{"id":723,"date":"2008-09-30T21:01:15","date_gmt":"2008-09-30T20:01:15","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=723"},"modified":"2021-06-30T23:34:20","modified_gmt":"2021-06-30T22:34:20","slug":"nachtlicher-versuch-einer-entsorgung-sommer-80","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=723","title":{"rendered":"N\u00c4CHTLICHER VERSUCH EINER ENTSORGUNG &#8211; Sommer \u201980"},"content":{"rendered":"<p>Vor vielen Jahren, Anfang der 80er, als mein alter Kumpel Yogi noch aktiv seinem Broterwerb bei der BVG &#8211; Fahrbereitschaft nachging, ergab es sich, dass er alle paar Monate Klimbim aus dem Firmenfundb\u00fcro, welches die dortigen Kollegen nach einer Wartefrist als nicht versteigerungsw\u00fcrdig hielten, in die M\u00fcllverbrennung transportierte. Als ich dies erfuhr, kam er anschlie\u00dfend bei mehreren dieser Touren bei mir vorbei. Etliche Kubikmeter dieser Fundgegenst\u00e4nde landeten so in meinem sehr gro\u00dfen Keller und anschlie\u00dfend auf Flohm\u00e4rkten.<br \/>\nHunderte von Koffern, Taschen, Geldkatzen, Brieftaschen, Regenschirmen, jegliche Art von Textilien, unterschiedlichster Schuhe u.s.w. , nebenbei auch haufenweise Vibratoren mannigfaltigster Form und Farbe, genauso Dessous.<br \/>\nDa machte beim Verkauf Kleinvieh richtig Mist.<br \/>\nVerwunderung kam mir auf, \u00fcber die Unmengen an K\u00fchlschr\u00e4nken, alten Glotzen, M\u00f6beln und Ma\u00adtratzen, die oft die gr\u00f6\u00dften Mengen auf dem LKW ausmachten.<br \/>\n\u201eGanz einfach, es ist f\u00fcr viele Mitb\u00fcrger die billigste Form der Entsorgung von Sperrm\u00fcll mit der letzten U-Bahn&#8230;\u201c<br \/>\nDies wiederum fand ich sehr witzig. Bei meiner kleinb\u00fcrgerlichen Sperre w\u00e4re ich nie auf diese Idee gekommen. Allerdings gab es schon was her, besser als den ganzen Schei\u00df einfach auf die Stra\u00dfe zu stellen. Bei den BVG-Fahrpreisen m\u00fcsste dieser Service eigentlich mit drin sein\u2026<br \/>\nAuf einer Fete ergab es sich, dass ich dieses Problem mal zum Besten gab, die Runde schien arg belustigt.<br \/>\nWenig sp\u00e4ter schilderte ein Bekannter in fr\u00f6hlicher Kifferrunde den Versuch der Entsorgung seiner alten Glotze, nach meinem damals erfolgten Bericht. Die leider etwas anders verlief, als es sich die beiden Umweltsauen vorstellten.<br \/>\nAuch etwas b\u00fcrgerlich ge\u2019schamicht, sollte die Aktion im Dunkeln steigen. Von Nutzen schien die Tatsache, dass einer sowieso mit letzter U-Bahn in Richtung Herrmannplatz wollte. Vorher wurde noch ein H\u00f6rnchen, mit Gras und Lacht\u00fcrken eingepickt. Dann machte man sich ans Werk. Bei dem zu entsorgenden Corpus delicti handelte es sich um eine riesige, sauschwere Schwarz\/Wei\u00df-Glotze aus den Endsechzigern. Die Ma\u00dfnahme sollte eigentlich schon nach den zwei Etagen vom Hinterhaus auf die Stra\u00dfe abgebrochen werden. Da nun das schwierigste erledigt schien, waren die paar hundert Meter von der Ecke Fechnerstra\u00dfe, die Sigmaringer runter ein St\u00fcck Brandenburgische doch nur ein Klacks. Wer Wilmersdorf etwas kennt, wird sich vorstellen k\u00f6nnen, wie