihre dargebotene Hand einschlage, beantworten sie mir bitte eine Frage!&#8221;<br \/>\nStille &#8211;<br \/>\n\u201eWarum waren sie eigentlich gegen\u00fcber Heimkindern immer so ein abgrundtiefes Arschloch?&#8221;<br \/>\nMein ehemaliger Russischlehrer, den ich sehr mochte, lie\u00df sich anschlie\u00dfend zu einer sehr witzigen Aktion hinrei\u00dfen, die mich allerdings au\u00dferordentlich verbl\u00fcffte.<br \/>\n\u201eHerr Simmling! Es hat mir sehr gefallen, wie sie meinen Kollegen zusammengefaltet haben! Ich m\u00f6chte sie zu einem Schn\u00e4pschen einladen und ihnen das Du anbieten&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Anbei einige Namen von damaligen Heiminsassen. Bis auf \u201ePfeffi&#8221; habe ich alle aus den Augen verloren. Viele entwickelten sich sp\u00e4ter \u00fcber Pretzsch oder irgendeinen <a href=\"http:\/\/www.jugendwerkhof.info\/Jugendwerkhof_Burg-August-Bebel.php\">Jugendwerkhof<\/a> zum Bodensatz der Ostgesellschaft.<br \/>\nWer kennt jemand aus der unten angef\u00fchrten Liste?<br \/>\nBitte melden!<\/p>\n<p>Gerd Schliebe<br \/>\nGerd Merkel<br \/>\nKlaus Schlegel<br \/>\nAchim \u201eAggi&#8221; Henschel<br \/>\nHorst Strohbach<br \/>\nPeter Frohberg<br \/>\nG\u00fcnter Nahr<br \/>\nGerd Busse<br \/>\nHorst + Klaus Webecke<br \/>\nBernhard Wahl<br \/>\nder kleine Sommerfeld<br \/>\nTatjana Beer<br \/>\nDorthea Timpel<br \/>\nAnita Naujoks und ihre Geschwister<br \/>\ndie Pfeffersche<br \/>\nRenate Kr\u00f6hn<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Runder Tisch Was soll dabei herauskommen, wenn eine Berufsgutmenschin als Vorsitzende eines Runden Tisches fungiert, der sich mit einem solch brisanten Thema befassen darf? 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