{"id":722,"date":"2008-09-29T16:07:39","date_gmt":"2008-09-29T15:07:39","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=722"},"modified":"2022-10-16T00:26:01","modified_gmt":"2022-10-15T23:26:01","slug":"ostern-1979-in-der-goldenen-stadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=722","title":{"rendered":"IN DER GOLDENEN STADT &#8211; Ostern &#8217;79"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">23. Oktober 1975 &#8211; ein schicksalhafter Tag, nicht nur f\u00fcr mich, denn am 52. Geburtstag der <em>Mutter meiner Schwester<\/em>, begann mein zweites Leben auf der anderen Seite von Mauer und Zaun. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Es war mir nie m\u00f6glich mit ihr \u00fcber Probleme, die uns beide betrafen, zu spre\u00adchen. Es gab Zeiten, da h\u00e4tte es mich interessiert, was in ihr vorgegangen war, als ihre Genossen sie mit 51 Jahren in die W\u00fcste schickten. S<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">chon als etwas \u00e4lteres Kinder leuchtete mir ein<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">, dass sie sich bereits Jahrzehnte etwas vormachte,\u00a0 da war ich noch etwas feucht hinter den Ohren. Mich traf es dabei am schlimmsten, denn ich schien von ihr auser\u00adkoren, stellvertretend, ihre niemals verwirklichten Tr\u00e4ume zu realisieren und dies in einer Welt, wo sie Mauern aus L\u00fcgen, nicht nur um ihre Kinder baute. <\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Pech f\u00fcr mich, dass mein Erzeuger, 1994, schier in der Woche das Zeitliche seg\u00adnete, als ich noch etwas halbherzig begann, ihn ausfindig zu machen. Allerdings ist es dieser Tatsache zu verdanken, dass ich \u00fcberhaupt von seinem Tod erfuhr. Anschlie\u00dfend musste ich, nach der Sichtung von Unmengen seiner akribisch ge\u00adsammelten Papiere, feststellen, dass nichts auch nur ann\u00e4hernd den Angaben entsprach, die seine Geschiedene \u00fcber Ihren Ex uns gegen\u00fcber verlauten lie\u00df. Der Mann entpuppte sich schlicht als das ganze Gegenteil von dem, was mir berichtet wurde. In meinen minimalen Erinnerungen war er abgrundtief schlecht.<\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>)<\/b><\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Fast drei Jahre ben\u00f6tigte meine Erzeugerin nach meiner \u00dcbersiedelung, um an die damalige ak\u00adtuelle Anschrift von mir zu gelangen. Niemals erfuhr ich, wie sie es anstellte, um von den Eltern eines Kumpels, die sie absolut nicht abkonnte, meine Adresse zu erfahren. Kurz vor Weihnachten 78 erhielt ich dann einen Brief von ihr. Der erste Brief, den ich nach Jahren erhielt, klang vern\u00fcnftig, verbunden mit der Bitte, doch diese witzlo\u00adsen Spr\u00fcche zu unterlassen. Bis zu dieser Zeit bekam sie nur sehr kurz gefasste <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Gr\u00fc\u00dfe <\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">von all meinen Reisen, mit dem Spruch: <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Damit Du siehst, dass die Prophezeiung Deiner Genossen noch nicht eingetreten ist. Ich geh\u00f6re immer noch nicht zu den Rauschgifttoten der freien westlichen Welt! <\/span><\/span><\/em><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Aus irgendwelchen Gr\u00fcnden erhielt sie jede meiner Karten. Was mir zu Ostzei\u00adten und nachher im Westen nicht immer zu Teil wurde. Allerdings versah ich nach dem Grenzwechsel Briefr\u00fcckseiten nie wieder mit Nachs\u00e4tzen wie folgendem: <\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dieser Brief ist keine Drucksache, was sich unschwer am Porto erkennen l\u00e4sst! Der letzte Leser vor dem Empf\u00e4nger m\u00f6ge nicht vergessen den Brief zu verkle\u00adben, verbunden mit lieben Gr\u00fc\u00dfen an alle!<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Manchmal erreichten mich zu Ostzeiten Briefe von Freunden, trotz \u00e4hnlicher Kommentare auf der R\u00fcckseite. Nur einmal bin ich von den Organen gefragt worden, was das denn solle, schlie\u00dflich g\u00e4be es in der DDR das Briefgeheimnis, worauf mir nichts ein\u00adfiel. Allerdings bekam ich von der Post mal Ausz\u00fcge von Bestimmungen zugesandt, in denen es hie\u00df, dass es f\u00fcr die zu bef\u00f6rdernden Mitteilungen Normgr\u00f6\u00dfen geben w\u00fcrde. Zweimal musste ich mir Zuschriften pers\u00f6nlich am Schalter abholen und wurde nebenher belehrt. Es handelte sich damals um ordentlich frankierte Gr\u00fc\u00dfe, notiert auf einem Bierdeckel und einer aufgerissene &#8220;Salem&#8221; Schachtel.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ich gelobte nach &#8220;Mutters&#8221; erstem Brief Besserung. Was zur Folge hatte, dass zwei Briefe sp\u00e4ter schon wieder die ersten Vorhaltungen ihrerseits auftauchten. Dies veranlasste mich, nur auf den Wunsch meiner Gro\u00dfmutter nach bestimmten Ge\u00adw\u00fcrzen einzugehen und brach den Kontakt sofort wieder ab.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als meine Gro\u00dfmutter Anfang 1979 dieses Treffen in Prag vorbereitete, ahnte ich schon, dass sich die Gro\u00dfwetterlage zwischen meiner &#8220;Mutter&#8221; und mir nie \u00e4n\u00addern w\u00fcrde. Meine Vorahnung best\u00e4tigte sich, nicht der geringste Anflug von fried\u00adlicher Koexistenz schien m\u00f6glich. Jede noch so belanglose Postkarte benutzte sie anschlie\u00dfend, um mir zumindest einen kleinen Nadelstich zu versetzen.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Mehrere Jahre tat ich so, als ginge es mich nichts an, dann, in den Achtzigern, kam ein Vergeltungsschlag. Damals in Rot-China unterwegs, entnahm ich aus ei\u00adner kommunistischen Postille, dass Hunderttausende ehemaliger Ossis vor der hochkant stehenden Autobahn in Berlin harrten, um wieder unter Erichs Fittiche zu kriechen. Da musste ich ihr einfach die Mitteilung machen, dass sie sich keiner Hoffnung hingeben brauchte, mich in einer dieser Schlangen zu vermuten.<\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>)<\/b><\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Kurz vor dem Osterfest erreichte mich eine Anfrage von Oma, ob die M\u00f6glichkeit eines Wiedersehens bestehen w\u00fcrde. Diese Gelegenheit bestand nur im Tschechland oder in Polen. Da w\u00e4hrend dieser Zeit sowieso ein Treffen mit Freunden in Prag verabredet war, lie\u00df ich mich darauf ein. Unter einer Bedingung. Meine damalige Freundin Gabi sollte bereit sein, als Unparteiische zwi\u00adschen meiner Mutter, die mitk\u00e4me, und mir zu agieren. Nur unter dieser Einschr\u00e4nkung war ich zu einem Treffen bereit, Oma gab auch ihr Einverst\u00e4ndnis. Das Wiedersehen sollte im Restaurant &#8220;U Fleku&#8221;, Ostersonntag, nachmittags statt\u00adfinden. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im Gegensatz zu Gabi, die alles sehr spannend fand, wurde mir immer mulmiger, je n\u00e4her der Termin r\u00fcckte. Schon die Tatsache, dass die meisten meiner Freunde <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Volksdrogenabh\u00e4ngige<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> waren, lie\u00dfen in mir Zweifel aufkommen, ob eines ge\u00admeinsamen Trips ins <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Goldene Prag. <\/span><\/span><\/em><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der kluge Mann baut vor. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Notfalls sollte mein alter Kumpel Nebel als Vermittler einspringen, um f\u00fcr Gabi den Part eines Neutralen zu \u00fcbernehmen, denn ich wollte auf keinen Fall solo er\u00adscheinen. Es kam, wie es kommen musste. Auch ohne mein Zutun bekam Madame ihr Ostblocktrauma, aber sie hielt durch bis zum bitteren Ende. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Gr\u00fcndonnerstag, am sp\u00e4ten Vormittag, kamen wir mit dem Zug \u00fcber Bayern in Prag an. Nach Auskunft der Tourist Information gab es in der ganzen Stadt f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage keine Zimmer. Dies war mir nat\u00fcrlich klar und wollte, wie \u00fcblich, irgendwo schwarz pennen. Leute mit Zimmerangeboten lungerten massig vor den \u010cedok-Reiseb\u00fcros herum. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auf eine illegale \u00dcbernachtung wollte sich Gabi auf keinen Fall einlassen, schlie\u00df\u00adlich kannte sie die Story meiner letzten Penne vergangenes Silvester. