{"id":715,"date":"2008-09-15T20:54:57","date_gmt":"2008-09-15T19:54:57","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=715"},"modified":"2020-11-05T19:28:14","modified_gmt":"2020-11-05T18:28:14","slug":"max-holz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=715","title":{"rendered":"Max H\u00f6lz"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">Da weckte mich 20 nach 5 so eine Nase, die versuchte ihr Hirschlein zu starten, kurz bevor die Batterie verreckte, sprang die Karre doch noch an. Mein Groll schlug auf die Blase, musste infolgedessen raus aus der Falle und sofort meinen Hamster melken gehen. Augenblicklich hellwach, nahm ich mir den restlichen \u201eTagesspitzel\u201c vor, vertiefte mich gleich anschlie\u00dfend abermals in Bettelheims: \u201cGespr\u00e4che mit M\u00fcttern\u201c, dieses Werk lie\u00df meinen Blutdruck noch mehr ansteigen. Nun soll niemand denken, mich plagt die \u201esenile Bettflucht\u201c, weit gefehlt, denn bei diesen Symptomen w\u00e4hre man saum\u00fcde und k\u00f6nnte nicht pennen.<br \/>\nMir erschloss sich der Sinn dieses B\u00fcchleins auch beim Weiterlesen nicht. Klappentext, Vorwort und Einleitung ergaben keinen Sinn zum Inhalt, w\u00fctend brach ich auf Seite 119 ab. Alle Gespr\u00e4chsaufzeichnungen stammen aus den 50er\/60er Jahren, bei den Kn\u00e4cken, mit denen die Mehrzahl dieser Muttis behaftet waren, wird mir einiges klar, was die heutige Zeit betrifft. Viel anders werden die M\u00e4del hier auch nicht drauf gewesen sein, aber eins verbindet alle, ob in den USA, oder in anderen Industrienationen, ausnahmslos haben sie ihre p\u00e4dagogischen Defizite weitergereicht, das ber\u00fchrt auch jede soziale Schicht&#8230;, irgendwann landen schlie\u00dflich Reste von menschlichen Kreaturen in Blumenk\u00e4sten\u2026<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8211; Da fiel mir ein, was hatte ich \u00fcberhaupt erwarte? Zumindest nicht so etwas flaches, da ich B.B. von einer ganz anderen Seite kenne.<br \/>\nWer sich die \u201cGmM\u201c einzieht, der sollte hinterher, unbedingt zu folgendem Druckerzeugnis greifen: <strong>Arthur Koestler<\/strong>, Die Armut der Psychologie. Der Mensch als Opfer des Versuchs, irrationalem Verhalten mit rationalen Methoden beizukommen (ISBN: 3502133875)<br \/>\nDem ist auch nach \u00fcber 30 Jahren nichts hinzuzuf\u00fcgen, egal wie sich die P\u00fccholochen auch drehen und wenden. Im Gegenteil, die Scheren zwischen den irrationalen Verhaltensweisen und deren aberwitzigen Erkl\u00e4rungsversuche klaffen immer weiter auseinander. Hinzu kommt, egal was jemand f\u00fcr ein Schwachsinn in die Welt posaunt, postwendend krauchen aus allen L\u00f6chern Claqueure. Solche Handlungsweisen waren schon im Mittelalter an den H\u00f6fen popul\u00e4r, da \u00fcbernahmen Hofnarren diese Parts. Sehr kluge Leute darunter, die ohne Statussymbole auskamen! In der Regel besa\u00dfen alle nur ein einziges, sehr kostbares Privileg, woran ihnen sehr viel lag, solange es nicht in ihre H\u00e4lse reinregnete\u2026<br \/>\nBeil\u00e4ufig lasse ich nur eine Ausnahme gelten, gewisse Erkenntnisse vom alten Freud. Der Knabe schien manchmal echt cool drauf, konnte es sich leisten die Welt mit anderen Augen zu betrachten, da er seine Bewusstseinserweiterungen diesem wei\u00dfen Staub verdankte, mit dem er sich kontinuierlich seinen Gesichtserker puderte, allerdings die Schleimh\u00e4ute\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein nicht vollendeter Sudoko fiel mir noch in die H\u00e4nde, nebenbei wurde mein kleiner \u201eGrundig\u201c in Betrieb genommen.