es schallte in den leergefegten Stra\u00dfenschluchten, als zwei voll gedr\u00f6hnte, ewig lachende Typen weit nach Mitternacht versuchten, ein verdammt unhandliches Teil zu hucken. W\u00e4hrend einer l\u00e4ngeren Rast auf halber Strecke, wurde ernstlich die Gegend abgeleuchtet, denn das elektronische Ger\u00e4t schien mittlerweile Zentner zu wiegen. Oh, Gott diese verlockenden M\u00f6glichkeiten, dieses Teil unauff\u00e4llig verschwinden zu lassen. Da bot sich in unmittelbarer N\u00e4he die riesige Garage unterhalb der dortigen Turnhalle an, oder der mit Str\u00e4uchern umwachsene Kinderspielplatz gleich anschlie\u00dfend. Nix, es musste zu Ende gebracht werden. Als n\u00e4chste Rast wurde die Ecke Gasteiner\/Brandenburgische auserkoren. Kaum vor dem Gesundheitsamt entspannt auf einer Bank sitzend, die Hufen auf dem unf\u00f6rmigen M\u00f6bel ausgestreckt, als zwei jung\/dynamische Herren erschienen, die f\u00fcr den Anfang verdammt viel Fragen auf einmal ablie\u00dfen \u2013 Warum zu n\u00e4chtlicher Stunde so ein Krach veranstaltet w\u00fcrde, woher der Fernseher stammte, wohin er sollte und schlie\u00dflich, na zeigen sie doch mal ihre Personalausweise!<br \/>\nErst wurde noch etwas gefrotzelt, aber nachdem einer der neugierigen Herren mit einem Dienstausweis rumfuchtelte, war ruckartig Schluss mit lustig, denn keiner konnte die verlangten Papiere vorweisen. Nun wurde von den Zivis in Erw\u00e4gung gezogen, eine Gr\u00fcne Minna zu ordern zwecks \u00dcberpr\u00fcfung der Personalien, dies konnte aber abgebogen werden. Man einigte sich, dass ein Kollege mit in die Fechnerstra\u00dfe ging, um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob die m\u00fcndlichen Angaben stimmten, au\u00dferdem sich dort ein Ausweis befand. Die anderen beiden machten es sich derweil auf der Parkbank bequem.<br \/>\nAlles regelte sich k\u00fcrzester Zeit, der Gendarm wurden im Flur sogar auf die Abdr\u00fccke der Glotze im Teppichboden hingewiesen.<br \/>\nWieder retour, verabschiedeten sich die Zivilen, stiegen in ihr Auto und weg waren sie, allerdings die letzte U-Bahn ebenso. Nun schien guter Rat aber teuer, fluchend ging es zur\u00fcck und man parkte das Kommunikationsm\u00f6bel bis zum n\u00e4chsten Morgen gleich hinter der Eingangst\u00fcr im Vorderhaus. Anschlie\u00dfend gings f\u00fcr den Rest der Nacht ins <a title=\"&quot;Fl\u00f6z&quot;\" href=\"http:\/\/www.zeit.de\/1986\/15\/dem-floez-droht-die-pleite\">&#8220;Fl\u00f6z&#8221;<\/a>, das war der Laden von<em> Franz de Br\u00fcll.<\/em><br \/>\nKurz nach dem Aufstehen, am fr\u00fchen Nachmittag, stellte mein Nachbar fest, dass irgend so ein Schwein die Glotze geklaut hatte&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor vielen Jahren, Anfang der 80er, als mein alter Kumpel Yogi noch aktiv seinem Broterwerb bei der BVG &#8211; Fahrbereitschaft nachging, ergab es sich, dass er alle paar Monate Klimbim aus dem Firmenfundb\u00fcro, welches die dortigen Kollegen nach einer Wartefrist als nicht versteigerungsw\u00fcrdig hielten, in die M\u00fcllverbrennung transportierte. 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