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mit Freunden ergatterten wir eine sehr preiswerte Unterkunft, wo sogar noch ein Haufen Leute zus\u00e4tzlich unterkamen. Allerdings gab es hinterher, wie er wartet, an der Gren\u00adze, den \u00fcblichen Zeck bei der Ausreise, da niemand eine polizeiliche Anmeldung vorweisen konnte. Au\u00dferdem geb\u00e4rdeten sich die Grenzorgane, wie \u00fcblich sehr neugierig, was unsere Unterkunft anging. Nach einer Stunde Wartezeit, erledigte sich alles. Die Geldstrafe betrug 600 Kronen, was ungef\u00e4hr 40 DM entsprach, und dies war ent\u00adschieden preiswerter als \u00dcbernachtungen in Devisen-Hotels. Allerdings z\u00f6gerte sich der Aufenthalt dann doch noch etwas hin aus, als zwei kleine Bl\u00f6cke, von Bu\u00dfgeldbescheinigungen je einer Krone, in Miniabrei\u00dfkalenderformat zu dreihundert St\u00fcck, sofort nach dem Bezahlen in den Papierkorb flogen. Daraufhin flippte der mich abfertigende Grenzer aus. Drohte mir noch weitere Strafgelder an, da ich einer grenzpolizeiliche Ma\u00dfnahme nicht die geb\u00fchrende Aufmerksamkeit schenkte. Ihn dadurch beleidigte, da es sich im Prinzip um tschechisches Geld handelte, welches im Abfallbeh\u00e4lter landete. Dies k\u00f6nnte ich aber wieder gutmachen, m\u00fcsste daf\u00fcr allerdings die beiden Quittungsbl\u00f6cke aus dem Beh\u00e4ltnis klauben und sie nachz\u00e4hlen. Mein Kumpel Andy gab mir zu verstehen, mein loses Maul zu halten und endlich mit Nachz\u00e4hlen zu beginnen. Sehr schnell bildete sich in dem Raum eine Schlan\u00adge von allen m\u00f6glichen Leuten, die uns nun ihrerseits anmachten wegen der Akri\u00adbie die wir an den Tag legten. Meinen Einwand, dass ich so etwas noch nicht mal in Polen oder der Zone erleben durfte, lie\u00df der Grenzer nicht gelten. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8220;Po\u00adlacken und die armen Deutschen n\u00f6rdlich dieser Grenze seien sowieso halbe Russen und deshalb f\u00fcr ihn nicht ma\u00dfgebend.&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Aus den 600 Zetteln schichteten wir kreuzweise, erst Zehnerh\u00e4ufchen, dann F\u00fcnfziger. Zum Schluss stimmte alles auff\u00e4lligerweise. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">W\u00e4hrend dieser minutenlangen Aktion beobachteten uns die tschechischen Grenzer belustigt. Schade, dass wir nicht verstanden, was sie ne\u00adbenher f\u00fcr Kommentare ablie\u00dfen. Nach Beendigung der Z\u00e4hlerei hielt mir ein Grenzbeamter den Papierkorb hin, und ich lie\u00df bed\u00e4chtig Stapel f\u00fcr Stapel in das Beh\u00e4ltnis schneien.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dann kam das \u00fcbliche Ausreiseritual, der oberste Genossen ermahnten uns &#8211; wie jedes Mal &#8211; in Zukunft die Meldebe\u00adstimmungen der Tschechoslowakischen Republik zu beachten und alle gelobten &#8211; auch wie immer &#8211; beim n\u00e4chsten mal Besserung. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Diese Ausreise war auch die letzte, auf dem un\u00adechten Transit nach Westberlin durch das Schlaraffenland. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Da \u010cedok uns nat\u00fcrlich nicht helfen konnte, mussten wir uns etwas einfallen las\u00adsen, also Einheimische fragen. Auf dem Weg zum Wenzels-Platz ereignete sich die erste Lektion f\u00fcr meine Freundin, als von mir ein distinguierter \u00e4ltere Herr, erst Deutsch, dann Englisch, schlie\u00dflich auf Russisch angesprochen wurde. Nach der letzten Anfrage blieb er ruckartig stehen und ging freundlich auf uns zu und erw\u00e4hnte entschuldigend, dass er in Gedanken daher lief. Allerdings h\u00e4tten ihn die russischen Laute in die Wirklichkeit zur\u00fcckgeholt. In diesem herrlichen Deutsch mit tschechischen Akzent wurden wir gewissenhaft darauf aufmerksam gemacht, dass man in seinem sch\u00f6ne Land als Freunde jede Sprache sprechen k\u00f6nnte, au\u00dfer rus\u00adsisch. Der alte Herr geleitete uns zu einem nagelneuen Hotelschiff auf der Moldau und handelte eine \u00dcber\u00adnachtung aus, die wir sogar mit dem Zwangsumtausch begleichen durften, was sich als sehr preiswert f\u00fcr diese Nobelherberge herausstellte. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Gabi verarbeitete immer noch die f\u00fcr sie sehr merkw\u00fcrdige Reaktion des Man\u00adnes, als sie auf dem Schiff etwas mitbekam, was nicht nachvollziehbar schien. Es geschah kurze Zeit sp\u00e4ter im Speisesaal des Schiffes. Obwohl wir in verwasche\u00adnen Jeansanz\u00fcgen auftauchten, schoss der Oberkellner sofort auf uns zu und erkundigte sich sehr freund\u00adlich, wo wir sitzen wollten. Er empfahl einen Platz zur Wasserseite und schi\u00adckte sofort den verantwortlichen Kollegen f\u00fcr die Getr\u00e4nke. Anschlie\u00ad\u00dfend erschien der n\u00e4chste, der uns beriet, was das Essen anging. Da f\u00fcr alle Ge\u00adrichte, laut Speisekarte nur Kn\u00f6del oder Pommes vorgesehen waren, erkundigte ich mich nach der M\u00f6glichkeit, Salzkartoffeln zu bekommen, \u201eKein Problem mein Herrr!\u201c <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenige Meter neben uns, an mehreren zusammenger\u00fcckten Tischen, sa\u00df schon als wir kamen, ein \u00e4lteres Ehepaar, das offensichtlich von den Kellern igno\u00adriert wurde. Mittlerweile stand sehr artig wartend, ein weiteres P\u00e4rchen an den Stufen zum Speisesaal, welches erst zonenm\u00e4\u00dfig platziert wurde, als die Dame aus der Rezeption den Oberkellner fl\u00fcsternd darauf aufmerksam machte. Sie lie\u00ad\u00dfen sich ohne murren, zu den anderen bugsieren, weiter pas\u00adsierte nichts. Langsam fand meine Freundin diese Art des Umgangs mit Nachbars unversch\u00e4mt. Was mich nur am\u00fcsierte, mein Kommentar: <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u201eDie Tschechen bedan\u00adken sich halt immer noch f\u00fcr die erwiesene Hilfe, vom Juli \u00b468\u201c, <\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">brachte sie auf hundert. Derweil unser Essen kredenzt wurde, registrierten wir das erneute An\u00adkommen eines \u00e4lteren Paares am Nachbartisch. Endlich erschien bei ihnen der Getr\u00e4nkekellner, sein nachfolgender Kollege maulte die Leute an, dass die Mittags\u00adessenzeit gleich rum w\u00e4re und es die Sache vereinfachen w\u00fcrde, wenn sie alle\u00adsamt das gleiche bestellten, er k\u00f6nne Goulasch empfehlen. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auf die zaghaft vorgebrachte Frage einer Frau, ob es denn machbar w\u00e4re, den Goulasch mit Salzkartoffeln zu bekommen, kam vom Ober sehr bestimmt: <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nein! <\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Hinweis mit Blick zu uns, dass ich doch auch ohne Probleme Salzkartoffeln bekommen h\u00e4tte, beschied der Kellner auf seine Art. Er wippte auf den Zehen\u00adspitzen, weit zu uns r\u00fcber gebeugt und gab die Antwort: &#8220;<\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Meine Dame! Ich sehe bitt scheen am Nachbartisch auf den Tellern keine Salzkartoffeln, und wenn ich keine sehe, dann gibt es auch keine! Also was meechten sie dazu, bitt scheen?&#8221;<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Unsere Anrainer schienen nun auch keine mehr Kartoffeln zu sehen, schein\u00adbar waren sie froh, \u00fcberhaupt noch etwas zu bekommen. Gabi flippte schlie\u00dflich aus, als von mir, w\u00e4hrend der Bezahlung reichlich Trinkgeld in West zum Kellner floss. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Am sp\u00e4ten Nachmittag landeten wir das erste Mal im <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">U Fleku. <\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dort wies meine Freundin auf einen weiter entfernten Tisch. Von dort schauten junge Leute zu uns r\u00fcber und wir schienen deren Thema zu sein. Ich setzte meine Brille auf und registrierte ein Rudel aus Sangerhausen. Am Tisch wurde mir mit gro\u00dfen, er\u00adstaunten Augen und Stillschweigen begegnet. <\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Was is\u00b4enn los Leute, ihr glotz ja, als ob ihr ein Gespenst seht?<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ja&#8230;, aber&#8230;, schon merkw\u00fcrdig Ede&#8230;<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ich habe es doch gleich gesagt, es gibt nur einen, der Zigarettenschachteln seitlich so aufrei\u00dft, und die Kippe bevor er sie anbrennt, zwischen den Lippen drehend anfeuchtet, dies macht n\u00e4mlich nur der Alte&#8230;<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mann, Ede, das ist ein Ding&#8230;!<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Sagt mal Leute, was ist denn mit euch los?<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ja, Ede, schon seit Jahren wird erz\u00e4hlt, dass du tot bist, Heroin und so&#8230;<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da habt ihr nicht alles geglaubt&#8230;<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">War schon merkw\u00fcrdig diese Situation. Da traf man im Ausland alte Bekannte, wo ich sonst Wochen gebraucht h\u00e4tte, um sie alle mal zu sehen &#8211; ganze Arbeit von <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Horch und Greif.<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Gabi verstand nichts mehr. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nachts im Hotel gab es einen Lichtblick. Die neue Empfangsdame erkl\u00e4rte sich bereit f\u00fcr einen Zehner weitere Unterk\u00fcnfte zu besorgen. Freitag und Samstag, in einem w\u00e4hrend der Feiertage leer ger\u00e4umten Arbeiterwohnheim am \u00f6stlichen Stadtrand, und die restlichen Tage im <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Europa-Hotel<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> am Wenzels-Platz. Dies hob Gabis Stimmung, denn sie sah sich schon die n\u00e4chsten Tage stundenlang nach einer Bleibe umherirren. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Karfreitag, 14 Uhr, stand die Verabredung mit <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nebel<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> im <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">U fleku<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> an, was sich im Nachhinein nicht als g\u00fcnstig erwies. Dort meiner Freundin etwas bescherte, was sie veranlasste in Betracht zuziehen, dieses \u201eschrecklich Land\u201c sofort zu verlassen. Dabei spielte ich aber, wegen meiner eventuell noch auftauchenden Gro\u00dfmutter nicht mit, was sie einsah. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wir hockten in dem hinteren, sehr schmalen aber langen Raum, am Biergarten, tranken unser Bier, schnackten, als Trillerpfeifen ert\u00f6nten und ein Rudel Bereitschaftspolizei mit gezogenen Gummikn\u00fcppeln den Saal st\u00fcrmte. Bis dato herr\u00adschte eine ausgelassene Stimmung, alles was als DDR-Hippie reisen konnte, schien sich wie immer hier versammelt zu haben. Es wurde bis zum Abwinken gesoffen, Zonen-LSD geschmissen, Blues geklampft und mehrere <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mundies<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">* &#8211; <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(*Mundies <\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">ugs. Mundharmonikas, Bluesharps) wim\u00admerten. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Besoffene und \u00dcbern\u00e4chtigte lagen in ihren Poft\u00fcten zwischen den Tischen &#8211; Mini-Woodstock auf Tschechisch. Pl\u00f6tzlich Chaos um uns herum, Fenster wurden aufgerissen, Taschen und Rucks\u00e4cke flogen nach drau\u00dfen. Leute hech\u00adteten hinterher und au\u00dferhalb ebenso zusammengeschlagen und mussten sich anschlie\u00dfend in <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Fingerstellung<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> um die Kastanien und an den W\u00e4nden auf\u00adstellen. Uns drei w\u00fcrdigte man keines Blickes, ringsherum pr\u00fcgelnde Uniformierte, die aber peinlichst Obacht gaben, dass uns nichts passierte. Es kam mir vor, wie inter\u00adaktives Theater, und wir als Zuschauer mittenmang. Gabi bekam einen Wein\u00adkrampf und schrie, dass wir doch etwas unternehmen sollten. <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nebel<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> versuchte sie zu bes\u00e4nftigen und sprang hinter ihr her, hielt das M\u00e4del fest, als sie in diesem Hexenkessel begann den offenbar Verantwortlichen dieser Aktion anzuschreien. Auch ich h\u00e4tte bei diesem Typen zum Rocker werden k\u00f6nnen. Ein Zweimeter\u00admann im Ledermantel, der breitbeinig, seine H\u00e4nde auf dem R\u00fccken verkrampft hielt und dann und wann nur nickend ein Zeichen gab. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nun schrie Gabi zu mir, sch\u00fcttelte mich, schlug mir ins Gesicht, bis es gelang sie an mich zu pressen. Ihr Gesicht an meiner Brust und weinte sie hemmungslos, als sich ein junger Spund mit verheultem Gesicht hilflos vor uns aufbaute, &#8220;Seht ihr, so springen sie mit uns Ostlern um. F\u00fcr die weite Welt haben wir nur eine Bahnsteigkarte, deshalb k\u00f6nnen sie mit uns solche Sachen anstellen. Euch lassen sie in Ruhe, da sie geil auf eure Knete sind &#8230;!&#8221; <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ein pfeifender Gum\u00admikn\u00fcppel beendete seine Ost-Westbetrachtungen. Schon Richtig, aber was konnte ich mir daf\u00fcr kaufen. <\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">In diesem Moment kam es mir. Wenn der w\u00fcsste, dass ich ein paar Jahre vorher manches daf\u00fcr gegeben h\u00e4tte, so etwas mal life zu erleben. Der konnte sich we\u00adnigstens von tschechischen Bullen seine Fresse polieren lassen, was mir damals noch nicht mal zugestanden wurde, wegen meines <\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">PM 12\u00b4s<\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">. Sp\u00e4\u00adter, als ich mich einige Wochen illegal im Tschechland aufhielt, versp\u00fcrte ich aller\u00addings keine Lust auf solche Actions.<\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>) <\/b><\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nebels<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Einwand, dass es sich um eine ganz gew\u00f6hnliche Polizeiaktion gehandelt habe, die man jederzeit in der Zone erleben konnte, munterte meine Freundin auch nicht auf. Zu guter Letzt waren wir nur noch zu f\u00fcnft, einschlie\u00dflich des Kellners und dem Leder bem\u00e4ntelten. Gabi insistierte schluchzend, schrie dabei wieder den Zivilbullen um eine Erkl\u00e4rung an, der verzog keine Mine. Dann fl\u00fcsterte er dem Kellner etwas zu und verlie\u00df beschwingt den Raum, der Angestellte wandte sich an uns, lie\u00df \u00fcber diese Polizeiaktion &#8211; <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">die auf Wunsch der DDR-Beh\u00f6rden stattfand <\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8211; so etwas wie eine Entschuldigung ab, obwohl uns ja niemand behelligte. F\u00fcr diese Art von Humor geh\u00f6rte ihm sozusagen eine in sein Fressbrett. <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8220;Ich meechte mich noch einmal bei ihnen entschuldigen. Bitt-scheen begeben sie sich zum Ausgang! Wir werden f\u00fcr sie auf Kosten des Hauses ein Taxi ordern, dass sie dann bitt-scheen in eine Restauration ihrer Wahl bef\u00f6rdert. Ich w\u00fcnsche weiterhin einen angenehmen Aufenthalt im goldenen Prag.&#8221;<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Sprachlos bahnten wir uns einen Weg durch den Wirrwarr im Innenhof, und be\u00adgaben uns zum <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Kalicha. <\/span><\/span><\/em><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Am Ende dieser Fahrt h\u00e4tte ich um ein Haar den Fahrer <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">aufgetuckt<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> &#8211; <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">auftucken <\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">jemanden seine Fresse polieren, ihm ins Gesicht schlagen<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>)<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">, als er versuchte das Zehnfache abzukassieren. Nach der Weigerung diesen unversch\u00e4mten Preis zu zahlen, verstand er pl\u00f6tzlich kein deutsch mehr, und versuchte \u00fcber Funk, Kollegen zu erreichen. Noch w\u00e4hrend des Aussteigens, Gabi und mein Kumpel blieben im Wagen sitzen, gab ich ihm zu verstehen, die Polizei zu holen. Sofort bewegte der Fahrer beide zum Verlassen des Wagens, verbunden mit dem Verzicht auf Bezahlung. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Zu sp\u00e4ter Stunde bestand Gabi darauf, allein ins Wohnheim zu fahren. Dieser Trip kostete sie ein Vielfaches, da der Droschkenkutscher genauso drauf war, wie jener vom Nachmittag. <\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Samstagabend erlebten wir dann das ganze Gegenteil, kurz nach 22 Uhr in der N\u00e4he vom Wohnheim auf der Suche nach einer Kneipe. Der Taxifahrer sprach zu unserer Verwunderung Deutsch mit rheinischem Akzent. Er stellte nach einer halben Stunde die Uhr ab, da es ihm peinlich wurde, um diese Zeit kein offenes Restaurant mehr zu finden. Ein Weilchen sa\u00dfen wir noch im Auto und unterhielten uns. Der Typ war 68 nach Westdeutschland abgehauen, lebte seit dieser Zeit in D\u00fcsseldorf mit Frau und zwei Kindern.<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Trotz Beh\u00f6rdenwarnung reiste er wegen eines Todesfalles mit einem Staatenlosenpass ins Tschechland, da ihm die Botschaft zusicherte, dass er wieder ausreisen k\u00f6nnte. Aber Pustekuchen. Nach der Beerdigung ging es f\u00fcr ein paar Monate in den Knast, anschlie\u00dfend war er wieder tschechischer Staatsb\u00fcr\u00adger, allerdings ohne Reisem\u00f6glichkeiten. Seine Familie lie\u00dfen sie nur noch zu kirchlichen Feiertagen Besuchsweise einreisen, was er als sehr belastend em\u00adpfand, da seine Kinder mit nichts mehr klar kamen.<\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>) <\/b><\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Sonntag, als wir mittags wiederholt die R\u00e4ume im <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">U Fleku<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> ableuchteten, hielt mir pl\u00f6tzlich von hinten jemand die Augen zu. Ich drehte mich erschrocken um, nahm meine Mutter wahr, die in eine Ecke wies. Dort hockte etwas verst\u00f6rt meine Gro\u00dfmutter. Ohne meine Erzeugerin weiter zu beachten, steuerte ich zur Oma und knuddelte sie. Gabi rettete diese merkw\u00fcrdige Situation, indem sie sich mit meiner Alten bekannt machte. Als erstes bekamen wir zu h\u00f6ren, dass es f\u00fcr beide nicht m\u00f6glich schien \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit zu finden, deshalb seelisch darauf eingestellt waren, die Nacht durchzumachen und mit dem ersten Zug wieder nach Berlin zu fahren. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Meinen Einwand, dass ich ein Zimmer besorgen k\u00f6nnte, brachte Mutter in Rage; &#8220;Wenn ich nichts bekommen habe, wird es der Junge auch nicht fertig brin\u00adgen!