<br \/>\nDa ich nachts oft sehr lange lese, dudelt h\u00e4ufig D-radio Kultur. Nun steht bei uns eine recht gute Stereoanlage rum, als DXer bin ich aber angeschissen &#8211; das Teil besitzt nat\u00fcrlich keine KW. Au\u00dferdem nervt mich permanent die \u00e4tzende Werbung auf FM. Gut, Stereo hat was, aber dann aus dem Netz, daf\u00fcr m\u00fcsste ich aber in einem anderen Zimmer meine Bit-M\u00f6hre hochfahren. Also surfe ich lieber auf MW und 6 KW-B\u00e4ndern, mir machen die Abstriche der Soundqualit\u00e4t bei den atmosph\u00e4rischen St\u00f6rungen nichts aus. Die ganze UKW-Kacke kommt technisch zwar optimal r\u00fcber, ist dabei aber so etwas von provinziell, dass man kotzen k\u00f6nnte. Das ich meinen \u201eYachtboy\u201c vor ein paar Jahren wieder aktivierte, lag an den Aktivit\u00e4ten des teuersten Tourismusunternehmen aus Amiland. Als der best\u00e4ndige Abenteuerurlaub in Kuweit begann, fingen arabische Stationen mit englischsprachigen Sendungen an. Auf den kleinen Unterschied bei deren Berichterstattung, gehe ich hier nicht weiter ein.<br \/>\nSo landete ich zu n\u00e4chtlicher Stunde, dann auch wieder bei AFN-Frankfurt. Die haben leider nicht mehr diese Qualit\u00e4t, wie \u00b461\/62, als ich begann Radios zu bauen, denn damals brachten sie weit nach Mitternacht, ganz versch\u00e4mt, rabenschwarze Musik &#8211; Soul und Blues, aber irgendwann tauchte Wolfman Jack auf\u2026.<br \/>\nDas einzige was ich bei D-radio absolut nicht verstehe, dass sie mehrmals in der Woche, den Ton dieser uns\u00e4glichen Talkshows aus der Glotze, auf MW \u00fcbertragen. Zwischen 1 und 2 Uhr, erfolgt n\u00e4chtens noch eine Steigerung. Abartig viel populistischer D\u00fcnnschiss <em>(Vox populi)<\/em> quillt besonders dann aus dem Lautsprecher, wenn diese promovierte Altlast moderiert, fast auf dem Niveau, wie vormals Dr. IM Kuttner\u2026<br \/>\nAber heute Morgen dachte ich anfangs, mich verh\u00f6rt zuhaben, das \u201e<a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/kalenderblatt\/846090\/\">Kalenderblatt<\/a>\u201c erinnerte an den 75sten Todestag von Max H\u00f6lz. <em>(Er umging 1921 Sangerhausen weitl\u00e4ufig, scheinbar lebten dort nur unpolitische Bauern und Beamte\u2026) <\/em><br \/>\nAllerdings sehe ich ihn nicht so rot, wie es dort r\u00fcber kommt\u2026<br \/>\nEine linientreue Altlast scheint daf\u00fcr sicher nicht verantwortlich zu sein, denn in der Zone war er nicht wohl gelitten\u2026<\/p>\n<p>Kurz darauf erfolgte ein Programmtip f\u00fcr 19:30:<br \/>\n<strong>Zeitfragen<\/strong><br \/>\nDas politische Feature<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/zeitfragen\/841647\/\">&#8220;Die Nazifalle&#8221;<\/a><br \/>\n\u00dcber Tabus bei der Vergangenheitsbew\u00e4ltigung<br \/>\nVon Volker Panzer<br \/>\nZu G\u00f6tz Aly, der mit seinem neuen B\u00fcchlein Erw\u00e4hnung findet: \u201eHitlers Volksstaat\u201c &#8211; f\u00e4llt mit nur ein, Winnetou w\u00fcrde es so beschreiben: \u201eDas Bleichgesicht spricht mit gespaltener Zunge\u2026\u201c<br \/>\n<strong><br \/>\nZwei Literaturhinweise meinerseits: <\/strong><br \/>\nKarl I. Albrecht: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/1988\/37\/im-zickzack-durch-die-zeit\">Der verratene Sozialismus<\/a>,<br \/>\nZehn Jahre als hoher Staatsbeamter in der Sowjetunion,<br \/>\nBerlin, Nibelungenverlag, 1943, S. 311ff.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/64.233.183.104\/search?q=cache:Y5Q3yZBzIrwJ:www.lesekost.de\/deutsch\/zweit\/HHLDZ05.htm+edgar+Hilsenrath+der+Nazi+und&amp;hl=de&amp;ct=clnk&amp;cd=1&amp;gl=de\">Edgar Hilsenrath<\/a>:<br \/>\nDer Nazi &amp; Der Friseur<br \/>\nM\u00fcnchen: Dtv, 2006. 476 Seiten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da weckte mich 20 nach 5 so eine Nase, die versuchte ihr Hirschlein zu starten, kurz bevor die Batterie verreckte, sprang die Karre doch noch an. Mein Groll schlug auf die Blase, musste infolgedessen raus aus der Falle und sofort meinen Hamster melken gehen. 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