&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8221; Lanta, wenn das Jungchen ein Zimmer besorgen kann, dann wird es schon so sein!&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ich fand die Oma k\u00f6stlich, da ich mir wei\u00df Gott nicht sicher war, ob es klappen w\u00fcrde, au\u00dferdem gab es Jahre, wo ich zu der alten Dame keinen Draht fand. <\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Dies eskalierte in der Zeit, als wir in ihrer Wohnung \u00fcber ein Jahr nur schriftlich verkehrten. Meine Mutter legte damals f\u00fcr mich ein Heftchen an, auf dem stand: <\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ausgaben f\u00fcr Klaus<\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Dort rechnete sie mir sogar den Verbrauch von Streichh\u00f6lzern vor. War sie der Meinung, ich h\u00e4tte mal wieder eine ganze Schachtel verbraucht, trug sie 10 Pfen\u00adnig ein. Am Monatsende wurde dann per Briefchen abgerechnet. Sehr oft, wenn ich mich in der K\u00fcche aufhielt, in der man sich kaum drehen konnte, wuselte Oma auch dort rum und f\u00fchrte Selbstgespr\u00e4che. Dieser Psychoterror gipfelte oft in der Bemerkung, wenn Opa das w\u00fcsste, wie ich rum liefe und mich auff\u00fchrte, er sich im Grab umdrehen w\u00fcrde. Wochenlang perlten diese Anmachen an mir ab, ohne ei\u00adnen Ton von mir zu geben.<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Schlie\u00dflich war das Ma\u00df voll. <\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Es fing wie \u00fcblich an. Dann kam aber eine neue Variante dazu. Wenn es so weiter ginge, w\u00fcrde sie den Gashahn aufdrehen. Jetzt reichte es mir, ich schnappte die wesentlich kleinere Frau, klemmte ihren Kopf unter meinem Arm und dr\u00fcckte ihr Gesicht auf den vorderen Gasbrenner und \u00f6ffnete den Hahn. Dabei schrie ich immer wieder, sie solle in sehr tiefen Z\u00fcgen inhalieren, denn ich k\u00f6nnte diesen Terror nicht mehr ertragen. <\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Durch Omas Hilfeschreie stand pl\u00f6tzlich wie versteinert ihre Tochter ebenfalls kreischend an der K\u00fcchent\u00fcr. Ich schubste daraufhin meine Gro\u00dfmutter in ihre Richtung, die sich, am ganzen K\u00f6rper bebend, in den Sachen ihres Kindes ver\u00adkrallte. <\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Alles was auf der Arbeitsplatte stand, die Teekanne, meine Stullen, Butter und Wurst wischte ich noch runter und ging langsam auf beide zu, mit der Bitte, wenn wir uns schon nichts zu sagen h\u00e4tten, auch wirklich Stillschweigen wahren sollten! Denn ein zweites Mal w\u00fcrde es nicht so glimpflich abgehen. <\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Dass ich mich so weit gehen lie\u00df, bereitete mir Unbehagen. Es musste wohl erst so weit kommen. Anschlie\u00dfend lebten wir wenigstens als Fremde friedlich neben\u00adeinander.<\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>)<\/b><\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Gemeinsam spazierten wir zu unserem Hotel. Dem \u201eEuropa\u201c sah man mit viel Phantasie den Glanz der vergangenen Zeiten noch an. Auch die Bedienung schien noch vom alten Schlag zu sein, zwar etwas langsamer, aber sympathisch und zuvorkommend. W\u00e4hrend alle einen Kaffee tranken, beschloss ich, etwas wegen des Zimmers zu unternehmen. <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Lanta<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> stand mit auf, &#8220;Dies will ich sehen, denn das \u201eEu\u00adropa-Hotel\u201c war das einzige Hotel in dem ich schon nachfragte und den Bescheid erhielt, dass sie ausgebucht seien, und momentan in Prag auch nichts zu finden sei.&#8221; <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8221; Wenn es sein muss, dann komm mit, aber gleich mit euern Ausweisen!&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">N\u00f6lend suchte sie die Dinger raus und taperte mir nach. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">An der Rezeption verlangte ich die Zimmerschl\u00fcssel und reichte auf Verlangen meinen Ausweis \u00fcber den Tresen, aus dem ein Zehnmarkschein rausschaute. Da\u00adbei bat ich den freundlichen Herrn doch einmal nachzuschauen, ob nicht zuf\u00e4llig ein Doppelzimmer f\u00fcr zwei Tage zu haben sei. Er reichte mir meine Schl\u00fcssel, gab mir den Ausweis zur\u00fcck, w\u00e4lzte dabei sehr aufmerksam den Anmeldungs\u00adfolianten und schaute dabei mehrmals zu mir auf. Ich verstand. Unauff\u00e4llig fiel auf die Buchseiten ein weiterer Zehner den er sehr geschickt verschwinden lie\u00df. W\u00e4hrend dieser Aktion schaute ich grinsend zu meiner Mutter, die alles haarklein mitbekam. In ihrem Gesicht blankes Entsetzen, die Kinnlade ging dabei langsam nach unten. <\/span><\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bitt-scheen mein Herrr, wie ich aus dem Buch entnehmen kann, hat vorr kurrzerr Zeit ein Ehepaarr abgesagt. Selbstverrst\u00e4ndlich kennen sie krriegen diese kleine Zimmerr!\u201c<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Leicht verdutzt schaute er in unsere Richtung als ihm zwei Ostausweise r\u00fcber gereichte wurden. Dann dr\u00fcckte ich <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Lanta<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">, die immer noch wie versteinert dastand, die Zimmer\u00adschl\u00fcssel in die Hand und begab mich zur\u00fcck in das Restaurant, kurz vor unserem Tisch \u00fcberholte sie mich, au\u00dfer Puste zu ihrer Mutter gewand: &#8221; Oma, wei\u00dft du was der Junge jetzt gerade gemacht hat. Oma wei\u00dft du was er getan hat?&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8220;Was denn los, Lanta, du bist ja au\u00dfer dir&#8230;!&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8220;Oma, der Junge hat den Mann am Empfang mit Westgeld bestochen&#8230;!&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8220;Na hat er denn ein Zimmer bekommen?&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8220;Ja aber&#8230;, er hat den&#8230;&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8220;Also wenn wir ein Zimmer haben, dann setze dich hin und trinke deinen Kaffee aus! &#8220;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mit Tr\u00e4nen in den Augen ihr letzter Versuch: &#8220;Ja, aber er&#8230;&#8221; <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Zu Oma gewand, \u201eLogisch waren es Westmark, denn mit Ostkn\u00f6ppen w\u00e4re ich beim besten Willen nicht in der Lage gewesen ihn zu bewegen, mir auch nur ein Ohr zu leihen&#8230;&#8221; <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nun fuhr Gabi mir \u00fcber den Mund und bremste mich aus. F\u00fcr meine Gro\u00dfmutter schien nun alles erledigt, aber <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Lanta<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> sa\u00df da, verst\u00f6rt mit einem Ausdruck im Gesicht, den ich nur einmal, vor sehr langer Zeit bei ihr bemerkte: <\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Von Teilen des Geldes zur Jugendweihe wurde eine Kofferheule angeschafft. W\u00e4hrend eines Besuches bei den Gro\u00dfeltern war ich mit dem Radio auf dem Bauch eingepennt. Lautes Gekeife weckte mich, triumphierend schwenkte sie den Transistor in der Hand: &#8220;Ich habe es immer gewusst, dass du dich nicht an dein Versprechen halten w\u00fcrdest, keine Westsender zu h\u00f6ren. Dieses Radio siehst du nie wieder!&#8221; <\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">BBC lief noch, denn seit geraumer Zeit verfolgte ich regelm\u00e4\u00dfig, ab dreiviertel acht den t\u00e4glichen Sprachkurs. Mit einem Schlag hellwach, sprang ich auf und versuchte heulend ihr den Kasten zu entrei\u00dfen, in diese lautstarke Rangelei platzte mein Gro\u00dfvater und wollte wissen was anlag. <\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">&#8220;Opa, der Junge h\u00f6rt den gr\u00f6\u00dften Hetzsender den es gibt! Den Londoner Rund\u00adfunk!&#8221; <\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em>\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Bitte denke daran, w\u00e4hrend des Krieges hast du ihn doch auch gelauscht!&#8221;<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Dies war zu viel, au\u00dfer sich, schrie sie ihren Vater an: &#8220;Aber Opa! Damals waren es schlie\u00dflich ganz andere Zeiten! Das Radio kommt weg!&#8221;<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Schon als Kind konnte ich immer wieder in der Familie Auseinandersetzungen zwischen beiden verfolgen. Er alter Sozi, seit Hallenser Studentenzeiten mit Kurt Schuhmacher befreundet und sie Stalinistin. An die\u00adsem Tag erreichten beide den Gipfel ihrer ideologischen Zerw\u00fcrfnisse. Mein Gro\u00dfvater griff das Radio, das sie in diesem Moment noch fester umklammerte und fragte mich, ob die Anschuldigung stimmen w\u00fcrde, kleinlaut nickend kam von mir, &#8221; ja&#8221;. Seine n\u00e4chste Frage betraf die Sendung die gerade lief. Schluchzend erfolgte die Antwort. Dann zu seiner Tochter gewandt, &#8220;Lanta, du musst endlich mal begreifen, dass es auch Dinge gibt, die man vom Klassenfeind lernen kann!&#8221;<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Sie lie\u00df das Radio los, schlug ihre H\u00e4nde vors Gesicht und rannte aufheulend aus dem Zimmer. Opa stellte das Teil, ohne noch ein Wort zu sagen, auf den Tisch und ging.<\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">)<\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Genauso, wie damals kam sie mir jetzt vor, ich hatte in diesem Moment sogar et\u00adwas Mitleid, was allerdings nicht lange anhielt. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Anschlie\u00dfend brachte Gro\u00dfmutter einen zaghaft ge\u00e4u\u00dferten Wunsch vor, sie wollte sich gerne die Burg und den Veitsdom anschauen. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach meiner n\u00e4chsten Aktion gab es Zeck mit Gabi<\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">. <\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Sie reagierte \u00e4hnlich wie mei\u00adne Mutter, und fuhr schlie\u00dflich nicht mit, denn ich hatte wieder gezielt westliches Mammon ins Spiel gebracht. Mir war es gelungen einen Taxifahrer aufzutreiben, der f\u00fcr 30 DM bereit war, uns zwei Stunden durch die Stadt zu chauffie\u00adren. Dieses Schlitzohr hinterging mich allerdings leicht. Geil auf das Geld bejahte er meine Frage ob er etwas deutsch oder englisch verstehen w\u00fcrde. Dies bekam ich freilich erst mit, als wir in der Droschke sa\u00dfen. Aber der Mann sprach sehr gut russisch. Diese Tatsache verschaffte mir ein merkw\u00fcrdiges Erlebnis. Mit meinen Polnischkenntnissen vermischt, kamen wir ausgezeichnet klar. Unser Fahrer ent\u00adpuppte sich als professioneller Stadtf\u00fchrer mit Blick f\u00fcr Kleinigkeiten. Es war eine phantastische Tour, bis ich mitbekam, dass sich meine Mutter hinten mit selbstgef\u00e4lligem Ausdruck an meinen \u00dcbersetzungen labte. In ihren Augen las ich nicht diesen Stolz so von Mutter zu ihrem Sohn. Mir kam es vor, dass es ihr wichtiger schien, dass ich die Sprache ihrer Klassenbr\u00fcder beherrschte, was sie mir sicher nie zugetraut h\u00e4tte. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Diesem Vorurteil meinerseits schien sie in den n\u00e4chsten Stunden noch viel Nah\u00adrung zu geben, besonders als wir anschlie\u00dfend bummeln gingen. Unsere zwischenmenschliche Beziehung wurde ewig krankhaft vom Ost-West\u00adkonflikt beherrscht. Auch w\u00e4hrend ich das erste und einzige Mal mit meiner Gro\u00dfmutter Arm in Arm durch Prag spazierte, mit einem Draht zueinander, wie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt. Dies schien ihrer Tochter zu kr\u00e4nken, denn sie stand au\u00dfen vor. <\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Was sollte es, schlie\u00dflich war sie jahrelang, nach Besuchen bei meiner Schwester in Ostberlin, weiter in Richtung Hamburg durch Westberlin gefahren und dabei nie auf die Idee gekommen, sich auch nur einmal bei mir blicken zu lassen.<\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>) <\/b><\/span><\/span><\/em><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ihre anhaltenden verbalen Spitzen, begannen sogar Oma zu nerven, dass sie bat, mit dieser Sache aufzuh\u00f6ren. Schmollend gab sie eine Weile Ruhe. Nachdem wir uns auch eine U-Bahnstation angeschaut hatten, wollte meine Gro\u00dfmutter nur noch den kurz vorher er\u00f6ffneten Hauptbahnhof sehen, \u201eda er so h\u00fcbsch gestaltet worden sein soll.\u201c<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach kurzer Zeit ging ich in die Luft. Meine Alte hatte begonnen w\u00e4hrend der Besichtigung ein paar Briketts nachzulegen. Oma zottelte an mir rum, so als Hinweis, lass sie doch reden! <\/span><\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Schau doch mal! Der sch\u00f6ne Marmor! Die schicken Lampen, die allgemeine Gestaltung, die gro\u00dfz\u00fcgigen Fahrkartenschalter, die vielen Automaten, die vielen Rolltreppen und, und, und&#8230; Junge, gib doch endlich mal zu, dass nicht nur der Westen in der Lage ist so et\u00adwas Tolles zu bauen!&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Jetzt reichte es mir, ich brachte Oma zu einer Bank und forderte meine Mutter barsch auf, mir zu folgen, zeitweise schubste ich sie dann vor mir her. <\/span><\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">So jetzt m\u00f6chte ich mal was ablassen! Der Marmor auf dem du rumlatschst, stammt aus Italien, und jetzt \u00f6ffne deine Augen sehr weit! Dort die Technik kommt von AEG, Siemens und Bosch. Sogar das Papier, auf dem sie die Fahrkarten drucken wird aus dem Westen geliefert.&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8211; An der Rolltreppe angekommen, wies ich auf die eingelassenen Logos. <\/span><\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Keine Schraube, die du hier siehst, stammt aus dem Osten! Sogar zum Zement hei\u00admischer Produktion hatten sie kein Vertrauen! Zur Planung haben sie West\u00adtechnik herangezogen. Finanziert wurde der Laden mit Krediten, die das Tschech\u00adland in Dollars und D-Mark zur\u00fcckblechen muss! <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Hier h\u00f6re ich auf! Bitte dich allerdings, oben mal anzuschauen, wie diese sch\u00f6ne Stadt seit Jahrzehnten zerf\u00e4llt. Das ist der Osten! So seid ihr Kommunisten! &#8211; Keine Butter, keine Sahne, aber auf\u00b4m Mond die rote Fahne&#8230;&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Bis zur Abreise war es mir damit gelungen, ihr Mundwerk in diese Richtung zu versiegeln.<\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>) <\/b><\/span><\/span><\/em><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ich lie\u00df sie stehen und holte meine Gro\u00dfmutter. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wieder im Hotel interessierte mich nat\u00fcrlich brennend, wie sie es angestellt ha\u00adben, hierher zu kommen, denn mir war bekannt, dass sie von meiner Schwester aus Berlin kamen. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Oma schilderte mir das Drama ihrer Abreise, trotz eines zaghaft vorgebrachten Einwandes ihrer Tochter. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Kurz vor der Abreise nach Berlin, gab meine Gro\u00dfmutter die Parole raus: &#8220;Zu Ostern treffe ich mich mit Klaus in Prag, du hast bis Freitagabend Zeit, dies deinem Schwiegersohn zu vermitteln!!!&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bis zum verabredeten Termin geschah nichts. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Samstag, beim Fr\u00fchst\u00fcck, bemerkte meine Schwester eine merkw\u00fcrdige Gespanntheit. <\/span><\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Los Lanta sag es!\u201c <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Meine Mutter sprang schluchzend auf und verschwand. Oma wand sich an meiner Schwester und ihrem Mann: \u201eDamit ihr Bescheid wisst, anschlie\u00ad\u00dfend fahre ich zum Bahnhof, besorge mir eine Fahrkarte, um mich morgen mit Klaus in Prag zu treffen!\u201c<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Totenstille. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Oma stand auf und begann sich anziehen. <\/span><\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Was ist denn los Oma?\u201c<\/span><\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ich will zum Bahnhof!\u201c<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Jetzt brach ein Sturm los, Geschrei, Wimmern, hysterisches Geflenne. Zwi\u00adschendurch betrat meine Mutter wieder das Zimmer. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8220;Was ist Lanta, kommst du mit? Er ist schlie\u00dflich dein Sohn!&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Augenblicklich verstellte mein Schwager die T\u00fcr. W\u00e4hrend seine Frau die Kinder in ein anderes Zimmer bugsierte, legte das Arschloch los. <\/span><\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Oma, wenn du dich mit diesem arbeitsscheuen Knastrologen triffst, darfst du die Schwelle meiner Wohnung nie mehr \u00fcbertreten!!! \u00dcberlege es dir sehr gr\u00fcndlich!\u201c<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dies war zu viel f\u00fcr die alte Dame. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Er musste das Gesagte es nochmals wiederholen. Was er freudig tat. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nun legte Oma ganz ruhig los: <\/span><\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mein lieber Wolfgang! Ich bin nicht nachtragend. Aber nun bist du zu weit gegan\u00adgen! Wenn ich diese Wohnung jetzt verlasse und nicht mehr hier erscheinen darf, dann kommt so einiges, was ich f\u00fcr euch angeschafft habe mit. Ich hoffe ihr habt nicht vergessen, wie viel Geld ich in eure Behausung gesteckt habe! Es f\u00e4ngt bei den Dederon-Gardinen f\u00fcr ein paar tausend Mark an! &#8230;soll ich weitermachen?!?\u201c<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Sie schaute in die Runde, keiner sagte etwas. <\/span><\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">So Lanta, kommst du nun mit? Und du, aus dem Weg!\u201c<\/span><\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Oma! \u00dcberlege es dir noch mal, wenn das rauskommt, dass ihr illegalen Kontakt mit so einer Person aufnehmt, dies kann mich meine Arbeit kosten! Ich muss Mel\u00addung auf der Dienststelle machen! Bitte&#8230;!!!\u201c<\/span><\/span><br \/>\n\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dies ist alles ganz einfach. Du erz\u00e4hlst keinem, mit welcher Person wir uns treffen wollen. Von mir wird niemand etwas erfahren, von Mutti auch nicht!\u201c <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(Wobei ich mir da nicht so sicher war.)<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die alte Dame schob den Mann meiner Schwester beiseite, gab ihrer Tochter ein Zeichen, die folgsam angetappt kam, und gemeinsam holten sie die Fahrkarten. In den folgenden Stunden bis zur Abfahrt am n\u00e4chsten Tag brannte die Luft. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Meine Mutter unterbrach sie bei ihren sehr detaillierten Schilderungen nicht, auch hakte sie sp\u00e4ter nicht ein, wenn ich Fragen von Oma beantwortete. Aller\u00addings hat Gro\u00dfmutter es nicht ganz gerafft, warum mich die Organe nie in Ruhe gelassen haben, obwohl ich niemals kriminelle Dinger drehte. Trotzdem stand ihre Tochter vorbehaltlos auf dem Standpunkt, dass ich mich, mit meiner Lebens\u00adweise laut DDR-Gesetzgebung ewig strafbar machte. Oma akzeptierte es auch irgendwann, dass ich von dem Land, in dem ich 26 Jahre verbrachte, nur vom \u201eSchweinestaat\u201c oder der \u201eZone\u201c sprach. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Zwischendurch lie\u00df sie ab, &#8220;Wenn nur einiges von dem stimmt, was das Jung\u00adchen mir jetzt erz\u00e4hlt hat, dann kann ich ihn verstehen, warum er nach dem We\u00adsten wollte.&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Auf die Retourkutsche \u201emeiner Mutter\u201c brauchte ich nur wenige Monate warten. Die Mittei\u00adlung vom Tod meiner Gro\u00dfmutter erhielt ich erst ein halbes Jahr sp\u00e4ter, au\u00dfer\u00addem transferierte sie das geerbte Bargeld auf ein Konto meiner Schwester, &#8220;Damit, falls mir etwas passieren sollte, Klaus davon keinen roten Heller zu sehen bekommt!&#8221;<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">&#8211; Dann folgte eine Zeit, in der sie mit ihrer Tochter, lange kein Wort wechselte und anschlie\u00dfend Monate um Geld betteln musste, als ihre Waschmaschine den Geist aufgab.<\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>) <\/b><\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Am Tag der R\u00fcckreise gab es noch etwas Loriotm\u00e4\u00dfiges. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Stunden vor Abfahrt des Zuges hockten wir schon auf dem Bahnhof. Meine Mut\u00adter wuselte herum wie ein Eichh\u00f6rnchen. War mal eine viertel Stunde weg, tauch\u00adte kurz auf, meinte zur Oma nur resignierend, &#8220;nichts!&#8221;, und verschwand wieder. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dies wiederholte sich mehrmals. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Gro\u00dfmutter, ob dieser Gesch\u00e4ftigkeit angesprochen, r\u00fcckte nicht mit der Spra\u00adche raus, daran hinderte sie ein Versprechen, welches sie vorher ihrer Tochter gab, mir auf keinen Fall mitzuteilen um was es ging. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Schlie\u00dflich reichte es, da sind wir Stunden zu fr\u00fcher Stunde auf dem Bahnhof er\u00adschienen, und jetzt musste ich feststellen, nur deshalb, weil die Frau etwas ganz <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Geheimes<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> besorgen musste&#8230;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ich bestand auf einer Erkl\u00e4rung. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach einigem Hin und Her &#8211; vorher musste ich noch zusichern w\u00e4hrend ihrer Aufkl\u00e4rung nicht in Lachen auszubrechen, trotzdem schossen mir die Tr\u00e4nen in die Augen. Beim ersten Teil der Schilderung verstand ich die Welt nicht mehr. Die ganze Zeit versuchte meine Mutter krampfhaft, Nuckel f\u00fcr Babyfl\u00e4schchen zu ergattern, was ihr aber nicht gelang. Meine Schwester besa\u00df mehrere dieser Fla\u00adschen aus tschechischer Produktion, und es wurden immer mehr. Das eigentliche Verschlei\u00dfteil gab es in der Zone nicht. Oder besser gesagt, nur mit Fla\u00adsche unten dran. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Meinen Einwand, dass ich, falls sie es w\u00fcnschte, ein Paket mit Flaschen und mehre\u00adren hundert Nuckeln loslassen k\u00f6nnte, wurde abgelehnt. Es ging nicht an, bei der <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Position<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> die das <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Arschloch<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> innehatte, dass seine j\u00fcngste Tochter ihre oralen Bed\u00fcrfnisse an einem Plastikteil westlicher Produktion befriedigen sollte. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Von Oma kam die z\u00fcndende Idee. Ich sollte das Zeug an <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ruth<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">, der Freundin meiner Mutter schicken, und die m\u00fcsste dann erz\u00e4hlen, dass sie das Zeug besorgt h\u00e4tte. Offenbar schien immer noch nicht alles erledigt. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Gro\u00dfmutter lie\u00df einige Male ab. &#8220;Los Lanta r\u00fccke mit der anderen Sache auch raus!&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Erneut das gleiche Spiel wie vorher, und nochmals von mir ein Meineid. Oma nahm die Angelegenheit in ihre H\u00e4nde. Sie holte sehr weit aus. Ihre j\u00fcngste Urenkelin zog sich vor Wochen durch das Windeln einen entz\u00fcndeten Hintern zu, der auch nach wochenlanger \u00e4rztlicher Behandlung nicht heilte. Unbedarfterweise lie\u00df die behandelnde Kinder\u00e4rztin einen Klops ab. Ob ihres Misserfolges, was die Heilung betraf, fragte sie bei meiner Schwester an, ob es denn keine Westverwandtschaft gab, denn Penatencreme w\u00fcrde das \u00dcbel sofort beseitigen. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Da hakte meine Mutter ein, &#8220;war das nicht eine Frechheit, Jun\u00adge?&#8221; Ich prustete so laut los, dass sich die Nachbarn erschrocken zu uns umdreh\u00adten. Omas Augen lachten auch, <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Lanta<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> verlie\u00df f\u00fcr eine Weile den Saal. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In die L\u00f6sung mit den Babyfl\u00e4schchen wurde das Penatenzeug mit einbezogen. Nebenbei wollte ich noch wissen, welches denn nun die <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Position<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> vom Schwager war, aber auch Oma r\u00fcckte damit nicht raus, so zog ich die Schlussfolgerung, dass er bei der Stasi sein musste. War mir auch egal, denn wie er in meiner Erinnerung erschien, stand er immer unterschiedlich. Mir ist unbekannt, ob er jemals erfuhr, wie alles zusammenhing. Jedenfalls wurde wenigstens dieser kleine, rote DDR-B\u00fcrger-Arsch mit westlicher Hilfe zur Gesundung gebracht. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">So merkw\u00fcrdig wie sich die Osterwoche in Prag vom ersten Tag an gestaltete, klang sie schlie\u00dflich aus. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">An unserem vorletzten Tag stellten sich bei meiner Freundin die monatlichen Unp\u00e4sslichkeiten ein, die immer mit Schmerzen verbunden waren. Deshalb wollten wir nach Ostberlin zu fliegen. Da es f\u00fcr mich, au\u00dfer dem Transit von Wessiland nach Westberlin, keine andere Durchreisem\u00f6glichkeit gab, versuchten wir, auf der bun\u00addesgermanischen Botschaft Erkundigungen einzuholen. Von dem Flug nach Sch\u00f6nefeld wurde abgeraten. Nach deren unverbindlicher Auskunft, w\u00fcrden mich im schlimmsten Fall die DDR-Beh\u00f6rden \u00fcber Nacht einbuchten, und am folgenden Tag in einem anderen Flieger retour schicken. Dies schien f\u00fcr mich kein Grund auf den Flug zu verzichten. Also beschlossen wir, es darauf ankommen zu lassen. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In Berlin wurde gleich unten an der Gangway die Spreu vom Weizen getrennt. Au\u00dfer ein paar Afrikanern waren Gabi und ich die beiden einzigen Wei\u00dfbrote, die nach Westberlin ein Transitvisum ben\u00f6tigten. Im Gegensatz zu den anderen Mitreisenden sollte unser Weg nur die paar hundert Meter direkt nach Rudow gehen. Als erste mit dem Ausf\u00fcllen der Antr\u00e4ge fertig, gings zum Abfertigungsschalter. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ein sehr wichtig tuender Uniformierter nahm die Papiere, schlug den Ausweis auf und im gleichen Augenblick kam der Spruch: \u201eHerr Ring, treten sie beiseite, sie werden gesondert abgefertigt!\u201c <\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Diese Art von Sonderbehandlung widerfuhr mir nicht nur an der Zonen- Grenze. Mehrfach erlebte ich \u00c4hnliches im anderen Teil Deutschlands, mit fast identischen Spr\u00fcchen. In den West-Medien wurde behauptet, dass die Ostgrenzer Markierungen in den Ausweisen vornahmen. Dies kann schon m\u00f6glich gewesen sein. Ich bin aber der Meinu<\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">ng<\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">, dass der Westen mit dem Osten gekungelt hat und von ehemaligen Ostlern insgesamt die Ausweise gekennzeichnet wurden. War schon merkw\u00fcrdig, wenn auf der Rheinbr\u00fccke bei Kehl der Grenzbeamte nur den Ausweis aufschlug, und mir gegen\u00fcber in schwerverst\u00e4ndlichem deutschem Slang ablie\u00df:<\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Sieh da, wir stammen ja aus der Zone. Oder als ein bayrischer Genosse, der ebenfalls nur den Pass aufschlug, sofort ablie\u00df: Es sind immer die Gleichen, die irgendwo aufmucken! Wegen meiner Frage, ob er was gegen Preu\u00dfen habe, da er sich damit seine Zeit vertrieb, indem er breitbeinig mit Feldstecherbewaffnung, aus einer langen Autoschlange nur Wagen mit Berliner Kennzeichen rausfischte.<\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b> )<\/b><\/span><\/span><\/em><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Meine Freundin bestand gleichfalls auf die Sonderbehandlung. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenig sp\u00e4ter begann die separat Abfertigung, nat\u00fcrlich von Grenzern mit viel Lametta auf ihren J\u00e4ckchen. Ob ich denn nicht w\u00fcsste, dass ich von dieser Art Transit ausgeschlossen sei &#8211; nat\u00fcrlich wusste ich es nicht! <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Eine Einzelbehandlung sollte nun beginnen, worauf sich Gabi nicht einlie\u00df, sie wurde sehr bestimmt und langsam ungehalten, was f\u00fcr mich das Signal war, mit Spr\u00fcchen zu beginnen. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8221; Ihnen d\u00fcrfte ja bekannt sein, dass wir die M\u00f6glichkeit haben, sie nach Prag zur\u00fcckzuschicken!&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8221; Feiglinge!&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nun folgten Belehrungen, die etwas l\u00e4nger dauerten, da ich die Leute bat, sich kurz zu fassen. <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ausnahmsweise<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> wollte man dieses Mal eine Transitgenehmigung erteilen. Unsere Papiere aber erst im Transferbus nach Rudow erhalten, anschlie\u00ad\u00dfend war noch die Kontrolle der Rucks\u00e4cke angesagt. Dazu kam es nicht, denn ich gewahrte, auf dem Transportband endlos kreisend, meine auseinander geris\u00adsenen Klamotten. Dies war der Anlass, den mich begleitenden Genossen lautstark zu belegen. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8220;Geh\u00f6rt denn Tucholsky, bei euch nun auch schon zur Schmutz und Schundlite\u00adratur? Obwohl ich dieses Buch in Prag erstand und es sich um ein Ostberliner Produkt handelt?&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mehrere andere B\u00fccher kurvten ebenso dreckig und angerissen auf dem Band. Beim wiederholten Rucksackpacken lie\u00df ich mir sehr viel Zeit, verscheuchte nebenbei den Z\u00f6llner, der sich an meinem Kram zu schaffen machte. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8220;H\u00f6r mal zu, deine Genossen haben doch schon alles durchschn\u00fcffelt, was wohl unschwer zu erkennen w\u00e4re. Du kannst mir h\u00f6chstens helfen, mein Zeug zu ver\u00adstauen, ansonsten hau ab!&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nun gab\u00b4s \u00c4rger mit meiner Freundin, weil ich nach ihrer Meinung nicht die feinste englische Art gebrauchte. Es stimmte, der jungsche Spund war wirklich nett, aber ich verachte &#8220;nette Leute&#8221;, denn f\u00fcr mich handelte es sich bei ihm um einen Zollknecht, der scheinbar schon immer in fremder, dreckiger W\u00e4sche w\u00fchlen wollte.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Meine Bemerkungen perlten an dem Z\u00f6llner ab, egal was ich auch ablie\u00df, er blieb freundlich. Zuvorkommend bot er sich auch noch an, mich zum Reklamationsschalter zu begleiten, was ich mir verbat. Mit den deformierten B\u00fcchern machte ich mich in die Spur, er dackelte hinterher. Zwischendurch drehte ich mich blitzartig um und wollte von ihm wissen, ob er denn keinen anderen zum Spielen fand. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Es kam ein entwaffnendes L\u00e4cheln, er hatte gewonnen, und au\u00dferdem fand ich anschlie\u00dfend mein n\u00e4chstes Opfer. Es handelte sich dabei um eine Frau, die mei\u00adne Beanstandung wegen der besch\u00e4digten Lekt\u00fcre entgegennehmen sollte. Sie, hinter Panzerglas verbarrikadiert, versuchte, mich chefm\u00e4\u00dfig abzufertigen. Im er\u00adsten Moment nahm ich an, dass es sich bei ihr um eine Kinokartenverk\u00e4uferin aus dem finstersten Connewitz <b>(<\/b><span style=\"font-size: small;\"><i>Ein Stadtteil von Leipzig, wo ein Haufen Freunde von mir wohnten.<\/i><\/span><span style=\"font-size: small;\"><b>)<\/b><\/span> handelte. Auf die Frage, warum sie nicht deutsch sprach, kam nur, dass ich, wenn ich etwas von ihr wollte, schon mit ihrem Dialekt vorlieb nehmen m\u00fcsste. Also, die Regressforderung in Bargeld zu erhalten, ginge auf keinen Fall, aber es w\u00e4re m\u00f6glich, ein Konto bei der Staatsbank der DDR einzurichten, und \u00fcber die\u00adses Geld d\u00fcrfte ich dann bei meiner n\u00e4chsten Einreise verf\u00fcgen. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8220;Sag mal, M\u00e4delchen, willst du mich verschei\u00dfern?&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Den Hinweis, dass ich hier in ihrem Arbeiter und Bauernparadies den Status einer <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Persona non grata<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> besa\u00df, lie\u00df sie nicht gelten. Es w\u00e4re aber auch m\u00f6glich, das Geld z. B. f\u00fcr einen Freund anzulegen, der es w\u00e4hrend eines Besuches in <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">unserer Deudsch Demogradschen Reblig<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> ausgeben k\u00f6nne. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Darauf verzichtete ich dankend. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wieder bei Gabi in der Halle, er\u00f6ffnete sie mir, dass der n\u00e4chste Bus gegen Mitternacht fahren w\u00fcrde. Also noch \u00fcber vier Stunden Zeit und die musste doch ir\u00adgendwie rumgebracht werden. &#8220;Jetzt m\u00f6chte ich doch mal ausprobieren, wie lange es dauert, bis so ein Grenzfromms auftaucht, wenn ich hier rumstiefele.&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Kaum in Richtung Ausgang unterwegs, befand sich jemand neben mir, der mich h\u00f6flich daran erinnerte, dass ich ohne Papiere polizeipflichtig sei und folglich den Wartebereich nicht verlassen d\u00fcrfte. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Immer wieder gab es Leute die f\u00fcr meinen Hader grinsend Verst\u00e4ndnis aufbrachten, im Gegensatz zu meiner Freundin, der langsam die Gesichtsz\u00fcge entglitten. Nun folgte ihr Auftritt. Entgegenkommend erkundigte sie sich nach der M\u00f6glich\u00adkeit, mit einem Taxi bis an die Grenze zu fahren. Auflachend kam vom mir der Tipp, dem Genossen zu erkl\u00e4ren, um welche Art von Fortbewegungsmittel es sich da handeln w\u00fcrde. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Es w\u00e4re auf keinen Fall m\u00f6glich, jemanden separat an den Grenzkontrollpunkt zu fahren <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Uniformierte war schon im Begriff zu gehen, als sie sich nach dem Roten Kreuz erkundigte, denn unertr\u00e4gliche Unterleibsschmerzen fingen an, sie zu plagen. Normalerweise k\u00f6nnten ganz bestimmte Tabletten Abhilfe schaffen, die l\u00e4gen aber zu Hause rum. Ohne auf die Frage einzugehen, trollte der Genosse sich und stand kurz darauf wieder da, mit der Information, dass man uns <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">ausnahms\u00adweise und auf der Stelle<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> abschieben wollte. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In einem <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Barkas<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> &#8211; <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Barkas<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"> &#8211; Kleinbus aus DDR-Produktion, ugs, auch Zonenbulli<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>)<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> mit Interfluglogo gings sofort in Richtung Grenze. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auf einer betonierten Schneise, rechts und links mit Stacheldraht verziert, wur\u00adden uns die Papiere ausgeh\u00e4ndigt und als wir aus dem Fahrzeug stiegen, gingen ringsum Scheinwerfer an, so glei\u00dfend, dass fast nichts zu sehen war. W\u00e4hrend das Fahrzeug beidrehte, bat mich Gabi inst\u00e4ndig, in dieser Situation keine Spr\u00fc\u00adche abzulassen. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In Bruchteilen von Sekunden war ich von Null auf Hundert. Diese d\u00e4mliche Braut, da glotzten uns aus der Dunkelheit zig M\u00fcndungen der ber\u00fchmten AK 47 an, ringsherum heulten Hunde, im R\u00fccken die Ger\u00e4usche vom Flughafen, wem sollte ich denn hier und in diesem Augenblick einen Kommentar angedeihen lassen? Momentan war das HB-M\u00e4nnchen ein Schei\u00dfdreck gegen mich, aber aus tausenden von Gr\u00fcnden h\u00e4tte ich zum Rocker werden k\u00f6nnen. <\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Mir kam bisher nur einmal so ein flaues Gef\u00fchl im Magen hoch, zwei Jahre vorher, beim \u00dcberschreiten der Grenze, nahe Strabane, w\u00e4hrend meiner Einreise von Donegal nach Nordirland.<\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>)<\/b><\/span><\/span><\/em><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dann erreichten wir einen Streckmetallzaun, wobei etwas Rolltor\u00e4hnliches die weiterf\u00fchrende Stra\u00dfe blockierte. Irgendwoher, ganz in unserer N\u00e4he, qu\u00e4kte pl\u00f6tzlich blechern in mitteldeutschem Slang die Frage, was unser Anliegen sei. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">W\u00e4hrend ich Luft holte, krallte sich Gabis Hand in meinen Bart, um mir den Mund zu verschlie\u00dfen. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nun war alles zu sp\u00e4t, was sollte in dieser Situation solch bescheuerte Frage. &#8220;Ich wollte mir nachts mal den Zaun ganz allein mit meiner Freundin von der anderen Seite anzuschauen. Sie werden es sicher nicht glauben, aber in der Abflughalle des vor ihnen liegenden Feldflughafens, trafen wir auf sehr nette Leute, die uns dabei unterst\u00fctzten,&#8221; kam so laut, wie es im Rahmen meiner etwas eingeschr\u00e4nkten M\u00f6glichkeiten machbar war. Prompt begann meine Freundin mit Tr\u00e4nen in den Augen, mit mir zu zetern. Fast am Rand eines Nervenzusammen\u00adbruchs brachte sie die Tatsache, dass auf jeden Satz von ihr ein Kommentar meinerseits folgte. Schlie\u00dflich gab ich nach, und ihr sogar Recht<\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">: <\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Denn es lag halt nur an meiner infantilen Art, dass wir auch hier wieder so lange warten mussten!<\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Weder sie, noch andere Freunde und Bekannte aus Wessiland, haben je geschnallt, was sich bis zum Schluss, bei innerdeutschen Grenz\u00fcberquerungen, f\u00fcr eine Wut in meinem Bauch befand. Nie lie\u00df ich dabei etwas anbrennen. Immer wieder wurde bei Transitfahrten an mich appelliert, die Schnauze zu halten. Was mir in den seltensten F\u00e4llen auch gelang. Es sei denn, ich lag pennend, bezecht oder bekifft im Fond eines Hirschleins. <\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Alles \u00e4nderte sich schlagartig, als im Osten mit der Dienstanweisung raus kam, dem Klassenfeind etwas freundlicher entgegenzutreten, und diese Direktive war nur den Milliardenkrediten von F.J.S. zu verdanken. <\/span><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Eine von mir penetrant angebrachte Nichtigkeit brachte die humorlosen, unifor\u00admierten Arbeiter<\/span><\/span><\/em> <em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">und Bauern fast zehn Jahre endlos in Rage. Seit Anfang der Achtziger rasierte ich mir, bis auf den Rest eines Teil-lrokesen-Scheitels, meine Birne und trug im einen zweiz\u00f6pfigen Bart. Wenn mich Grenzer w\u00e4hrend der Abfertigung lange fixierten und ewig mein Aussehen mit dem Passbild verglichen, auf dem ich noch mit langen Haup\u00adt- und Gesichtshaar auch ohne Schieleisen abgelichtet war, begann ich im Gegenzug ihre dr\u00f6gen, gewichtig aufgesetzt\u00aden Minen zu kopieren. Zwischendurch schielte ich und grinste sie unversch\u00e4mt an, was viele verunsicherte, aber meinen Mitfahrern verborgen blieb. Oft kam dann noch: <\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">&#8220;Setzen sie bitte mal ihre Brille ab!&#8221;,<\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"> prompt kam von mir sofort die Ge\u00adgenfrage: <\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">&#8220;Soll ich auch ein Ohr freimachen?&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Jedenfalls habe ich nie verstanden, warum sich Hunderte von Millionen Transitreisende, jede Schikane aus dem Osten gefallen lie\u00dfen. Politisch, speziell \u00f6konomisch wurde ja zwischen den Staren beider deutschen Staaten immer alles abgekaspert. Was an den Grenzen passierte, brauchte jene Politiker nicht zu interessieren, denn die verf\u00fcgten schlie\u00dflich \u00fcber <\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Luftbr\u00fccken.<\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>) <\/b><\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Da Gabi auch zu diesen, ewig mit Bammel behafteten Wessis geh\u00f6rte, lie\u00df ich sie schlie\u00dflich ihren \u00fcbertrieben h\u00f6flichen, untert\u00e4nigen Salm ablassen. Das Tor \u00f6ffnete sich summend einen Spalt, vorsichtig ging es weiter. Dann \u00fcber Megaphon die Anweisung, dass wir schneller gehen sollten, schlie\u00dflich k\u00f6nnten sie sich nicht stundenlang mit uns befassen. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8220;Schon klar, die Nasen m\u00fcssen das Tor wieder dicht machen, weil es zieht!&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8220;Du Idiot, halt deine Schnauze!&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ohne weiteren Wortwechsel wurden wir unsere Papiere los. Hinterher \u00f6ffnete sich das n\u00e4chste Tor in 30 bis 40 Metern Entfernung. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Niemandsland <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dann Bitumen unter den Hufen. Die westliche Seite.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Kam man vom Osten, stand auf der linken Seite vor dem gro\u00dfen Wendekreis eine Butze der Polizei, etwas weiter vorn rechts befand sich die Bushaltestelle des 41ers. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Froh, endlich im Westen zu sein, schlamperten wir mitten \u00fcber die der Stra\u00dfe diagonal in Richtung Haltestelle, da kam aus dem H\u00e4uschen die Frage, wieso wir um diese Zeit allein und zu Fu\u00df aus dem Osten k\u00e4men. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8220;Dass kann ich euch sagen. Wir haben eine feuchte Wohnung, sind deshalb ein bisschen spazieren gegangen und haben uns dabei verlaufen!&#8221;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Meine Antwort schien die Jungs nicht zu befriedigen. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Gabi \u00fcbernahm die Regie. <\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">So gro\u00df ist der Unterschied nicht bei Leuten, die freiwillig in eine Uniform kriechen, es ist auf beiden Seiten ein ganz bestimmtes Klientel, das sich daf\u00fcr hergibt. Deshalb gleichen sich die Reaktionen.<\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>) <\/b><\/span><\/span><\/em><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Vers\u00f6hnlich stimmten mich die beiden m\u00fcmmelnden GIs etwas abseits vor der Haltestelle. Einer lehnte gelangweilt am Jeep, der andere sa\u00df auf der Beifahrer\u00adseite, auf dem Fahrersitz lag ein Backgammonspiel, nur das Klappern der W\u00fcrfel und leise Musik drangen her\u00fcber. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Noch w\u00e4hrend wir auf den Bus warteten, kam durch die Mauer eine etwas klapprige Wessi-Ente gekrochen. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Polizisten winkten sie zu sich ran, alsbald entwickelte sich dort ein ger\u00e4uschvoller Disput, der damit endete, dass der Fahrer nach dem Einsteigen sehr laut seine T\u00fcr zuknallte, dann auf die andere Stra\u00dfenseite fuhr und bei uns hielt, um sich zu erkundigen, wie er am schnellsten nach Charlottenburg k\u00e4me. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Da es unsere Richtung war, fuhren wir gleich mit. Als er seine Bekannten nicht erreichte, bekam er von uns politisches Asyl. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Kumpel, im Ruhrpott beheimatet, war schon seit geraumer Zeit \u00fcberf\u00e4llig. Am Nachmittag aus Polen kommend, sah er irgendwann ein Schild mit der Aufschrift: &#8211; Berlin &#8211; und war deshalb schnurstracks in Richtung Grenze gepeest. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Aber Scheibenkleister!<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auf der Ostseite nahmen sie die Karre auseinander, wurde stundenlangen Verh\u00f6ren ausgesetzt und musste als Kr\u00f6nung noch 300 DM Strafe zahlen, wegen \u201eunberechtigten Verlassens des Transitweges\u201c. <\/span><\/span><br \/>\n<em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8220;&#8230;dann diese d\u00e4mliche Frage der West-Bullen, wieso ich hier einreisen w\u00fcrde, wenn ich aus Polen k\u00e4me?&#8221;<\/span><\/span><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>23. Oktober 1975 &#8211; ein schicksalhafter Tag, nicht nur f\u00fcr mich, denn am 52. Geburtstag der Mutter meiner Schwester, begann mein zweites Leben auf der anderen Seite von Mauer und Zaun. Es war mir nie m\u00f6glich mit ihr \u00fcber Probleme, die uns beide betrafen, zu spre\u00adchen. 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